(Symbolbild:Imago)
Im Getöse um die Impfpflicht ging diese Woche ein wichtiges Detail in der anhaltenden Debatte, wer denn eigentlich als „immunisiert“ gilt, glatt verloren: In einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages am Mittwoch versetzten einige medizinische Sachverständige dem derzeit geltenden Corona-Narrativ nämlich einen weiteren Stoß. Grund der Anhörung war ein Antrag der Unionsfraktion gewesen, die im Januar vom Robert-Koch-Institut (RKI) völlig willkürlich vorgenommene Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate – die unter anderem eine Vielzahl widersprüchlicher Urteile über deren Rechtmäßigkeit zur Folge gehabt hatte – wieder zurückzunehmen. Dies sei unerlässlich, weil diese Rückstufung in einem von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und seinem RKI-Servicebüttel Lothar Wieler ausgeheckten Spontanentschluss quasi par ordre du mufti, also ohne jede Rücksprache und ohne nachvollziehbare Begründung, erfolgt sei – und im übrigens auch den übrigen europaweiten Regelungen zur Geltungsdauer des Genesenenstatus (sechs bis zwölf Monaten) entspreche.
Im Sinne Lauterbachs erklärte der Rechtsexperte Prof. Dr. Franz Mayer von der Universität Bielefeld vor dem Ausschuss zunächst, dass die Dauer des Genesenenstatus durch die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten durchaus national festgelegt werden könne, auch wenn es andere europäische Vorgaben gebe, und die EU-Vorgaben in diesem Bereich somit unverbindlich seien. Also läge durch die Verkürzung der Zeitspanne der Genesenenfrist von 90 Tagen in Deutschland kein Verstoß gegen Grundfreiheitsgarantien vor. Diese formale Sicht bestätigt allerdings nur die prinzipielle Rechtmäßigkeit der Norm als solche, nicht ihre inhaltliche Sinnhaftigkeit.
Kein Grund zur Schlechterstellung von Genesenen
Hierzu kam Erhellendes vom Virologen Hendrik Streeck: Was den Schutz von Geimpften und Genesenen betrifft, betonte dieser, zumindest durch die Omikron-Variante komme es auch bei doppelt Geimpften und Geboosterten zu erheblichen Infektionen (auch wenn Streeck natürlich nicht um das quasireligiöse Eingangsbekenntnis umhinkam, dass die die Corona-Impfungen „vor schweren Verläufen schützen”). Aus einschlägigen Studien, so der Bonner Virologe, gehe jedoch hervor, dass eine überstandene Corona-Erkrankung einen ebenso langen Schutz vor einer erneuten Infektion biete wie die Impfung. Dasselbe gelte für schwere Krankheitsverläufe. Vor diesem Hintergrund muss also eigentlich über eine Verlängerung des Genesenenstatus nachgedacht werden, nicht seine Verkürzung.
Noch deutlicher wurde der Lungenspezialist Dr. Thomas Voshaar: Er hob hervor, dass es in der Medizin im Grunde überhaupt keine zeitliche Befristung für den Genesenen-Zustand gebe. Entscheidend sei bei Corona wie bei jeder Krankheit, schwere Verläufe und Tod durch das Virus zu verhindern. Wenn zwar auch Voshaar an der Legende festhält, dass „Impfungen hervorragend vor einem schweren Verlauf schützen” (eine Aussage, die bei einer Erkältungskrankheit praktisch nicht überprüf- bzw. widerlegbar ist, bei der auch schon vor Verfügbarkeit der Impfung 99,6 Prozent der Infizierten keine schweren Verläufe erlitten!), stellte er klar, dass für eine Genesung nach Sars-CoV2 dasselbe gelte. Deshalb, so Voshaar, gebe es überhaupt keinen Grund, Genesene schlechter zu stellen als Geimpfte. Mit Blick auf die 90-Tage-Regel beklagte Voshaar die dadurch verursachte Unklarheit, da viele Menschen nicht wüssten, was sie nach dem offiziellen Ablauf des Genesenstatus tun sollten.
90-Tage-Regelung sinnlos
Zu guter Letzt spricht auch aus Sicht der Gesellschaft für Virologie (GfV) nichts gegen eine Gleichsetzung von Genesenen mit Geimpften: In der jetzigen Lage schütze weder eine durchgemachte Infektion noch eine Impfung vor einer möglichen Neuinfektion. Nach einem Durchbruch könne das Virus weitergegeben werden. Deshalb mache es auch keinen Sinn, sich mit der 90-Tage-Regelung von den Nachbarstaaten abzugrenzen, wo die Lage ganz ähnlich sei wie in Deutschland.
Die entscheidende Konsequenz aus diesen nochmals im Ausschuss zusammengefassten Erkenntnissen birgt freilich Zündstoff: Denn wenn es stimmt, dass eine durchgemachte Omikron-Infektion denselben Antikörper- oder Immuneffekt wie eine Impfung aufweist (oder womöglich gar einen besseren, ganz abgesehen davon, dass bei dieser Form der Immunisierung keine Nebenwirkungen auftreten!), dann kann die gesamte Impfkampagne getrost abgeblasen und zu den Akten gelegt werden. Seit nun schon Monaten infizieren sich jede Woche zwischen 700.000 und 1,5 Millionen Deutschen neu (geimpfte wie auch ungeimpfte); knapp 22,5 Millionen Deutsche hatten offiziell Corona, unter ihnen auch ein erheblicher Teil der Nichtgeimpften. Die tatsächliche Zahl dürfte bei mehr als dem doppelten liegen, doch durch Omikron dürfte bis spätestens Jahresende die „Durchsuchung“ von über 60 Prozent erreicht sein. Wenn Genesene genauso (oder besser) geschützt sind als Geimpfte, braucht kein Mensch mehr eine Impfkampagne – sogar dann nicht, wenn die Impfungen wirklich wirkten und frei von Nebenwirkungen wären (was sie nicht sind).
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