Horst D. Deckert

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Polizeigewalt in Argentinien: Rund 30 Verhaftungen bei Ärzte-Demo

In Rosario, der drittgrößten Stadt Argentiniens, ging die Polizei brutal gegen Demonstranten vor. Die Gruppe „Ärzte für die Wahrheit“ (Médicos por la Verdad) organisierte am 25. Mai eine Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung auf dem Gelände des monumentalen „Nationalen Denkmals für die Fahne“ (Monumento Nacional a la Bandera) am Ufer des Río Paraná.

  • „Hygienevorschriften“ dienten als Vorwand für brutale Auflösung
  • Augenarzt als Demo-Organisator sitzt sogar in Untersuchungshaft
  • Mut-Ärzte leisten bereits seit dem Sommer 2020 Widerstand gegen überharte Corona-Maßnahmen

von Berthold Krafft

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Brutale Auflösung – Polizei bedrängte Rollstuhlfahrer

Die patriotischen und maßnahmenkritischen Demonstranten schwenkten argentinische Fahnen und sangen die Nationalhymne, als sie von vermummten Polizisten mit Knüppeln und Schildern umstellt und bedrängt wurden. Einige Beamte trugen auch Schrotflinten. Der offizielle Grund für die brutale Auflösung der Versammlung war, dass die Hygienevorschriften nicht eingehalten wurden.

Die meisten Kundgebungsteilnehmer trugen nämlich keine Masken, da sie diese als sinnlos und schädlich betrachten. Nachdem man der Aufforderung, sich zu zerstreuen, nicht nachkam, gingen die Beamten so rücksichtslos vor, dass ein Tumult entstand. Sogar ein Mann ohne Beine im Rollstuhl wurde von den Polizisten grob verjagt. Teilweise setzten die Beamten Gummigeschosse ein. Bei der Anzahl der Festnahmen unterscheiden sich die argentinischen Quellen, es ist sowohl von 25 als auch von 30 Personen die Rede. Mehrere Demonstranten wurden verletzt.

Veranstalter Arriaga drohen bis zu sechs Jahre Haft

Auch der Hauptveranstalter der Demonstration, der Augenarzt Mariano Arriaga, wurde verhaftet.  Der Großteil der Verhafteten wurde auf freiem Fuß angezeigt. Drei Personen befanden sich allerdings auch nach Tagen noch in Gewahrsam – unter dem Vorwand, das diese in einer anderen Provinz leben. Unter ihnen befand sich auch Mut-Arzt Arriaga, an dem man jetzt offenbar ein Exempel statuieren möchte. 

Die Bezirksstaatsanwältin María Eugenia Iribarren betonte in einer Pressekonferenz, dass es sich bei Arriaga um einen besonders schwerwiegenden Fall handle. Sie wirft ihm unter anderem Verstöße gegen das Epidemiegesetz, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie die öffentliche Aufforderung zu Straftaten vor. Bei einer Verurteilung nach letzterem Paragraphen drohen den Augenarzt bis zu sechs Jahre Haft.

Mut-Ärzte kämpfen für Wahrheit und Freiheit

Die „Ärzte für die Wahrheit“ wurden im Juni des letzten Jahres gegründet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Medizinern und anderen Fachleuten, welche die Wahrheit über die „angebliche globale Pandemie“ untersuchen wollen. In einer Stellungnahme erklärten die Ärzte, dass die Corona-Maßnahmen jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren würden. Es sei sinnlos, Gesunde in Quarantäne zu stecken. Die Impfungen kritisieren sie als „Menschenexperiment“.

Außerdem würden die Tests keine sinnvollen Ergebnisse liefern und nur dazu dienen, die Statistik aufzublasen, um damit Panik zu erzeugen. Die Mut-Ärzte sind dem politischen Establishment ein Dorn im Auge. Deshalb haben sie immer wieder mit Repressionen zu kämpfen. Nichtsdestotrotz kann die linke Regierung nicht so fuhrwerken wie sie möchte: Im Vorjahr war sie gezwungen, ihren damaligen harten Lockdown nach monatelangen Protesten freiheitsliebender Bürger zu lockern.

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