Kategorie: Nachrichten
Rat- und Richtungslosigkeit hinter verschärften Massnahmen in der Schweiz
«Wir müssen alles tun, um Schliessungen zu verhindern», begann Bundesrat Alain Berset die Medienkonferenz um 15.30 Uhr. Er hatte die Aufgabe, die neusten Corona-Massnahmen, die der Bundesrat ab Montag, 20. Dezember in Kraft setzt, zu verkünden. Nach wie vor sieht der Bundesrat die Impfung – und nun den Booster – als das Mass aller Dinge.
Die Situation in den Spitälern sei instabil, erklärte Berset, «aber kontrollierbar». Nun gebe es aber viele Unsicherheiten und Fragezeichen wegen der neuen Variante Omikron. Beispiele wie Dänemark oder England, wo Omikron nun grassiere, würden zeigen, dass sich die Variante schnell ausbreite. Darum müsse der Bundesrat nun «handeln».
Konkret gelten von Montag, 20. Dezember bis Montag, 24. Januar folgende Regeln:
- 2G in Innenräumen. Zudem Sitz- und Maskenpflicht.
- Für Aktivitäten im Innenbereich, bei denen man nicht sitzen und die Maske nicht tragen kann, gilt neu 2G+. Geimpfte und Genesene müssen demnach einen negativen Test vorweisen.
- Boostern ist nun bereits nach 4 Monaten möglich.
- Private Treffen sind auf 10 Personen limitiert, wenn sich ein Ungeimpfter darunter befindet. Wenn sich nur Geimpfte und Genesene treffen, gilt eine Obergrenze von 30 Personen.
- Es gilt wiederum die Homeoffice-Pflicht.
- Maskenpflicht in Gymnasien und Hochschulen. Für jüngere Schülerinnen sind die Kantone zuständig.
- Empfehlung an die Kantone und Spitäler: Alle nicht dringenden OP’s sollen nach Möglichkeit verschoben werden.
- Ab morgen Samstag werden die Gratistests wieder eingeführt (gratis sind die Antigentests und Pool-Spucktests): Dies steht neu so im Gesetz.
- Einreise in die Schweiz: Neu werden nebst PCR-Tests auch Antigentests, die nicht älter als 24 Stunden sind, akzeptiert. Genesene und Geimpfte müssen keinen zweiten Test mehr machen.
«Vor einem Jahr hätten wir die hohe Zahl der Geimpften gefeiert», sagte Berset, aber nun seien neue Varianten wie Omikron aufgetaucht, gegen die die Impfung nicht genügend wirke. Berset gab zu: Der Impfschutz nach der zweiten Impfung liege für Omikron bei gerade mal 50 Prozent. Virginie Masserey, Leiterin Infektionsschutz beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), fügte hinzu, dass der Schutz mit der Booster-Impfung auf 75 Prozent erhöht werde.
Fazit: Der Bundesrat steuert sein Schiff kopflos vor sich hin. Die erneuten Verschärfungen sind haltlos. Omikron wird vorgeschoben, um zu verdecken, dass die Impfstoffe ungenügend schützen. Der Bundesrat sagt es selbst: Gerade mal zu 50 Prozent schütze die Impfung vor Omikron. Also liegt die Wahrscheinlichkeit, an Covid zu erkranken, bei Geimpften bei 50 Prozent. Trotzdem wird nun die 2G-Regel eingeführt. Die Ungeimpften sind einmal mehr die Sündenböcke und die grossen Leidtragenden dieser Pandemie. Und die Geimpften merken ebenfalls: Es war ein Trugschluss, zu glauben, dass man mit einer mRNA-Injektion wieder Freiheiten erlangen könne. Dies ganz abgesehen vom immensen wirtschaftlichen Schaden, der weiterhin bewusst in Kauf genommen wird.
Dazu hat sich der Finanzminister Ueli Maurer in einem gestrigen Interview mit Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche, einmal mehr kritisch geäussert. «Die Schweiz hat noch nie so grosse Schulden gemacht – auch im 2. Weltkrieg nicht», hält Maurer fest: «Niemand nimmt das ernst.» Die Schweiz habe in der Pandemie 35’000 Millionen zusätzliche Schulden «angehäuft». Das ganze Interview hier.
«Was gestern wahr, ist heute falsch»
Jens Spahn, der «Don Cravallo». Erstaunlich, dass Lisa Fitz ausgerechnet im Südwestrundfunk (SWR), einer Untergruppe des ARD, auftreten konnte. Denn in ihrem neusten Sketch, ausgestrahlt am 10. Dezember in der Sendung «Spätschicht», tritt die Satirikerin den Obrigkeiten ordentlich auf den Schlips. Wenn auch eben schön humorvoll verpackt.
Von der Impfpflicht über Omikron und andere Mutanten aus «Vergissistan» bis hin zu den Missetaten der Pharma-Industrie und der Politik: Lisa Fitz holt zum Rundumschlag aus. Und sie trifft.
«Die Geschützten müssen vor den Ungeschützten geschützt werden, weil der Schutz gar nicht schützt» – so ihr Kommentar zum sogenannten «Impfschutz» und dem Sündenbock, den «Ungeimpften».
Ihr Fazit: «Was gestern wahr war, ist heute falsch.» Und unser Schluss daraus? Was heute wahr ist…
«Es reicht!» meint ein besorgerter Bürger aus Österreich
Betrachten Sie mich als die Stimme von etwa sechs Millionen österreichischer Zwangsgeimpfter, Impfgeschädigter und unbeugsamer Impfgegner. Das Volksbegehren im September 2021 hat gezeigt, dass drei Viertel der Österreicher von einem Impfzwang nichts halten: 269’391 Nein zu 65’729 Ja. Auch Geimpfte sind dagegen.
Die Antwort der Regierung: Die 3G-Regel wurden auf 2G reduziert. Was ist das: Fopperei, ultimative Borniertheit oder beginnende Diktatur?
2020 haben wir aufgeatmet, als es hieß: Es gibt Impfstoffe! Aufmerksame Journalisten hatten aber schnell herausgefunden, dass an denen was faul war. Noch bevor die Diskussion darüber in Schwung kommen konnte, war sie auch schon abgewürgt. Auffallend schnell fuhr eine beängstigend effiziente und millionenschwere Propaganda-Maschinerie hoch, um die Angst vor dem Virus zu befeuern und die Menschen am Denken zu hindern.
«Nur die Impfung schützt vor dem Virus», wurde behauptet. Namhafte Experten, die widersprachen, machte man sofort mundtot und degradierte sie zu Verschwörungstheoretikern. Wie schnell ist doch eine gute Reputation ruiniert, wenn man aus Idealismus, ohne finanziellem oder politischen Nutzen, der Stimme seines Gewissens gehorcht.
