Kategorie: Nachrichten
„Ampel“-Versager knallen völlig durch: Habeck plant zusätzliche Gas-Steuer!
Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte, dass der von den „Grünen“ angestachelte Sanktions-Irrsinn gegen Russland ein Schuss in beide Beine Deutschlands ist, dann ist dieser Beweis jetzt erbracht: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck („Grüne“) plant eine Sonder-Umlage auf das immer knapper werdende Gas!
Hintergrund ist die im Zuge des „grünen“ Sanktions-Wahns von Habeck verfügte de facto Enteignung des russischen Energieriesen Gazprom Germania. Sie könnte die deutschen Steuerzahler und Gasverbraucher laut Medienberichten mit Zusatzkosten von mehr als fünf Milliarden Euro jährlich belasten! Der Grund: Weil Russland nicht mehr an die deutsche Gazprom liefert, muss Ökosozialist Habeck teureren Ersatz beschaffen.
Ein Teil der dabei entstehenden Mehrkosten soll ab Oktober in Form einer – hört, hört! – Gas-Umlage auf die Energieversorger und damit auf die Endkunden abgewälzt werden. Das berichtet „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Branchenvertreter. Das Habeck-Ministerium wollte die konkrete Höhe nicht kommentieren. Moskau hatte die Belieferung der deutschen Gazprom-Tochter mit Dekret vom 11. Mai gestoppt, weil Habeck das Unternehmen unter Treuhandverwaltung gestellt hatte.
Markus Lanz: Ein Moderator sieht rot
Markus Lanz hatte am Donnerstag Ulrike Guérot in seine Talkshow zum Thema Ukraine eingeladen. Der Moderator verlor im Verlauf der Sendung rasch jede Contenance, verließ seine journalistische Rolle und mutierte zum Angreifer, nachdem Guérot Fragen zu den Kriegszielen gestellt und einen Waffenstillstand statt Waffenlieferungen gefordert hatte.
von Paul Schreyer
Dass Medien eine weitere Intensivierung des Krieges als notwendig darstellen, ist mittlerweile Alltag. Dennoch markierte die Lanz-Ausgabe vom 2. Juni 2022 einen besonderen Höhepunkt. Eingeladen waren unter anderem die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages und seit wenigen Wochen außerdem Vizepräsidentin der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, einer Nato-Lobbyorganisation, sowie Frederik Pleitgen, Sohn des langjährigen WDR-Intendanten Fritz Pleitgen und seit vielen Jahren Senior International Correspondent bei CNN. Als Gegenpart durfte die Professorin für Europapolitik Ulrike Guérot in der Runde Platz nehmen, zuletzt Autorin des kontrovers diskutierten Bestsellers “Wer schweigt, stimmt zu”.
Strack-Zimmermann hatte Guérot für Ihre Forderung nach Frieden in der Ukraine bereits Anfang Mai scharf kritisiert („unfassbar widerwärtig, irre“). Auch in der Talkshow traten die Politikerin und der CNN-Journalist Guérot entschieden, teils aggressiv entgegen. Doch als ihr eigentlicher Gegner entpuppte sich Lanz selbst.
Nachdem Guérot in einem ersten Statement angeführt hatte, dass Putin Sicherheitsgarantien wolle, was ein Schlüssel für ein Ende des Krieges sei, sprach Lanz leise in die Runde: „Wer fängt an?“ Gemeint war offenkundig, welcher der Gäste Guérot zuerst widersprechen wolle. Schon mit dieser Eröffnung war klar, worum es in den folgenden Minuten gehen sollte – eine umfassende Zurechtweisung des Gastes.
Diese Konstellation ist in den letzten Jahren immer mehr zum Standard in den Medien geworden ist: Man lädt einen Menschen mit abweichender Meinung ein, fährt dann aber eine Breitseite von Gegnern auf, die diesem Gast kollektiv und unmissverständlich klar machen, dass und warum er sich irrt. Darin liegt auch eine Belehrung des Publikums: Schau, so kann es auch Dir ergehen, wenn Du eine andere Meinung öffentlich äußerst.
Das besondere hier: Als Chefankläger in der von zwei Millionen Zuschauern verfolgten Sendung trat der Gastgeber persönlich auf – der damit seine Moderatoren-Rolle weitgehend verließ. Deutlich wurde im Verlauf der Sendung die Unmöglichkeit, das Thema Ukraine-Krieg überhaupt noch grundsätzlich kontrovers zu diskutieren. Verloren gegangen scheint auch die Bereitschaft, dem andersdenkenden Gegenüber gute Absichten zu unterstellen. Es herrscht stattdessen die einengende, beklemmende Atmosphäre eines großen Misstrauens.
Dazu kommt vielfach die Ersetzung von Logik durch moralische Empörung. So konterte Strack-Zimmermann Guérots Verweis auf strategische Überlegungen und die Motivation Putins mit dem schlichten Satz: „Da sterben Menschen“. Mit anderen Worten: Wie könne man ernsthaft solche Fragen erörtern, wenn es doch jeden Tag Tote gebe. Die permanente Dringlichkeit, die jedes grundsätzliche, tiefergehende Nachdenken und Zweifeln verbietet und zum sofortigen Handeln zwingt, ist aus der Corona-Krise bereits gut bekannt.
Einigkeit herrschte in der Guérot gegenüberstehenden Runde darüber, dass die USA alles versucht hätten, diesen Krieg zu verhindern. Lanz erinnerte daran, dass Scholz noch kurz vor dem russischen Einmarsch mit Putin an dem bizarr langen Tisch gesessen hatte. Man habe wirklich alles versucht. Dass Scholz, wie zuvor schon Macron, bei diesem Treffen Putin aber außer Floskeln wenig anzubieten hatte, blieb unerwähnt. Für Lanz zählte offenbar das mediale Bild: Scholz war „in Moskau gewesen“, habe sich daher also ernsthaft engagiert.
Als Guérot versuchte, an die Vorgeschichte des Krieges zu erinnern und dabei die Jahreszahlen 2008 und 2014 nannte, platzte dem Moderator der Kragen: „Das hilft uns doch heute nicht weiter“, was er mit einer Wiederholung des Satzes „Da sterben Menschen“ ergänzte. Guérot entgegnete, die Frage sei, was vorher stattgefunden habe. Sie erwähnte den von der OSZE registrierten massiven Beschuss im Donbass ab Mitte Februar und fragte: „Ist Putin das alleinige Übel?“ – „Die Antwort ist: ja!“, platzte es da unvermittelt aus Lanz heraus.
Als Guérot dann auch noch Henry Kissinger ins Feld führte, der zuletzt mehr Realismus in der Kriegführung angemahnt hatte, wurde Lanz ungehalten. Leute wie Kissinger seien „99 Jahre alte Männer“, Kissinger habe „auch schon viel Mist gemacht“. Strack-Zimmermann ergänzte, Guérots Äußerungen seien „das Narrativ von Putin“.
Lanz kam dann auf die Toten von Butscha zu sprechen. Mit Blick auf die russische Armee fragte er eindringlich: „Was sind das für Menschen, die so etwas tun, (…) so bar jeder Moral?“ Die naheliegende – und, man könnte meinen, auch insinuierte – Antwort: „Unmenschen“ oder vielleicht sogar: „Untermenschen“ wagte zwar niemand in der Runde zu geben, doch der Gedanke war greifbar.
Guérots Versuche, dennoch rationale, strategische Fragen zu erörtern („Was ist eigentlich das Ziel für Europa?“) blieben angesichts der moralischen Dauer-Empörung der von Lanz angeführten Runde allerdings zum Scheitern verurteilt. Strack-Zimmermann versuchte zwar eine Antwort: „Die Integrität der Grenzen“. Doch Guérots Nachfrage: „Wo wollen Sie hin?“ schwebte bis zuletzt unbeantwortet über dem – publikumslosen – Fernsehstudio.
In den westlichen Medien wird viel über den russischen Präsidenten Putin geschrieben. Aber Putin kommt praktisch nie selbst zu Wort und wenn doch, dann stark verkürzt. Man kann Putin mögen oder auch nicht, aber man sollte wissen, was Putin selbst zu den drängendsten Fragen unserer Zeit sagt, um die Entscheidung darüber treffen zu können. Machen Sie sich selbst ein ungefiltertes Bild von dem, wofür Präsident Vladimir Putin steht!
In seinem Bestseller „Vladimir Putin: Seht Ihr, was Ihr angerichtet habt?“ lässt der Autor Thomas Röper, der seit 1998 überwiegend in Russland lebt und fließend Russisch spricht, den russischen Präsidenten Vladimir Putin mit ausführlichen Zitaten selbst zu Wort kommen. Ein wirklich sehr tiefgehendes Buch, welches hier direkt über den J. K. Fischer Verlag bestellbar ist.

