Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Mit Sicherheit unsicher: Der Biologe Clemens Arvay betreibt Aufklärung in puncto Corona-Impfungen

Um es vorwegzuschicken: Clemens Arvay gibt in seinem Buch keine Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Impfstoff. Ebenso wenig will er dem Leser die Entscheidung abnehmen, ob er sich zum Schutz vor dem SARS-Cov-2-Virus und der Krankheit Covid-19 impfen lassen sollte oder nicht. Allein damit hebt er sich dankenswert ab von der durch Politik und Medien evozierten Druck- und Drohkulisse, wonach die Pandemie einzig und allein mit dem Mittel der Massenvakzinierung zu überwinden und es deshalb oberste Bürgerpflicht sei, seine Ärmel für die Nadel hochzukrempeln.

Diesem Quasi-Impfzwang, den man dem Publikum mit der Moralkeule und der Warnung vor sozialen und rechtlichen Sanktionen beibringen will, setzt der Biologe aus Österreich Aufklärung im besten Sinne entgegen. Sein Angebot verstehe sich „ausschließlich als Informationsmedium“ und richte sich an „differenziert denkende Menschen, die ihre persönliche Entscheidung auf umfassende Informationen aufbauen möchten“, schreibt er. Damit sei es „auch ein Plädoyer gegen jede Art von Druck und indirektem Impfzwang“.

Gleichwohl sei auch klargestellt: Wer sich von der Impfung die „Rettung“ vor Erkrankung und Tod verspricht, wird nach Lektüre der 143 Seiten in seiner Hoffnung kaum bestärkt sein. Ein ausgewogenes Pro und Contra liefern Arvays Ausführungen nicht. Das mit den Corona-Vakzinen von Herstellern wie BioNTech & Pfizer, Moderna, Curevac oder AstraZeneca & Vaccitech verbundene „Risiko“ spielt bei ihm eindeutig die Hauptrolle.

Zulassung im Hauruckverfahren

Zudem sollte sich jeder fragen, ob er die „Rettung“ wirklich braucht. Für den weit überwiegenden Teil der Bevölkerung geht von SARS-Cov-2 keine lebensbedrohliche Gefahr aus. Selbst eine Autorengruppe des Robert Koch-Instituts (RKI) hat in einer aktuellen Studie zur „Covid-19-Krankheitslast in Deutschland im Jahr 2020“ konstatiert, dass die Übersterblichkeit durch das Virus „am Ende des Jahres 2020 etwa das Niveau schwerer Influenzawellen erreicht hat“. Gerade gesunde Menschen unter 70 Jahren, für die etwa der renommierte Epidemiologe John Ioannidis eine Letalität von rund 0,05 Prozent ermittelt hat, sollten es sich deshalb reiflich überlegen, in welchem Verhältnis der mögliche Ertrag einer Impfung mit den davon ausgehenden Risiken stehen könnte.

Hier bietet Arvays Buch wichtige Hilfestellung. Denn wo bereits Unsicherheiten in Fragen der Nützlich- und Wirksamkeit der Impfstoffe bestehen, sieht es hinsichtlich ihrer Sicherheit nicht besser aus. Das bedeutet in diesem Fall nicht, dass man sich zwangsläufig schlimme Nebenwirkungen und Folgeschäden einhandelt, sobald das Vakzin im Blutkreislauf ist, oder dass die Gefahr so oder so hoch ist, dass dies passiert.

Absolutes Neuland

Arvay verweist in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der „Österreichischen Ärztezeitung“, die 2017 festhielt, man könne bei einem neuartigen Impfstoff, „der das Ziel hat, wirksam und zugleich sicher zu sein (…) von einer Entwicklungszeit von 15 bis 20 Jahren ausgehen“. Die lange Dauer begründe sich insbesondere mit der „Notwendigkeit, spezielle Studien in Risikogruppen durchzuführen“ wie etwa bei chronisch Kranken oder Kindern.

Im Fall der schon seit Ende 2020 beziehungsweise Anfang 2021 im Impfbetrieb befindlichen Corona-Vakzine beschränkte sich die Test- und Genehmigungsprozedur auf wenige Monate. Mit der sogenannten Teleskopierung wurden nicht nur sämtliche sonst über Jahre laufende Erprobungsschritte extrem verkürzt. Überdies blieb der Kreis der in den klinischen Testphasen herangezogenen Probanden sowohl hinsichtlich der absoluten Zahl als auch der Repräsentativität, bezogen auf die verschiedenen Alters- und Risikogruppen, hinter den sonst üblichen Standards zurück.

Für AstraZeneca zog das bereits die bekannten Konsequenzen nach sich: Weil die Wirksamkeit des Impfstoffs für über 65-Jährige aufgrund der dünnen Datenlage praktisch nicht nachweisbar ist, hat die Ständige Impfkommission (STIKO) von einem Einsatz in dieser Altersgruppe abgeraten. Die Wirksamkeit des BioNTech-Impfstoffs für über 75-Jährige stufte das RKI in seinem epidemiologischen Bulletin vom 14. Januar als „nicht mehr statistisch signifikant“ ein, weshalb „eine Aussage über die Effektivität der Impfung mit hoher Unsicherheit behaftet“ sei.

Noch größer werden die Unsicherheiten, bedenkt man, dass es vor Ausbruch der Corona-Krise noch kein einziges Vakzin gegen davor schon saisonal kursierende Corona-Viren durch die Zulassung geschafft hat. Absolutes Neuland betritt die Pharmaindustrie vor allem auch mit dem Einsatz genetischer Impfstoffe auf RNA-und DNA-Basis.

Diese neuartigen Biotechnologien seien, so Arvay, „in der Humanmedizin noch nie gegen eine Infektionskrankheit zugelassen“ worden. Auch für virale Vektorimpfstoffe wie dem von AstraZeneca, die ebenfalls zu den genetischen Impfstoffen zählen, „liegen bislang nur wenige Erfahrungswerte aus der humanmedizinischen Praxis vor, und es gibt zahlreiche Fragezeichen“.

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