Ich bin keiner dieser Experten, habe aber die Coronapanik trotzdem kochend heiß ab- und mitbekommen:
Mein vielversprechendes, im Winter 2019 auf den Markt gebrachtes Produkt stürzte wegen der ständigen Lockdowns in Österreich und Deutschland ab. Gesamtschaden: € 1’000’000.
- Habe mich im März 2021 mit «Corona», bei leichtem Krankheitsverlauf, infiziert. Ohne PCR-Test wäre es nur eine unscheinbare Grippe gewesen.
- Mein Vater hätte seine «Grippe» überlebt, wenn Ärzte im LKH Melk die Dehydrierung rechtzeitig erkannt hätten und nicht von der allgemeinen Coronapanik verblendet gewesen wären. Er ist tot.
- Ich vertraute irreführenden kirchlichen, medizinischen und politischen Ratschlägen mehr als meinem Gespür und habe meiner dementen Mutter die «Giftspritze» geben lassen. Sie ist tot.
- Etwa 20 Personen aus meinem sozialen Umfeld berichten von mitunter tödlichen Impfschäden.
- Einer meiner Kunden erkrankte trotz «Vollimmunisierung» an Corona.
- Vor meinen Augen ist eine Geimpfte am 26.10.2021 umgekippt. Vielleicht ist sie schon tot.
- Ich kenne einen Arzt, der im Namen von Covid-19 beim Ausstellen des Totenscheines hätte lügen sollen. Er hatte Rückgrat und gab die echte Todesursache an.
Ab 2022 gibt es die offizielle Giftspritze / Beihilfe zum Suizid. Hat man schon für die Impfopfer vorgesorgt, deren Gesundheit und Lebenswille zerstört wurden? Was auch immer dahintersteckt, eines ist sicher: Die Regierung lässt Fakten manipulieren, unterdrückt freie Meinungsäußerung und zwingt uns eine gesundheitsschädigende und mitunter tödliche Impfung auf.
Wer meint, das sei falsch, schicke mir die unterschriebene Unbedenklichkeitserklärung innerhalb von 7 Tagen zurück.
«Wie ich meine Rechnungen bezahlen soll, weiss ich nicht»
Langsam weiss Günter Diexer nicht mehr weiter. Im März 2020 öffnete der österreichische Wirt sein «Café Diexer» in Räterschen bei Winterthur – trotz Lockdown. Prompt wurde es durch die Zürcher Kantonspolizei zwangsgeschlossen (wir berichteten).
Gegen die Zwangsschliessung reichte Diexer Beschwerde ein. Weil er angeblich weiterhin gegen die behördlichen Auflagen verstiess – unter anderem, als sich um die 20 Personen im Café trafen, als Glaubensgemeinschaft notabene – wurde das Café wiederum geschlossen und sogar die Schlösser ausgewechselt (wir berichteten).
Dies geschah im Frühling 2021. Seither hat sich die Lage für die Gastro-Branche alles andere als entspannt. Wir haben bei Günter Diexer nachgefragt, wie es ihm geht.

Wirt Günter Diexer
«Ich bin auf mich alleine gestellt», antwortet der Wirt traurig.
«Mein Café wurde am 12. Oktober wieder geschlossen. Diesmal, weil ein privates Treffen stattgefunden hatte und die Polizei eine halbe Stunde nach der Sperrstunde kam.»
Dass es sich dabei um ein privates Treffen mit sechs Freunden im Café handelte, machte keinen Unterschied. «Die Polizei hätte genauso gut bei mir Zuhause kontrollieren können.» Diexer schüttelt verzweifelt den Kopf.
Seither hat er weder seitens der Polizei noch des Kantons einen Bescheid erhalten, wie es weitergeht.
«Ich habe ihnen meine Rechnungen geschickt. Ich kann sie nicht bezahlen. Aber es kommt keine Antwort.»
Zum Glück kann Günter Diexer auf die Unterstützung seiner Vermieterin zählen. Sie hat ihm die Miete bislang erlassen.
Nun habe sie selbst Kontakt mit der Kantonsärztin aufgenommen, die die Zwangsverfügungen ausgesprochen hatte. «Scheinbar wurde die Ärztin aber zurückgestuft, denn sie ist nicht mehr Kantonsärztin», mutmasst Diexer. Schliesslich habe sich die Rechtsabteilung der Zürcher Gesundheitsdirektion bei der Vermieterin gemeldet. Sie solle Diexer doch einfach den Mietvertrag kündigen, so die Antwort.
Günter Diexer blickt voller Sorgen auf das nahende Monatsende: «Wie ich meine Rechnungen bezahlen soll, weiss ich nicht. Denn nebst den laufenden Fixkosten kommen ja all die Rechtskosten und die Bussen obendrauf. Im Moment lebe ich noch von Spenden von gutmütigen Bekannten», resümiert er traurig.
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Kommentar Corona-Transition:
Möchten Sie Günter Diexer unterstützen? Gerne geben wir seine Kontoangaben bekannt:
Günter Diexer
Gerbestrasse 7
8353 Elgg
IBAN: CH63 0900 0000 8703 9145 8
Herzlichen Dank!
Labor bestätigt: PCR-Tests liefern „keine sichere Aussage zur Infektiosität“
Lange Zeit galt es als Verschwörungstheorie, dass PCR-Tests ohne ärztliche Diagnose nichts über den Gesundheitszustand eines Menschen aussagen. Dabei steht genau das sogar auf den offiziellen Laborbefunden der Firma „Lifebrain“ vom 17. Dezember 2021.
Wer in der offiziellen Teststraße der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen in Oberösterreich einen Gurgeltest abgibt, erhält von der Firma „Lifebrain“ mit Sitz in Wien sein Testergebnis auf einem Laborbefund. Was dort im Kleingedruckten steht, galt lange Zeit als böse Verschwörungstheorie:
„Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim Ct-Wert um eine technische Messvariable mit rein informativen Charakter handelt. Als Nicht-standardisiert Rohwert ist er kein Bestandteil des ausschließlich qualitativen Endergebnisses. Bei der Betrachtung des CT-Wert ist unbedingt zu berücksichtigen, dass der Ct-Wert von zahlreichen Einflussfaktoren (…) sowie dem verwendeten Testsystem abhängig ist.„
Was das auf den Punkt gebracht bedeutet, steht im letzten Satz des Kleingedruckten:
„Aus dem Ct-Wert alleine ist aus labordiagnostischer Sicht daher keine sichere Aussage zur Infektiosität ableitbar.“
Dennoch sind die Resultate dieser Tests – angeblich – Teil der Grundlage für die Entscheidungen der Regierung über Lockdowns und andere Maßnahmen. Außerdem gelten hunderttausende Österreicher als „infiziert“ bzw. „erkrankt“, weitere hunderttausende als Kontaktpersonen. Die Belastung der Wirtschaft, eigentlich der gesamten Gesellschaft auf Basis dieser Testergebnisse ist kaum noch vorstellbar.
