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Ex-Offizier blieb hartnäckig: Umstrittene 2G-Regel bei Open-Air-Konzert gekippt
Eine völlig überzogene 2G-Regelung sollte kommenden Freitag bei einem Open-Air-Konzert in der Salzburger Gemeinde Maishofen gelten. GEIMPFT oder GETESTET, für jeden Konzertbesucher ein Muss. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder ab sechs Jahren hätten einen Nachweis zu erbringen. Genesene müssten demnach trotz Antikörpernachweis einen Antigen- oder PCR-Test vornehmen lassen. Durch die hartnäckige Intervention von Gottfried Pausch, Oberst des Bundesheeres im Ruhestand und Blackout-Experte, wurde aus dem 2G nun doch ein 3G.
Von Birgit Pühringer
- statt 3G nur mehr 2G bei Open-Air-Konzert in der Gemeinde Maishofen
- Genesene müssten Antigen- oder PCR-Test machen
- Oberst des österreichischen Bundesheeres und Blackout-Experte Gottfried Pausch kämpft gegen Diskriminierung gesunder Menschen
- Tourismusverband ändert nach hartnäckiger Intervention die Einlasskriterien von 2G auf 3G
- Stellungnahme Tourismusverband dürftig – Sicherheit wurde als Grund für härtere Vorgehensweise genannt
- schrittweise Vorbereitung auf nur mehr 1G läuft – Wiener Stadtrat Hacker fordert Ausschluss von Ungeimpften
Konzertbesuche waren im letzten Jahr eher rar. Viele, vor allem junge Menschen, sehnen sich nach Normalität und Treffen mit anderen. Nach monatelanger Isolation und dem Verbot von Zusammenkünften kommt da eine Veranstaltung wie gerufen. Die Gemeinde Maishofen wirbt mit einem Open-Air-Konzert. Zutritt sollte es aber nur unter massiven Einschränkungen geben, alles unter dem Deckmantel der Gesundheit und Sicherheit. Sowohl auf der Homepage der Gemeinde als auch auf Facebook war bis Dienstag Vormittag ein irritierender Folder online. Eindeutige Passage: „Es gilt die 2G-Regel! Auch für Kinder ab sechs Jahren ist diese Regelung verpflichtend.“ Der ursprüngliche Folder liegt dem Wochenblick vor.
Einsatz und Stärke lohnt sich!
Der Blackout-Experte Gottfried Pausch ließ nicht locker und nahm mehrmals mit dem Tourismusverband in seiner Heimatgemeinde Maishofen Kontakt auf. Er wollte sich gegen die Diskriminierung von gesunden Menschen zur Wehr setzen.
In einem Gespräch schilderte Pausch dem Wochenblick sein Engagement: „Ich wurde über Facebook auf den Folder des Konzerts aufmerksam und war erschüttert. Eine Regelung, die absurder nicht sein könnte. Bei einem Open-Air-Konzert genesene Personen von vornherein auszuschließen, ist wirklich diskriminierend. Die 3G-Regelung an sich ist schon Einschränkung genug. Denn gesunde Menschen müssen den Nachweis erbringen, dass sie gesund sind. Jedenfalls habe ich mehrmals mit dem Tourismusverband bei uns in der Gemeinde Maishofen Kontakt aufgenommen und die Abschaffung der 2G-Regelung als Einlasskriterium gefordert. Ich wies auf die 3G-Regel hin und forderte den Obmann des Tourismusverbandes als Veranstalter auf, diese Regel einzuhalten.“
Mit Erfolg! Nun wurde der Folder abgeändert. Ob dafür allein der couragierte Einsatz von Gottfried Pausch verantwortlich ist oder mehrere Beschwerden beim Tourismusverband als Veranstalter eingingen, ist dem Wochenblick nicht bekannt.
Genesene hätten Test machen können
Der Tourismusverband Maishofen wurde um eine Stellungnahme gebeten. Der Obmann verwies auf die Homepage und den neuen Folder. Da könne man alle wichtigen Informationen nachlesen. Größtmögliche Sicherheit sei der Grund für die Einführung der 2G-Regel gewesen.
Weshalb nun Genesene, die in der Verordnung der Bundesregierung ausdrücklich in der 3G-Regel erwähnt werden, ausgeschlossen worden wären? „Wir hätten keine Genesenen ausgeschlossen. Mit der Vorlage eines durchgeführten 48-Stunden-Antigentests hätten Genesene unser Konzert besuchen können. Da schließt man keinen aus.“, so der Obmann des Tourismusverbandes Maishofen. Weitere Fragen wurden nicht beantwortet.
SPÖ-Wien fordert von 2G zu 1G
Dass gesunde Menschen mittlerweile ganz offen aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden, ist salonfähig geworden. Doch nun geht man einen Schritt weiter. GEIMPFT oder GETESTET, vom dritten G, wie genesen, keine Spur mehr. Genesene Menschen, die einen Antikörpernachweis vorlegen können und laut Verordnung der Bundesregierung keinen Test durchführen müssen, hätten in der Gemeinde Maishofen ein Open-Air nur nach Vornahme eines Tests besuchen können.
Immer mehr Menschen haben ihre Berufung offenbar darin gefunden, weitere Einschränkungen im Alltag zu schaffen und andere Menschen aus dem öffentlichen Leben auszuschließen. Es ist also nur mehr eine Frage der Zeit bis aus 2G schließlich 1G wird. Alle Zeichen deuten darauf hin.
Wenn man sich beispielsweise den Wiener Gesundheitsstadtrat Hacker anhört, weiß man wohin die Reise gehen soll: „Zutritt nur mehr für Geimpfte!“ fordert er ganz klar und entschlossen in seinem letzten Krone-Interview. Bereits im Juni sprach sich Hacker für die 1G-Regel in der Nachtgastronomie aus. Nun aber geht er noch weiter: Ungeimpfte sollen aus Gastronomie sowie allen Freizeit-, Kultur- und Sporteinrichtungen ausgeschlossen werden.
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Was war Afghanistan, wenn nicht die pure Absicht? Einem Leser platzt der Kragen.
Über eine E-Mail Liste hat mich ein Text erreicht, in dem es über das Ende mit Schrecken in Afghanistan geht. Er so gut ist, dass ich ihn dem weiteren Publikum nicht vorenthalten möchte. Wer ihn verfasst hat ist mir unbekannt, daher möchte ich mich beim Autor entschuldigen, falls er mit dem Abdruck nicht einverstanden ist. An einigen Passagen lässt sich herauslesen, dass er sich von meinen Beitrag über Afghanistan inspirieren ließ. Ich muss allerdings zugeben, dass er sich dabei wesentlich besser ausgedrückt hat als ich. Vor allem hat er es geschafft, jene Wut in die Zeilen zu packen, die auch ich bei dem Thema empfinde.
In Afghanistan wurde sehenden Auges in dramatischer Weise so viel falsch gemacht, dass es schwer fällt, etwas anderes dahinter zu sehen als die pure Absicht
Die explosive Geburtenrate
Bürgerkriege werden oftmals von einer hohen Geburtenrate weitergetragen, da den Konfliktparteien dadurch dauerhaft genug indoktrinierte Masse und Kanonenfutter zur Verfügung steht. Das ist kein Geheimwissen, sondern es ist seit jeher und auch aus anderen Kulturen bekannt. In einer derart aufgewühlten und kaputten Gesellschaft wie der afghanischen lässt sich letztlich nur über den Hebel der Demografie eine gewisse Ruhe herstellen. Andernfalls wächst dort rein gar nichts, außer der Nachschub für die Extremistenrektrutierung.
In Afghanistan mögen andere dominante Faktoren existieren. Doch man muss nicht studiert haben, um zu sehen, dass der ewige Kriegszustand des Landes auch von der exorbitant hohen Geburtenrate aufrecht erhalten wird. Im Jahr 2000 lag diese bei unglaublichen 7 Kindern pro Frau, heute sind es noch immer 4,5. Das ist zu viel für eine entscheidende demografische Wende in einer begrenzten Zeit und zu wenig, um die Wahrscheinlichkeit für einen nachhaltigen militärischen Erfolg zu maximieren.
Die Besatzer hätten gleich zu Beginn ihrer Präsenz ein Geburtenkontrollprogramm mit starker Steuerungswirkung auflegen müssen. Es hätte beispielsweise ausgereicht, im ganzen Land und auf allen Kanälen eine fortgesetzte Werbekampagne zu betreiben, in deren Rahmen Frauen mit 2 Kindern im Alter von mindestens 5 Jahren (=aus dem gröbsten raus; auf dem Land vielleicht ab 3 Kindern) eine Prämie von 500 Euro erhalten, wenn sie sich im Gegenzug eine Spirale zur Verhütung einsetzen lassen. Da eine Prämie in dieser Höhe in Afghanistan auch heute noch einem kleines Vermögen darstellt, gehe ich davon aus, dass vermutlich die große Mehrheit der Afghaninnen dieses Angebot angenommen hätte.
