Horst D. Deckert

Mit der Dreigliederung die Gesellschaft der Zukunft gestalten

Wir brauchen neue Ideen, wie in unserer jetzigen Situation und innerhalb der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse, sowie durch ihren Wandel, Erneuerung entstehen kann.



Meine Grundthese ist, dass die Corona-Krise uns auch den Weg ihrer Überwindung zeigt,
wenn wir bereit sind, die Situation tiefgehend zu analysieren. Zu dieser Vision halte ich Vorträge für die «Freunde der Verfassung», um sie als Opposition zum herrschenden Narrativ mit einem Gegenmodell, einer wirklichen Alternative zum jetzt bestehenden und zu überwindenden System auszurüsten.

Das Ziel ist eine individualistisch geprägte, aber sozial verantwortbare soziale Ordnung. Anstelle einer kollektivistisch organisierten soll durch sozialen Wandel wirkliche individuelle Verantwortungsfähigkeit entstehen.

Bei dieser Form menschlicher Erneuerung handelt es sich um die Idee einer organischen Ordnung der menschlichen Gesellschaft. Diese Idee stammt von Rudolf Steiner (1861-1925), der sie «Dreigliederung des sozialen Organismus» nannte. Er versuchte dieses Modell vor dem 1. Weltkrieg den Regierenden in Mitteleuropa bekannt zu machen, um damit den Krieg zu verhindern.

Warum Dreigliederung? Steiner unterscheidet drei Glieder der menschlichen Gesellschaft. Das Geistesleben (Bildung, Wissenschaft, Kultur), das Wirtschaftsleben (Handel, Produktion und Konsumtion) und das Rechtsleben (der Staat). Nach Steiner ist der zentrale Punkt der, dass die drei Bereiche «gegliedert», das heisst, unterschieden und unabhängig voneinander reguliert werden müssen, wenn sie der Gesellschaft dienen sollen.

In der gegenwärtigen Corona-Krise zeigt sich, dass die Hauptproblematik vom Staat ausgeht. Dies ist, kurz gesagt der Fall, weil der Staat sich von der Wirtschaft korrumpieren lässt und die Wissenschaft dazu benützt, seine Übergriffe zu rechtfertigen.

Da alle Staaten als Einheitsstaaten konzipiert sind, lassen sie sich immer wieder von überstaatlichen Institutionen und Machtzentren kontrollieren. Das Problem ist nicht eines des politischen Personals. Es ist systemimmanent.

Nach Steiner ist die Lösung dieser Problematik darin zu finden, dass der Staat (das, was er Rechtsleben nennt) vollständig getrennt verwaltet wird von der Wirtschaft und dem, was er Geistesleben nennt (Wissenschaft, Bildung, Kultur). Das klingt zunächst kompliziert, ist es aber nicht, wenn man versteht, wie es funktioniert. Denn was passieren muss, passiert bereits.



Da der Machtbereich des Staates auf allen Ebenen zunehmend ausgeweitet wird,
beginnen sich zum Beispiel im Geistesleben (Bildung) Privat-Schulen unabhängig vom Staat zu organisieren oder machen Homeschooling. Da grosse Wirtschaftskonzerne den Staat für ihre eigenen Zwecke missbrauchen (Pharmaindustrie), ist es eine Notwendigkeit, Wirtschaftskreisläufe in die Eigenverantwortung grösserer Teile der Bevölkerung zu übergeben, sprich, mehr unabhängig funktionierende Produktions-, Handels-, und Konsumenten-Vereine zu erschaffen.

Kurz, wir brauchen eigene Medien, eigene Ärzte, eine eigene Krankenkasse, eine selbständig verwaltete Lebensmittelversorgung, kulturelle Veranstaltungen. Das wirkliche Gegenmodell zum Reset von Schwab sieht so aus, dass wir autonomere, dezentralere, lokalere Strukturen aufbauen.

Jeder, der am Aufbau einer autonomeren und menschen-gerechteren, demokratischeren Welt interessiert ist, sollte das verstehen, um das Übel an der Wurzel zu packen. Es geht um mehr Selbstverwaltung – und gegenüber der staatlichen Verwaltung und Zwangsmassnahmen insgesamt, um ein Zurückdrängen des Staates.

Ein bisschen so wie die Eidgenossen 1291 begannen die Übergriffe des grossen, monopolistischen Habsburg zurückzudrängen, müssen wir uns heute basisdemokratisch, regional und menschengerecht vernetzen, um unsere Grundwerte, unsere Grundrechte und unsere wirtschaftlichen Existenzbedingungen verteidigen und aufrecht erhalten zu können.

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