Verwirrspiel um Grenzwerte
Im Zusammenhang mit den Ct-Werten ist auch interessant, dass das Labor nur „negativ“ auf den Befund schreibt, wenn der Ct-Wert über 39 liegt. Für die Behörden gilt man hingegen als negativ getestet, wenn der Ct-Wert über über 30 liegt. Eine diesbezügliche Klarstellung des Gesundheitsministeriums erfolgte sogar schon im November 2020. Ob das bei allen Bürgern schon angekommen ist, ist unklar, denn die diesbezüglichen Aussagen sind meistens gut versteckt. Beispielsweise in diesem Artikel von stadtpolitik.wien:
Ein CT-Wert von >30 zählt zu den Entlassungskriterien aus der Isolation, bei Werten <30 gilt man als (stark) infektiös.
Faktum ist: Nach den geltenden Verordnungen des Ministeriums hat man sich erfolgreich aus der Quarantäne freigetestet, selbst wenn die Diagnose „positiv“ aus dem Labor zurückkommt aber der CT-Wert über 30 liegt. Sie können im Zweifelsfall mit der zuständigen Behörde Rücksprache halten, welche die Quarantäne dann aufhebt, wenn Sie sich schon im Bereich des „Freitestens“ befinden.
Der Beitrag Labor bestätigt: PCR-Tests liefern „keine sichere Aussage zur Infektiosität“ erschien zuerst auf Info-DIREKT.
Der «Gesundheitspass» – der Weg zur «digitalen Identität»?
Das Covid-19-Zertifikat ist nicht nur provisorisch bis 24. Januar 2022 in Gebrauch. Es ist nicht nur diskriminierend, sondern dient auch den Interessen einer grossen Gruppe von privaten und öffentlichen Akteuren. Diese versuchen, die Einführung einer «digitalen Identität» durchzusetzen. Hier geht es nicht um die öffentliche Gesundheit, sondern um die Förderung einer bestimmten Wirtschafts- und Politagenda, über welche die Bürger nur sehr schlecht informiert sind.
Der Zwang zum Covid-19-Zertifikat, auch «Gesundheitspass» oder «Impfpass» genannt, wird in vielen europäischen Ländern und in der Schweiz immer strenger. Deshalb ist es dringend notwendig, die dahinter stehenden Herausforderungen zu reflektieren und klar herauszustellen. Dies ist umso wichtiger, als dieses «Sesam-öffne-dich» zu einer unverzichtbaren Voraussetzung geworden ist, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
Ein grosser Teil der Bevölkerung wird heute sozial diskriminiert, wenn er eine «Impfung» ablehnt oder nicht von Covid geheilt ist. Dies wirft einige grundlegende rechtliche Fragen auf, zumal es keinen soliden Beweis für die Wirksamkeit dieser Massnahmen im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit gibt. Diese Situation führt zu sozialen Spannungen und zu starken Ressentiments gegenüber den politischen Behörden, die sich möglicherweise nur schwer davon erholen können, da das Vertrauen vieler Bürger gebrochen scheint.
Die Industrie der «digitalen Identität»
Das Covid-Zertifikat kommt jedoch bestimmten Interessengruppen zugute, die in der Entwicklung biometrischer Technologien aktiv sind. Dies haben insbesondere die investigativen Journalistinnen Catherine Riva und Serena Tinari in einer Reihe von Artikeln aufgedeckt, die sie gemeinsam mit Jannes van Roermund verfasst haben und die kürzlich auf der Website von Re-Check, einem unabhängigen gemeinnützigen Recherchebüro, erschienen sind. Ein Grossteil der folgenden Informationen stammt aus dieser Untersuchung.
Seit 2020 hat eine Gruppe privater Akteure (darunter IBM und Mastercard) das Covid-Zertifikat immer wieder als Vorläufer eines universelleren Systems angepriesen: einer Brieftasche (Wallet) für «digitale Identitäten» (E-ID, auch «elektronische Identität» genannt). Die Erweiterung des Covid-19-QR-Codes wurde als logisches, pragmatisches und wünschenswertes Ergebnis betrachtet.
Es ist daher kein Zufall, dass Dakota Gruener, Direktorin der ID2020-Allianz (die 2016 von Accenture, Microsoft, der Gavi-Allianz, der Rockefeller Foundation und IDEO gegründet wurde), bereits im April 2020 die Einführung eines «Gesundheitspasses» vorschlug. Die Möglichkeit, dieses Zertifikat anschliessend zur Erreichung der Ziele dieser Allianz zu verwenden, steht wahrscheinlich bereits auf der Tagesordnung.
Die Industrie der «digitalen Identität» entwickelt sich in der Tat seit mehr als einem Jahrzehnt. Im Jahr 2010 führte Indien Aadhaar ein, ein System ein, welches heute das grösste biometrische Identifikationssystem der Welt ist. Es dient nicht nur als Zugangsportal zu Regierungsdiensten, sondern verfolgt auch, wie sich die Nutzer von einer Stadt zur anderen bewegen, welchen beruflichen Status sie haben und welche Transaktionen sie tätigen. 2014 startete die Weltbank die Initiative Identification for Development ID4D, die Ländern dabei helfen soll, die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erfüllen. Seitdem wird die E-ID vor allem in Ländern der südlichen Hemisphäre getestet.
Impfungen und «digitale Identität»
Die Idee, die E-ID mit Impfungen zu koppeln, entstand bereits vor dem Aufkommen von Covid. Sie wurde 2018 von der ID2020-Allianz vorgestellt. Ihr Vorschlag war es, Impfungen als Einstiegsszenario für die Implementierung eines E-ID-Systems zu nutzen, indem der Impfstatus mit einem biometrischen Identifikationssystem verknüpft wird.
Das Prinzip wurde im Rahmen eines Projekts in Bangladesch in die Praxis umgesetzt. Die ID2020 verwaltet dort nun die biometrische Registrierung und digitale Identifizierung von Säuglingen, wenn sie Routineimpfungen erhalten.
Ebenfalls 2018, als ID2020 sein Projekt vorstellte, ging Mastercard eine Partnerschaft mit Gavi, der Impfstoffallianz, ein, um die Impfung für Kinder in Entwicklungsländern zu erleichtern. Das Unternehmen hat sich auch an Trust Stamp gewandt, ein Unternehmen für Identitätsauthentifizierung, das auf künstlicher Intelligenz basiert. Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine Plattform für biometrische Identitäten in abgelegenen, einkommensschwachen Gemeinden in Westafrika aufzubauen.