Selbstverständlich wäre die Billigung der Imame des Landes notwendig gewesen. Aber auch das scheint nicht unwahrscheinlich, da die Verhütung im Islam als wesentlich unkritischer erachtet wird als im Christentum. Eventuell hätte es zur Beseitigung eventueller Widerstände sogar Sinn gemacht, die Imame in die Prämienstruktur miteinzubeziehen, zumal sie auch bei anderen Themen wie dem Problems der Cousinenheirat hätten behilflich sein können.
Die Kosten für ein solches Geburtenkontrollprogramm hätten sich voll ausgebaut pro Jahr vermutlich auf irgendwas zwischen 300 und 600 Mio Dollar belaufen, also durchaus einer stattlichen Summe. Sie verblasst jedoch im Verhältnis zu dem, was militärisch und über die Entwicklungshilfe dort ausgegeben wurde, vor allem da die militärischen Ausgaben und jene für Mädchenschulen, wie sich aktuell gerade zeigt, allesamt vergebens waren. Ein Geburtenkontrollprogramm dagegen hätte in der Sache auch nach einer militärischen Niederlage gegen die Taliban zum garantierten Erfolg geführt.
Als kleiner Nebenbonus hätte das Programm dazu die afghanische Wirtschaft breitflächig beflügelt, da fast jede Familie eine Prämie erhalten hätte. Vor allem in den ersten Jahren wäre die wirtschaftliche Entwicklung dadurch rasant verlaufen mit einem Anteil des Programms am BIP von 5-15%. In der Realität war es dagegen so, dass in Afghanistan zwar sehr viel Geld ausgegeben wurde. Allerdings konnte sich daran lediglich die Brigade der in den Entwicklungshilfeorganisationen beschäftigten Bessermenschen reich stoßen, während sie sich in der grünen Zone Kabuls von ebenso teuren Söldnern aus aller Welt beschützen ließen.
Der Strom kommt aus der Lehmwand
Auf anderer Ebene frage ich mich auch, mit welchen Mitteln die Besatzungstruppen abends eigentlich das Licht in der Kaserne angemacht haben. Die installierte Kraftwerksleistung Afghanistans liegt heute bei weniger als 750 MW, wobei knapp die Hälfte davon sogar noch aus der Zeit von vor dem Einmarsch der – Achtung, festhalten! – Sowjetunion stammt. Zur Einordnung: Das war zu einer Zeit, als Afghanistan weniger als 12 Millionen Einwohner hatte und die Fernseher der Welt zu einem Gutteil noch schwarzweiß waren.
Die Information mit dem mehr oder weniger inexistenten Kraftwerkspark in Afghanistan ist mir selbstverständlich nicht aus den Mainstream Medien bekannt (auch nicht aus jenen der GEZ, weil die Berichterstattung über Afghanistan nur dann zur Grundversorgung gehört, wenn es politisch etwas zu gewinnen gibt). Vielmehr fand ich die Angabe auf einem dieser zwielichtigen Verschwörungstheoretikerblogs, wo man auf der einen Seite zwar umfassender informiert wird, jedoch alles besser 2x prüft.
Immerhin verlinkte der Blog zu Wikipedia mit einer Liste afghanischer Kraftwerke, so dass zumindest einmal die halbe Wahrheit vorlag, da bekanntlich auch Wikipedia gerne mal schlampt. Daher habe ich mir die Arbeit gemacht und mir in der Hoffnung auf brachiale Fake News noch eine weitere Quelle hinzu recherchiert. Am Ende bin ich bei der Weltbank gelandet, also jener Institution, die einstmals zur Finanzierung derartiger Projekte geschaffen wurde (siehe hier). Leider meint aber auch die Weltbank, dass sich energiepolitisch im Afghanistan der Jahre nach 2001 quasi gar nichts getan hat.
Kraftwerke als Sicherheitshebel
Mein Gott, denke ich mir bei so etwas. Die hatten 20 Jahre lang Zeit, um wenigstens die gröbsten Missstände zu beseitigen, aber sie haben rein gar nichts unternommen. Dabei lagen nicht einmal deutsche Planungs- und Umweltvorschriften vor! Zumindest die Städte in den nördlichen und westlichen Grenzregionen des Landes hätten sie in den ersten 5-10 Jahren mit der Ausschreibung eines Großauftrags relativ rasch mit eigenen Kraftwerken ausstatten können.
Die zur Versorgung notwendigen Pipelines wären größtenteils in den sicheren (und erdgasreichen) Nachbarländern verlaufen, wobei der Iran bei einer Einbeziehung in die Versorgung sogar einen triftigen Grund erhalten hätte, die von dort kontrollierten Dschihadisten Afghanistans von jenem Teil der Infrastruktur fernzuhalten, der mit der Energieversorgung verbundenen ist. Mit dem Bau der Pipeline von Turkmenistan nach Pakistan – mit deren Planung nebenbei bemerkt im Jahr 1995 begonnen wurde und damit im selben Jahr, als auch die Planung des BER begann – hätte selbiges auch für jene Dschihadisten gegolten, die vom ISI kontrolliert werden. Und wer weiß, wie sich die Auslandsabteilung der chinesischen Stasi im weiteren Verlauf verhalten hätte, wenn dort sagen wir 5 der 50 benötigten Kraftwerke bestellt worden wären.
Als interessierter Laie stelle ich wirtschaftlich gesprochen fest, dass bei der Frage nach dem Aufbau einer gesamtafghanischen Energieinfrastruktur ein begrenztes Risiko vorlag, während gleichzeitig ein gigantisches und wachsendes Nachfragepotenzial darauf wartete, endlich bedient zu werden. Gleichzeitig wäre quasi im Vorbeigehen bei sämtlichen Nachbarn Afghanistans das intensive Interesse an der Stabilität in Afghanistan geweckt worden. Schließlich hätten die Kraftwerke für eine aus der Entwicklungsperspektive wünschenswerte Verstädterung gesorgt, da nicht mehr jedes Bergdorf mit Bildung, Medizin, Strom und Wasser versorgt werden muss, sondern nur noch eine Wohnsiedlung neben der nächsten.
Nichts, Nada, Null!
Im Zusammenhang mit dem Afghanistaneinsatz sind mit etliche weitere Beispiele für krasses Missmanagement aufgefallen und das selbst ohne die Betrachtung genuin militärischer Aspekte (zB zurückgelassene Waffendepots). Ganze Generationen aufeinanderfolgender Generalstäbe haben das Offensichtliche in ihrer Tätigkeit nicht begriffen, während fünf Wahlperioden an Politikern Unmengen an Geld dorthin gepumpt haben und dabei ihr bestes gaben, sich nicht mit dem Ort oder dem Einsatz verknüpfen zu lassen.
Das schlimme an dem Versagen ist, dass dieses nicht nur auf die deutsche Elite zutrifft, zumal wir deren Versagen schon anderweitig gewohnt sind. Vielmehr sitzen sämtliche Eliten aller beteiligten Länder mit im Versagerboot. Es gab eine Vielzahl unterschiedlicher und geld- und bedeutungsschwerer Perspektiven auf das vorliegende Problem, doch sie alle haben gemeinsam in einer für mich unfassbar dilettantischen Weise versagt. Dabei hätte ein einziger kompetenter und entschiedener General, Politiker oder hoher Beamter aus einem der beteiligten Länder ausgereicht, um den entscheidenden Impuls zu geben. Denn am Ende des Tages sind es vor allem Privatinvestoren, die solche Projekte stämmen. Diesen hätte man glaubwürdige Sicherheitsgarantien anbieten müssen und dann wären sie um des Geldes wegen gekommen. Offenbar ging einfach nichts von den Verantwortlichen aus, was diese Basis hätte schaffen können.
Ich frage mich, wie kann das nur sein? Wenigstens die Militärs sollten doch in der Lage sein, das Notwendige vom Gewünschten zu trennen und sich über Versuch und Irrtum einen Pfad zu erarbeiten, aus dem sich dann systematisch zielführende Planszenarien entwickelt lassen. Vergegenwärtigen Sie sich einmal das Ziel, das in Afghanistan nach 20 Jahren des teuren Sammelns von Erfahrungen erreicht wurde: Es ist die ultimative Katastrophe! Und ich rede weiterhin nicht von der militärischen Seite des Abenteuers und auch nicht von der diplomatischen, der religiösen und auch nicht über den humanitären Abgrund des losgetretenen Flüchlingstsunami. Es geht einzig und allein um den strukturellen Zustand Afghanistans. Nichts hat sich in den letzten 20 Jahren an dem erbärmlichen Lehmhüttenzustand Afghanistans geändert. Absolut rein gar nichts!
