Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
Kostenlos Termin buchen

Rundschau zur Strategie des BAG und der Task-Force

Alex Bauer fasst in der aktuellen Ausgabe der Weltwoche in einer Art Lagebericht zusammen, worüber Corona-Transition seit Wochen und Monaten berichtet.

Eine Auswahl der wichtigsten Fakten und Fragen im Artikel.

- Das Virus ist eine Bedrohung für Hochbetagte. Doch bereits im letzten Mai ergab ein Massen-Screening in Zürcher Alters- und Pflegeheimen, dass fast die Hälfte der positiv getesteten Senioren keinerlei Symptome entwickelten (siehe auch hier und hier).

- Dass ganze Fussballmannschaften angebliche Infektionen problemlos wegstecken mag einleuchten. Dass das Virus aber selbst Risikopatienten von Jair Bolsonaro bis Donald Trump (und seinem halben Stab) kaum mehr als leichtes Fieber und Schnupfen abzuringen vermochte, erscheint dagegen seltsam.

- Warum haben lateinische Länder, die früh knallharte Massnahmen (totale Ausgangssperren, generelle Maskenpflicht etc.) verhängten, viel mehr Corona-Tote zu beklagen als die Nordländer?

- Warum gingen in Schweden trotz einem liberalen Regime die Todesfälle Ende April wie überall in Europa rapide zurück? (siehe auch hier).

- Wüsste man die Antworten, könnte man entsprechend reagieren. Stattdessen kapriziert man sich auf Fallzahlen, von denen keiner weiss, was sie wirklich bedeuten.

- Ist das Virus vielleicht doch nicht so einzigartig und tödlich wie angenommen, sondern eines jener Erkältungsviren, die Jahr für Jahr weltweit Hunderttausende von hochbetagten Menschen dahinraffen?

- Um das herauszufinden, müsste man erst wissen, wie viele symptomlose Covid-19-Verläufe es nach positiven PCR-Tests gibt. Das BAG antwortet: Wie viele der positiv Getesteten keine oder nur leichte Symptome entwickelten, werde nicht erhoben; der Aufwand wäre zu gross.

- Generell scheint sich der Forschungseifer beim BAG in Grenzen zu halten. Mit dem Ausbruch der Corona-Welle wurde auch die Sentinella-Erhebung eingestellt, mit der systematisch alle sich im Umlauf befindenden Viren registriert werden, die «grippeähnliche Erkrankungen» der Atemwege hervorrufen. Mit den Erhebungen fiel auch die Grippe aus der Statistik, offiziell existiert sie nicht mehr.

- Der Aktivismus bei den Tests steht in einem Kontrast zur Lethargie bei der Auswertung der Resultate. Dabei besagt ein positiver PCR-Test lediglich, dass ein Betroffener wahrscheinlich Kontakt mit dem Erreger hatte. Ein positives Resultat bedeutet aber nicht, dass eine Infektion, also eine Vermehrung des Virus im Körper, stattgefunden hat und dass der Betroffene ansteckend ist. Er kann das Virus auch abgewehrt haben (siehe auch hier und hier).

- Gemäss Mike Yeadon, dem ehemaligen Forschungschef des Pharmariesen Pfizer, ist es möglich, dass ein PCR-Test nach fünf Monaten noch Fragmente eines Virus identifiziert, das längst vernichtet und überwunden wurde. Nach seiner Erfahrung sind die PCR-Tests zwar wertvoll für die Forschung, jedoch ungeeignet für eine medizinische Diagnose (siehe auch hier). Dies habe auch der herrschenden Lehrmeinung entsprochen – bis zum Ausbruch von Covid-19. (siehe auch hier).

- Barbara Müller (SP) wollte vom BAG wissen, wie viele sogenannte Sequenzen (Zyklen) in der Schweiz beim PCR-Test durchlaufen werden. Diese Frage ist entscheidend. Denn mit der Zahl der Sequenzen) steigt die Wahrscheinlichkeit eines positiven Testresultats exponentiell. Die ernüchternde Antwort: Das BAG weiss es nicht, es gebe keine einheitlichen Standards. Das sei Sache der Labors, die mit verschiedensten Anbietern arbeiten.

- Müller hakte bei verschiedenen Labors nach und stellte fest: In der Regel werden 36 bis 40 Sequenzen durchlaufen, was eine extrem hohe Sensitivität ergibt. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass längst überwundene Kontakte mit dem Virus zu einem positiven Testresultat führen (siehe auch hier).

- Eines der Labore war so freundlich, ihr noch eine Bedienungsanweisung des Tests zu schicken. Und dort steht geschrieben, unter Punkt 1, worauf bereits Mike Yeadon hingewiesen hat: «Nur für Forschungszwecke. Nicht für diagnostische Verfahren geeignet.»

- Die Strategie des BAG und der beigeordneten Task-Force trägt damit Züge einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Anstatt ständig alle Varianten kritisch zu prüfen, klammert man sich an die Containment-Doktrin. Das Phänomen ist bekannt aus der Psychologie. Wer sich auf eine These festgelegt hat, neigt dazu, nur noch nach einer Bestätigung derselben zu suchen. Was dagegen spricht, wird kleingeredet oder ausgeblendet.

- Das Eingeständnis, dass man die Gefahr eines womöglich doch nicht ganz so neuartigen Virus masslos überschätzt hat, wäre eine kolossale Schmach. Also testet man auf Teufel komm raus, bis man die nötigen «Fälle» zusammenkriegt, die Massnahmen rechtfertigen. Wenn die Katastrophe dann nicht eintritt, kann man immer sagen, das sei nur den eingeleiteten Massnahmen zu verdanken.

- Während man sich auf dem europäischen Festland an hypothetische Fallzahlen und Szenarien klammert, regt sich unter Epidemiologen, Immunologen und Gesundheitsökonomen im angelsächsischen Raum und in Israel Widerstand. Vierzig Professoren von namhaften Universitäten – von Oxford über Stanford, Yale, Harvard, London bis Tel Aviv und Montreal – haben sich Anfang Oktober auf die «Great Barrington Declaration» geeinigt. Sie fordern ein schnelles Ende der gängigen Corona-Massnahmen (wir berichteten).

Ähnliche Nachrichten

Auch lesen x