Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
Kostenlos Termin buchen

Positiv, negativ-positiv, also eigentlich negativ

Der Fall des Schweizer Fussballnationalspielers Xherdan Shaqiri zeigt mit aller Deutlichkeit, zu welch absurden Situationen die aktuelle Corona-Testerei mittels PCR-Test führen kann.

Der Liverpooler Stürmer wurde am Dienstag getestet. Resultat: Positiv.

Ein anschliessend durchgeführter Bluttest wies Antikörper nach. Gemäss dem Schweizerischen Fussballverband soll Shaqiris positives PCR-Testergebnis auf eine frühere von ihm unbemerkte Infektion anfangs Jahr (!) zurückzuführen sein und deshalb sei der Fussballer nicht mehr infektiös.

Er sei, wie die Spezialisten sagen, negativ-positiv. Sprich: Eigentlich sei er negativ und so durfte er zum Länderspiel gegen Spanien antreten.

Dem Robert-Koch-Institut RKI ist diese Problematik auch bekannt, wie es auf der Website schreibt: «Im Gegensatz zum replikationsfähigen Virus ist die RNA von SARS-CoV-2 bei vielen Patienten noch Wochen nach Symptombeginn mittels PCR-Untersuchung nachweisbar, diese positiven PCR-Ergebnisse sind jedoch nicht mit Ansteckungsfähigkeit gleichzusetzen.»

Die Süddeutsche Zeitung hat sich mit der Aussagekraft des PCR-Tests auseinandergesetzt, insbesondere mit der Frage, wie viele Zyklen (Vervielfältigungen) im PCR-Test-Gerätes nötig sind, um ein positives Ergebnis anzuzeigen. Je mehr Zyklen – der sogenannte Ct-Wert – benötigt werden, umso geringer ist die Viruslast.

Nun hat sich gezeigt, dass schon ab etwa 30 Zyklen kein vermehrungsfähiges Virus mehr vorhanden ist.

In der Schweiz wird in den meisten Labors mit 40 Zyklen getestet. Entsprechend hoch ist die Anzahl der positiven Ergebnisse – eine gesicherte Aussage zur Infektiosität der positiv Getesten ist unmöglich (siehe auch «Was der PCR-Test kann und was nicht».)



Vom RKI ist nun zu hören, dass der Ct-Wert für die Verkürzung der Isolierungsdauer herangezogen werden könnte.

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass die deutschen Gesundheitsämter den Ct-Wert in 73% der Fälle «selten» oder «nie» mitgeteilt bekommen. Nur 11% erhalten diesen Wert «meistens» oder «immer».

Auch in der Schweiz ist die Situation unbefriedigend. Dr. Marco Caimi äussert in seinem letzten Video-Blog sein Befremden darüber, dass ihm sein Labor die Ct-Werte seiner Patienten nicht bekannt geben will.

Eine gewisse Willkür im Umgang mit den PCR-Resultaten ist auch aus den Aussagen des Virologen Ulf Dittmer von der Uniklinik Essen ersichtlich: «Wir hatten einige Mitarbeiter hier, die waren monatelang positiv in jedem Test, aber immer mit ganz hohen Ct-Werten, die haben wir dann nach einem positiven Antikörpertest als gesund betrachtet.»

Dittmer spricht sich dafür aus, dass bei jedem positiven Test auch der Ct-Wert ans Gesundheitsamt geschickt wird: «Es wäre gut, wenn alle Labore in Deutschland das machen.»

Ähnliche Nachrichten

Auch lesen x