Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Leider bist Du nur noch ein Heuchler, lieber Reinhard (Mey)

Ich schreibe gerade an einem Artikel über eine Dame, die heute Morgen verstorben ist. Es war Selbstmord. Diese Frau, Reinhard, war, wie Du einst warst: kritisch und aufrecht. Ich steige mit einem Zitat aus „Kati und Sandy“ ein, weil es kaum ein Passenderes gibt:

Nein, es führt sie kein Weg aus diesem Elend hier raus
Da ist keiner, der versucht sich einzuschalten
Da ist keiner, der versucht, sie aufzuhalten
Da ist auch kein Freund, der sagt: „Komm mit, scheiß egal
Was bess’res als keinen Ausweg findest du allemal!“

Reinhard Mey – Kati und Sandy

Bei der Recherche stolperte ich über Dein neues altes Lied: „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“. Ich war 17 oder 18, als es mich erstmals an Hirn und Herz packte. Es ist vielleicht nach „Es ist an der Zeit“ (siehe unten), das rührendste und auch beste deutschsprachige Friedenslied.

Und ich sag Dir was, Reinhard: Deine neue Fassung, die Du mit ein paar „Freunden“ eingespielt hast (siehe und höre und staune oben), halte ich für noch besser als das Original. Leider kann ich es heute nicht mehr genießen, ich hab’s mir noch nicht einmal bis zum Ende angehört.

Deine Söhne willste nicht geben, für den Krieg, ist in Ordnung, kann ich verstehen, aber was, Reinhard, was zur Hölle ist eigentlich mit Deiner Tochter (zu der ich etwas später kommen werde)?

Du singst im Jahr 2020 ein Lied über das Grauen des Krieges. Warum eigentlich? Welcher Krieg soll es denn sein, der Dich so sehr belastet, in den Du Deine Söhne nicht schicken willst, hm?
Tja.
Und nur mal nebenbei, Du hast es im Wolkenkuckucksheim vielleicht nicht mitbekommen, es gibt keine Wehrpflicht mehr. Ja, ja, Du siehst Dich als Weltbürger (ich mich übrigens auch, aber irgendwie so ganz anders als Du), es geht Dir in dem Lied um alle Jungs dieser Welt, schon klar.

Aber weißte, Reinhard, wenn Du ein Friedenslied singen willst, brauchst Du heutzutage nicht übers Morgen- oder das Taka-Tuka-Land zu schreiben, WIR befinden uns längst im Krieg! In Europa, in Deutschland, in Deiner Heimatstadt Berlin.

Es ist ein Krieg gegen die deutsche Bevölkerung. Begonnen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es richtet sich gegen Menschen, die nicht alles widerspruchslos hinnehmen. Menschen, die, wie gesagt, so sind, wie Du einst warst. Sing doch mal für die! Eh, aber auch, um mal wieder zurück in die Relevanz zu kommen. Wie lang ist’s denn her, Dein letztes Lied von wirklicher Bedeutung? Zehn Jahre? Wenn das mal reicht.

Auf Deinem vorletzten Album „Mr. Lee“ sangst Du wieder einmal über „Heimweh nach Berlin“. Bevor ich es hörte, war mir bewusst, dass es ein kritisches Lied werden wird. Ich hoffte – nur so ein bisschen – Du würdest Dich endlich mal wieder mit den wirklichen Problemen der Menschen befassen. Und, da sind wir uns sicher einig, an Berlin gibt es nun wahrlich Einiges zu kritisieren.
Und was fiel Dir ein?
Schlecht gelaunte Menschen; Hundehaufen; Partygänger, die Dir in Friedrichshain in Deinen Hausflur pissen; „Kampfradler“; ungebetene Windschutzscheiben-Putzer und so weiter, Reinhard, und so fort.
Dein Ernst?

Mehr ist Dir nicht eingefallen? Merkst Du eigentlich noch irgendwas? Schick doch mal eines Deiner Enkelkinder auf eine Schule in Kreuzberg und schau, was passiert. Oder lass Deine Tochter nachts und allein durch Neukölln flanieren.

Mensch, Reinhard, Scheiße, Mann, Du bist doch immer noch ein Linker! Wo bleiben denn Deine Lieder gegen die kulturfremde Masseneinwanderung, die Menschen in Millionenstärke ins Land geschwemmt hat, die alles, wirklich alles, verachten, für das Du einst gekämpft hast! Menschen die Frauen als nicht gleichberechtigt ansehen, die Kinderehen schließen, Mädchen unterdrücken, die Hund als Schimpfwort nutzen, HUND! HALLO!
Menschen, die Schwule und Juden durch die Straßen jagen.
Kinder aus dem Morgenland, die unsere Kinder in der Schule belästigen, beschimpfen, bespucken, die sie schlagen und treten.
Vor einigen Monaten brachte sich ein Schulmädchen in Berlin um. Sie ertrug all das nicht mehr. Sie war Elf, Reinhard, ELF, gottverdammt nochmal!
Auch hier die gleiche Frage: Wo bleibt das Lied über dieses Mädchen?!

Ja, ja, passt grad nicht, die „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“-Nummer, ich versteh das schon … ich steig hier aus, Reinhard, meine Zeilen werden Dich eh nur buchstäblich erreichen, mehr ist bei Dir nicht mehr drin.

Weißte, das Konfuzius-Zitat „Ein Mann, der die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd“ hörte ich zum ersten Mal in Deinem Lied „Sei wachsam“. Heute, mein lieber Reinhard, heute brauchst Du kein schnelles Pferd mehr. Ein alter Esel reicht vollkommen.

Und hier noch ein Buchtipp, Freunde …

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