„Die NATO hat eiskalt gelogen & muss jetzt bezahlen“ – Dr. Daniele Ganser
Das ist eines der wichtigsten Interviews des Jahres 2022. Wir haben Dr. Daniele Ganser eingeladen und er hat uns einen tiefen Einblick in den Ukraine-Krieg gegeben. Gemeinsam mit Dominik Kettner spricht Dr. Daniele Ganser über den Auslöser des Krieges, den Profiteur und wie es wohl mit dem Ukraine-Krieg weitergeht. Wir laden Sie herzlich ein, sich dieses Interview bis zum Ende anzuschauen, denn diese Erkenntnisse werden nicht oder nur zur Hälfte in den öffentlichen Medien zu sehen sein.
Zeitbombe Inflation: Renten in wenigen Jahren nur noch die Hälfte wert!
Alle reden über die Spritpreisexplosion, die galoppierenden Lebensmittelkosten, die horrende Stromrechnung, die nicht mehr bezahlbare Gasheizung. Über eine andere Form der Wohlstandsvernichtung durch „Grünflation“ schweigen sich die Altparteien aus: Das oft nur karge Alterseinkommen der 20 Millionen Rentner in Deutschland wird nach Adam Riese binnen weniger Jahren um die Hälfte entwertet!
Es tickt eine soziale Zeitbombe mit einer von den Polit-Schwaflern der Mainstream-Medien noch gar nicht erkannten gesellschaftlichen Sprengkraft: Senioren haben jahrzehntelang gearbeitet – und jetzt frisst die Inflation das Ersparte auf, die Rente reicht hinten und vorne nicht: Strom, Gas, Lebensmittel…
Und die Inflation trifft nicht nur die Rentner von heute. Sie trifft auch die Rentner von morgen und übermorgen! Denn das Anlagevermögen der Rentenversicherung ist von der rasanten Geldentwertung mit entsprechend weniger Rendite ebenfalls massiv betroffen – von den Folgen der EZB-Nullzinspolitik gar nicht erst zu reden! Bedeutet: Rentenkürzungen bzw. weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit (was im Ergebnis auf Jacke wie Hose hinausläuft).
Ökosozialist Habeck sorgt sich um „gesellschaftlichen Frieden“
Deutschland werde „ärmer“ werden, verharmloste Klimaminister Robert Habeck („Grüne“) vor wenigen Wochen noch die Teuerungswelle. Dieser Tage ließ er im ZDF mit ganz anderen Tönen aufhorchen: Er sorge sich angesichts zu erwartender weiterer dramatischer Preissteigerungen bei Energie um den „gesellschaftlichen Frieden“.
Könnte es sein, dass sich Ökosozialist Habeck in Wahrheit um etwas ganz anderes sorgt? Nämlich darum, dass der „grüne“ Höhenflug im Herbst/Winter jäh sein Ende finden könnte, wenn die Wähler hierzulande den Klimaschwindel und das Narrativ vom bösen Putin endlich durchschaut haben? Wenn sie begriffen haben, dass die Inflation in Wirklichkeit eine „Grünflation“ ist! Wenn das Portemonnaie zum Synonym für „leer“ wird…
Fazit: Gegen eine Inflation von bald zehn Prozent hilft kein Neun-Euro-Ticket. Nötig sind auf breiter Front die Senkung von Steuern und Abgaben sowie ein sofortiger Ausstieg aus dem „grünen“ Energiewende-Irrsinn. Sonst könnte Wirklichkeit werden, was das Satire-Portal „Der Postillon“ dieser Tage unkte: Das 9-Euro-Ticket kostet ab nächsten Monat inflationsbedingt zehn Euro!
WEF startet „Metaverse“-Initiative und prognostiziert, dass das digitale Leben für uns „bedeutungsvoller als unser physisches Leben“ sein wird
childrenshealthdefense.org: Das Weltwirtschaftsforum und große Unternehmen haben im vergangenen Monat die Initiative „Defining and Building the Metaverse“ ins Leben gerufen, bei der sich die Unternehmen um eine Rolle bei der Definition, Entwicklung und Nutzung der Technologie streiten.
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) und große Unternehmen haben nach Gesprächen auf der Jahrestagung in Davos, Schweiz, im letzten Monat eine neue Initiative ins Leben gerufen: „Defining and Building the Metaverse“.
Wie der Name der Initiative andeutet, sind die Beteiligten noch dabei, den Begriff „Metaverse“ genau zu definieren.
Dem WEF zufolge beinhaltet das Metaverse jedoch einen Moment, „in dem unser digitales Leben – unsere Online-Identitäten, Erfahrungen, Beziehungen und Vermögenswerte – für uns bedeutungsvoller wird als unser physisches Leben“.
Eine der Gesprächsteilnehmerinnen, Julia Goldin, Chief Product & Marketing Officer von LEGO, äußerte sich optimistisch darüber, wie das Metaverse die Entwicklung von Kindern unterstützen könnte:
„Für uns hat es Priorität, eine Welt zu schaffen, in der wir Kindern alle Vorteile des Metaversums bieten können – eine Welt, in der immersive Erfahrungen, Kreativität und Selbstdarstellung im Mittelpunkt stehen – und zwar auf eine Art und Weise, die auch sicher ist, ihre Rechte schützt und ihr Wohlbefinden fördert.“
Während sich die Gespräche auf die Frage konzentrierten, wie der Begriff „Metaverse“ definitiv zu definieren ist, ging es auch darum, wer an seiner Entwicklung beteiligt sein und möglicherweise davon profitieren sollte.
Die an den Gesprächen Beteiligten positionierten sich, um „umsetzbare Strategien für die Schaffung und Verwaltung“ eines „interoperablen und sicheren“ Metaversums zu entwickeln und auszutauschen.
Es wurden auch ausführliche Diskussionen darüber geführt, wie ein ethisches und integratives Metaversum geschaffen werden kann, indem Organisationen aus dem privaten und öffentlichen Sektor, einschließlich Unternehmen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Regulierungsbehörden, einbezogen werden.
Das WEF beschrieb die Initiative als „Zusammenführung führender Stimmen aus dem privaten Sektor, der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Politik“, um „die Parameter“ für die zukünftige Entwicklung des Metaversums zu definieren.
Eine Sitzung am 25. Mai – „Shaping a Shared Future: Making the Metaverse“ – umfasste die folgenden Diskussionsteilnehmer.
- Chris Cox, Chief Product Officer der Muttergesellschaft von Facebook, Meta.
- Peggy Johnson, CEO von Magic Leap, das vom WEF als „ein Unternehmen für räumliche Datenverarbeitung, das die nächste Computerplattform entwickelt“ beschrieben wird.
- Philip Rosedale, Gründer von Linden Lab, das die virtuelle Welt „Second Life“ entwickelt hat und im April von Meta übernommen wurde.
- Andrew R. Sorkin, Finanzkolumnist für die New York Times und Co-Moderator der CNBC-Sendung „Squawk Box“.
- Omar Sultan Al Olama, Staatsminister für künstliche Intelligenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ernannt im Jahr 2017
Nick Clegg, Metas Präsident für globale Angelegenheiten und früherer stellvertretender Premierminister Großbritanniens, sagte, die „Multistakeholder-Initiative“ ziele darauf ab, eine führende Rolle bei der Etablierung und Gestaltung des Metaversums zu übernehmen.
Das WEF sagte, dass frühe Interessengruppen eine besonders wichtige Rolle in diesem Prozess spielen werden:
‚Defining and Building the Metaverse‘ ist die weltweit führende Multistakeholder-Initiative zur Entwicklung und zum Austausch von umsetzbaren Strategien zur Schaffung und Gestaltung des Metaversums.
„Durch die Schaffung eines Raums für weltweit führende Vertreter aus Industrie, Zivilgesellschaft und Regierung wird die Initiative Erkenntnisse und Lösungen austauschen und beschleunigen, die das Metaverse zum Leben erwecken werden.
„Durch die Teilnahme an der Initiative spielen die Mitglieder eine wichtige Rolle bei der Definition und dem Aufbau des Metaversums“.
Aufbau eines ‚Metaverse‘, das noch nicht endgültig definiert ist
Obwohl, wie der Name schon sagt, ein Teil des Ziels der Initiative darin besteht, „Metaverse“ zu definieren, hat das WEF diese sehr weit gefasste, allgemeine Definition angeboten:
“ … eine künftige dauerhafte und vernetzte virtuelle Umgebung, in der soziale und wirtschaftliche Elemente die Realität widerspiegeln. Nutzer können mit ihr und untereinander gleichzeitig über Geräte und immersive Technologien interagieren und sich mit digitalen Vermögenswerten und Eigentum beschäftigen.
Damit wird die „einfachste“ Definition des WEF erweitert, die das Metaversum als „eine einheitliche und dauerhafte virtuelle Umgebung, auf die über Technologien der erweiterten Realität (XR) zugegriffen wird“, beschreibt.