Entwicklung als Trotzzustand
Mehr Beton gibt es heute zwar in dem Land, allerdings wurde dieser in Bunkern und Straßensperren verbaut. Auch besitzen die meisten Afghanen heute ein internetfähiges Smartphone, was als großer Fortschritt zu erachten ist. Auf der anderen Seite fällt dann allerdings auf, dass sich nicht die NATO für die Smartphonedurchdringung des Landes verantwortlich zeichnete, sondern größtenteils das kommunistische China mit seinen Billigprodukten für den Weltmarkt. Nebenbei werfen die 20 Millionen afghanischen Smartphones auch die Frage auf, wie viel Strom eigentlich für alles andere übrig bleibt, wenn man den Sendemastenbetrieb und das Laden der Geräte vom Gesamtstromangebot des Landes abzieht. Ich fürchte, es reicht gerade so, um in der grünen Zone die Klimaanlagen am laufen zu halten.
Fakt ist, dass sich die wenigen positiven Aspekte in Afghanistan in den letzten 20 Jahren nicht wegen der Besatzung herausgebildet haben, sondern trotzdem. Seitdem mir das klar wurde, liegt es quer in meinen Kopf und will einfach nicht passen. Wie kann man etwas nur in einer derartigen Weise vergeigen? Blinde Hühner finden manchmal ein Korn und jede kaputte Uhr geht 2x richtig am Tag. Im Bezug auf die Besatzung Afghanistans muss das Huhn von Beginn an aus Gummi gewesen sein und die kaputte Uhr war offenbar eine digitale. Dennoch will unter den Verantwortlichen 20 Jahre lang niemandem aufgefallen sein, dass etwas nicht ganz richtig läuft und wo genau der Schuh drücken könnte (=> Energie & Demografie).
„Abzug dann, wenn es die Sicherheitslage erlaubt“
Am entlarvendsten an an der Farce in Afghanistan ist in meinen Augen aber etwas militärisches und es betrifft vor allem die US-Militärführung, darunter Generalstabschef Milley, der kürzlich auch zum Thema des modernen Linksextremismus reüssiert hat. Trump trat 2016 mit dem Versprechen an, endlich aus Afghanistan abzuziehen. Hinter den Kulissen hat er auch tatsächlich immer wieder darauf gedrängt (siehe hier).
In dem Text wird aus der Perspektive des pensionierten Oberst Douglas Macgregor erzählt, wie er im letzten Amtsjahr von Trump durch diesen beauftragt unter Hochdruck einen Plan zusammenstellte, um den Abzug noch vor Ende des Jahres realisieren zu können. Kurz vor Jahresende hätte der Plan umgesetzt werden können. Allerdings ließ sich Trump dann ein letztes Mal einmal vom Generalstab davon überzeugen, dass es besser sei, den endgültigen Abzug noch einmal nach hinten zu verschieben. So lange, „bis es die Sicherheitslage erlaubt“.
Selbiges war im Tenor auch in den Jahren zuvor immer der Grund, weshalb es nicht zu einem kompletten Abzug der Truppen kam. Trump und wahrscheinlich auch Bush und Obama ließen sich immer wieder vom Militär vom Bleiben überzeugen, weil es die Sicherheitslage nicht erlauben würde. Es ist aber auch ein wirklich bequemes Argument. Dabei ist das Vertrauen der Präsidenten in ihr Militär und deren besseres Wissen in der Sache durchaus nachvollziehbar, denn immerhin widerspricht dem Präsidenten in einer kritischen Angelegenheit niemand ohne triftigem Grund.
Der Pfad war glasklar vorgegeben
Als Metathema für die militärische Planung des restlichen Afghanistaneinsatzes lässt sich daraus ableiten, dass mit Trumps Insistieren auf einen Abzug spätestens ab 2017 der geordnete Rückzug ganz oben auf der militärischen Agenda stehen musste. Daraus wiederum abgeleitet stand für die Zeit nach dem Abzug die Erhaltung der Sicherheit in dem Land ganz oben auf der Prioritätenliste. Am praktischen Ende dieses Ziels bedeutet es, dass das afghanische Militär und alle sonstigen staatlichen, quasistaatlichen und privaten Sicherheitskräfte in einen Zustand gebracht werden mussten, um dem wahrscheinlichen Ansturm der Taliban standhalten zu können. Das dauert dann so lange, bis diese sich irgendwann entweder totgelaufen haben, oder das afghanische Militär stark genug ist für den entscheidenden Schlag, oder das afghanische Leben weitergeht und die Taliban für die Menschen im Land ihren Reiz verlieren.
Da Trumps Ansagen glasklar waren und intern als Begründung für das Herauszögern des Abzugs stets die Sicherheitslage in Afghanistan genannt wurde, lässt sich feststellen, dass Milley und Kollegen genau wussten, worin ihr Auftrag bestand und sie waren sich darüber hinaus auch der Prioritäten bewusst, die es dabei zu beachten galt.
Für die Vorbereitung und Durchführung eines geordneten Abzugs hatte das Militär damit eine Vorlaufzeit von mindestens vier Jahren. Zur Verfügung stand den Generälen dabei ein Apparat bestehend aus tausenden kriegs- und afghanistanerfahrenen Karriereoffizieren mit vermutlich jeder Qualifikationen, die sich auf dem Planeten finden lässt. Von Geologen bis Gynäkologen und Kraftwerkselektrikern war vermutlich alles dabei. Dazu kam ein Budget, das sich effektiv als unbegrenzt bezeichnen lässt, da man es in einem Jahr erst einmal schaffen muss ~700 Mrd Dollar auszugeben und das Wechselgeld in der Portokasse wohl nicht selten 9-stellig ist. Geld für den geordneten Rückzug und das Schaffen eines dauerhaften Problems für die Taliban, möchte ich damit sagen, war mehr als genug vorhanden.
Der ultimative militärische Rohrkrepierer
Wenn man vier Jahre lang für etwas Zeit hat und weiß was dabei wichtig ist, während es sich dabei sogar noch um etwas handelt, das sich als Kernkompetenz bezeichnen lässt und überdies eingehende Erfahrungswerte vorliegen – wie kann es dann sein, dass nach kürzester Zeit dennoch alles in sich zusammenfällt? Was haben die Militärs in den vier Jahren getan? Däumchendrehen? Die müssen doch gewusst haben, was im Vakuum nach dem Abzug passieren wird, wo es passieren wird und wie es passieren wird. So etwas gehört zum Einmaleins des militärischen Denkens. Sie sind darin ausgebildet, sich permanent solche Szenarien auszudenken. Es ist schlichtweg unmöglich, dass im massiven Vormarsch der Taliban aktuell eine gänzlich unerwartete Überraschung vorliegen könnte.
Warum hat das Militär sich selbst und das Land nicht darauf vorbereitet? Oder: Warum haben sie sich vorbereitet, dann allerdings nicht danach gehandelt? Mit dem Wissen darüber, was am wahrscheinlichsten geschehen wird, lassen sich systematisch Rückzugsgebiete, Sicherheitszonen und irgendwelche Bunkeranlagen und Waffenvorräte anlegen. Im Ergebnis minimiert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Taliban in der Lage sind, in kürzester Zeit alles überrennen, wobei danach schlimmstenfalls ein Stellungskrieg droht. Dabei handelt es sich nicht um militärisches Expertenwissen, sondern einfach nur um gesunden Menschenverstand. In vier Jahren lässt sich so etwas durchaus vorbereiten, so stark sind die Taliban militärisch und zahlenmäßig nicht. Das zeigt sich an deren Agieren im Schatten.
Warum hat das US-Militär nicht 500 Mio Dollar auf den Tisch gelegt und wie auch immer Blackwater aktuell gerade heißen mag damit beauftragt, in den kommenden zwei Jahren jedes Mal dann in ein Gefecht einzusteigen, wenn ein kritischer Punkt verloren zu gehen droht? Die sind doch sonst nicht so drauf und ihnen müsste doch eigentlich auch bekannt sein, was in Afghanistan strategisch von welcher Bedeutung ist und wie viel die Verteidigung einer bestimmten Stellung militärisch kostet.
Militärisches Nullmalnull
Vier Jahre Vorbereitungszeit sollten ausreichen und wenn sich schon nicht das ganze Land retten lässt, so wäre es möglich gewesen, in verschiedenen Regionen strategisch günstig gelegene (und subsistenzfähige!) Festungen zu bauen, an denen sich die Taliban die Zähne ausbeißen. Immerhin besteht Afghanistan aus einer Unzahl an Tälern, deren Verteidigung sich auf die beiden Eingänge beschränkt. Das heißt: Bunkertechnik und eine entsprechende Ausbildung für die Verteidiger. Das ist kein Hexenwerk, sondern solides Kriegshandwerk.
