Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Ingrid Bergmans einziger deutscher Spielfilm

Als grosser Filmfan habe ich wieder was dazugelernt. Ingrid Bergman, die dreifache Oscar-Preisträgerin und einer der bedeutendsten und populärsten Schauspielerinnen der Filmgeschichte, hat 1938 in Berlin einen Spielfilm für die UFA gedreht: “Die vier Gesellen”. Diese Tatsache wird gerne in ihrer Biografie verschwiegen, wo sie doch für ihren Auftritt in dem Anti-Nazi-Film “Casablanca” 1942 an der Seite von Humphrey Bogart berühmt wurde. 

Dabei, nach dem ich ihren ersten und einzigen deutschen Spielfilm angeschaut habe, kommt überhaupt nichts an nationalsozialistischer Indologie darin vor, obwohl Hitler bereits fünf Jahre Diktator war und ein Jahr danach der II. Weltkrieg ausbrach. 

Im Gegenteil, es geht darum wie vier Absolventinnen der Berufsschule für das graphische Gewerbe in Berlin ihren ersten Schritt ins Berufsleben machen und versuchen Aufträge zu bekommen. Nach dem sie als einzelne Personen keine erhalten gründen sie eine eigene Grafik- und Werbeagentur, genannt: “Die 4 Gesellen“. Sie beteiligen sich an einem Wettbewerb einer Zigarettenfabrik für ein neues Werbekonzept und gewinnen diesen, weil ihre Grafiken überzeugen, ohne zu sagen sie sind Frauen.
Es geht also eher in diesem Spielfilm um “Feminismus” und das Frauen genauso gut sind und was können wie Männer. Schon sehr interessant wie in den deutschen Spielfilmen der Nazi-Zeit der Nationalsozialismus sehr oft keine Rolle spielte und nicht sichtbar war. Hier werden sogar Konventionen und Vorurteile gegen berufstätige Frauen in Frage gestellt. Natürlich siegt am Schluss die Liebe und die Mädels heiraten. Ein “Happy End” muss sein. 
Ingrid Bergman spricht im Film akzentfrei Deutsch. Sie damit zu hören ist für mich eine Überraschung. Ihre Mutter war Deutsche und sie wuchs in einem zweisprachigen Haushalt auf, schwedisch-deutsch. In ihren Hollywood-Filmen war zu hören, Englisch war eine Fremdsprache für sie. 
Jedenfalls empfehle ich den Film anzuschauen, denn er erweitert die Sicht auf eines der grössten Schauspielerinnen der Filmgeschichte und auch wie man in Berlin 1938 lebte:
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