Ausgangspunkt ist der «Wellness Pass», ein digitaler Impfpass, der mit einem Identitätsvalidierungssystem verbunden ist, das von dem auf Verhaltensbiometrie spezialisierten Unternehmen NuData Security betrieben wird. Das Unternehmen hat eine Technologie für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen entwickelt, die von Mastercard im Rahmen dieses Projekts eingesetzt wird. Die von diesen Akteuren erdachte Plattform wurde somit im Juni 2020 eingeführt.
Dass dieselben Organisationen sich für das Covid-Zertifikat aussprechen, ist daher nicht überraschend. Es geht hier jedoch nicht um die öffentliche Gesundheit, sondern um die Förderung einer bestimmten Wirtschaftsagenda, über welche die Bürger nur sehr schlecht informiert sind. Die E-ID würde in der Tat die Entstehung eines Ökosystems von Produkten und Dienstleistungen ermöglichen.
In einem ihrer Berichte argumentiert die Beratungsfirma PwC, dass Attribute und Dokumente wie die Sozialversicherungsnummer, medizinische Aufzeichnungen, biometrische Informationen, Schulabschlüsse usw. in diesen digitalen Pass aufgenommen werden könnten. Im Klartext: Die E-ID wäre «ein grundlegender Schritt zur Digitalisierung der Gesellschaft», so Jean-Pierre Hubaux, Professor für Informatik an der EPFL.
Eine Mehrheit der Schweizer Politiker steht dieser Technologie positiv gegenüber. Im Frühjahr 2021 lehnte das Schweizer Volk zwar den ersten Gesetzesentwurf zur E-ID ab. Doch drei Tage später wurden bereits Anstrengungen unternommen, um das Thema wieder aufzugreifen: Am 10. März 2021 wurden im Parlament sechs ähnliche Motionen zu diesem Zweck eingereicht.
Abgesehen von den legitimen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre ist die systematische Nutzung digitaler Technologien zur Lösung jeglicher «Probleme» selbst problematisch.
Technologischer Lösungsansatz und negative externe Effekte
Der «technologische Lösungismus» hat sich innerhalb eines Jahrhunderts zu einer dominierenden Ideologie im Westen entwickelt. Alle politischen Lager sind in unterschiedlichem Masse von ihr durchdrungen. Sie bestätigt unsere Lebensweise, unsere Träume von materiellem Wachstum und Fortschritt, deren jüngste Ausprägung der Transhumanismus ist.
Diese Ideologie verdeckt jedoch die ganze Zerbrechlichkeit des «technischen Systems», die jedoch bereits in den 1950er Jahren von mehreren Intellektuellen beschrieben wurde. Jacques Ellul war einer der ersten, der betonte, wie unsicher, unberechenbar und ambivalent die Technik von Natur aus ist.
So ist jeder technische Fortschritt mit einer Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen verbunden, die manchmal schwerwiegender sind als das ursprünglich zu lösende Problem. An Beispielen zur Veranschaulichung dieser Tatsache mangelt es nicht. Im Jahr 2018, nur etwas mehr als zehn Jahre nach der Einführung des ersten Smartphones durch Apple, gab es mehr aktive Smartphones (7,7 Milliarden) als Menschen auf der Erde (7,4 Milliarden).
Das Smartphone bietet die Chance, überall und jederzeit zu kommunizieren, bedeutet aber auch den erhöhten Verbrauch natürlicher Ressourcen aufgrund der geringen Lebensdauer (durchschnittlich weniger als zwei Jahre in Frankreich) und führt vor allem zu Problemen wie Abhängigkeit, Suchtverhalten und Isolation von der Welt und anderen Menschen.
Ehrliche Informationen und Debatte
Jede technologische Innovation erzeugt also negative Nebeneffekte und Dilemmata, derer man sich bewusst sein muss. Bei der E-ID ist das nicht anders. In Indien gab es beim Aadhaar-System Fehlschläge mit teilweise dramatischen Folgen. Aufgrund von technischen Fehlern mussten 2017 2,5 Millionen Menschen im Bundesstaat Jharkhand im Nordwesten des Landes ohne ihre monatliche Getreideration auskommen, weil das System sie ausgeschlossen hatte. Dies führte sogar zu Todesfällen.
Im August 2021 warnte Serge Halimi, Chefredakteur von Le Monde diplomatique, vor der Einführung einer «digitalen Diktatur» nach chinesischem Vorbild, die in den Westen importiert werde. Er stellte die entscheidende Frage: «Wollen wir das auch?». Es sollte eine breite Debatte über dieses Thema geführt werden. Die Menschen sollten ehrliche und genaue Informationen erhalten, um eine freie Entscheidung treffen zu können. Leider ist dies aufgrund des derzeitigen Klimas der Zensur und Desinformation nicht möglich.
Kommentar von Corona Transition:
- Unter dem Aspekt der Einführung der elektronischen Identität wird auch verständlich, warum unser Bundesrat mit seinen Druckmassnahmen möglichst viele Menschen dazu zwingen will, sich spritzen zu lassen. Nur wenn möglichst viele Leute elektronisch erfasst sind (vielleicht mind. 90%), lässt sich anschliessend die E-ID einführen.
- Die Europäische Union hat seit 2015 bereits 9 Milliarden Euro für das Projekt E-ID ausgegeben.
- Regierungen und Behörden könnten sich damit einen lange gehegten Traum erfüllen: den gläsernen Bürger unter vollständiger Kontrolle sowie die Abschaffung von Bargeld.
Fazit: Alles von langer Hand geplant.
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Dieser Artikel wurde uns von unseren Freunden bei Bon pour la tête zur Verfügung gestellt, dem führenden alternativen Medium der französischsprachigen Schweiz. Von Journalisten für wache Menschen.
Vorstand der Partei «dieBasis» widerspricht der Neuwahl
Am Wochenende vom 4. bis 6. Dezember fand ein virtueller Bundesparteitag der Basis statt (wir berichteten), an dem elektronisch ein neuer Vorstand beziehungsweise 11 von 15 Vorstandsposten neu gewählt wurden. Anschliessend hiess es, dieser Vorstand sei ab sofort im Amt sei die nachfolgende bestätigende Briefwahl reine Formsache sei.
So einfach ist es aber wohl nicht. Jetzt hat sich der bisher amtierende Vorstand mit einer Email an alle Basis-Mitglieder gewendet und weist darauf hin, dass die Wahl von zahlreichen Mitgliedern und Kreisverbänden angefochten wird.
Der amtierende Vorstand bestehe aktuell aus den folgenden Personen:
Dr. Andreas Baum, Vorsitzender (Doppelspitze)
Diana Osterhage, Vorsitzende (Doppelspitze)
John Stopfkuchen, Schatzmeister
David Claudio Siber, Medienbeauftragter
Neeltje Willemsen, Visionärin
Zitate aus der Email:
«Wir weisen nachdrücklich darauf hin, dass die noch nicht bestätigten Kandidaten sowie die ehemaligen Gründungsvorstände keinerlei Befugnisse auf Bundesebene haben!»
