Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Corona rückt ungesunde Lebensstile in den Fokus

Unsere ungesunde Lebensweise sollte mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, statt sich einzig um die Beherrschung des Corona-Virus zu kümmern, fordert René Rüegg von der Berner Fachhochschule Soziale Arbeit. In seinem Gastkommentar für die NZZ kritisiert der Wissenschaftler unsere Vorstellungen von Gesund-Sein und Gesund-Werden:

«Die Moderne ist geprägt durch ein hochgradig technologisches Gesundheitsverständnis.»

Dass 97 Prozent aller Verstorbenen in der Schweiz unter mindestens einer Vorerkrankung gelitten haben, ist für Rüegg ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Gesundheitssystem falsch ausgerichtet sei. «Die Herstellung von Vakzinen ist teuer, ihr Einsatz riskant und im Ergebnis womöglich wenig effizient», meint Rüegg,

«Weit effizienter wäre es, die Resilienz der Bevölkerung systematisch zu stärken.»

Als Beispiel nennt Rüegg die Zahl zu dicker Kinder. So sei jedes vierte Kind der Oberstufe übergewichtig oder sogar adipös. Es sei daher an der Zeit, eine Politik zu hinterfragen, «die eine Besteuerung von Süssgetränken und eine konsequente Kennzeichnung von Lebensmittelverpackungen ablehnt, aggressives Marketing für hochverarbeitete Kinderesswaren toleriert, zur Pandemie-Eindämmung diverse Sportaktivitäten einschränkt und gleichzeitig Milliardenbeträge für den Schutz und die Behandlung von mehrheitlich über 65-jährigen Corona-Patienten ausgibt.»

Kommentar der Redaktion: Schon geringes Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und mehr als 90 Prozent der Diabetes-Patienten haben schweres Übergewicht. Beide Vorerkrankungen spielen eine erhebliche Rolle bei den Corona-Todeszahlen. Wie die Gewichtung im Schweizer Gesundheitssystem ist, zeigt ein Vergleich: Zwischen 2002 und 2012 haben sich die Krankheitskosten von Übergewicht und Adipositas auf rund acht Milliarden Franken verdreifacht. Für den Bereich Prävention wurden rund 2,15 Milliarden Franken ausgegeben (Stand 2018). Würde der Fokus auf dem Vorbeugen von Wohlstandskrankheiten liegen, könnten nicht nur erheblich Kosten gespart werden. Die Bevölkerung insgesamt würde tatsächlich gesünder und widerstandsfähiger.

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