Auch die Patrouille der Bergrücken hätte für die Afghanen durchaus im Bereich des Möglichen gelegen. Nur Not ließe sich das sogar mit günstigen Amateurmodellflugzeugen und internetfähigen Kameras bewerkstelligen. Beides bietet das kommunistische China zu günstigen Preisen an, und dank Internetkultur wissen wir, dass selbst Affen dazu in der Lage sind, Drohnen kontrolliert fliegen zu lassen. Der Faktor mit den afghanischen Analphabeten wäre damit ebenfalls abgedeckt.
Ich kann einfach nicht glauben, dass die Geschichte gerade so endet, wie sie es tut und es macht mich es absolut wütend, wie diese hochbezahlten und hochdekorierten Militärs mitsamt ziviler Verwaltung und Expertenstab trotz jahrzehntelanger Zeit, Milliardenbudgets und triftigem Anlass nicht einmal das Nullniveau des Mindesten erreichen konnten. Afghanistan steht heute buchstäblich wieder da, wo es in den 1990er Jahren stand. Mit Smartphones zwar, dafür aber auch mit der doppelten Bevölkerungszahl. Ansonsten sehe ich NULL Änderung. Nicht einmal bei den Burkas kam es zu einer Innovation. Sie haben immer noch alle die selbe Farbe und den selben Schnitt für die Augen.
Nichts am Verlauf des Afghanistaneinsatz ergibt Sinn
Die gesamte Sequenz, die in Afghanistan abgeliefert wurde, ist so unsäglich dumm, ich kann mir absolut keinen Reim darauf machen. Mein Bild in der Sache wird immer nur dann stimmig, wenn ich in die verschwörungstheoretische Perspektive wechsle und den Verantwortlichen Absicht unterstelle. Sie wollten es genau so wie es gerade läuft und haben alles dafür unternommen, um in Afghanistan und anderswo den maximal möglichen Schaden anzurichten und zwar während des Einsatzes und danach.
Mein Problem damit: Mir fallen dafür keine möglichen Motive ein. Es lief einfach alles viel zu schwachsinnig ab, als dass sich für mich irgendein noch so verrücktes Muster hätte herausbilden würde. Mir kommt es vor, als hätten die Beteiligten alle einfach nur bei jeder Gelegenheit die dümmstmögliche Entscheidung getroffen. Man muss sich das einmal vorstellen: Es gibt etwas derart idiotisches, dass sich daraus nicht einmal eine plausible Verschwörungstheorie ableiten lässt. Denn selbst der Winkelzug über die Schaffung eines Problems für das benachbarte kommunistische China fällt bei näherem Hinsehen flach. Einmal, weil die unwirtliche und unüberwindliche Grenzregion eine natürliche Barriere darstellt. Und dann auch, weil China einen umso größeren Anlass für einen entschiedenen Eingriff in Afghanistan hat, je schlimmer die Situation dort außer Kontrolle gerät. Nicht zuletzt hätte ein starkes Afghanistan an der Seite USA eine großartige Front gegen die Weltmachtpläne der Kommunisten in Peking abgegeben.
Wer weiß, vielleicht war es auch ein Sammelsurium aus unterschiedlichsten Motiven, die in ihrer Summe einen einmaligen Zitronenmarkt erschufen, der sich daraufhin zuverlässig selbst vernichtete. Was mich daran zweifeln lässt, ist aber eben diese Zuverlässigkeit, mit der alles den Bach runter ging. Zitronenmärkte können sich immer nur so lange halten, wie die dominanten Faktoren für dessen Aufrechterhaltung konstant bleiben. Verschiebt sich ein Faktor, dann kann durchaus eine Situation entstehen, in der sich der Markt zu einem neuen, besseren Gleichgewicht hinbewegt und aus der Falle herauskommt. Verschoben hat sich zumindest beim Personal ständig etwas.
Man hätte nur das Licht einschalten müssen
Meines Erachtens hätte der entscheidende Impuls für die Entwicklung Afghanistans noch vor der Demografie über die Energieinfrastruktur erfolgen können. Ein einziges neues Großkraftwerk in Kunduz oder einer anderen Großstadt an der nördlichen Grenze hätte eventuell sogar ausgereicht, um am Ende ganz Afghanistan herumzureißen. Mit der dafür benötigten Pipeline wäre die Basis für weitere Kraftwerke geschaffen worden und die neuen Möglichkeiten mit der Menge an zuverlässigem Strom wären einer ganzen Region zugute gekommen. Beispielsweise für eine große Eisenschmelze, in der die vielen noch immer über das Land verstreuten sowjetischen Panzerwracks zu etwas brauchbaren hätten verarbeitet werden können. Eisenbahnschienen etwa.
Oder vielleicht ein Zementwerk als Basis für billige Baustoffe für die stark wachsende Bevölkerung. Laut Suchmaschine wurde 2016 das erste Zementwerk des Landes eröffnet. Übersetzt bedeutet es, dass sie 16 Jahre dafür benötigt haben, um den Zement für ihre Bunker endlich nicht mehr teuer über Pakistan anliefern lassen zu müssen. Dieser Zeitraum ist genauso peinlich wie die Ausrede der „fehlenden Facharbeiter“ als Begründung für die verzögerte Entwicklung. In jedem einzelnen Nachbarland Afghanistans hätte es sicherlich eine ganze Brigade von diesen gegeben, die sich für steuerfreie 30.000 Dollar liebend gerne hätten anheuern lassen, um von mir aus im hermetisch von der Außenwelt abgeriegelten Produktionskomplex in den ersten Jahren für den Betrieb zu sorgen, bis genug Eigengewächse herangezogen sind.
Ähnlich bedeutend wären aufgrund der Bevölkerungsentwicklung Düngemittelfabriken gewesen, von denen es in Afghanistan genau eine gibt (siehe hier). Vermutlich stammt auch sie noch aus der Zeit von vor dem Einmarsch der Sowjetunion. Dennoch hätte sie als Ausbildungsbetrieb für weitere Fabriken völlig ausgereicht. Eine zügige Entwicklung in dieser Beziehung wäre also durchaus möglich gewesen. Nebenbei erzählt der Artikel übrigens noch von den sagenhaften Rohstoffvorkommen des Landes. Über die hat man in den letzten Jahren auch nichts mehr gehört. Warum auch immer.
Der seltsame Unwille, in Afghanistan zu gewinnen
Schuld am fehlenden Entwicklungsschub Afghanistans sei laut dem Dünger-Rohstoff-Artikel die „Vetternwirtschaft“ im Land. Nicht die Militärs und auch nicht die zahllosen Entwicklungshelfer und -helferetten sind schuld an der Misere, auch wenn sie einfach mal so 20 Jahre lang vergaßen, dem Land zu einer nennenswerten Energieinfrastruktur zu verhelfen. Die Afghanen seien schlichtweg selbst schuld daran, nachdem ihnen vier Jahrzehnte lang alles geraubt wurde und sie daher in der Folge einen Tick zu sehr darauf zu achten begannen, das Geld in der Familie zu halten. Dabei dachte ich ursprünglich einmal, dass der Militäreinsatz in Afghanistan genau deswegen stattfindet, also um diese kritische Lücke in der afghanischen Mentalität stopfen zu helfen, damit die Menschen dort wieder sukzessive zu sich selbst finden und darauf aufbauend eine neue gegenseitige Vertrauensbasis entsteht.
Für mich deutet der Artikel auf eine mit simplistischen Fehlannahmen durchsetzte Mentalität hin, die in den höheren Ebenen der Einflussnahme wohl überall herrschen muss. Denn mit gesundem Menschenverstand kommt man sicherlich zu anderen Schlüssen. Es unterstreicht, wie wenig in den Entscheiderzirkeln über den eigentlichen Zweck der Übung nachgedacht wird und für wie heilig und über den Dingen stehend man sich dort oben wähnt. Dennoch bleibe ich dabei. Afghanistan, so wie es lief, war Absicht. Nichts und niemand kann in der vorgeführten Weise so nachhaltig dumm agieren. Nicht, wenn das Gewinnen so leicht ist, nicht wenn so viele Abzweigungen entlang des Weges auf einen warten und nicht wenn so viele Menschen involviert sind, die teuer dafür bezahlt werden, dass sie es besser wissen.