«All den beschriebenen Herausforderungen, denen wir uns derzeit im Innenverhältnis der Partei ausgesetzt sehen, werden wir uns als Vorstand stellen und alles für den Bestand der Basis und für eine rechtssichere Vorstandswahl tun.»
«Das Wichtigste ist, dass wir alle gemeinsam, also wir als Mitglieder und als Partei, auf die Undinge und Mißstände aufmerksam machen, die seit fast 2 Jahren in unserem Land passieren.»
Der Wahlleiter Gerhard Nadolny hat ein siebenseitiges Dokument zur Wahl verfasst:
- Kritik zur fehlenden Tagesordnung und Zählkommission.
- Kritik an den Servern der benutzten Software (Open Slides).
- Die Schlussabstimmung zur Wahl des Vorstands muss in jedem Fall «im Wege der Briefwahl» oder per Urnenwahl erfolgen.
- Die am 5.und 6. Dezember virtuell gewählten Bewerber sind also erst nach der noch ausstehenden Schlussabstimmung im Amt, selbstverständlich unter dem Vorbehalt, dass sämtliche Wahlen und der Online-Parteitag gültig sind und noch eine ordnungsgemäße Zählkommission bestellt wird.
- An der Schlussabstimmung dürfen laut unserer Satzung alle Stimmberechtigten teilnehmen, unabhängig davon, ob sie an einer elektronischen Vorabstimmung teilgenommen haben.
Corona Transition liegt auch eine persönliche Stellungnahme von Diana Osterhage vor:
«Der eBuPa ist wurde nicht ordnungsgemäß durchgeführt, es gibt bereits viele Anfechtungen. Wir wurden NICHT abgewählt und sind auch nicht zurückgetreten.
Die Kandidaten sind NICHT im Amt und dürfen das auch nicht behaupten.
Wir haben juristische Schritte eingeleitet und arbeiten parallel an einer rechtlich sauberen Lösung.»
Ein Rücktritt vor dem Bundesparteitag hätte wohl auch zu der Situation geführt, dass die Partei eine Zeit lang gar keinen geschäftsführenden Vorstand gehabt hätte. Von Fuellmich und Fischer liegen uns noch keine Stellungnahmen vor.
Kommentar Corona Transition
Wir können nicht entscheiden, wer Recht hat. Wir wünschen uns eine Klärung und im Idealfall eine Versöhnung innerhalb der Partei.
Wir sind in Deutschland auf dem Weg zu einem faktischen Einparteiensystem. Alle Parteien haben für die Impfpflicht in Pflegeberufen gestimmt. Die einzige Ausnahme waren die AfD (Gegenstimmen) und die Linke (Enthaltung). Hier braucht es dringend eine grössere und entschlossene Opposition.
Deutschland ist nach wie vor eine der stärksten Industrienationen und deshalb für die Durchsetzung eines «Great Reset» oder ähnlicher Pläne sehr wichtig. Hier darf es also aus Sicht der Machtkranken keine starke Opposition geben. Neben Missachtung und Verunglimpfung gibt es eine weitere Methode, eine vielversprechende Opposition zu schwächen: Unterwanderung und Zersetzung von Innen.
Dieser Verdacht kommt auf, wenn man sich die internen Machtkämpfe der Basis ansieht. Die Frage ist nur: Wer arbeitet von innen an einer Schwächung und Zersetzung, wer sät Zwietracht? Und auf der anderen Seite: Wer wirkt konstruktiv und deeskalierend?
Nach Söder jetzt auch Tschentscher beim Betrügen in Sachen Impf-Effektivität erwischt?
“Wer auf der Grundlage falscher Zahlen unter anderem Grundrechtseingriffe vornimmt, darf sich nicht wundern, wenn deren Akzeptanz bei den Hamburgern rapide abnimmt”, moniert die FDP-Abgeordnete Treuenfels-Frowein.
Der Beitrag Nach Söder jetzt auch Tschentscher beim Betrügen in Sachen Impf-Effektivität erwischt? erschien zuerst auf reitschuster.de.
„Pflexit“ ante portas: Massive Engpässe in allen Bereichen der Pflege
Immer mehr Intensiv-Pflegekräfte quittieren ihren Job. Die Impfpflicht dürfte wie ein Brandbeschleuniger wirken. Bis 2030 könnten bis zu 500.000 Pfleger fehlen. Ohne strukturelle Reformen wird diese Krise nicht zu lösen sein. Von Daniel Weinmann.
Der Beitrag „Pflexit“ ante portas: Massive Engpässe in allen Bereichen der Pflege erschien zuerst auf reitschuster.de.
Deutschland: Zur Geschichte einer Abwesenheit (II)
Zerfledderte Fahne, zerfleddertes Land (Symbolbild:Shutterstock)
Man kann natürlich von den Einzelheiten der deutschen (inneren wie äußeren) Politik reden, Merkels Treffen mit Trump oder Putin analysieren (Obama sagte über sie nach dem Ende seiner Amtszeit: „Sie ist nun ganz allein”) –, man wird nichtsdestotrotz in dieser Politik kaum etwas verstehen, wenn man sie nicht im Umfang mindestens ihrer letzten zwei, drei Jahrzehnte – vom Ende der Ära Kohl etwa bis zur Endlosigkeit der Ära Merkel – zusammenfasst.
Checkpoint Grün: Die Grünen, deren Kern die Randalierer von 1968 bildeten, sind, wie man weiß, als eine extrem linke Partei – den Christdemokraten zum Trotz – entstanden. Mit ihrem Erscheinen wehte in der deutschen Politik der Geist von Straßen, Hippie-Kommunen und beiläufigem Geschlechtsverkehr herein. Joschka Fischer, Lump und Schuft, später Außenminister und Vizekanzler, schockierte die Eliten durch weiße Turnschuhe und Phrasen wie: „Herr Präsident, mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch”, oder über Kanzler Kohl: „Drei Zentner fleischgewordene Vergangenheit”. Als er selbst später sein Gewicht bis um das Zehnfache überstieg, ließ er Dampf ab und fand Geschmack an der Verteidigung jenes Establishments, an dessen Vernichtung er seine Karriere gemacht hatte. Dass es den Grünen bald in ihrem eigenen Profil (Ökologie, Umweltschutz) eng geworden ist, hatte eine Steigerung ihres Appetits bis auf die globalpolitischen Themen zur Folge.
