Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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«Die Medizin dringt heute wie eine Religion tief in die Existenz der Menschen ein»

In der Medizin wird um jeden Preis der Tod bekämpft und nicht mehr nach Lebensqualität gefragt, beanstandet Günther Loewit. Der österreichische Arzt und bekannte Kritiker des modernen Medizinsystems sieht seine These im gesellschaftlichen Umgang mit der Corona-Pandemie eindrücklich bestätigt.

In seinem neuen Buch «Sehnsucht Unsterblichkeit – Wie die Medizin zur neuen Religion der Menschen wird» stellt er die Frage, weshalb die Medizin heute ähnlich über unser Leben bestimmen darf, wie es früher die Kirche getan hat.

Wer früher Sinn und Sicherheit in den Sakramenten der Religion gesucht hat, sucht diese Geborgenheit heute in der Medizin. Die Gläubigen im Gesundheitssystem werden Patienten genannt.

Wer sich nicht an die Gebote der Medizin hält, wird zum Sünder und damit therapiebedürftig. Das Sakrament der Busse wird durch die Vorsorgeuntersuchung ersetzt. Es gibt keine Gesunden mehr, sondern nur noch schlecht Untersuchte. Die Intensivstation ersetzt die Krankensalbung.

«Die Corona-Krise eignet sich, um die Grenze zwischen optimierter Vorsorge und einem erfüllten, freien Leben aufzuzeigen», schreibt Loewit.

Während der Corona-Krise werden die medizinischen Berater der Politik im Hintergrund zu Eminenzen der neuen Staatsreligion geweiht. Wer eine andere Sichtweise hat, muss mit der medizinischen Inquisition rechnen. Die Politik verbreitet gezielt Angst, indem sie Sars-CoV-2 zum Killervirus hochstilisiert. Wer Angst schürt, schart seine Schäfchen eng um sich. Und wer Macht hat, macht Profit. Das gilt für Kirche und Medizin.

Es scheint, dass die Medizin wiederholt, was die Aufklärung der Kirche vorgeworfen hat: Sie dringt viel zu tief in die Existenz ein. Die Medizin muss für jeden Schritt im Leben ihre Zustimmung erteilen.

«Zeit und das ärztliche Wort werden nicht honoriert, die Patientenseele hat im ärztlichen Alltag keinen Platz», stellt Loewit fest. «Die Politik will Leben retten. Ich habe noch kein einziges Leben dauerhaft gerettet, sondern ausschliesslich begleitet. Mein Lebenswerk liegt letztlich am örtlichen Friedhof.» Am Ende werden wir unsere Hoffnung auf Unsterblichkeit begraben müssen.

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Dr. Günther Loewit ist österreichischer Arzt, Bestsellerautor und bekannter Kritiker des modernen Medizinbetriebs.

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Günther Loewit: Sehnsucht Unsterblichkeit – wie die Medizin zur neuen Religion der Menschen wird. Goldegg Verlag. Geb., 270 S. € 24.-. ISBN 978-3-99060-178-5

Erscheint am 27. September 2020

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