Quelle Titelbild
Mediensafari zur Bundestagswahl: wie die Lauterbachisierung das öffentliche Klima kippt
Immer schrillere Klimaprognosen (wie bei Corona) gehen immer häufiger in die Hosen
von Alexander Wendt
In diesem Text geht es um die mediale Klimawahlkampfbegleitung, um die ständig weiter fortschreitende Lauterbachisierung der Öffentlichkeit – und die damit verbundene Ermüdung von immer mehr Bürgern.
Als Fritz Kortner 1947 aus dem Exil nach Berlin zurückkehrte, nahm er sich ein Taxi, ließ sich durch die Straßen fahren und betrachtete die Ruinen. Der Fahrer, der ihn erkannte, sagte lange nichts. Und dann: „Sehn’ Se, Herr Kortner – viel hamse nicht verpasst.“
Es gibt mittlerweile nicht wenige, die wünschen sich ungefähr das gleiche – nicht die Ruinen natürlich, aber das gründliche Verpassen – wenn sie an den Wahlkampf denken. Nach dem 26. September wird jeder genügend Leute finden, die ihm ungefähr das gleiche bestätigen wie der Taxifahrer Kortner. Nicht jeder besitzt allerdings die dafür nötige Aufmerksamkeitsdefizitbegabung.
In diesem Text soll es um die mediale Klimawahlkampfbegleitung gehen, um die ständig weiter fortschreitende Lauterbachisierung der Öffentlichkeit – und die damit verbundene Ermüdung von immer mehr Bürgern. Diese Ermüdung wiederum führt zu dem verständlichen, aber möglicherweise auch fatalen Wunsch, die nächsten sechs Wochen gründlich an sich vorbeirauschen zu lassen.
Beginnen wir mit der für den Wahlkampf am Ende entscheidenden Themensetzung, dem, was heute Agendasetting heißt.
Der Spiegel, der kürzlich schon darlegte, wie die Grünen durch russische und chinesische Geheimdienste und rechte Verschwörer daran gehindert werden, sich ganz auf die Vermittlung ihrer Inhalte zu konzentrieren, nimmt sich diesmal den Klimareport des IPCC vor, um ihn wahlkampfkompatibel einzukochen:

Die Frage drängt sich auf, wann die Menschheit das Klima eigentlich zum letzten Mal kontrollierte. In der kleinen Eiszeit? Im mittelalterlichen Klimaoptimum?
Jedenfalls lässt sich das Datum eingrenzen, an dem die Kontrolle verloren ging: laut Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Sommer 2019.

Die 38,6 Grad von 2019 übertrafen tatsächlich den alten Juni-Hitzerekord von 1947 um 0,4 Grad. Kurz vor dem IPCC-Bericht war schon die Warnung vor einem sich dramatisch abschwächenden Golfstrom durch fast alle großen Medien gegangen, dessen Abriss, so die Warnung, zu dramatischen Kälteeinbrüchen in Europa führen könnte. Das Szenario stammt aus dem Magazin „Nature Climate Change“ und entstand unter Mitarbeit des Potsdam-Instituts. In den meisten Medien hieß es, diesem Papier zufolge könnte der Golfstrom, wie der WDR titelte, „schneller als erwartet zusammenbrechen“ (was suggeriert, er werde auf jeden Fall zusammenbrechen, nur eben früher als gedacht).
Der Golfstrom stehe vor dem „Kollaps“ (Focus), es drohe ein „Zusammenbruch des Systems“ (Tagesschau).
Die fast wortgleiche Warnung des gleichen Stefan Rahmstorf ging auch 2015 durch die Medien, beispielsweise im „Windkraft-Journal“. Laut Rahmstorf drohten „massive Folgen“; der Golfstrom „könnte sogar vollständig zusammenbrechen“.
Vor „kaskadenartigen Auswirkungen“ einer Golfstromschwäche warnte Greenpeace schon im Jahr 2011. Der gleiche Beitrag kündigte ein eisfreies Polarmeer für den Sommer 2020 an.

Als Referenz diente auch damals vor zehn Jahren wiederum Stefan Rahmstorf.
Ohne Zweifel verringert sich das arktische See-Eis in Vergleich zu den achtziger Jahren und früheren Jahrzehnten. Aber es bedeckte auch im Juli 2021 immer noch gut 7,69 Millionen Quadratkilometer.
Der Autor ist natürlich kein Klimaexperte, auch wenn er ein paar wenige Eckdaten halbwegs kennt. Aber in die einschlägigen Medientexte zur Golfstromschwäche – das kann auch ein Nichtklimawissenschaftler beurteilen – würde auch gehören, dass die Warnung vor dem bevorstehenden Golfstrom-Zusammenbruch nicht neu und überraschend ist, sondern seit mindestens zehn Jahren fast wortgleich zirkuliert, und zwar auffallen häufig mit Berufung auf ein und den selben Wissenschaftler.
Es würde in die Texte gehören, dass es zu diesem Thema ebenfalls seit Jahren eine kontroverse wissenschaftliche Diskussion gibt. Der Ozeanograph Richard Saeger etwa, Lamont Research Professor am Doherty Earth Observatory of Columbia University in Palisades, New York etwa misst dem Anteil der Meeresströmung am Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre deutlich weniger Bedeutung zu als Rahmstorf. Saeger spricht und schreibt seit mehreren Jahren vom „Gulf Stream Myth“. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie Jochen Marotzke weist immer wieder darauf hin, dass die Atlantische Strömung (Atlantic Meridional Overturning Circulation, kurz AMOC), zu der auch der Golfstrom gehört, auch starken natürlichen Schwankungen unterliegt, und dass nicht jede Abschwächung einfach dem „menschengemachten” Anteil am Klimawandel zugeschlagen werden kann. Ähnlich Saeger hält er auch einen plötzlichen Zusammenbruch der Strömung für sehr unwahrscheinlich.
Das alles, wie gesagt, würde in Beiträge zu diesem Thema gehören. So, wie auch die Tatsache, dass sich selbst der IPCC-Bericht insgesamt nicht so katastrophisch liest wie seine Zusammenfassung durch den Spiegel oder Luisa Neubauer oder Umweltministerin Svenja Schulze („der Planet schwebt in Lebensgefahr“). Der IPCC-Text weist unter anderem darauf hin, dass die „Häufigkeit und Intensität von Kälteereignissen abgenommen hat“, was nicht ganz unwichtig ist angesichts der Tatsache, dass weltweit deutlich mehr Menschen an zu großer Kälte als zu großer Hitze sterben. Das IPCC beschreibt außerdem, wie die zunehmende CO2-Konzentration zu einer weltweiten Zunahme der Grünflächen führt.
In einer halbwegs austarierten Darstellung müsste auch genannt werden, wie viele Endzeit- und Zusammenbruchsvorhersagen bisher schon stillschweigend auf dem Prognosefriedhof verscharrt wurden. Etwa im Jahr 2007 die breit durch die Medien geschickte Prophezeihung von US-Wissenschaftlern, die arktische See würde schon 2013 im Sommer eisfrei und ein entscheidender Klima-Kipppunkt erreicht sein.
Der damals führend beteiligte Forscher meinte, seine Prognose sei „schon zu konservativ“. Im Jahr 2009 sagte Al Gore in „fünf bis sieben Jahren“ ein eisfreies Meer hoch im Norden voraus, natürlich auch wieder als finalen und katastrophischen point of no return.
(In der Gegenwart hat sich der Zeitpunkt der eisfreien sommerlichen arktischen See in vielen Prognosen auf 2035 verschoben)
Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von Wissenschaftlern – etwa der oben erwähnte Jochen Marotzke oder der langjährige IPCC-Mitautor Hans von Storch – die vor der ständigen Ausrufung immer neuer Kipppunkte, Klimazusammenbrüche und Endzeiten warnen, weil ihnen aufgeht, dass diese Art Daueralarm ihre eigene Debatte zerstört. Die Intelligenteren merken, dass ein ganz anderer Kipppunkt mittlerweile schon erreicht ist: Während eine mediale und politische Gemeinde immer härten Katastrophendröhnung braucht, um die Wirkung bei sich konstant zu halten – ein bekanntes Problem bei bewusstseinsverändernden Substanzen – schaltet ein anderer Teil der Öffentlichkeit ab. Oder ertaubt durch den Sirenenton, der sich in diesem Klimawahlkampf noch einmal erheblich steigert.
Abwägungen und Ambivalenz findet sich im Klimajournalismus nur noch auf einigen Inseln (beispielsweise bei Axel Bojanowski in der Welt und Fritz Vahrenholt bei TE).
Aber so gut wie nichts davon bei öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und Magazinen wie Spiegel und Stern. Wo eine Zusammenfassung der pessimistischsten IPCC-Prognosen und der dramatischsten Untergangsankündigungen nicht mehr reicht, darf dort auch die agitatorische Brechstange zum Einsatz kommen.

