Horst D. Deckert

Die Normalisierung der Pädophilie

Seit einigen Jahren versuchen die progressiven Medien, ein neues Narrativ über Pädophilie zu verbreiten. Die Absicht ist klar: Entstigmatisierung der sexuellen Abweichung, um sie anschliessend in den Augen der Gesellschaft zu normalisieren. Die Los Angeles Times, USA Today, die New York Times und das VICE-Magazin gehören zu den Medien, die versuchen, Pädophilie als neue Normalität zu bezeichnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, präsentieren und verbreiten diese Medien die Denkweise, dass Pädophile mit psychischen Störungen geboren werden. Diese würden sie dazu bringen, sich zu Kindern hingezogen zu fühlen. Diese These wird von Fachleuten wie dem viel kritisierten Dr. James Cantor vom Addiction and Mental Health Centre in Toronto, Kanada, vertreten. Er hat die Gehirne von Pädophilen untersucht und ist zu der umstrittenen Feststellung gelangt, dass Pädophilie eine «sexuelle Orientierung» sei, so wie Heterosexualität oder Homosexualität.

Diese «Studien» haben ergeben, dass Pädophile in ihren Gehirnen sozusagen gekreuzte Drähte haben, die, anstatt ein Gefühl des Schutzes gegenüber Kindern zu entfachen, sexuelle Begierden in ihnen auslösen, heisst es in dem Artikel, der im Onlineportal Tierrapura erschienen ist.

Trotz Studien und Theorien gebe es keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, wie, wo und warum Pädophilie entsteht. Es sei auch nicht bekannt, ob ein Pädophiler von seiner Störung geheilt werden kann oder nicht. Eine der wenigen Gewissheiten in Bezug auf die Pädophilie bestehe darin, dass sie von einem Grossteil der Gesellschaft eindeutig abgelehnt werde. Viele Menschen haben Angst vor dem Schaden, den ein Kind durch einen Erwachsenen erleiden kann, der sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt.

Seit langem gibt es jedoch Bewegungen und Aktivisten, die versuchen, das negative Image der Pädophilie zu normalisieren und zu beseitigen. Wie in The Guardian zu lesen ist, legte der National Council for Civil Liberties 1976 dem parlamentarischen Ausschuss zur Überprüfung des Strafrechts eine ungeheuerliche Eingabe vor, in der es hiess:

«Sexuelle Erfahrungen in der Kindheit, die freiwillig mit einem Erwachsenen gemacht werden (…) verursachen keinen erkennbaren Schaden (…) Was wir wirklich brauchen, ist eine Änderung der Einstellung, die davon ausgeht, dass alle Fälle von Pädophilie dauerhaften Schaden verursachen.»

Bis zum heutigen Tag gibt es Einzelpersonen und Gruppen, die dieses Argument aufrechterhalten. Es gibt auch fortschrittliche Medien, die der Normalisierung der Pädophilie Raum geben, indem sie Artikel veröffentlichen, in denen «tugendhafte» oder «nicht straffällige» Pädophile auf warme und einfühlsame Weise dargestellt werden. Menschen, die behaupten, nie ein Kind missbraucht zu haben, sich aber sexuell zu ihnen hingezogen fühlen.

Die Los Angeles Times veröffentlichte 2013 einen Artikel mit der Überschrift «Viele Forscher haben eine andere Sicht auf Pädophilie»; darin hiess es: «Wieviele Formen sexueller Abweichung wurde Pädophilie früher als Folge psychologischer Einflüsse im frühen Leben angesehen. Viele Experten betrachten sie heute als eine sexuelle Orientierung, die ebenso unveränderlich ist wie Heterosexualität oder Homosexualität. Es handelt sich um eine tief verwurzelte Veranlagung – die fast ausschliesslich auf Männer beschränkt ist -, die sich in der Pubertät bemerkbar macht und sich nicht ändert.»

In diesem Artikel findet sich ein Satz, der in der fortschrittlichen Presse fast schon zu einem gemeinsamen Nenner geworden ist: Nicht alle Pädophilen missbrauchen Kinder.

Ein Jahr später erschien in der New York Times eine Meinungskolumne mit dem Titel: «Pädophilie: Eine Störung, kein Verbrechen». In dem Artikel hiess es: «Die Website Virtuous Pedophiles ist voll von Berichten von Menschen, die schwören, niemals ein Kind zu berühren, und dennoch in Angst leben. Sie müssen ihre Erkrankung vor allen verbergen, die sie kennen. Oder sie riskieren, Ausbildungs- und Beschäftigungschancen zu verlieren, und müssen mit Schikanen und sogar Gewalt rechnen. Viele fühlen sich isoliert, einige denken an Selbstmord.»

In dem Artikel wird im Wesentlichen dazu aufgerufen, die Stigmatisierung der Pädophilie aufzugeben und sich in die Pädophilen einzufühlen. Die Flut negativer Kommentare gegen die Times reisst seit 2014 nicht ab, insbesondere in den sozialen Medien.