Das WEF sagte, das Metaversum sei am sinnvollsten „als eine Linse zu sehen, durch die man die laufende digitale Transformation betrachten kann“, basierend auf der Überzeugung, dass „virtuelle Welten, die vernetzte Geräte, Blockchain und andere Technologien beinhalten, so alltäglich sein werden, dass das Metaversum zu einer Erweiterung der Realität selbst wird“.
Genauere Definitionen des Metaversums können sich jedoch „auf viele Arten entwickeln, abhängig von Forschung, Innovation, Investitionen und Politik“, so das WEF.
Dem WEF zufolge kann das Metaversum „in drei Denkschulen kategorisiert werden“, zu denen gehören:
- Das Metaversum „als Produkt oder Dienstleistung“.
- Das Metaverse „als ein Ort, an dem Benutzer sich verbinden, interagieren und sich selbst und ihre Besitztümer über mehrere digitale Orte hinweg übertragen können“, wie z. B. „Spiele- und Erstellerplattformen“.
- Das Metaverse als ein Moment, „in dem unser digitales Leben – unsere Online-Identitäten, Erfahrungen, Beziehungen und Vermögenswerte – für uns bedeutungsvoller wird als unser physisches Leben“ – eine Definition, die das WEF in seinem Artikel als „überzeugend“ bezeichnet.
Trotz der zweideutigen Definition des WEF für das Metaversum als Konzept ist die Organisation bei der Vorhersage seiner Auswirkungen und seines Wertes für große (und reale) Unternehmen und Betriebe eindeutig:
„Dies wird erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. So wie das Internet und die Smartphones unsere sozialen und geschäftlichen Interaktionen verändert haben, könnte das Metaverse die Art und Weise, wie Menschen und Unternehmen kommunizieren und arbeiten, auf innovative und unvorhersehbare Weise verändern.“
Die neue WEF-Initiative wird sich auf zwei Schlüsselbereiche oder „Aktionsspuren“ konzentrieren: Metaverse Governance und die Schaffung von „wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wert“. Das WEF wird Themen aus den Bereichen Regulierungsrahmen, Technologieauswahl und wirtschaftliche Möglichkeiten untersuchen“.
Genauer gesagt bezieht sich „Metaverse Governance“ auf die Verpflichtung der Mitglieder der Initiative, „Governance-Rahmenwerke für interoperable, sichere und integrative Metaverse-Ökosysteme“ zu empfehlen.
Laut WEF „bedeutet dies, dass eine Harmonisierung zwischen Regulierung und Innovation gefunden werden muss, um Interoperabilität zu entwickeln und gleichzeitig die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer zu wahren.“
Die Schaffung von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wert“ wird wiederum voraussetzen, dass die Mitglieder der Initiative „Erkenntnisse und Lösungen, die das Metaverse zum Leben erwecken, teilen und beschleunigen“.
Das WEF sagte, dass „sie dabei neue Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle über Branchen hinweg abbilden und Elemente und Anwendungsfälle identifizieren werden, die wirtschaftliche Chancen bieten.“
Interessenvertreter der Industrie sehen das gewinnbringende Potenzial des Metaversums
Der Aktionsbereich der Initiative „Generierung von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wert“ täuscht darüber hinweg, was der Kern der WEF-Bemühungen sein könnte, die Regeln für das Engagement im Metaverse festzulegen, während es sich noch im Anfangsstadium befindet.
Mehr als 60 Unternehmens-„Stakeholder“ haben sich bisher der Initiative angeschlossen, darunter mehrere Big-Tech-Firmen wie Meta, Microsoft, das taiwanesische Unternehmen für Unterhaltungselektronik HTC und Sony Interactive, begleitet von Walmart, der LEGO Group sowie Akademikern und Vertretern der Zivilgesellschaft.
Viele dieser Akteure könnten durch das Wachstumspotenzial des Metaversen-Marktes angelockt werden, der laut Bloomberg bis 2024 auf 800 Milliarden Dollar anwachsen wird.
Beispiele dafür gibt es bereits. So verkauft das beliebte Videospiel Fortnite laut WEF „jedes Jahr digitale Kosmetikartikel im Wert von über 3 Milliarden Dollar an die Spieler und ist damit gemessen am Umsatz ein größeres Bekleidungsunternehmen als mehrere globale Modehäuser.“
Angesichts des Marktpotenzials ist es nicht verwunderlich, dass Führungskräfte mehrerer Big-Tech-Unternehmen und des WEF selbst die neue Initiative des WEF lobten.
Jeremy Jurgens, der Geschäftsführer des WEF, erklärte beispielsweise:
„Die Initiative ‚Defining and Building the Metaverse‘ gibt der Branche ein wichtiges Instrumentarium für den ethischen und verantwortungsvollen Aufbau des Metaversums an die Hand.
„Dies wird dazu beitragen, dass wir dieses lebenswichtige Medium für die soziale und wirtschaftliche Interkonnektivität auf integrative, ethische und transformative Weise voll nutzen können.“
Clegg von Meta fügte hinzu:
„Das Metaverse befindet sich in einem frühen Stadium seiner Entwicklung. Wenn es gut gemacht wird, könnte das Metaverse eine positive Kraft für Inklusion und Gleichberechtigung sein und einige der Klüfte überbrücken, die in den heutigen physischen und digitalen Räumen bestehen.
„Deshalb wird die Initiative ‚Definition und Aufbau des Metaverse‘ so wertvoll sein. Sie darf nicht allein von Technologieunternehmen gestaltet werden. Sie muss offen und im Geiste der Zusammenarbeit zwischen dem Privatsektor, den Gesetzgebern, der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und den Menschen, die diese Technologien nutzen werden, entwickelt werden.
„Diese Anstrengungen müssen im besten Interesse der Menschen und der Gesellschaft unternommen werden, nicht im Interesse der Technologieunternehmen“.
Brad Smith, Präsident und stellvertretender Vorsitzender von Microsoft, merkte an:
„Das Metaverse befindet sich zwar noch im Anfangsstadium, aber wir glauben, dass es das Potenzial hat, bessere Verbindungen für alle zu schaffen.
„Als Branche sind wir alle verpflichtet, dafür zu sorgen, dass dieses neue Paradigma so entwickelt wird, dass es für alle zugänglich ist, die Bedürfnisse der Menschen in den Vordergrund stellt, die zwischenmenschlichen Beziehungen fördert und sicher entwickelt wird, wobei das Vertrauen von vornherein eingebaut ist.
Cher Wang, Gründerin und Vorsitzende von HTC, bezeichnete das Metaverse als „unvermeidlich“ und sagte:
„Das Metaverse ist der nächste unausweichliche Schritt in der Entwicklung des Internets, aber es erfordert eine umfassende Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren des Ökosystems, um es zu einer offenen, sicheren und geschützten Umgebung zu machen.
„Diese Initiative des Forums ist ein solider Anfang, um die wichtigsten technologischen und politischen Grundlagen anzugehen, damit das Metaverse sein grenzenloses Potenzial entfalten kann.“
Peggy Johnson von Magic Leap äußerte sich ebenfalls begeistert über die Veränderungen, die das Metaverse bewirken könnte, auch in Bereichen wie dem Gesundheitswesen:
„Bei Magic Leap sind wir begeistert davon, wie Technologien wie Augmented Reality die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, verändern werden, insbesondere in wachsenden Bereichen wie dem Gesundheitswesen, der Fertigung und dem öffentlichen Sektor.
„Um das Potenzial dieser Technologien auszuschöpfen, bedarf es eines durchdachten Rahmens für die Regulierung, der die Nutzer schützt und künftige Innovationen erleichtert und von allen Beteiligten, einschließlich Unternehmen, Verbrauchern, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Hochschulen, unterstützt wird.“
Yat Sui, Mitbegründer und Vorsitzender von Animoca Brands, einem in Hongkong ansässigen Unternehmen für Spielesoftware, beschrieb das Potenzial des Metaverse im Bereich des „digitalen Eigentums“:
„Animoca Brands freut sich, Teil der ersten Metaverse-Initiative des Weltwirtschaftsforums zu sein, und wir freuen uns auf den Dialog mit unseren Branchenkollegen, während wir das Potenzial von echtem digitalen Eigentum im offenen Metaverse erkunden.“
Andere, wie Dr. Inhyok Cha, CEO des südkoreanischen IT-Service-Management-Unternehmens CJ Olive Networks und Group Chief Digital Officer der CJ Corporation, lobten die neue WEF-Initiative für ihr Potenzial, den Akteuren bei der Überwindung „unvorhergesehener Komplexitäten“ zu helfen: „Die rasante Entwicklung und Übernahme des Metaverse durch die Unternehmen ist eine Herausforderung.
„Die rasche Weiterentwicklung und Übernahme des Metaversums wird unvorhergesehene Komplexitäten in Bezug auf Governance, Ethik, soziale und industrielle Auswirkungen schaffen.
