Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Zahnmedizin: Langsamere Bohrer produzieren weniger Aerosole

Bohrer mit speziellen Torquemotoren sind nicht nur deutlich langsamer als bisherige Bohrer, sie produzieren auch erheblich weniger Aerosole, berichtet das aerzteblatt mit Berufung auf eine experimentelle Studie aus London. Diese wurde im Journal of Dental Research veröffentlicht. Auch könne eine weitere Reduktion der Aerosolbildung durch die Verwendung von Wasser statt eines Sprays zur Kühlung erreicht werden.

Das aerzteblatt schreibt:

Viele Zahnärzte verwenden sogenannte Turbinen, bei denen der Bohrer nicht von einem Motor, sondern durch Druckluft angetrieben wird. Dies ermöglicht sehr hohe Drehzahlen von bis zu 450’000/min. Diese sind allerdings auch erforderlich, da Turbinenbohrer über ein geringes Drehmoment verfügen.

Die hohe Drehzahl führt allerdings dazu, dass das Kühlmittel, das die Zahnoberfläche vor einer Beschä­digung durch zu starke Erwärmung schützen soll, bei der Bohrtätigkeit stärker versprüht wird – laut Addison (Owen Addison ist der Leiter der Forschungsgruppe, Anm. Red.) mit einer Geschwindigkeit von 12 m/s.

Hintergrund: Schon lange streiten Fachleute über die Gefahr, die von virusbelasteten Aerosolen ausgeht. In einer anderen Ausgabe schreibt das aerzteblatt:

Viren in Tröpfchen (größer als 100 µm) fallen normalerweise innerhalb von Sekunden im Abstand von zwei Metern von der Quelle auf den Boden und können beim Husten, Niesen etc. auf benachbarte Personen gesprüht werden. Aufgrund ihrer begrenzten Reichweite verringert die physikalische Distanzierung die Exposition.

Viren in Aerosolen (kleiner als 100 µm) können dagegen wie Rauch mehrere Sekunden bis Stunden in der Luft schweben und eingeatmet werden. Sie sind in der Nähe einer infizierten Person hoch konzentriert, sodass sie Menschen in unmittelbarer Nähe am leichtesten infizieren können. Aerosole, die infektiöse Viren enthalten, können sich aber auch über mehr als 2 m fortbewegen und sich in schlecht belüfteter Innenluft ansammeln, was zu weit verbreiteten Ereignissen führt.

Physikalische Experimente reichen allerdings für die Beurteilung nicht aus, da es erhebliche Unterschiede zwischen Räumlichkeiten und im Freien gibt. Ausserdem können physikalische Experimente nicht sämtliche spezifischen Situationen abdecken. Der Forschungsbedarf über die Übertragungswege ist nach wie vor hoch.

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