Die Erweiterung entsprach allen Merkmalen jener logischen Schlussfigur, die reductio ad absurdum heißt. Auf einmal begannen diese außer Rand und Band geratenen Friedensstifter, die einstmals amerikanische Sternenbanner verbrannten und bereit waren, für Vietnam zu sterben, die Bombardierungen Jugoslawiens und ganz gleich noch welcher Länder zu befürworten, unter dem Vorwand, diese wären eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA, sprich: der freien Welt. Auch im Innenpolitischen blieb es nach wie vor beim bekannten Signet mit dem lauschenden Hund vor dem Phonographen, His Master’s Voice. Die Stimme seines Herrn gibt wie eine abgedroschene Schallplatte immer die gleichen Themen wieder: Legalisierung der Homoehen, Abschaffung der Grenzen, Feminisierung der Außenpolitik.
Neigung zum Zentrum
Und jetzt die Pointe: Von den 90er Jahren an verwischt sich – immer zunehmend – die Grenze zwischen christdemokratischer Mitte-Rechts-Partei und sozialdemokratischer Mitte-Links-Partei. Die Tendenz der Annäherung ist die Neigung der beiden zum Zentrum, so dass die Betonung beide Mal weder auf das rechte noch auf das linke Lager, sondern auf die „Mitte“ gesetzt wird. Rechts sein (in Deutschland und überall in der freien Welt) gleicht dem Suizid, da man als Rechter automatisch angepöbelt oder gar zu den Faschisten gezählt wird. Aber auch die Sozialdemokraten mit ihrer ultima ratio des links schlagenden Herzens dürfen nicht vergessen, dass auch das links schlagende Herz unter Rhythmusstörungen leiden kann. Letzten Endes sind die beiden Parteien, die sich auf zwei Stühle zu setzen bemühten – auf den eigenen am Rand und den ersehnten im Zentrum –, in der Leere hängengeblieben: wirklich rechts (konservativ) und wirklich links (revolutionär) zu werden hinderte sie ihre memmenhafte Anfälligkeit auf die Mitte, die sie – ob ihrer Links-Rechts-Abgestempeltheit – unmöglich erreichen konnten. Die Mitte blieb vakant, und da gerade schlug die Stunde der «Grünen», die auf einmal und überraschenderweise die Rolle des Katalysators für die Annäherung der feigen Rechten und feigen Linken in seltsamen Tandem-Koalitionen übernahmen.
Das Absurde dabei war, dass die Rolle der Mitte ausgerechnet jener extrem linken Partei zuteil geworden ist, die aus ihrem Extremismus und ihrer offenen Verachtung gegen alle Mitte keinen Hehl macht. Sie könnten sich nicht einmal im Traum einfallen lassen, zwischen zwei Stühlen kopfzustehen; kein Wunder, dass sie vor Überraschung den Kopf verloren haben, nachdem es ihnen gelungen war, nicht ihren linken Stuhl in die Mitte zu schieben, sondern die Mitte an ihren Stuhl heranzuziehen, der auf einmal zentral und führend geworden ist, ohne aufzuhören, extrem links zu bleiben. Christdemokraten wie auch Sozialdemokraten blieb in ihrer Ausrichtung nach der Mitte nur übrig, ihren Mantel nach dem Wind der Grünen zu hängen. Während der Regierungszeit Angela Merkels ist die Tendenz der Begrünung der schwarzen CDU unanständig bis absurd groß geworden: der sich als Mitte ausgebende Linksextremismus wird hier durch die traditionellen Konservativen nicht nur toleriert, sondern unverhohlen gefördert, während selbst der kleinste Rechtsruck von schwersten Folgen, bis zum Ausschluss aus der Partei, begleitet wird, wie dies zum Beispiel mit dem Bundestagsabgeordneten Hohmann 2004 der Fall war.
Tragödie der dritten Toiletten
Kein außen- wie innenpolitisches Thema scheint so an der Spitze zu sein wie die „Toiletten fürs 3. Geschlecht“. Als beim Karneval Merkels undeadly lady, Annegret Kramp-Karrenbauer, über diese Toiletten gewitzelt hat, sie seien für die Männer, die nicht wissen, ob sie beim Pinkeln noch stehen dürfen oder schon sitzen müssen, brach ein Skandal aus. Der Berliner Senator für Kultur Klaus Lederer hat es Tragödie (!) genannt, und alle überschlugen sich mit Forderungen nach einer Entschuldigung. Aber auch die rote SPD ist nicht im Geringsten weniger grün geworden – in kunterbunten Allianzen mit Grünen, Schwarzen, Sonstigen. Fazit: Bei allem Unterschied aller von allen wissen alle allzugut, dass, bis es Toiletten für das 3. Geschlecht gibt, sie damit rechnen können, sich mit allen zu verständigen.
Das alte (1913!) Rezept W. W. Rosanovs scheint auf einmal zur Wirklichkeit des gegenwärtigen deutschpolitischen Lebens geworden zu sein: „Man muss die Politik zerstören… Man muss apolitisch werden. Gott will keine Politik mehr, die die Erde mit Blut, Betrug, Grausamkeit überflutet hat. Wie ist das zu machen? Nein, wie ist es möglich, das zu machen? Alle politischen Ideen durcheinanderzubringen… Das ‚Rote‘ ‚gelb‘, das ‚Weiße‘ ‚grün‘ zu machen. ‚Alle Eier zu zerschlagen und ein Rührei daraus zu machen‘.” Das deutsche Rührei, von der stümperhaften Köchin Merkel zubereitet, bleibt das Muster der Ungenießbarkeit. Während der 14 Jahre ihres Verbleibens an der Macht hat dieser Golem unbestimmten Geschlechts es wirklich geschafft (vgl. „Yes, we can!”), die törichtsten Phantasien ehemaliger studentischer Schreihälse und Hitzköpfe ins Leben zu setzen. Zum letzten Grabgesang des grün-schwarz-roten Werwolfs wurde die „Willkommenskultur“: Der Flüchtlingsstrom, der die deutschen Städte wie durch einen aufgebrochenen Damm überschwemmt und ihre in Jahrhunderten befestigte und besungene Heimeligkeit in die Hölle verwandelt hat.
Inzwischen lässt sich die Tatsache des Grünwerdens Deutschlands, dem die Grünen zu verrecken wünschen, durch zahlreiche Beispiele bestätigen, am überraschendsten durch den sensationellen Sieg (17.5 Prozent) der Grünenpartei bei der Landtagswahl in Bayern (wohlgemerkt, dem katholischsten und konservativsten aller deutschen Länder) im Oktober 2018. Soll sich diese Begrünung auch weiter so unaufhaltsam steigern, wird man irgendwann demnächst genötigt sein, den Dreifarb gegen den Einfarb zu tauschen. Die grüne Nationalflagge Deutschlands wird Klarheit in die Sache bringen und alle Ergebnisse auswerten: Statt des halbherzigen, feigen „Der Islam gehört zu Deutschland”, kommt endlich das adäquatere „Deutschland gehört zum Islam”.