„Daher wird die Notwendigkeit kollektiver Intelligenz zur Antizipation, Analyse, Gestaltung, Erprobung und ständigen Überarbeitung von Governance-Maßnahmen und -Rahmenwerken entscheidend sein.“
Wer wird das „Metaverse“ regieren?
Inhyoks Bemerkungen spiegeln die auch vom WEF eingeräumten Fragen darüber wider, wer das Metaversum „regieren“ wird und auf welche Weise.
Das WEF beschreibt die Verwaltung des Metaversums als „eine vielschichtige Herausforderung, bei der Interoperabilität, Datenschutz und Sicherheit berücksichtigt werden müssen“.
Dem WEF zufolge stellen „reale Governance-Modelle“ eine mögliche Option für die Steuerung des Metaversums dar.
Das WEF bezieht sich jedoch nicht auf verfassungsmäßig definierte Governance-Institutionen mit Kontrollen und Gegengewichten, sondern nennt Facebooks „Oversight Board“ als Beispiel für ein solches „real-world governance model“.
Dem WEF zufolge sind jedoch nicht alle Gesetzgeber mit solchen Modellen zufrieden“ und verweisen beispielsweise auf neue Vorschriften wie den Digital Services Act der Europäischen Union, der die Moderation von Inhalten und Desinformation“ auf Social-Media-Plattformen kontrollieren soll.
Als weitere potenzielle Governance-Modelle nannte das WEF benutzerbasierte Systeme auf der Grundlage der Blockchain-Technologie und nicht-fungible Token (NFTs).
Tech-Unternehmen sind begierig darauf, die Technologien des zukünftigen „Metaverse“ zu entwickeln
Für die großen Tech-Unternehmen gehen die potenzielle Rentabilität und die Einnahmequellen, die das Metaversum bietet, Hand in Hand mit der Fähigkeit der Unternehmen, die Technologien zu entwickeln, die zur Schaffung des Metaversums eingesetzt werden.
Laut WEF entwickeln große Technologieunternehmen wie Apple, Google, Meta Platforms (Facebook), Microsoft, Niantic und Valve die Technologien, die die Zukunft des Metaversums prägen werden“.
Das WEF fügt hinzu, dass das Metaversum von drei potenziellen technologischen Innovationen geprägt sein wird, darunter „Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Brain-Computer-Interfaces (BCI)“.
Während VR und AR vielen bekannt sein dürften, stellt BCI die ehrgeizigste dieser drei technologischen Richtungen dar – und könnte über die wahren Absichten des WEF und der „Interessenvertreter“ dieser neuen Initiative hinwegtäuschen.
Konkret zielt BCI darauf ab, „Bildschirme und physische Hardware vollständig zu ersetzen“.
Das WEF verweist auf Technologien wie Neuralink, die „einen neurochirurgischen Eingriff erfordern, um Geräte in das Gehirn zu implantieren“, als ein Beispiel für BCI.
Der Präsident der Alibaba Group, J. Michael Evans, schwärmte während des Treffens von „individuellen Kohlenstoff-Fußabdruck-Trackern“ – ähnlich der „Personal Carbon Allowance“-Technologie, über die The Defender bereits berichtet hatte.
In ähnlicher Weise sagte der CEO von Nokia, Pekka Lundmark, voraus, dass bis 2030 „Smartphones direkt in den Körper implantiert werden“, was sicherlich die Ausweitung des Metaversums erleichtern wird.
Norwegen macht den Anfang und will den Lebensmitteleinkauf der Bürger überwachen
Ich habe bereits darüber geschrieben, dass Norwegen ein führendes Land ist, wenn es um den digitalen Personalausweis geht. Er ist fast ein Muss, um ein modernes Leben zu führen. Die Menschen müssen ihn für Online-Banking und viele andere Dinge benutzen.
Jetzt stellt sich heraus, dass Norwegen noch mehr Kontrolle über seine Bürger haben will. Das Staatliche Statistische Zentralbüro (SSB) in Norwegen verlangt jetzt, die Lebensmitteleinkäufe der Bürger zu kennen und alle Kartenzahlungen zu verfolgen.
Das SSB war nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Einrichtung eines „Volksregisters“ in Norwegen beteiligt, das dazu führte, dass die Menschen eine eindeutige ID-Nummer, die „Geburtsnummer“, erhielten. Diese Behörde weiß bereits, wo die Menschen wohnen und wie viel Einkommen sie haben, aber jetzt will sie auch alles, was man im Supermarkt kauft, genau verfolgen. Sie wollen jedes einzelne Lebensmittel kennen, das Sie kaufen.
Der norwegische Staat will buchstäblich wissen, was Sie zu Mittag gegessen haben!
Das geht zu weit.
Dieser jüngste Schritt geht tatsächlich ziemlich weit in Richtung einer Kontrollgesellschaft. Wir sind jetzt mit Volldampf dabei. Fast alle großen Lebensmittelketten in Norwegen wurden verpflichtet, ihre Kassendaten an den Staat weiterzugeben.
Sie haben auch ein Kartenterminalunternehmen namens Nets verpflichtet, dem Staat detaillierte Informationen über alle Transaktionen zu übermitteln. Etwa 80 % der Kartenzahlungen in norwegischen Lebensmittelgeschäften werden über dieses Unternehmen abgewickelt.
Eine Verbindung zwischen den Zahlungstransaktionen mit der Debitkarte und den Quittungen der Lebensmittelgeschäfte ermöglicht es dem SSB [dem staatlichen Statistikamt], die Zahlungstransaktionen und die Quittungen von über 70 % der täglichen Lebensmitteleinkäufe miteinander zu verbinden“, so das staatliche Amt in einer Erklärung auf seiner Website.
Stellen Sie sich das vor! Norwegen wird die Zahlungsdaten von Kartenzahlungen mit den Quittungen von Lebensmittelgeschäften verknüpfen, um genau herauszufinden, welche Art von Lebensmitteln die Menschen kaufen und wer sie kauft. Mit anderen Worten: Norwegen wird genau verfolgen, welche Art von Lebensmitteln die Bürger kaufen. Wir sprechen hier von einer neuen Stufe der staatlichen Kontrolle.
Der Staat wird wissen, was Sie zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gegessen haben, einfach alles. Cola, Schinken, Hühnchen, Steak, was immer Sie wollen. Der Staat wird das alles sehen.
Der Staat wird alle Zahlungen Norwegens verfolgen. Wir sprechen hier von enormen Datenmengen. Das staatliche Statistikamt wird JEDEN Tag 2,4 Millionen Quittungen und jedes Jahr etwa 1,6 Milliarden Kartentransaktionen erfassen. Oh, und hören Sie sich das an. Diese Daten werden laut NRK nicht gelöscht, sobald sie erfasst sind.
Über welche Art von Zahlungsdaten reden wir hier? Nun, sehen wir uns das mal an.
- Datum der Transaktion.
- Status der Transaktionsart.
- Kartendienst.
- Organisationsnummer des Unternehmens, in dem die Karte verwendet wurde.
- Name des Unternehmens, bei dem die Karte eingesetzt wurde.
- Name des Kartennutzers, Kontonummer.
- Bezahlter Betrag für Artikel.
- Bezahlter Gesamtbetrag.
Diese Daten werden dann mit den Quittungen aus dem Geschäft kombiniert und dazu verwendet, herauszufinden, was genau die Leute gekauft haben. Das ist erschreckend!
Der Staat sammelt also nicht nur Daten über alle Kartentransaktionen und kombiniert sie mit Quittungen aus Geschäften, um herauszufinden, was genau Sie gekauft haben, sondern er wird diese Daten auch auf unbestimmte Zeit speichern. Der Staat will alles über Sie wissen!
Eine Lebensmittelkette namens NorgesGruppen ist sehr unglücklich über diese neue Nachverfolgung und kündigte an, dass sie sich darüber beschweren wird, weil sie sagt, dass dies „sehr aufdringlich in Bezug auf die persönlichen Daten unserer Kunden ist und wir dem nicht zustimmen können, ohne Datatilsynet [Datenschutzbehörde in Norwegen] um Rat gefragt zu haben“.
Auch das Kartenzahlungsunternehmen Nets steht dem kritisch gegenüber und sagt, dass diese Nachverfolgung „problematisch und aufdringlich für einzelne Bürger sein kann“.
Das staatliche Statistikamt sagt, dass diese Informationen unter anderem von den Gesundheitsbehörden verwendet werden können, um die Entwicklung des norwegischen Lebensmittelkonsums zu berechnen und zu sehen, wie dieser in verschiedenen geografischen Gebieten variiert. Es sei wichtig, „regionale, demografische und soziale Unterschiede im Lebensmittelkonsum“ zu ermitteln.
Außerdem können diese Zahlungsinformationen verwendet werden, um Statistiken darüber zu erstellen, welche Bürgerinnen und Bürger private Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen und wie viel Geld sie dafür ausgeben.
WOW!