Der Stern, dem nach Aussage seiner Chefredaktion über das Klima „nicht mehr neutral“ berichten will, und sich kürzlich selbst dafür geißelte, nicht alarmistisch genug zu sein, veröffentlichte unmittelbar nach der Flutkatastrophe an Ahr und Wupper eine Karte, die zeigen sollte, wie extrem die Niederschlagsmenge (natürlich klimabedingt) in den vergangen Jahren zugenommen hätte. Das würde allen Messergebnissen widersprechen, die laut Deutschem Wetterdienst eine moderate Zunahme der Niederschlagsmenge in Deutschland seit 1890 um 10 Prozent verzeichnen, aber keinen Trend für den Sommer. Die Stern-Karte zeigte auch gar nicht die Niederschlagsmenge. Sondern die Zahl der Messpunkte, von denen es heute deutlich mehr gibt als früher.
Erst, als unter anderem der Wissenschaftler, der die Karte zur Verfügung gestellt hatte, auf die Manipulation hinwies, entfernte die Redaktion die Grafik, erzählte aber auch das nächste Märchen: die Karte sei „veraltet“ gewesen.

War sie überhaupt nicht. Sie zeigte nur etwas ganz anderes, als es die Stern-Redakteure ihren Lesern einreden wollten. Möglicherweise findet die stetig abschmelzende und neuerdings RTL zugeschlagene Redaktion ja noch heraus, warum ihre Leser flüchten, obwohl den Deutschen das Klima-Thema doch so wichtig ist. Und obwohl die Redakteure den Lautstärkeregler schon bis zum Anschlag aufreißen.
Zu der Erzählung von den Deutschen, die in großer Mehrheit der klimaapokalyptischen Rhetorik folgen, passen bestimmte Umfragen schlecht. Beispielsweise die von Civey in diesem Klimawahlkampf-August, nach der mehr Bundesbürger Greta Thunberg negativ empfinden als umgekehrt.

Hier zeichnet sich genau das oben Beschriebene ab: Für einen gar nicht so kleinen Teil der Gesellschaft ist der Kipppunkt schon erreicht. Er empfindet den Immerschlimmerismus als Zumutung. Trotzdem setzt sich ungebremst fort, wofür sich der Begriff Lauterbachisierung der öffentlichen Kommunikation geradezu aufdrängt. Die politische Figur Karl Lauterbach verwaltet inzwischen ihren eigenen Prognosefriedhof. Mittlerweile steht fest, dass es die tausenden Toten nicht gibt, die er nach den UEFA-Spielen in britischen Stadien voraussah. Ebenso wenig wie die Sterbewelle nach Aufhebung der britischen Corona-Maßnahmen nach dem 19. Juli. Es überrascht nicht sonderlich, wenn der SPD-Politiker jetzt versucht, vom Corona- ins Klimafach zu wechseln.
Auf beiden Gebieten gilt mittlerweile in großen Teilen des Polit- und Mediengeschäfts, dass jeder, der den Apokalyptikern nicht bedingungslos folgt, sich unter Leugner einsortiert findet. Einem Apokalyptiker wie Lauterbach schadet es bei den großen Sendeanstalten bisher nicht, wenn er sich eine eigene Realität zurechtmodelliert. Sein Gerede von „nebenwirkungsfreien Impfungen“ ist falsch, dumm, vor allem sogar kontraproduktiv, wenn es darum geht, Menschen von der Impfung gegen Covid-19 zu überzeugen (der Autor dieses Textes ist kein Impfgegner und selbst geimpft, allerdings Gegner einer Impfpflicht).
Zur immer tieferen Lauterbachisierung der Öffentlichkeit in diesen Wahlkampfwochen gehört auch, dass eine ZDF-Redakteurin sich gegen einen progressiven Presse- und Twittermob wehren muss, der ihr vorwirft, Robert Habeck im Sommerinterview tatsächlich ein paar journalistische Fragen gestellt zu haben, beispielsweisenach den grünen Wahlkampfpannen, statt ihm ausschließlich Stichpunkte zum Klima, zum Klima und Klima zu überreichen.
Nachfragen sind nicht mehr selbstverständlich, jedenfalls nicht, wenn der „Brad Pitt der deutschen Politik“ (Süddeutsche Zeitung) gegenüber sitzt. Dann nämlich erfüllen nicht ganz auf Linie gebürstete Fragen der ZDF-Journalistin laut Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der ZEIT und Lenin der bundesdeutschen Klimapolitik, den Tatbestand der „Parteilichkeit für Verdrängung“.
Im Unterschied zu vielen Klima-und Corona-Prognosen geht es in diesem gesellschaftlichen Klimazustandsbericht nicht um eine Zukunft in einigen Jahren und Modelle, sondern eher um Beobachtungen hier und jetzt.
Die Stufe, in der Apokayptik erste Medienschaffendenpflicht wird und auch nachweislich falsche Prognosen und Serie ihren Urhebern nicht schaden, ist schon erreicht. Der nächste Kipppunkt deutet sich schon an, wenn der grüne Umweltminister von Schleswig-Holstein Jan Philipp Albrecht eine Werbefirma bis an den Rand der strafrechtlichen Nötigung zwingen will, den Auftraggeber einer Anti-Grünen Plakatkampagne zu nennen.

Es sind die gleichen Grünen, die eine anonyme klimapolitische Negativ-Kampagne gegen die CDU kürzlich ganz dufte fanden – übrigens auf den Flächen der gleichen Werbefirma.
Die gleichen, die lange kein Problem mit einem ihrer Politiker aus Baerbocks Verband in Brandenburg hatten, der weiß, wer die Nazis sind, damit prahlte, Waffen beschaffen zu können, und vergangene Woche nur deshalb in Schwierigkeiten kam, als er auch noch in Verdacht geriet, sein Nacktfoto an einen Minderjährigen geschickt zu haben.

Ohne diese spezielle Dummheit könnte er sich noch mit anderen aus dem Grünmilieu öffentlich darüber freuen, dass in Baerbocks Wahlkreis systematisch Plakate der politischen Konkurrenz beschmiert werden.
So etwas passiert ja nicht nur für die gute, sondern die beste und wichtigste Sache der Welt, die logischerweise keine Ambivalenz und schon gar keine Widerrede duldet.
In welchem Maß das angeschlagene, aber noch halbwegs intakte gesellschaftliche Klima außer Kontrolle gerät, wenn die Grünen erst regieren – beziehungsweise, wie es gerade unter Kontrolle gerät – das kann sich jeder auch ohne Expertenstatus ausmalen.
Es steht der nächste Kipppunkt unmittelbar bevor.
Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier
Alarmzeichen nicht beachtet? Immer mehr Illegale aus Afghanistan schon vor der Machtübernahme der Taliban

Wie dumm und bräsig diese Bundesregierung agiert, wie weit sie von der Realität entfernt in ihrem Wolkenkuckucksheim leben, zeigt diese Meldung:
Im ersten Halbjahr hat die Bundespolizei deutlich mehr Einreisende aus Afghanistan aufgegriffen als im gesamten Jahr 2020. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben) mit Verweis auf die Statistik der Bundespolizei. Nach Angaben der Behörden wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 4.294 Mal unerlaubt eingereiste afghanische Staatsangehörige festgestellt, die überwiegend auf dem Luftweg via Griechenland gekommen waren.
Im gesamten Vorjahr waren es insgesamt 3.256 Fälle. In den letzten fünf Jahren waren die illegal eingereisten Afghanen zumeist an der Grenze nach Österreich aufgegriffen worden und gewöhnlich mit Pkws, Bussen und „zunehmend auch Lastwagen“ gekommen, so die Bundespolizei. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter geht nach der Machtübernahme durch die Taliban davon aus, „dass mehr Afghanen den Weg Richtung Türkei suchen werden“.
Es gebe seiner Ansicht nach mehrere Szenarien, in jedem Fall müsse Europa aber eine abgestimmte Flüchtlingspolitik mit den Nachbarländern Afghanistans betreiben, sagte Kiesewetter den Funke-Zeitungen. Er fügte hinzu, „auch mit dem Iran“. Das schließe den Aufbau großer Flüchtlingszentren ein, „vielleicht von der UNO geleitet und von der EU finanziert“.
Kiesewetter bedauerte, im Wahlkampf gehe die öffentliche Debatte an diesen Themen vorbei. „Wir laufen Gefahr, zu sehr auf den deutschen Bauchnabel zu schauen. Wir müssen jetzt vorbeugend agieren“, forderte der CDU-Politiker.
Nachträglich vorbeugend agieren? Solche dämlichen Sprüche sind typisch für die Politiker von heute.
