Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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«Aus der Mittelschicht, eher älter und akademisch gebildet, nach rechts offen und dem politischen System entfremdet»

Unter dem Titel «Politische Soziologie der Corona-Proteste» publizierte die Universität Basel heute eine erste Auswertung der rund 1’150 Fragebögen von Bewohnern Deutschlands und der Schweiz.

Ihrem Fazit zufolge sei «die Corona-Protestbewegung in sich heterogen, aber nach rechts offen und vom politischen System stark entfremdet.»

Demnach bezweifele eine Minderheit die Angemessenheit der Freiheitsbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie, insbesondere das Tragen von Masken und die Einhaltung von Sicherheitsabständen.

Bei der Bewegung handele es sich «mehrheitlich um gebildete Angehörige der Mittelschicht, … eine relativ alte und relativ akademische Bewegung.» Charakteristisch sei eine starke Entfremdung vom politischen System und den etablierten Medien. Innerhalb der Institutionen der liberalen Demokratie würden der Justiz, der Polizei, den Umweltgruppen und den Bürgerinitiativen verhältnismässig viel Vertrauen geschenkt. Auch Unternehmen würde weniger misstraut als den Medien, der Regierung, der EU, der UNO, den Banken, den Parteien und dem Parlament.

Weiter heisst es:

«Es gibt zudem unter den Studienteilnehmenden eine Neigung zum Antisemitismus. Dies ist insofern nicht überraschend, da in der Protestbewegung eine Anlage zum verschwörungstheoretischen Denken existiert – und dieses häufig antisemitische Züge aufweist. Insgesamt sind die Teilnehmenden jedoch weder ausgesprochen fremden- oder islamfeindlich, teilweise sogar eher antiautoritär und der Anthroposophie zugeneigt. Ein Grossteil will die Alternativmedizin der Schulmedizin gleichstellen, zurück zur Natur und stärker auf ganzheitliches und spirituelles Denken setzen. 64 Prozent sagen, man solle Kindern nicht beibringen, Autoritäten zu gehorchen.»

(Kommentar der Redaktion: Dass an Deutschlands Mitte der Rechtspopulismus nagt, hat nichts mit Corona zu tun. Seit 2006 befragt die Friedrich-Ebert-Stiftung alle zwei Jahre nach rechten Gesinnungen – mit eindeutigen Ergebnissen. 43 von hundert Befragten haben eine Tendenz oder eine deutliche Neigung zum Rechtspopulismus oder sogar ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild (2018/19). Würde man also die Befürworter von harten Corona-Massnahmen nach ihrer Gesinnung fragen, käme eine ähnliche Aussage zustande wie oben. Hat man aber offenbar nicht.)

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