Es werden also nicht nur die Lebensmitteleinkäufe der Bürger verfolgt, sondern auch andere Dinge, wie z. B. wer für die private Gesundheitsfürsorge bezahlt (im Gegensatz zur öffentlichen Gesundheitsfürsorge, die in Norwegen übrigens auch Geld kostet).
Damit wird der Weg zu einer totalen Kontrollgesellschaft geebnet. Denken Sie daran, dass Norwegen ein führendes Land ist, wenn es um digitale Ausweise geht. Sie können mehr darüber lesen, wie das digitale Ausweissystem in Norwegen funktioniert, in meinem früheren Artikel. Hier zu finden.
Und wenn Sie ein regelmäßiger Leser meines Substack sind, werden Sie wissen, dass Norwegen im nächsten Jahr ein neues System für digitale Ausweise einführen wird. Die Menschen werden in der Lage sein, ihre Identität online zu überprüfen, indem sie ihr Gesicht oder ihre Fingerabdrücke scannen.
Der beängstigende Teil ist folgender: Was ist, wenn diese Informationen in die falschen Hände geraten? Oder stellen Sie sich ein paar Jahre später vor. Nehmen wir an, jemand postet etwas in den sozialen Medien, das die Regierung missbilligt. In einer bargeldlosen Gesellschaft mit vollständiger staatlicher Kontrolle wäre es für den Staat ein Leichtes, Andersdenkende zu bestrafen, indem er ihnen beispielsweise den Zugang zu Lebensmitteln verwehrt.
Was wir jetzt sehen, ist sehr beängstigend. Der Staat versucht, die totale Kontrolle über das Leben der Menschen zu erlangen und jedes noch so kleine Detail ihres Lebens zu regeln.
Die einzige Möglichkeit, sich dieser staatlichen Überwachung der Einkäufe zu entziehen, besteht darin, Bargeld zu verwenden. Die Frage ist jedoch, wie lange das noch möglich sein wird, da die bargeldlose Gesellschaft immer weiter vorangetrieben wird. Und jetzt verstehen Sie vielleicht auch, warum diese bargeldlose Gesellschaft vorangetrieben wird… Damit der Staat alles kontrollieren kann, was Sie tun.
Bargeldlose Gesellschaft. Digitaler Ausweis. Gesichtserkennung. Staatliche Überwachung Ihrer Einkäufe. Das hört sich langsam sehr nach Orwell an.
Sieht so aus, als würde ich in Zukunft viel mehr mit Bargeld einkaufen…
Friedenslösung für die Ukraine: Möglichst wenig Demütigung für beide Seiten!
Um weiteres menschliches Leid zu vermeiden, muss der Krieg in der Ukraine möglichst schnell enden. Doch dauerhaft kann menschliches Leid nur verhindert werden, wenn sowohl der Ukraine als auch Russland zu große Demütigung erspart bleiben. Ein Gastbeitrag von Daniel Schweizer
Der Beitrag Friedenslösung für die Ukraine: Möglichst wenig Demütigung für beide Seiten! erschien zuerst auf Philosophia Perennis.
Thierry Bouclier: „Alle Ausschreitungen der Linken sind heute erlaubt und werden sogar gefördert, während die der Rechten systematisch geächtet werden“
Es ist ein ausgezeichnetes Buch, das Thierry Bouclier (herausgegeben von der Nouvelle Librairie) gerade verfasst hat. Mit la gauche ou le monopole de la violence greift der Autor ein echtes Tabu in Frankreich an: das der permanenten Gewalt, die von der extremen Linken und der Linken in einer von den Behörden akzeptierten Weise angewandt wird.
Anhand einer Chronologie, die zweieinhalb Jahrhunderte umfasst, überprüft Thierry Bouclier die ständige Doppelmoral bei der medialen und gerichtlichen Behandlung von politischer Gewalt von rechts und links. Während die Reden und Handlungen der Rechten systematisch dämonisiert werden, sind die der extremen Linken im Gegenteil Gegenstand einer sehr schuldlosen Nachgiebigkeit, die ihnen Legitimität verleiht und die Linke ermächtigt, akzeptable Ziele zu benennen und Übertretungen ihrer Ideologie zu bestrafen. Eine unverzichtbare Analyse, um zu verstehen, wie die Straflosigkeit des radikalsten Randes des Progressivismus zustande kommt.
Thierry Bouclier ist Rechtsanwalt und Essayist und hat auch mehrere Romane und Biografien geschrieben. Er ist Vorsitzender des Leserpreises der freien französischen Presse.
Um über dieses ausgezeichnete Buch zu sprechen, haben wir den Autor befragt.
Breizh-info.com: Können Sie sich unseren Lesern vorstellen?
Thierry Bouclier: Ich bin seit etwa fünfundzwanzig Jahren Rechtsanwalt. Neben meinem Beruf als Anwalt bin ich Autor mehrerer Bücher, einiger Biografien (Tixier-Vignancour, Poujade, A.D.G., Châteaubriant, Drieu la Rochelle und Benoist-Méchin), Kriminalromane und politischer Essays, darunter La République amnésique oder La France au risque de l’Islam (Frankreich im Risiko des Islam).
Breizh-info.com: Ihr Essay befasst sich mit dem Gewaltmonopol der Linken seit 1789. Könnten Sie unseren Lesern einige historische Überlegungen zu diesem Verhältnis zur Gewalt gewähren?
Thierry Bouclier: Die Linke und die Rechte wurden 1789 geboren, als die Versammlung darüber abstimmen musste, ob der König ein Vetorecht erhalten sollte oder nicht. Seit diesem Gründungsereignis verkörpert die Rechte in der politischen Vorstellungswelt das Böse und die Vergangenheit, während die Linke das Gute und den Fortschritt symbolisiert. Im Namen ihrer Ideale kann sich die Linke alles erlauben, denn nichts kann den Weg dieses Guten und dieses Fortschritts behindern. Sowohl 1848 als auch 1870 konnte die Linke daher die Türen des Parlaments aufbrechen, um die Macht zu ergreifen oder zu versuchen, sie zu ergreifen. Niemand hat ihr dies jemals vorgeworfen. Im Gegenteil. Sie ist stolz auf diese beiden Heldentaten. Die Rechte hingegen schleppt die Demonstration vom 6. Februar 1934 wie einen Klotz am Bein mit sich herum, obwohl sie nie die Absicht hatte, das Parlament einzunehmen, und Trump und die amerikanische Rechte werden für den berühmten Tumult im Kapitol am 6. Januar 2021 verunglimpft.
Breizh-info.com: Die extreme Linke ist, auch heute noch, der Ansicht, dass ihre Gewalt aufgrund der von ihr vertretenen Anliegen (Feminismus, Antirassismus, Dekolonialismus) legitim ist. Im Grunde genommen hätte derjenige, der sich als unterdrückt betrachtet, das Recht, Gewalt anzuwenden, und nicht die anderen. Ist das der Kern des Problems, wenn man die politische Gewalt in unserer Zeit verstehen will?
Thierry Bouclier: Genau das ist es. Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn der Zweck als gerecht und gut angesehen wird, sind alle Mittel erlaubt, um ihn zu erreichen, auch die gewalttätigsten. Im Namen dieses Prinzips kann die Linke ungestraft zerschlagen, zerstören, verbrennen und angreifen. Das sehen wir bei jeder Demonstration mit der Antifa und anderen Black Blocks. Ich überlasse es Ihnen, sich vorzustellen, wenn diese Gewalt von rechten Gruppierungen oder der gespenstischen extremen Rechten ausginge. Diese würden sofort verfolgt und aufgelöst werden. Das haben wir an dem Schicksal von Bewegungen wie Génération Identitaire, Bastion Social oder Alvarium gesehen.
Breizh-info.com: In den Augen eines Teils der Bevölkerung handelt es sich hierbei um eine echte Doppelmoral, in dem Sinne, dass medial, aber auch juristisch und politisch, linksextreme Gewalt nicht auf die gleiche Weise behandelt wird wie andere Formen politischer Gewalt. Haben Sie aktuelle Beispiele für diese Unterschiede und wie erklären Sie sie?
Thierry Bouclier: Derzeit laufen die Serie „Oussekine“ und der Film „Nos frangins“ über den Studenten Malik Oussekine, der im Dezember 1986 am Rande einer eskalierten Demonstration linker Studenten versehentlich von der Polizei erschossen wurde. Seit fast 40 Jahren wird die Erinnerung an diesen unglücklichen Studenten wachgehalten. Sehr gut! Als hingegen ein rechter Student, Sébastien Deyzieu, acht Jahre später unter mysteriösen Umständen starb, weil er von Polizisten verfolgt wurde, herrscht absolutes Schweigen. Keine mediale und politische Empörung zu diesem Zeitpunkt und kein aufrechterhaltenes Gedenken, da dieser Tote für die Linke und die Medien schlichtweg nicht existiert.
