Eric Zemmour bei einem Wahlkampfauftritt in Paris (Foto:Imago)
Knapp drei Wochen vor Beginn der französischen Präsidentschaftswahlen hat der rechtskonservative französische Präsidentschaftskandidat Éric Zemmour mit Aussagen in einem Interview für wohlkalkuliertes und erwartbares Aufsehen gesorgt: Präsident Emmanuel Macron habe in seiner Amtszeit zwei Millionen Ausländer ins Land gelassen; er, Zemmour, wolle nun im Falle seines Wahlsieges innerhalb von fünf Jahren eine Million Ausländer aus Frankreich ausweisen. Dies sei nötig, um „illegale Einwanderer, Straftäter und ausländische Kriminelle“ zurückzuschicken. Zemmour wörtlich: „Was ich möchte ist: alle Menschen ausweisen, die wir nicht mehr bei uns haben wollen.” Hierfür soll ein „Ministerium für Remigration” geschaffen werden. Zudem tritt er für einen völligen Einwanderungsstopp ein.
Deutsche Migrationsfans und Willkommenskultur-Onanisten bekommen bei solchen Äußerungen erwartbare Schnappatmung; dabei verkennen sie, dass sich Zemmours Forderung nur auf solche Ausländer bezieht, die in Frankreich für Straftaten, religiösen Fanatismus, Terror oder Mord und Totschlag verantwortlich sind oder die Fünfte Republik in ihren Grundfesten ablehnen – und auch solche, die bereits ausreisepflichtig sind. In Deutschland mit seinem akuten Abschiebestau und mehr als einer Viertelmillion ausreisepflichtigen, gleichwohl geduldeten Migranten und abgelehnten Asylbewerbern ist das Musterbeispiel eines Staates, der das Rechtsstaatsprinzip in seiner Einwanderungspolitik bereits vollends über Bord geworfen hat.
Den Finger in objektive Wunden gelegt
Zemmour befürwortet für Frankreich insbesondere auch die Rückführung von Ausländern, die in den sogenannten „S-Akten” registriert sind: Dabei handelt es sich um Personen, die Polizei und Geheimdiensten aus Gründen der nationalen Sicherheit bekannt sind. Dazu gehören etwa auch Atomkraftgegner oder Anarchisten. Mit dieser und anderen als „radikal“ empfundenen Forderungen, die strenggenommen nur Notwehrmaßnahmen eines von gravierenden Auflösungserscheinungen gezeichneten Staates darstellen, hat sich Zemmour seit Ankündigung seiner Präsidentschaftskandidatur zum Schrecken des politisch-medialen Komplexes in Frankreich gemacht, gegen den selbst Marine Le Pens „Rassemblement National“ (RN) wie eine liberale Bürgerpartei gilt. Rechter als Zemmour steht praktisch nur noch Attila der Hunne.
Und doch: Immer wieder legt den Finger in die Wunden der Republik, prangert die katastrophalen Folgen der millionenfachen islamischen Zuwanderung in Frankreich an und geißelt die dadurch entstandenen Parallelgesellschaften. In der Rede, in der er seine Kandidatur begründete, traf Zemmour den Nerv vieler Franzosen, als er feststellte: „Seit Jahren werden Sie von einem Gefühl bedrängt, dass Sie bedrückt und verfolgt: ein seltsames und tief greifendes Gefühl der Enteignung. Sie gehen durch die Straßen Ihrer Städte, und Sie erkennen sie nicht. (…) Sie sind nicht umgezogen. Und doch haben Sie das Gefühl, nicht mehr zu Hause zu sein. Sie haben Ihr Land nicht verlassen, aber es ist, als ob Ihr Land Sie verlassen hätte. Sie fühlen sich wie ein Fremder in Ihrem eigenen Land. Sie sind innerlich vertrieben. (…) Natürlich hat man Sie verachtet. Die Mächtigen, die Eliten, die Wohlmeinenden, die Journalisten, die Politiker, die Akademiker, die Soziologen, die Gewerkschafter, die religiösen Autoritäten sagten Ihnen, dass das alles ein Trugbild sei, und dass das alles falsch sei. Aber mit der Zeit haben Sie verstanden, dass diese es waren, die sich etwas vormachten, dass diese es waren, die alles falsch gesehen haben, dass diese es waren, die Ihnen geschadet haben. (…) Die Einwanderung ist nicht die Ursache all unserer Probleme, auch wenn sie sie alle verschärft. Der Abstieg unseres Landes und unseres Volkes zu einem Drittweltland lässt es nicht nur verarmen, er zerreißt es. Er ruiniert es ebenso wie er es quält.”
Remigration täte auch bei uns Not
Diese Diagnose ließe sich wortgleich auch auf Deutschland anwenden, das gerade erneut einen politisch mehr oder weniger subtil geförderten, neuerlichen Kontrollverlust an seinen Grenzen erlebt und de facto überhaupt keinen Überblick mehr hat, wer ins Land kommt – und das, nachdem nicht einmal die über zwei Millionen allein offiziell bekannten Zuwanderer aus dem islamischen Kulturkreis seit 2015, während der letzten „Aufnahmerunde”, verdaut sind – die ihrerseits durch fleißig gezeugten Nachwuchs und Familiennachzug perspektivisch bis 2040 für 10 bis 15 Millionen zusätzliche Muslime in Deutschland sorgen werden. Derweil bleibt „Integration“ auch bei uns nichts als eine politische Lebenslüge und ein Desiderat abgehobener Intellektueller, das auf den Straßen, in den Schulen und in immer mehr umgekippten Problemvierteln täglich mehr widerlegt wird. Tatsächlich bräuchten wir genau das, was Zemmours Plan für Frankreich vorsieht, auch bei uns: Ein Ministerium für Remigration, nicht für Migration – um die soziale und finanzielle Kernschmelze noch zu stoppen, die uns eine explodierende Problemzuwanderung beschert.
In Frankreich wird es dazu allerdings genauso wenig kommen wie in Ampeldeutschland: Macron dürfte seine Wiederwahl infolge des Ukraine-Krieges so gut wie sicher sein, weil Zemmour durch seine demonstrative Nähe zu Putin diskreditiert ist – und solange sich der Kontinent vor einem Atomkrieg ängstigt, interessieren die Kernthesen Zemmours zu Zuwanderung und Islamisierung aber auch zur Beseitigung autoritärer Impf- und Corona-Maßnahmen kaum jemanden mehr.
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