Die Fluchtursache allerdings hätte man schon viel früher erkennen müssen. Die Machtübernahme der radikal-islamistischen Taliban hat nicht von jetzt auf heute stattgefunden. Das wussten die Flüchtlinge, das hätte also auch zumindest das Innenministerium wissen müssen.
Nun haben wir den Salat und die Tore werden wieder sperrangelweit aufgerissen. Die Alpenrepublik hingegen bleibt hart und denkt vor allen Dingen an die „eigene“ Bevölkerung“:
Österreich ist trotz der Machtübernahme durch die Taliban nicht bereit, künftig zusätzliche Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen. „Illegale Migration, die durch ein Dutzend sichere Länder verläuft, und wo sich Migranten ein Zielland einfach aussuchen, muss gestoppt werden“, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) unmittelbar vor den für Mittwoch geplanten Beratungen der EU-Innenminister der „Welt“ (Mittwochausgabe). „Es gibt keinen Grund warum ein Afghane jetzt nach Österreich kommen sollte.“
Er verwies darauf, dass sein Land in den vergangenen fünf Jahren mehr als 130.000 Menschen Schutz gewährt habe und damit an dritter Stelle in der EU liege. Davon wären knapp 35.000 Menschen Afghanen gewesen. „Alleine das zeigt klar und deutlich, dass die Diskussion über zusätzliche Aufnahme für Österreich kein großes Thema sein kann“, sagte der Minister weiter.
Zudem stellten vor allem junge Männer aus Afghanistan „eine große Herausforderung für das Integrations- und Sozialsystem dar“, weil es sich bei ihnen oftmals um Menschen mit „geringem Bildungsniveau“ oder um Analphabeten handele. Nehammer forderte, die Nachbarstaaten Afghanistans bei der Aufnahme von Flüchtlingen in die Pflicht zu nehmen. „Das heißt, oberste Priorität ist jetzt mit den Nachbarländern von Afghanistan zu reden, damit Schutz und Hilfe in der Region sichergestellt ist – ganz im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention.“
Die EU müsse jetzt „Vorkehrungen treffen, um eine Migrationsbewegung nach Europa zu verhindern“. Österreich will nach den Worten Nehammers möglichst weiterhin an Abschiebungen von Afghanen festhalten: „Wenn Abschiebungen auf Grund der Grenzen, die uns die europäische Menschenrechtskonvention setzt, nicht mehr möglich sind, müssen wir als Europäische Union Alternativen andenken. Abschiebezenten in der Region rund um Afghanistan wären eine Möglichkeit.“
Er wolle dies bei den Beratungen der EU-Innenminister am Mittwoch vorschlagen, sagte der Minister. Er ergänzte: „Das muss aufgrund vieler straffälliger Asylwerber – insbesondere aus Afghanistan – im Interesse der EU-Staaten sein und entspricht dem Grundgedanken der Genfer Flüchtlingskonvention, die auch Flüchtlinge verpflichtet, sich an die Gesetze des Gastlandes zu halten und dabei auch kein Verbot einer Ausweisung vorsieht.“
Wovon träumt dieser Mann? Die EU hat bekanntermaßen ganz andere Interessen. Sie will Europa neu durchmischen und wenn es geht, eine islamischen Großstaat hier einrichten. Da passen die Afghanen wunderbar ins Konzept. (Mit Material von dts)
Akif Pirinçci: Die GRÜNEN sind die neuen Nationalsozialisten

Von AKIF PIRINCCI | […] Die GRÜNEN sind die neuen Nationalsozialisten. Bevor ich die Unterschiede zwischen diesen neuen Nazis und den alten darlege, möchte ich auf ihre Gemeinsamkeiten hinweisen. Wie die alten Nationalsozialisten sind die GRÜNEN in ihrem Kern nur notdürftig camouflierte Kommunisten und Totalitäre. Allerdings was sie und ihr vergrünisiertes Umfeld betrifft nur mit […]
Absurd: Schauspieler müssen gleiche Identität wie ihre Rollen haben
Der bekannte Streaminganbieter mit dem großen „A“ hat sich neue „gerechtere“ Regeln gegeben. Gerechtigkeit? Hört sich gut an, oder? Aber die Vorgaben für die Film- und Serienproduzenten haben es in sich: Demnach dürften Homosexuelle nur noch von Homosexuellen dargestellt werden, Behinderte nur noch durch Behinderte. Aber ist das dann noch Schauspielerei?
- Politisch korrekt: Amazon Studios möchten Diversität abbilden
- Schauspieler müssen künftig nicht nur nach Können, sondern auch nach anderen Kategorien ausgesucht werden
- Zu kurz gedacht oder darf künftig ein Brite keinen US-Bürger mehr darstellen?
- „Spielt“ ein Schauspieler dann überhaupt noch eine Rolle?
Von Achim Baumann
Mitwirkende werden in Schubladen eingeteilt
Die neuen Inklusionsregeln bei den Amazon Studios sollen künftig nicht nur regeln, wer an der Produktion beteiligt ist, sondern auch, welcher Schauspieler welche Rollen spielen darf. In den Richtlinien wird den Produzenten vorgegeben, dass in Zukunft nur noch Schauspieler engagiert werden dürfen, deren Geschlecht, Geschlechtsidentität, Nationalität, Ethnizität, sexuelle Orientierung, Behinderung, mit den dargestellten Figuren, die sie mimen, übereinstimmen. Auf den ersten Blick klingt das logisch: Eine Frau spielt eine Frau, ein Mann einen Mann.
Aber auf den zweiten Blick wird es dann schon schwierig: Darf beispielsweise ein Bisexueller einen Homosexuellen spielen? Oder wer darf beispielsweise einen Herrscher im alten Athen spielen? Nur ein Grieche? Und kann ein wirklich schwer Behinderter überhaupt eine Rolle als Behinderter spielen? Wie hätte beispielsweise ein Schauspieler im weltweiten Kassenschlager „Rain Man“ aussehen sollen, dessen titelgebender Autist von Dustin Hoffmann verkörpert wurde? Denn wenn der Film heutzutage gedreht werden würde, dürfte der weltberühmte Mime den Autisten Babbitt eben nicht spielen.
Erst die Regisseure – nun die Schauspieler
Die neue Regelung folgt der jahrelangen Diskussion über die Vergabe der Oscars: von politisch-korrekter Seite wurde stets bemängelt, dass zu wenige Regisseure und auch zu wenige Schauspieler, die schwarz oder weiblich waren, ausgezeichnet wurden. Das führte zu einem Umdenken, weshalb krampfhaft nicht nur nach schauspielerischer Leistung, sondern nach Kategorien wie Rasse oder Geschlecht prämiert wurde. Nun hat man „Diversity“-Regeln sogar in ein starres Korsett für Produzenten gepackt – und so die Abkehr von der SCHAU-spielerei eingeläutet!
Das Gegenteil von „gut gewollt“
Man möchte Diversität zeigen, heißt es recht naiv von Seiten der Amazon Studios. Politisch korrekt möchte man eben alles gerechter darstellen – hat aber offenbar nicht bedacht, was dies für die Schauspielerei letztlich heißt. Denn bislang war ein guter Schauspieler in der Lage fast alles zu spielen, nun dürfte er nur noch das spielen, was er selbst ist. Dabei lebt die Kunst der Schauspielerei ja genau von der Überzeugungskraft des Mimen, egal was oder wen er darstellt.
Ein Yul Brynner beispielsweise konnte einen ägyptischen Herrscher, einen mexikanischen Pistolero, einen siamesischen König, einen russischen Intellektuellen, einen jugoslawischen Partisanen, einen US-amerikanischen Mafiakiller und einen französischen Freibeuter spielen – und überzeugte in nahezu jeder seiner Rollen. Eine solche – heutzutage „stereotyp“ genannte – Besetzung wird künftig nicht mehr zulässig sein.
Ganz großes Kino? Nein!
So verwundert es nicht, dass ansonsten politisch korrekte Medien auf die möglichen Widersprüche solcher „Diversity“-Regelungen hinweisen. Kommentatoren sogar aus dem linken Spektrum kommen zum Schluß, dass die Richtlinien von Amazon Studios ein „ärmlicher Versuch sind, Fortschritt zu demonstrieren„.
Amazon Studios inkonsequent?
Wenn Amazon Studios indes konsequent wären, müssten sie alle Filme aus dem Programm nehmen, die nicht ihren neuen Richtlinien entsprechen. Das wäre aber der überwiegende Teil des Angebots. Und das wird sich das politisch-korrekte Unternehmen nicht trauen, ruckzuck würde sich die Anzahl der Kunden reduzieren. Und wer künftig nicht seltsam anmutende politisch-überkorrekte Serien und Filme sehen möchte, wählt eben Filmkost von früher aus. Da mussten Filme und Serien nur spannend und schauspielerisch überzeugend sein…
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LGBT-Aktivisten projizieren Mohammed-Karikatur auf DITIB Sehitlik Moschee
(David Berger) Die Aktvistengruppe PixelHELPER, die sich u.a. für die Freiheit der Kunst und gegen die Verfolgung jüdischer sowie homo- und transsexueller Menschen im Islam stark macht, provoziert mit einer mutigen Aktion.