Am 26. März 2002 erschoss der linke Aktivist Richard Durn acht Stadträte von Nanterre und verletzte neunzehn weitere. Sofort bestanden die Linke und die Presse darauf, dass der Fall nicht politisch ausgenutzt werden dürfe. Weniger als drei Monate später schießt Maxime Brunerie während der Parade am 14. Juli mit seinem Schrotgewehr in Richtung Jacques Chirac. Sofort riefen dieselben Leute nach einem rechtsextremen Attentat, da Brunerie in Bewegungen verkehrte, die mit dieser Bewegung in Verbindung gebracht wurden, und die Bewegung Unité Radicale wurde aufgelöst.
Die Linke und die Medien machen sich für den linksextremen Terroristen mit Blut an den Händen, Cesare Battisti, stark, nehmen aber keinen Anstoß daran, dass der rechtsgerichtete Jugendliche Michel L. für einen Anschlag, der weder Opfer noch Sachschaden gefordert hatte, 20 Jahre im Gefängnis saß.
Die Linke würgt angesichts des „demokratischen Mobbings“, das 2013 während der Debatte über die Homo-Ehe von den Aktivisten des Französischen Frühlings gegen ihre Mitglieder praktiziert wurde, obwohl sie selbst der Urheber dieser Technik ist, die sie jahrelang gegen den Front National angewandt hat.
Näher bei uns schreit die Linke unerträgliche Gewalt, wenn ein junger Mann, der der Identitären Bewegung nahesteht, der feministischen Aktivistin Alice Coffin einen Blumenstrauß überreicht, findet aber nichts dabei, wenn die rechte Journalistin des Online-Mediums Livre Noir, Maud Koffer, von einer Antifa mit einem Helm verprügelt wird.
Breizh-info.com: Sind Sie insgesamt der Meinung, dass diese Jahre eine Rückkehr der Gewalt in der Politik markieren, oder umgekehrt, dass diese Gewalt viel weniger stark ist als zu anderen Zeiten, insbesondere im 20. Jahrhundert?
Thierry Bouclier: Es gab ziemlich gewalttätige Zeiten, insbesondere in den 1930er Jahren, den 1960er und den 1970er Jahren. Denken wir nur an die unerhörte Gewalt, mit der die Kommunistische Liga 1971 und 1973 die Versammlungen von Ordre Nouveau angegriffen hat. Die Rechte stand dem in nichts nach, insbesondere mit der Occident-Bewegung in den 1960er Jahren. Aber ich glaube, dass die Existenz einer solchen Bewegung heute undenkbar wäre. Alle Ausschreitungen der Linken sind heute erlaubt und werden sogar gefördert, während die der Rechten systematisch geächtet werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei BREIZH-INFO, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.
Die große Abzocke mit „Erneuerbaren“
Im März machte die Energy and Climate Information Unit, eine von grünen Milliardären finanzierte Denkfabrik, viel Lärm um die so genannten „negativen Subventionen“, die im Rahmen des Contracts for Difference-Programms gezahlt werden. Da die Marktpreise für Strom in die Höhe geschnellt sind, mussten die Stromerzeuger, die an dem Programm teilnehmen, große Summen in das Programm zurückzahlen, anstatt wie sonst Geld aus dem Programm zu nehmen.
Dabei handelt es sich um nicht unerhebliche Summen. Die Netto-Rückzahlungen in das System beliefen sich im letzten Quartal 2021 auf 133 Millionen Pfund, und die ECIU erklärte etwas atemlos, dass die Verbraucher bis April 2023 in Höhe von 660 Millionen Pfund profitiert haben.
Ein kleines (naja, eigentlich ziemlich großes) Problem bei dieser Behauptung war, dass die Begünstigten dieser Rückzahlungen eigentlich die Stromversorger waren. Das liegt daran, dass die CfD-Regelung nur vorschreibt, dass das Geld so weit kommt: Es gibt in den Rechtsvorschriften keinen Mechanismus, um es an die Verbraucher zurückzugeben. Die Regelung verlässt sich im Wesentlichen auf die Marktkräfte, um die Preise zu senken, aber angesichts der angespannten Finanzlage des Stromversorgungsmarktes wird das in nächster Zeit nicht passieren. Am Ende werden die Verbraucher also über den Tisch gezogen.
Aber das ist nicht das einzige Problem. Anfang April trat die jährliche Erhöhung der CfD-Preise in Kraft, und es wurden fürstliche 7 % auf breiter Front verteilt. Die Preiserhöhung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Die erste ist eine Indexierungsanpassung, die eine weitere Abzocke der Verbraucher darstellt, da nur ein sehr geringer Prozentsatz der Kosten einer Windfarm der Inflation unterliegt. Die zweite Komponente ist eine Anpassung an die gestiegenen Netzentgelte. Da die Erhöhung größtenteils auf die ständig wachsende Präsenz von Windparks im Netz zurückzuführen ist, handelt es sich im Wesentlichen um eine Übertragung der Kosten von den Schuldigen auf die Unschuldigen. Mit anderen Worten: eine weitere Abzocke.
Der CfD-Preisanstieg reichte aus, um die negativen Subventionen für einige Wochen auszugleichen. Danach kam es zu einem plötzlichen Einbruch der Gaspreise und damit der Strommarktpreise. Man hätte zwar hoffen können, dass sich dies auf die Verbraucher auswirkt, aber das ist bei der CfD-Regelung sicher nicht der Fall, denn die niedrigen Preise bedeuteten, dass die Verbraucher wieder Geld an die Windkraftanlagen abführen mussten. Seit einigen Wochen fließen täglich 1-6 Millionen Pfund an Subventionen für Windkraftanlagen. Ja, die Verbraucher werden also wieder abgezockt.
Die vom ECIU genannte Zahl von 660 Millionen Pfund, die zwischen Oktober 2021 und April 2023 verdient werden, bedeutet einen durchschnittlichen Tagessatz von (minus) 1,1 Millionen Pfund. Es wäre also zu erwarten gewesen, dass wir inzwischen bei etwa 70 Millionen Pfund Rückzahlungen angelangt wären. Stattdessen sind wir bei 10 Millionen Pfund angelangt, und in ein paar Tagen könnte die kumulierte Position wieder bei Null liegen.
Es ist eine Abzocke nach der anderen.
Link: https://www.netzerowatch.com/the-great-renewables-ripoff/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
Der Krieg fiel nicht vom Himmel! (II) – Putins Rede im Bundestag nach 9/11

Auch wenn Russlands Krieg gegen die Ukraine durch nichts zu rechtfertigen ist, er hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. An der der Westen nicht unschuldig ist. – Vor mehr als zwanzig Jahren warb Präsident Putin vor dem Deutschen Bundestag leidenschaftlich für eine vertrauensvolle bilaterale Zusammenarbeit. Von Leo Ensel
Lesen Sie dazu auch: Teil I „By the grace of God America won the Cold War!“
„Wir leben weiterhin im alten Wertesystem. Wir sprechen von einer Partnerschaft. In Wirklichkeit haben wir aber immer noch nicht gelernt, einander zu vertrauen. Trotz der vielen süßen Reden leisten wir weiterhin heimlich Widerstand. Mal verlangen wir Loyalität zur NATO, mal streiten wir uns über die Zweckmäßigkeit ihrer Ausbreitung. Wir können uns zum Beispiel immer noch nicht über die Probleme im Zusammenhang mit dem Raketenabwehrsystem einigen.“
Liest man diese Sätze aus der Rede[1] Wladimir Putins vom 25. September 2001 – genau zwei Wochen nach den Terroranschlägen gegen das World Trade Center – vor den versammelten Abgeordneten des Deutschen Bundestages heute, so sehnt man sich geradezu nach diesen vergleichsweise idyllischen Zeiten im deutsch-russischen Verhältnis zurück. Denn Putin hatte zwar deutliche Kritik am nach wie vor holprigen Vertrauen zwischen beiden Seiten geäußert – der junge russische Präsident tat dies allerdings im Kontext eines schon fast inbrünstigen Werbens um eine nachhaltige vertrauensvolle Zusammenarbeit. Große Teile seiner Rede hielt er in deutscher Sprache. Und erntete am Ende – heute unvorstellbar – parteiübergreifend Standing Ovations.
Es lohnt sich, die damalige Rede Putins heute, mehr als zwanzig Jahre danach, nochmals intensiv zu studieren, besser: sie sich nochmals als Video[2] anzusehen. Bildet sie doch den idealen Referenzpunkt, um den dramatischen Niedergang der folgenden Jahre im bilateralen Verhältnis genauer zu bestimmen.
Die Samen des Misstrauens
Vergegenwärtigen wir uns kurz die damalige Situation.