Versailles ohne Krieg
Michael Klonovsky, einer der wenigen, an denen man heute die deutsche Identität erkennen kann, zitiert den Brief eines seiner Leser: „Nach 55 Lenzen irdischem Dasein in Ost-Deutschland kann ich dem Ergebnis der Bayernwahl lediglich einmal mehr die mittlerweile zur Überzeugung gereifte Erkenntnis abgewinnen, dass die Mehrheit der Menschen in diesem Land (seit 2015 Siedlungsgebiet) im Kleinen wie im Großen mit geradezu infantil-bockiger Entschlossenheit von zwei möglichen Wegen immer denjenigen wählt, der mit absolut vorhersehbarer Sicherheit ins Verderben führt.”
„Was gibt es Gemeinsames zwischen Versailles und Maastricht?”, fragt ein französischer Journalist. Und antwortet sich selbst: „Am Ende zahlen die Deutschen.” Die französische Zeitung „Le Figaro“ erklärt: „Maastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg.”
Des Rätsels Lösung sticht ins Auge. Von den drei Gliedern des sozialen Organismus – Wirtschaft, Politik, Geistesleben – kam in Deutschland vor der Gründung des Nationalstaates nur das letztere in Frage; eine Tatsache, die Napoleon 1808 bei Goethes Anblick das Wort entlockte: „Voilà un homme!” Dieser Verschnitt von Krähwinkel und Weltmetropole frappiert. Houston Stewart Chamberlain erzählt von den ersten Deutschland-Vorstellungen seiner englischen Kindheit: „Ich erinnere mich, als wie von gestern, der Schilderungen, die man mir als Kind von Deutschland gab: vor jedem Hause stünde ein Misthaufen, und auf dem Misthaufen säßen barfüßige, halbverhungerte, halbnackte Knaben und läsen Schiller.” In dieses Land, dem wirtschaftlich und politisch höchstens landeseigene oder gar regionale Bedeutung zuzumessen war, pilgerten haufenweise englische, französische, russische Studenten und Bewunderer, um bei Hegel in Berlin Philosophie zu studieren oder einer Audienz bei Goethe in Weimar für würdig befunden zu werden.
Seit der Reichsgründung im Januar 1871 fügen sich auch die beiden anderen Glieder (Wirtschaft und Politik) hinzu. Während aber die deutsche Wirtschaft mit Siebenmeilenschritten nach vorn stürmte, nahm sich die deutsche Politik – schon gleich nach dem Rücktritt Bismarcks – als klägliche degenerative Fehlbildung aus. Fatal und unabwendbar war dabei, wie oben bereits gesagt, dass ausgerechnet dieser Fehlbildung beschieden war, den Ton anzugeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg teilte auch das deutsche Geistesleben das Los der deutschen Politik. Die deutschen Intellektuellen wetteifern mit den deutschen Politikern im Irr- und Schwachsinn, und zwar so, dass das Ergebnis immer unentschieden bleibt. Man denke nur an ein Konzept wie „Verfassungspatriotismus”, diesen Esel Buridans in der Neufassung von Jürgen Habermas, der es fertigbringt, zwischen zwei Heuhaufen – den kahlgeschorenen Mutanten mit ihrem „Deutschland über alles” und grünen Mutantinnen mit ihrem „Deutschland, verrecke” – nicht zu verhungern.
Zwischen „Deutschland über alles“ und „Deutschland verrecke“
Der Esel ruft diese wie jene zur Versöhnung und Beruhigung in legis prima (dem Grundgesetz) auf: Ein deutscher Patriot ist, wer nicht auf deutsche Dichter, Komponisten, Wissenschaftler, Philosophen, nicht einmal auf Fußballer und Mannequins, sondern: auf das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland stolz ist. Der Verfassungspatriot lässt sich auch zu denen nicht herab, von deren Gnaden sein humoristisches Dasein mit allem erdenklichen Luxus und Komfort ausgestattet wird. Es ist fast auf den Tag genau hundert Jahre her, seit jeder, der dazu Lust hat, die deutsche Wirtschaftskuh melkt, ohne sie abpumpen zu können. Denn was nützt eine mächtige, wundertätige Wirtschaft, wo ihr keine ebenso mächtige politische Intelligenz und kein felsenfester politischer Wille zugrundeliegen! Wo Politiker das Erwirtschaftete verprassen, während die sie bedienenden Intellektuellen (man wäre fast versucht zu sagen: die „Intellektuaille“) dies durch den Appell an die allgemein menschlichen Werte begründen. Hat doch Wolfgang Schäuble, der frühere Finanzminister und spätere Bundestagspräsident, kundgegeben, dass Deutschland mehr an die EU zahlen und überhaupt großzügig sein solle. Man muss schon ein Idiot sein, um auf diese Idiotie nicht gebührend zu reagieren: sich in die Schlange zu stellen und „Gib mir Geld” im Sprechchor zu rufen. Die Polen scheinen den deutschen Luftikus schneller als andere beim Wort genommen zu haben. Sie fordern Geld aus Berlin für die Greueltaten der Nazis und beziffern die Forderung auf 350 Milliarden Dollar.
Als besonders sensibel zur deutschen Großzügigkeit erweisen sich aber Millionen von Flüchtlingen, die mehr als gewillt sind, ihr Leben zu riskieren, nur um in dieses Schlaraffenland zu gelangen, wo Milch und Honig statt Wasser fließen, statt Steinen Käse herumliegt und gebratene Enten einem in den Mund fliegen. Wo sie nicht nur mit einem kostenlosen Zuhause und Unterhalt, sondern auch mit Geld versorgt werden. Wie jener gewiefte Syrer, der es fertiggebracht hat, sich in Deutschland mit 4 Frauen und 23 Kindern niederzulassen, um, ohne auch nur einen Tag gearbeitet zu haben, monatlich 30.000 Euro Sozialhilfe zu bekommen. Das einzige Hindernis, die Polygamie, hat er dadurch behoben, dass er sich von drei Frauen scheiden ließ und nur mit einer geblieben ist (so jedenfalls laut den Dokumenten, die er den entsprechenden Ämtern zugestellt hat). In der Tat lebt er mit allen vieren weiter, von denen drei als Geschiedene die ihnen zustehende Unterstützung erhalten. Man kann annehmen, dass, sollte es einmal an den Universitäten Lehrstühle für „soziale Defektologie und politische Demenz” geben, nicht nur Bücher, sondern ganze Bibliotheken mit Beispielen ausgefüllt werden könnten.
