Maskenmann, Testhallodri, Impfhohepriester: Jens Spahn (Foto:Imago)
Kein Minister ist in dieser Pandemie schamloser, rücksichtsloser, gewissenlosr und skrupelloser mit dem Geld der Steuerzahler umgesprungen als der Minister, dem auch ansonsten Feingefühl und Instinkt in einem für Spitzenpolitiker an sich untragbaren Maß abgehen: Dass ausgerechnet Jens Spahn dieser Tage wieder als ein möglicher Unions-Nachfolgekandidat gehandelt wird, ja dass er überhaupt noch im Amt ist, ist ausschließlich zu erklären mit Totalgeneration politischen Anstands, eingeebneten Anforderungen an politisches Personal und vor allem einem pervertierten Verständnis von Restcompliance.
Für jeden einzelne der zahllosen Affären, die sich dieser Parvenü (der seine Laufbahn als Pharmalobbyist in seinen Entscheidungen bis heute fortsetzt) seit Beginn des Corona-Zeitalters geleistet hat, ohne je dafür den Kopf hingehalten oder Verantwortung übernommen zu haben, wäre jeder Minister in Vormerkelzeiten zehnmal gefeuert worden, und niemand hätte politisch mehr ein Stück Brot von ihm genommen. Spahn hingegen darf weiter dilettieren, Gelder verbrennen und fragwürdige Interessen vertreten.
Das jüngste Kapitel von Spahns Ruhmesblatt handelt von seinen Bemühungen, die ins Stocken geratene – man könnte nach der politischen Lesart vom Frühjahr auch sagen: ausgereizte und damit erfüllte – Impfkampagne mit einem aberwitzigen, kaum zu rechtfertigenden Kostenaufwand irgendwie weiterzufahren. Hierzu hatten sich Spahns Leute, , wie „Bild“ berichtet, – entweder seine über 700 Beamten oder hochdotierte externe Berater – ein famos kreativen Gimmick einfallen lassen: Die „bundesweite Impf-Aktionswoche“ Mitte September.
Wir haben’s ja: Über 1.000 Euro pro Impfung
Um zumindest annähernd irgendwie noch einmal an die Impfzahlen vom Sommer heranzukommen – wie etwa an den bisherigen Rekord seit Beginn der Kampagne in der Kalenderwoche 23 vom 7. bis zum 13. Juni mit 2.409.442 Erstimpfungen – griff Spahn tief in die Tasche der Bürger: Ungeheuerliche 5,726 Millionen Euro schmiss sein Ministerium zum Fenster raus, um diese Wochenaktion unter dem Hashtag „#HierWirdGeimpft“ zu promoten.
Was wurde mit diesem Eine-Woche-Werbebudget erkauft? Die Antwort ist mehr als blamabel: Nichts. Es wurde fast exakt der Wert der Vorwoche (rund 520.000 Erstimpfungen) gehalten, genauer gesagt wurden ganze 5.544 Spritzen verabreicht. Umgerechnet auf die Werbekosten entsprach dies 1.039 Euro pro Impfung; ein absolutes Unding – und Geldverschwendung deluxe. Nicht einmal einen Folgeeffekt hatte Spahns Misswirtschaft: Bereits die Woche drauf sanken die Erstimpfungszahlen weiter – auf rund 444.000 Dosen.
Wie üblich wird Spahn für diese Steuervernichtung nicht zur Rechenschaft gezogen werden – so wenig wie für den 2-Milliarden-FFP-Witz, für seine betrugsanfällige Schnelltest-Infrastruktur, für seine überteuerte, praktisch überflüssige, Corona-Warn-App, für Klinikzahlungen und Bettenpauschalen während der Lockdowns – und vor allem für seine „freihändigen“ Entscheidungen und Milliarden-Verschwendungen im Jahrhundert-Skandal um die Masken. Von all den weiteren Zumutungen um Personalentscheidungen (wie im Fall des Ehemanns von Hendrick Streeck) und seinen Immobiliengeschäften (die im Fall seiner Schöneberger Wohnung den Anfangsverdacht der Untreue begründen und im Fall seiner 4,2-Millionen-Villa den Volkszorn hätten kochen lassen müssen) ganz zu schweigen.

