Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Die andere Seite von Alexei Nawalny: Rassist, Nationalist, Opportunist und „ekliger Typ“

Bei Twitter bin ich über den Faden einer Russin gestolpert, in dem sie ein etwas anderes Licht auf den russischen Oppositionellen Alexei Nawalny wirft. In den westlichen Mainstream Medien wird Nawalny gerne als großer Gegenspieler von Wladimir Putin hingestellt. Putin symbolisiert dabei alles Böse in der Welt, Nawalny alles Gute – sprich „westliche Werte“. Die Autorin bezeichnet sich zwar selbst als Kommunistin, hat den Faden aber mit vielen Primärquellen versehen, was dem gesagten einiges an Gewicht verleiht. Ihre Zusammenstellung zeigt, dass es sich bei Nawalny bei weitem nicht um jenen Weißen Ritter handelt, als der er in der Regel hingestellt wird.

Vielen ist nicht klar, schreibt sie, dass Navalny ein bekennender Nationalist und Rassist ist, und bei weitem nicht nur ein blonder Typ, der gerne seine blonde Frau mit sanften Küssen bedenkt, bevor er ins Gefängnis geht und sich dort die Zeit mit „Rick & Morty“ vertreibt. Hier ist ein kleiner Faden über ihn mit einigen presönlichen Erlebnissen mit ihm.

 

Russisch sein & Muslime als Kakerlaken

 

Hier ist ein Video von Navalny aus dem Jahr 2007. Er meint darin, dass „ein Zahn ohne Wurzel wird als ‚tot‘ bezeichnet“ und es sich „bei einem Nationalisten um jemanden handelt, der nicht will, dass die russische Wurzel aus dem Wort ‚Russland‘ entfernt wird“. Seine Schlussfolgerung: „Wir haben das Recht, in Russland russisch zu sein, und wir werden es verteidigen.“

Ich habe das Video heruntergeladen, um sicherzugehen, dass es nicht verschwindet. Bislang gibt es das Video aber auch immer noch auf Navalnys offiziellem Youtube Kanal. In der Beschreibung des Videos wird Nawalny übrigens als „zertifizierter Nationalist“ vorgestellt.

Ein Video, das Navalny nicht mehr verbreitet sehen möchte, ist dieses hier. Darin setzt er Muslime mit Kakerlaken und Fliegen gleich und empfiehlt ihre Erschießung, wenn Fliegenklatschen und Schuhe versagen.

 

Russische Märsche mit Gschmäckle

 

In einem Interview aus dem Jahr 2011 wiederum erklärt Nawalny, warum er am sogenannten „Russischen Marsch“ teilnimmt, einer jährlich stattfindenden nationalistischen Versammlung, sowie warum er es in Ordnung findet, mit Nazis zusammenzuarbeiten

Die Russischen Märsche sind aktuell ein besonders heißes Thema, weil sich die Ermordung der Antifaschisten Stanislaw Markelow und Anastasia Baburowa durch Neonazis in Russland zum elften Mal jährt. (Ich habe nichts gefunden, in dem sich Nawalny zu deren Morden äußert.)

Geplant wurden die beiden Morde (und andere) von Ilya Goryachev. In den Jahren, als Nawalny an den Märschen teilnahm, war auch Goryachev auf den Märschen zu finden.

Goryachev sitzt inzwischen lebenslang im Gefängnis, während Navalny irgendwann nicht mehr an den Märschen teulnahm. Allerdings gibt es keine Anzeichen dafür, dass er auch die damit einhergehenden Ansichten abgelegt hat.

 

Nawalny rechts von Trump und Le Pen

 

Hier geht es zu Navalnys Internetseite, wo sich eine Menge Infomaterial über die Migration findet. Dort heißt es unter anderem: „Wenn Europa eine ‚Orgie der Toleranz‘ gegenüber Islamisten feiert, dann ist Russland ein Sodom und Gomorrah der Lügen, Heuchelei und Korruption, da es den aggressiven Islamismus einlädt.“

Zieht man bei Nawalny einmal den Bezug zu Russland ab, dann erhält man ein ziemlich ekliges Bild eines Mannes. Wäre Navalny ein Amerikaner, dann würde er gegen sich gegen die Einwanderung aus Mexiko und Guatemala stämmen. Wäre er Franzose, dann würde er gegen Algerier und Kongolesen hetzen.

 

Nawalnys Kundenakquise

 

Und nun etwas persönliches. Als Navalny 2013 für das Amt des Bürgermeisters von Moskau kandidierte, da besuchte ich sein Wahlkampfbüro. Zufällig brachten sie da gerade ihren freiwilligen Mitarbeitern bei, wie sie ablenken können, wenn ein Passant seinen Nationalismus anspricht.