Wie bereits im Zitat angeklungen, herrschte schon zu diesem Zeitpunkt im Verhältnis zwischen dem Westen und Russland keineswegs mehr eitel Sonnenschein. Schon 1994 hatte Putins Amtsvorgänger Boris Jelzin vor einem „Kalten Frieden“ für den Fall gewarnt, dass sich die NATO nach Osten ausdehnen sollte. Dies hielt das westliche Militärbündnis allerdings nicht davon ab, genau solche Beitrittsverhandlungen – zunächst einmal ‚nur‘ mit Polen, Tschechien und Ungarn – zu starten und diese Staaten am 12. März 1999 als neue Mitglieder aufzunehmen. Dass die Aspirationen bereits damals erheblich ambitionierter waren, lässt sich unschwer an der Tatsache ablesen, dass der russische Präsident Jelzin schon im März 1997 dem Westen gedroht hatte, spätestens mit einem NATO-Beitritt der Ukraine würde für Russland eine rote Linie überschritten. Diese Warnung fand nicht im luftleeren Raum statt: Im selben Jahr hatten die USA begonnen, unter Beteiligung weiterer Staaten – NATO-Mitglieder wie der Türkei und (damalige) Nicht-Mitglieder wie Rumänien – vor der Küste der Ukraine ihre von nun an jährlichen Marinemanöver „See Breeze“ im Schwarzen Meer durchzuführen. Marineinfanteristen übten in den Regionen Odessa und Mykolajiw Landeoperationen unter Einsatz von Schiffen, Flugzeugen und Panzern. (Wohlgemerkt: im Jahr 1997, also genau anderthalb Jahrzehnte vor den Maidan-Ereignissen!)
Kein Wunder, dass diese Befürchtungen prompt Folgen auf der strategischen Ebene zeitigten: Die wenige Wochen später – ausgerechnet am 8. Mai 1997 – von Jelzin in Kraft gesetzte neue russische Sicherheitsdoktrin sah nun erstmals eine atomare Erstschlagsoption vor. Zwar wurden Russland als Ausgleich für die (erste) NATO-Osterweiterung vom Westen noch ein paar Bonbons serviert, wie die „NATO-Russland-Grundakte“, die am 27. Mai desselben Jahres unterzeichnet wurde und aus der der „NATO-Russland-Rat“ erwuchs, sowie die Aufnahme in die nun zur G8 erweiterten G7 – sie wurde im März 2014 im Zuge des Krim-Konfliktes wieder rückgängig gemacht –, aber das hinderte die NATO keineswegs an ihrem Expansionskurs und vom 24. März 1999 an durften die keine zwei Wochen zuvor frischgebackenen neuen NATO-Mitglieder zusammen mit dem wiedervereinten Deutschland gleich mal – ohne völkerrechtliches Mandat – beim ersten Out of Area-Einsatz des Bündnisses, beim Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien mitmachen. Kein Bild bringt den dadurch provozierten Beginn der Abkehr Russlands vom Westen deutlicher auf den Punkt als die 180-Grad-Kehrtwende des Flugzeugs des damaligen russischen Ministerpräsidenten Primakow, der – über dem Atlantik, auf dem Wege nach Washington – seiner Crew die Rückkehr nach Moskau befahl, als er von der Bombardierung Belgrads durch die NATO erfuhr.
Im November desselben Jahres wurde zwar auf der OSZE-Konferenz in Istanbul der KSE-A-Vertrag zur konventionellen Abrüstung in Europa unterzeichnet, allerdings im Gegensatz zu den postsowjetischen Ländern Russland, Ukraine, Belarus und Kasachstan von den NATO-Staaten nie ratifiziert. Anfang 1999 hatten die USA unter Bill Clinton bereits den „National Missile Defence Act“, eine abgespeckte Version von Ronald Reagans Raketenabwehrsystem SDI, beschlossen. (Dass die UN-Vollversammlung im Dezember desselben Jahres in einer Resolution die USA aufforderte, von diesen Plänen Abstand zu nehmen, kümmerte diese wenig.)
Der Westler im Kreml
In dieser Situation wurde Wladimir Putin Ende 1999 von Boris Jelzin zu seinem Nachfolger ernannt.
Ein Vierteljahr später, im März 2000, äußerte sich Putin gegenüber der BBC, er halte einen Beitritt Russlands zur NATO durchaus für möglich, „solange Russlands Interessen Berücksichtigung finden und es ein gleichberechtigter Partner ist.“ Drei Monate danach bot Putin dem US-Präsidenten Clinton, der mit einem – angeblich gegen iranische Mittelstreckenraketen gerichteten – Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien liebäugelte, (vergeblich) den Aufbau eines gemeinsamen Abwehrsystems an, das die USA, Russland und Europa vor Angriffen von „Schurkenstaaten“ schützen sollte. Außerdem offerierte er Europa eine Energieallianz. In der im selben Jahre verabschiedeten russischen Militärdoktrin wurde die NATO nicht einmal namentlich erwähnt.
Man muss kein Kreml-Experte sein, um die These zu wagen, dass der junge russische Präsident damals intern um seine Westorientierung hart hatte ringen müssen.
Liebeswerben um den Westen
Es hatte sich also im Herbst 2001– und zwar ausschließlich durch den Westen provoziert – bereits einiges im westlich-russischen Verhältnis angesammelt, dennoch hatte Russland sowohl unter Boris Jelzin wie auch Wladimir Putin immer wieder Entgegenkommen und Kompromissbereitschaft signalisiert. Das genau war der Kontext von Putins Rede vor dem Bundestag, kurz nach den New Yorker Terroranschlägen.
Und die Rede, die er überwiegend „in der Sprache von Goethe, Schiller und Kant“ hielt, hatte es in sich.
Putin erklärte gleich zu Beginn die Berliner Mauer, wörtlich, für „vernichtet“. Zu ihrem Sturz hätte vor allem der Wunsch der überwiegenden Mehrheit der russischen Bürger nach Demokratie und Freiheit geführt:
„Gerade die politische Entscheidung des russischen Volkes ermöglichte es der ehemaligen Führung der UdSSR, diejenigen Beschlüsse zu fassen, die letzten Endes zum Abriss der Berliner Mauer geführt haben. Gerade diese Entscheidung erweiterte mehrfach die Grenzen des europäischen Humanismus, sodass wir behaupten können, dass niemand Russland jemals wieder in die Vergangenheit zurückführen kann.“
Und er blieb nicht bei Deutschland stehen: „Was die europäische Integration betrifft, so unterstützen wir nicht einfach nur diese Prozesse, sondern sehen sie mit Hoffnung!“ Ergänzend – nicht als Alternative – zu den transatlantischen Beziehungen solle Europa seinen Ruf als mächtiger und selbständiger Mittelpunkt der Weltpolitik langfristig festigen durch die Vereinigung seiner Ressourcen „mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturressourcen sowie mit den Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotenzialen Russlands.“ Dies war nichts Anderes als die Vision des Gorbatschow‘schen Gemeinsamen Europäischen Hauses – sogar unter Einschluss der Verteidigungspotenziale – mit anderen Worten!
Die militärischen Altlasten des Kalten Krieges schienen zu diesem Zeitpunkt zu einem Großteil abgetragen. Putin zu den Abgeordneten des Bundestages: „Eine der Errungenschaften des vergangenen Jahrzehnts war die beispiellos niedrige Konzentration von Streitkräften und Waffen in Mitteleuropa und in der baltischen Region. Russland ist ein freundlich gesinntes europäisches Land. Für unser Land, das ein Jahrhundert der Kriegskatastrophen durchgemacht hat, ist der stabile Frieden auf dem Kontinent das Hauptziel. Wie bekannt, haben wir den Vertrag über das allgemeine Verbot von Atomtests, den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, die Konvention über das Verbot von biologischen Waffen sowie das START-II-Abkommen ratifiziert. Leider folgten nicht alle NATO-Länder unserem Beispiel.“
„Ist das echte Partnerschaft?“
Diesen Sätzen, die am Ende bereits eine gewisse Enttäuschung erkennen lassen, folgte eine vergleichsweise moderate Kritik, in der sich allerdings in der Retrospektive bereits viele Konflikte im Ansatz erkennen lassen, die dann fünfeinhalb Jahre später, als sie sich weiter ausgewachsen hatten, denselben russischen Präsidenten auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007 zu einem Ausbruch in einer anderen Tonlage veranlassten.