Töte den Deutschen
In summa: Deutschland, mit seiner sich aus der Asche fortwährend erhebenden Wirtschaft in Begleitung von Phantompolitik und Phantomkultur, steht als bedeutendste Errungenschaft, gleichsam eine Masterclass in Political Theology da. Die Masters haben es in vollem Programm, bis zum Gehtnichtmehr, übertölpelt und nullifiziert. Zwar verdrehte die Versuchung „Töte den Deutschen!” selbst solchen politischen Assen wie Clemenceau und Churchill den Kopf. Doch hinderte der Faktor von Verständigkeit und Pragmatismus den Hass daran, den letzten Punkt zu setzen. Die deutschen Untermenschen galt es nicht auszurotten, sondern alles in allem nur zu verdummen und sich in den Dienst zu stellen. Mit den Worten des inzwischen fünf Zentner fleischgewordenen Ex-Außenministers Fischer in den Tagen der Strikes against Yugoslavia: „Deutschland steht zum ersten Mal in diesem Jahrhundert auf der richtigen Seite.” Doch hat sich wohl auch hier nur Donald Trump am adäquatesten geäußert, als er dem deutschen Tölpel patzig zu verstehen gab, wo’s langgeht: Während des G7-Gipfels in Quebec im Juni letzten Jahres stand er plötzlich auf, holte zwei Bonbons aus seiner Anzugtasche, schmiss sie auf den Tisch und sagte zur verdatterten Merkel: „Hey Angela. Sag nicht, dass ich dir nie etwas gebe.”
Man wird es kaum hören, und wenn, dann kaum verstehen wollen… Doch bleibt die wasserdicht verschlossene Flaschenpost nach wie vor in Kraft. Friedrich Hebbel, der große deutsche Bühnendichter, hat 1860 geschrieben: „Es ist möglich, dass der Deutsche noch einmal von der Bühne verschwindet, denn er hat alle Eigenschaften, sich den Himmel zu erwerben, aber keine einzige, sich auf der Erde zu behaupten, und alle Nationen hassen ihn, wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber wirklich einmal gelingt, ihn zu verdrängen, wird ein Zustand entstehen, in dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus dem Grabe kratzen möchten.”
Ende
Der vorstehende Text ist dem Buch „Verschüttete Welt“ des armenischen Schriftstellers und Philosophen Prof. Dr. Karen A. Swassjan entnommen, 2021 erschienen in der Schweizer Edition Nadelöhr (443 S. brosch., / CHF 34.-/EUR 30.-, ISBN 978-3-952080-4-6), erhältlich im Buchhandel oder hier.
Zum Autor:
Karen A. Swassjan, Jahrgang 1948, studierte Philosophie sowie englische und französische Philologie an der Universität Erewan (Armenien). Er war Professor für Philosophie, Kulturgeschichte und Ästhetik an der Universität Erewan bis 1992 und wirkte als Übersetzer ins Russische und Herausgeber von Werken Rainer Maria Rilkes, Friedrich Nietzsches und Oswald Spenglers. Außerdem ist er Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zu philosophischen, literarischen, kulturgeschichtlichen und anthroposophischen Themen in russischer und deutscher Sprache, darunter: „Unterwegs nach Damaskus. Zur geistigen Situation zwischen Ost und West”, „Nietzsche – Versuch einer Gottwerdung”; ”Der Untergang eines Abendländers: Oswald Spengler und sein Requiem auf Europa” sowie ”Rudolf Steiner. Ein Kommender”. Karen Swassjan ist Forschungspreisträger der Bonner Alexander von Humboldt-Stiftung und gewann 2009 den ersten Preis in einem philosophischen Essay-Wettbewerb der Russischen Akademie der Wissenschaften. Er veröffentlicht auch regelmäßig im Schweizer Agora-Magazin. Swassjan lebt seit 1993 als freier Schriftsteller und Vortragender in Basel.
Hamburg: Doch keine Pandemie der Ungeimpften
Peter Tschentschner (SPD), erster Bürgermeister der Stadt Hamburg, hat am 16. November auf einer Pressekonferenz behauptet, dass 90 Prozent der Corona-Infizierten Ungeimpfte seien. «Deswegen ist das ein sehr klares Bild», so Tschentschner damals. Er bezog seine Aussagen konkret auf die Kalenderwoche 45 (8.-14. November 2021).
Nun musste der Hamburger Senat Zahlen vorlegen und das Bild ist völlig anders. Welt-Journalist Tim Röhn hat sich in einem aktuellen Artikel mit den Daten befasst und listet folgendes:
- 63,2 % Impfstatus unbekannt
- 22,5 % Geimpfte
- 14,3 % Ungeimpfte
In der Pressekonferenz vom 16. November wurde hingegen eine Grafik auf die Leinwand geworfen, an der abzulesen war: «Sieben-Tage-Inzidenz der Geimpften 22, Inzidenz der Ungeimpften 605.»
Auch vorher hatte Tschentschner die Ungeimpften immer wieder für die hohen Inzidenzwerte verantwortlich gemacht und dies als Begründung für die Einführung eines 2G-Optionsmodells angeführt. Hamburg war das erste deutsche Bundesland, das Ende August durch 2G-Regeln die Ausgrenzung Ungeimpfter möglich gemacht hatte.
In den meisten Fällen ist der Impfstatus bei den Inzidenz-Aufschlüsselungen in Geimpfte und Ungeimpfte nicht bekannt und wird immer seltener erfasst, so Röhn:
Dies zeigen die Daten, die im Infektionsepidemiologischen Landeszentrum vorliegen und bislang unter Verschluss gehalten wurden. Hatte der Senat in der Kalenderwoche 35 noch in 68,3 Prozent der Fälle die entsprechende Information, war das zuletzt nur noch in 9,5 Prozent der Fall. Eben jene Fälle mit unbekanntem Impfstatus wurden aber den Ungeimpften zugerechnet.
Dies ist anscheinend ein gängiges Vorgehen. Auch in Bayern werden Fälle, bei denen der Impfstatus nicht bekannt ist, als ungeimpft gezählt. Zur Situation in Bayern schreibt Tim Röhn auf seinem Twitter-Account:
Der Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine hat schon Ende Oktober erklärt, bei Covid-Patienten nicht mehr nach geimpften und ungeimpften Patienten zu unterschieden. Er begründete diese Entscheidung wie folgt:
Wir wollen in unserer Zahlenmeldung so transparent wie irgendwie möglich sein. Die Angabe der Personen, die mit Impfung im Klinikum behandelt werden, verzerrt die Realität jedoch deutlich und spielt damit Corona-Leugnern und Impfgegnern in die Hände.
Eine Änderung dieser Verhältnisse könnte nun das DIVI-Intensivregister liefern. Seit dieser Woche wird dort auch der Impfstatus der Patienten erfasst. Es gibt die Kategorien «keine aktive Immunisierung (nicht geimpft)», «Genesen (nicht geimpft)», «Teil-Immunisierung (unvollständige Impfung)» und «vollständige Impfung und davon jene mit Auffrischimpfung».
Allerdings gelten nach wie vor alle Personen, die positiv testen, als Covid-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung, auch wenn sie wegen anderer Gründe hospitalisiert worden sind.