Der Seminarleiter meinte dazu, dass Navalnys Nationalismus keine Rolle spiele, und ging dann zu einer Tirade über, in der er über die Notwendigkeit sprach, auf den Straßen Moskaus „Gesichter wie mein eigenes“ zu sehen, und nicht die Gesichter von anderen Rassen.

Ich selbst habe einen ziemlich multiethnischen Hintergrund (russisch/griechisch/jüdisch/ukrainisch), weshalb mich die Äußerungen des Mannes so schockiert haben, dass ich auf der Stelle in Tränen ausbrach. Jeder, der kein Monster ist, wäre nicht weniger darüber verärgert gewesen als ich. Damals hätte ich anders reagieren sollen, doch ich war völlig unvorbereitet darauf.

 

Politischer Modeopportunismus (fast wie bei Söder)

 

Meinem Eindruck nach wurde in den Jahren danach bewusst versucht, Navalnys Ruf zu beschönigen. Das geschah vor allem als er merkte, dass der Sozialismus in Mode ist. Er beschloss, ein jüngeres Publikum anzusprechen, indem er progressive Ansichten über Ethnizität in sein Programm aufzunehmen. Doch das war nur oberflächlich.

Vor kurzem habe ich damit begonnen, sein Profil nach verräterischen Äußerungen zu durchsuchen und ich wette, er hat wohl schon eine ganze Menge wieder gelöscht. Einige Perlen konnte ich aber dennoch finden.

 

Migranten, vor allem muslimische

 

Navalnys größte Sorge scheinen die Migranten zu sein. Er scheint sie aber zu akzeptieren, so lange sie für eine U-Bahnfahrt doppelt bezahlen.

Navalnys Kampagne „Hört auf, den Kaukasus zu füttern“ zielt darauf ab, dass Tschetschenien und andere Nordkaukasusländer „keine Last mehr“ für Russland sind. Inzwischen würde Navalny sogar bevorzugen.

Anscheinend lernte Navalny die Grundsätze seiner antimuslimischen Rhetorik an der Yale Universität, wo er sich an Debatten gegen Moscheen beteiligte, wobei er diesen nach seiner Rückkehr nach Moskau nachzustellen begann.

Generell scheint Navalny ein ziemlich hässlicher Typ zu sein, der billige Scherze auf Kosten von Muslime macht und ständig gegen sie hetzt.

 

Probleme werden verschoben, nicht behoben

 

Während meiner Jugend im Moskau der 2000er Jahre habe ich viele verachtenswerte Dinge durch Nationalisten gesehen. Sie haben so viele meiner Freunde zusammengeschlagen. Sie haben in brutaler Weise Menschen umgebracht. Sie haben junge Idioten rekrutiert. Das waren die schlimmsten Jahre, weil das Treiben von Putins Regierung voll unterstützt wurde.

Später ging Putins Regierung dazu über, gegen verschiedene Gruppen vorzugehen und nationalistische Ideen zu heeren Idealen zu erklären und ihre imperiale Ideologie selbst zu nutzen, wofür Straßenkämpfe nicht gerade vorteilhaft waren. Ab und zu jedoch ereignen sich auch heute noch schreckliche Übergriffe.

Politische Repressionen ist schlecht. Doch zum allergrößten Teil wird Navalny von Leuten unterstützt, denen Angelegenheiten wie die Versammlungsfreiheit in Russland und die Notwendigkeit einer besseren Opposition nicht wichtig sind, was den Fokus von der wirklichen politischen Situation ablenkt.

Jenseits davon haben einfache Menschen überhaupt nichts davon, wenn Nawalny von der liberalen Intelligenzia in Wissenschaft und Technologie so nach oben gedrückt wird. An den Sanktionen gegen Russland ändert sich nichts, wenn das alte anti-westliche Regime ersetzt wird durch ein neues pro-westliches, das darüber hinaus aber auch neoliberal ist und dazu genauso nationalistisch wie das alte.

Danach folgen noch ein paar weitere Tweets, die zu dem Faden gehören. Mit Ausnahme eines Links zum britischen Zeit-Online-Äquivalent Guardian, in dem Nawaly seinen Nationalismus rechtfertigen darf und einem russischen Video über Nawalnys Verbindungen zur CIA, kommt jedoch nichts mehr zum Thema. Wen es dennoch interessiert, hier geht es zum Rest des Fadens, in dem die junge Dame über ihre Lösung des Problems spricht, das sie bezeichnet als „Kommunismus“.

Quelle Titelbild

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