Damals in Berlin kritisierte Putin vorsichtig das Verharren in den bipolaren Denkmustern des Kalten Krieges. Die Welt sei seitdem sehr viel komplizierter geworden und die erfolgreiche Sicherheitsstruktur der vergangenen Jahrzehnte den neuen Bedrohungen nicht gewachsen. Und dann wurde er deutlicher:
„Die bisher ausgebauten Koordinationsorgane geben Russland keine realen Möglichkeiten, bei der Vorbereitung der Beschlussfassung mitzuwirken. Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen. Dann spricht man wieder von der Loyalität gegenüber der NATO. Es wird sogar gesagt, ohne Russland sei es unmöglich, diese Entscheidungen zu verwirklichen. – Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.“
Das anvisierte Gemeinsame Europäische Haus sei noch nicht realisiert, „weil wir uns bis jetzt noch nicht endgültig von vielen Stereotypen und ideologischen Klischees des Kalten Krieges befreit haben. Heute müssen wir mit Bestimmtheit und endgültig erklären: Der Kalte Krieg ist vorbei!“ Putin empfahl die Schaffung einer dauerhaften und standfesten internationalen Sicherheitsstruktur, um auf dem europäischen Kontinent ein Vertrauensklima zu schaffen, ohne das ein, wie er es nannte, „einheitliches Goßeuropa“ nicht möglich sei. Alle sollten sich, so schloss er versöhnlich, von den Stereotypen und Ambitionen der Vergangenheit verabschieden, „um die Sicherheit der Bevölkerung Europas und die der ganzen Welt zusammen zu gewährleisten.“
Epilog
Man wird zugeben: Weiter konnte der junge russische Präsident dem Westen, insbesondere Deutschland nicht entgegenkommen! Und immerhin folgten damals statt des heutigen Pawlow‘schen Reflexes, Putin wolle den Westen spalten und Europa von den USA abkoppeln, noch parteiübergreifend Standing Ovations. Putins Rede zwei Wochen nach 9/11 ging als eine der großen Reden in die Geschichte des Bundestages und in die der deutsch-russischen Beziehungen ein.
Der nichts Substanzielles folgte!
Ein Vierteljahr später kündigten die USA, völlig unprovoziert, den ABM-Vertrag. Es folgte der Krieg des Westens in Afghanistan, bei dem Russland zeitweise logistische Unterstützung leistete und den US-Truppen in Zentralasien für ihren Kampf gegen die Taliban und Al Quaida Nachschublinien durch russisches Territorium, ja sogar einen amerikanischen Militärstützpunkt, ausgerechnet in Lenins Geburtsstadt Uljanowsk, gestattete. Es ging weiter mit dem Krieg der „Koalition der Willigen“ unter Führung der USA gegen den Irak und der kriegerischen Einmischung westlicher Staaten in Libyen. Parallel dazu verliefen die zweite, dritte, vierte und fünfte NATO-Osterweiterung, bis an die Grenzen Russlands. Insgesamt traten seit Ende des (ersten) Kalten Krieges vierzehn Länder des ehemaligen kommunistischen Raumes der NATO bei, weitere postsowjetische Staaten stehen noch auf der Liste – außer Russland, versteht sich! Die USA errichteten gegen Russlands erklärten Willen den sogenannten Raketenabwehrschild in Polen und Rumänien, kündigten den INF-Vertrag und den Open Skies-Vertrag und mischten, vorsichtig formuliert, bei einer Reihe von Regime Change-Versuchen im Osten kräftig mit. Russland war gezwungen, militärisch und geopolitisch zu reagieren. Spätestens seit dem Ukraine-Konflikt ist die Situation heillos verfahren. Heute stehen wir vor einem Scherbenhaufen.
Fast 20 Jahre nach seiner Rede im Bundestag startete Wladimir Putin am 21. Juni letzten Jahres anlässlich des 80. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion nochmals einen Verständigungsversuch[3], in dem er ein weiteres Mal Themen seiner Berliner Rede aufgriff und für gleichberechtige Kooperation und einen gemeinsamen europäischen Sicherheitsraum warb. Das Echo[4] in den deutschen Medien war niederschmetternd.
„Der Kalte Krieg ist vorbei!“, hatte Putin vor zwei Jahrzehnten im Bundestag mit Nachdruck verkündet. Heute müsste man sagen: Der Kalte Krieg war vorbei.
Damals.
Titelbild: Frederic Legrand – COMEO / Shutterstock
Lesen Sie morgen den dritten Teil „Der Startschuss zum Wettrüsten 2.0: Als die USA den ABM-Vertrag kündigten …“
JETZT LIVE: Pfingstfrühschoppen mit „Fragjanur“

Jeden Sonntag, also auch an diesem Pfingstsonntag, um 11 Uhr sendet der Streamer „Fragjanur“ seine One-Man-Show „Talk X – der Frühschoppen“ auf Youtube, Dlive, Twitch und Trovo, in der er die politischen Irrungen und Wirrungen in Deutschland der vergangenen Tage auf charmante Art und Weise Revue passieren lässt. Aber Vorsicht: Die LIVE-Sendungen dauern zumeist mehrere […]
Bilderberg-Treffen in Washington – Was steht auf der Agenda?
Wieder einmal findet ein Bilderberg-Treffen statt. Dieses Mal kurz nach dem WEF-Treffen in Davos und mit insgesamt 120 eingeladenen Gästen. Was steht auf der Agenda der globalistischen Eliten? Wer sind die Teilnehmer dieses Treffens?
Wie üblich in einem Klima der absoluten Geheimhaltung diskutieren die globalen Eliten auf dem Bilderberg-Treffen – dieses Mal in Washington D.C. – über die globalistische Agenda für die kommenden Monate. Insgesamt rund 120 eingeladene Gäste (Teilnehmerliste hier) nehmen am 68. Jahrestreffen des Elitenclubs teil. Darunter auch Pfizer CEO Albert Bourla, Henry Kissinger und CIA Director William J. Burns. Unter den deutschen Teilnehmern sind unter anderem Deutsche Bank-Mann Paul Achleitner, Springer-CEO Mathias Döpfner und Kanzleramts-Staatssekretär Jörg Kukies. Und die Österreicher? Die entsenden NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger und ERSTE-Banker Andreas Treichl.
BILDERBERG – Whilst you are distracted, a powerful group of globalists called Bilderberg are meeting behind closed doors in DC.
Participants include the CEOs of Pfizer, Facebook, the CIA, NATO and ….Michael Gove.https://t.co/bBKhDKOOj3 pic.twitter.com/mfZt4hSyQh
— Bernie’s Tweets (@BernieSpofforth) June 3, 2022
Die Bilderberger sind stolz darauf, die sogenannte Chatham House Rule durchzusetzen. Diese erlaubt es den Teilnehmern, alle wertvollen Informationen, die sie wünschen, frei verwenden zu können. Denn die Teilnehmer dieser Treffen sind verpflichtet, die Quelle sensibler Informationen oder das, was genau gesagt wurde, nicht preiszugeben. Dies trägt dazu bei, die legendäre Geheimhaltung der Bilderberger zu gewährleisten. Die allgemeinen Themen werden jedoch öffentlich bekanntgegeben. Nach Angaben der Gruppe werden die folgenden Themen erörtert:
- Geopolitische Neuausrichtungen
- NATO-Herausforderungen
- China
- Indo-pazifische Neuausrichtung
- Technologischer Wettbewerb zwischen China und den USA
- Russland
- Kontinuität von Regierung und Wirtschaft
- Störung des globalen Finanzsystems
- Desinformation
- Energiesicherheit und Nachhaltigkeit
- Gesundheit nach einer Pandemie
- Zersplitterung der demokratischen Gesellschaften
- Handel und Deglobalisierung
- Ukraine
Wie man sehen kann, werden die Mitglieder (zwei Drittel der Teilnehmer aus Europa und der Rest aus Nordamerika) Wege diskutieren (oder auch planen?), um das Entstehen einer bipolaren Welt – der Westen gegen Russland und China – zu steuern. Außerdem scheint die Tagesordnung in Richtung Einschränkung der Freiheit zu gehen, denn die Gruppe wird Pläne zur Bekämpfung von „Desinformation“ erörtern. Im Grunde genommen bedeutet dies, dass die globalistischen Eliten einfach nur ihre Gegner zum Schweigen bringen möchten. Dies wird aber auch bedeuten, dass die freien und unabhängigen Medien noch weiter unter Druck gesetzt werden sollen als ohnehin schon.
Did you know that right now the world’s elite and most powerful people are gathering behind closed doors at Bilderberg?
Weird how the media is ignoring this…
— PeterSweden (@PeterSweden7) June 3, 2022
Das Hauptthema des Wochenendes ist die „Geopolitische Neuausrichtung“ nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine. Das zweite Thema sind die Herausforderungen für die NATO“ und die Frage, wie die europäischen Mitglieder die „russische Aggression“ abwehren können. Und das dritte Thema ist China, da Peking mit einer Invasion in Taiwan droht. Das heißt, dass die Eliten darüber beraten werden, wie man Moskau und auch Peking stärker in die Mangel nehmen kann.
How The Bilderberg Group Controls The World pic.twitter.com/xnOx8lPvdZ
— TruthBoost (@TruthBoost_) June 3, 2022
Angesichts dessen, dass der Einfluss dieser Organisation so groß ist, darf man sich fragen, warum das öffentliche Interesse an diesen Veranstaltungen so verhalten ausfällt. Immerhin entscheiden diese Leute quasi im Geheimen über unsere Zukunft.