Kürzlich machte die USA Today eine ähnliche Erfahrung wie die Times, nachdem sie einen Artikel und einen Twitter-Thread veröffentlicht hatte. Darin wurden Pädophilie normalisiert und die kontroversen Ansichten von Wissenschaftlern und Spezialisten wie Dr. Cantor dargestellt.

In dem Thread, der nach der Welle der Kritik wieder entfernt wurde, erklärte Dr. Cantor, dass Pädophile einen besseren Zugang zur Therapie brauchen, was schwierig sein kann, da die Betroffenen sich schämen, Hilfe zu suchen, oder Angst haben, den Behörden gemeldet zu werden, wenn sie dies tun.

Aufgrund der Fragen beschloss USA Today, den Titel des Artikels zu ändern. Ursprünglich lautete der Titel «Welche Missverständnisse über Pädophilie in der Öffentlichkeit herrschen», später wurde er durch einen allgemeineren Titel ersetzt: «Die komplizierte Forschung über Pädophilie».

In diesen Artikeln, die in der New York Times, der LA Times und der USA Today veröffentlicht wurden, wird Pädophilie als eine Störung dargestellt, die nicht von ihren Opfern (den Pädophilen) gewählt wird. Und «Experten» rufen zu Mitgefühl für diese Menschen auf. Neben Artikeln, die versuchen, die möglichen Ursachen pädophiler Störungen zu erklären, gibt es jedoch auch Medien, die noch weiter gehen und versuchen, Pädophilie zu normalisieren. Dies ist der Fall bei der kanadischen Zeitschrift VICE.

VICE ist ein Magazin, das eine «nicht als Straftat angesehene» Pädophilie verteidigt. Diese Menschen werden als eine Gemeinschaft beschrieben, in der die meisten behaupten, dass sie nie mit einem Minderjährigen sexuell verkehrt haben. Sie sagen auch, dass sie nie die Absicht hätten, dies zu tun.

Der Bericht, in dem sich VICE offen für Pädophilie einsetzt, trägt den Titel: «Ich habe ein Jahr lang mit nicht straffälligen Pädophilen gelebt». Er wurde 2017 veröffentlicht und von Alexander McBride Wilson geschrieben. Darin wird die Geschichte mehrerer «tugendhafter Pädophiler» erzählt.

Einer der Hauptdarsteller des VICE-Berichts ist ein Mann namens Gary Gibson, 65, der laut der britischen Daily Mail von einer Adoptivtochter, die er zwölf Jahre zuvor hatte, der Vergewaltigung beschuldigt wurde. In einem anderen Artikel verteidigt VICE Pädophile gegenüber den sozialen Medien wie folgt: «Soziale Netzwerke können nicht darüber entscheiden, wie sie mit nicht straffälligen Pädophilen umgehen sollen.»

Besorgnis über die Normalisierung der Pädophilie

Während die einfühlsame Darstellung von Pädophilen in den progressiven Medien an Boden gewinnt, wächst die Besorgnis darüber in den sozialen Medien, sowie auch in alternativen und konservativen Medien.

«Die Linke hat ein Pädophilie-Problem, und es wird sich weiter verschlimmern, wenn die Rechte nicht vollständig von unaufrichtigen Appellen an ‹Toleranz› , sinnlosen Slogans wie ‹Liebe ist Liebe› oder leeren Beleidigungen wie ‹homophob› abrückt», schrieb Spencer Lindquist im Magazin The Federalist. «Diese rhetorischen Mittel werden nicht in gutem Glauben verwendet. Sie als etwas anderes zu betrachten als gut durchdachte Manöver, um jedes sexuelle Ethos zu untergraben, das die kindliche Unschuld intakt lässt, ist der Gipfel der Naivität.»

Kritik an denjenigen, die versuchen, Pädophilie zu normalisieren, und Besorgnis über die Konsequenzen, die sich ergeben könnten, wenn die Störung gesellschaftsfähig wird, sind ebenfalls in den sozialen Medien zu finden, insbesondere auf Twitter.

«Als Christ bin ich der festen Überzeugung, dass wir Pädophilen gegenüber Mitgefühl zeigen sollten, wobei die Sicherheit der Kinder eindeutig Vorrang haben muss. Aber Sie sind ein absoluter Idiot, wenn Sie glauben, dass die grossen Institutionen in diesem Land nicht bereit sind, Pädophilie zu normalisieren und dies Toleranz zu nennen», schrieb Mark Hemingway von RealClearInvestigations.

Seit einigen Tagen steht das Thema Pädophilie bei Twitter ganz oben auf der Tagesordnung. Influencer, Journalisten und Tausende von Bürgern haben sich dazu geäussert, wie ernst es für die Gesellschaft wäre, pädophile Störungen zu normalisieren. Vor diesem Hintergrund ist zu befürchten, dass die Kampagne für die Akzeptanz der Pädophilie zunehmen und einen grossen Teil der Gesellschaft provozieren wird.

Medien wie VICE oder USA Today gehen in ihren Artikeln nicht auf diese Bedenken und Sorgen ein, sondern beschränken sich auf eine wohlwollende Haltung gegenüber Pädophilen. Ein Symptom dafür, dass die Normalisierung der Pädophilie in den fortschrittlichen Medien weiter an Boden gewinnen wird.

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