Der Beitrag LGBT-Aktivisten projizieren Mohammed-Karikatur auf DITIB Sehitlik Moschee erschien zuerst auf Philosophia Perennis.
Die idiotische Antwort auf die globale Erwärmung: Wasserstoff

Wasserstoff! Er ist die offensichtliche und perfekte Antwort auf die durch menschliche CO2-Emissionen verursachte globale Erwärmung. Anstatt Kohlenwasserstoffe (fossile Brennstoffe) zu verbrennen, können wir den Kohlenstoffanteil weglassen, nur den Wasserstoff verbrennen und nichts als reinen Wasserdampf freisetzen. H2 + O = H2O! Also keine CO2-Emissionen mehr. Warum ist eigentlich niemand früher auf diese Idee gekommen?
Eigentlich sind Ihnen die Genies in diesem Punkt weit voraus. Präsident George W. Bush warb bereits 2003 für die kommende „Wasserstoffwirtschaft. („In seiner Rede zur Lage der Nation 2003 rief Präsident Bush seine Wasserstoff-Kraftstoff-Initiative ins Leben. Ziel dieser Initiative ist es, in Partnerschaft mit dem Privatsektor die für eine Wasserstoffwirtschaft erforderliche Forschung und Entwicklung zu beschleunigen.“).
Barack Obama wollte dabei natürlich nicht ins Hintertreffen geraten. Im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz 2015 verkündete Obamas Energieminister Ernest Moniz: „Wasserstoff-betriebene Motoren ebnen den Weg zur Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt für saubere Energie und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und Unternehmen im ganzen Land.“
Und dann ist da noch der größte Wasserstoff-Enthusiast von allen, der britische Premierminister Boris Johnson, der verspricht, dass sein Land an der Schwelle zur „Wasserstoff-Wirtschaft“ steht. („Gegen Ende 2020 veröffentlichte Premierminister Boris Johnson Einzelheiten eines 10-Punkte-Plans für eine so genannte ‚grüne industrielle Revolution‘. . . In diesem Jahr wird die Regierung auch eine Wasserstoffstrategie veröffentlichen, die ‚Pläne‘ zur Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft in Großbritannien skizzieren wird.“)
Und nicht zu vergessen: Kalifornien. In meinem Beitrag von vor zwei Tagen über die kalifornischen Pläne für kohlenstofffreie Elektrizität findet sich ein Diagramm, aus dem hervorgeht, dass bis 2045 etwa 40 GW an so genannten „Zero Carbon Firm“-Ressourcen zur Verfügung stehen sollen. Was ist damit gemeint? Im Druck unter dem Diagramm wird es verraten: „Wasserstoff-Brennstoffzellen“. (Die derzeitige Menge an Wasserstoff-Brennstoffzellen, die Strom ins Netz einspeist, beträgt 0.)
Im Grunde ist Wasserstoff also die perfekte Antwort auf unsere Probleme, oder? Falsch. Nur ein Idiot könnte glauben, dass Wasserstoff irgendeinen materiell nützlichen Beitrag zur Energieversorgung der Welt leistet.
Für viele der folgenden Informationen werde ich mich auf einen Bericht vom 6. Juni 2020 stützen, den John Constable für die Global Warming Policy Foundation verfasst hat. Ohne den ausgezeichneten Bericht von Mr. Constable in irgendeiner Weise herunterspielen zu wollen, habe ich viele der gleichen Punkte in einem der allerersten Beiträge auf diesem Blog im November 2012 mit dem Titel „The Hydrogen Economy“ dargelegt. Dieser Beitrag basierte hauptsächlich auf meinem laienhaften Verständnis des Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Das ist wirklich alles, was man wissen muss, um zu erkennen, dass Wasserstoff als Hauptenergiequelle für die Wirtschaft überhaupt keinen Sinn macht.
Worin besteht also der grundlegende Fehler in der Idee einer wasserstoffbasierten Energiewirtschaft? Constable formuliert es folgendermaßen: „Da elementarer Wasserstoff, H2, hochreaktiv ist, kommt er in der Natur nur in geringen Mengen auf der Erdoberfläche vor, ist aber in einer Vielzahl von Verbindungen vorhanden.“ Mit anderen Worten: Der Wasserstoff steht nicht zur freien Verfügung, sondern ist bereits mit etwas anderem verbunden; und um den Wasserstoff zu trennen, damit man freien Wasserstoff zur Verfügung hat, muss man Energie zuführen. Sobald man die Energie hinzugefügt hat und den freien Wasserstoff hat, kann man ihn verbrennen. Aber hier kommt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik ins Spiel. Aufgrund unvermeidlicher Ineffizienzen in den Prozessen erhält man bei der Verbrennung des Wasserstoffs weniger Energie zurück, als man zur Freisetzung des Wasserstoffs aufgewendet hat. Egal, wie man das Problem angeht, der Prozess der Freisetzung von Wasserstoff und seiner anschließenden Verbrennung kostet mehr Energie als er erzeugt.
[Hervorhebung vom Übersetzer]
Glauben Sie, dass jemand in unserer politischen Führung oder in der Bürokratie dies verstehen könnte? Verlassen Sie sich nicht darauf.
Constable geht dann noch viel weiter ins Detail, und je tiefer er einsteigt, desto lächerlicher erscheint das Wasserstoffprojekt. Da sich der gesamte Wasserstoff zunächst mit irgendetwas verbindet, wo könnte man dann eine Quelle für große Mengen Wasserstoff finden? Constable: „Es gibt nur wenige Quellen, die sich entweder auf Wasser, fossile Kohlenwasserstoffe oder Biomasse beschränken.“
Die Bindung von Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser ist eine hochenergetische Angelegenheit, die daher viel Energie erfordert, um sie zu lösen. Nehmen wir also an, der Wasserstoff wird aus Erdgas gewonnen. Das ist in der Tat die Hauptquelle für große Mengen reinen Wasserstoffs für industrielle Zwecke. Constable beschreibt einen gut etablierten Prozess namens „Dampf-Methan-Reformation“ (SMR), bei dem Dampf durch Erdgas (Methan oder CH4) geleitet wird. Die Bindung wird gebrochen und der Wasserstoff wird freigesetzt. Voilà! Aber was passiert mit dem Kohlenstoff? Er wird natürlich auch freigesetzt und verbindet sich mit dem Sauerstoff aus der Luft zu CO2.
Moment! Die ganze Intention hinter diesem teuren Prozess war, die Freisetzung von CO2 zu vermeiden. Wir brauchen also eindeutig einen weiteren Schritt. Im britischen Vorschlag zur Schaffung der „Wasserstoffwirtschaft“ mussten sie Verfahren zur „Kohlenstoffabscheidung und -speicherung“ einbeziehen, um das CO2 abzuscheiden, bevor es in die Atmosphäre gelangt, eben um genau das zu verhindern. Allerdings haben sie noch nicht herausgefunden, wie sie alles abscheiden können. Man hofft auf eine Abscheidungsrate von vielleicht 85-90 %. Es stellt sich also heraus, dass dieses Verfahren trotz seiner zusätzlichen Kosten keineswegs emissionsfrei ist.
Und dann ist da noch die nächste offensichtliche Frage: Warum wird das Erdgas nicht einfach verbrannt? Anstatt Energie in den Prozess der „Dampf-Rreform“ zu stecken, wird bei der Verbrennung des Kohlenstoffs eine große Menge an nutzbarer und nützlicher Energie frei. Und was das CO2 angeht, so erhalten Sie genau die gleiche Menge. Wenn Sie darauf bestehen, dass das CO2 abgetrennt werden muss, können Sie versuchen, es bei diesem Prozess abzutrennen, anstatt bei der Dampf-Rreform. Auch hier werden Sie nicht 100 % erhalten, aber es ist wirklich kein Unterschied.
Abgesehen von der Optik. Im ersten Szenario behaupten Sie, Sie würden „sauberen, reinen Wasserstoff“ verbrennen. Im zweiten Szenario verbrennen Sie Erdgas, so wie wir es seit Jahrzehnten tun. Können die Menschen wirklich darauf hereinfallen?
Der ganze Beitrag steht hier.
Link: https://wattsupwiththat.com/2021/08/13/the-idiots-answer-to-global-warming-hydrogen/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




