Sargnagel Corona – oder Impfung? (Symbolbild:Imago)
Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich: Ausweislich des Statistischen Bundesamtes ist die zunehmende, massive Übersterblichkeit 2021 in Deutschland „nur zum Teil auf die gemeldeten Corona-Todesfälle” zurückzuführen. Der in einer „Pandemie“ an sich naheliegende Sondereinflussfaktor erklärt diese dramatische Entwicklung mithin NICHT. Auch die zweite vermeintliche Erklärung – die zunehmende Überalterung der Gesellschaft und ein damit einhergehender leichter Überschuss an alljährlichen Todesfällen – erklärt den Anstieg nicht: „Von März 2020 bis Mitte November 2021 sind in Deutschland mehr Menschen verstorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre“, sagte der Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes, Christoph Unger, heute in Wiesbaden. Selbst wenn man beide kumulierten Effekte – Corona und demographische Entwicklung – herausrechnet, bleibt eine deutliche und besorgniserregende Übersterblichkeit.
2020 starben insgesamt fünf Prozent mehr Menschen als 2019; da allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung nur ein Anstieg der Sterbefallzahlen um zwei Prozent zu erwarten gewesen wäre, wurde der zusätzliche Anteil auf Corona geschoben. Allerdings nimmt die Übersterblichkeit in den letzten Monaten deutlich zu – und sie ist immer weniger auf Covid zurückzuführen. So können, schreibt „Focus„, die seit Anfang Oktober beim Robert-Koch-Institut gemeldeten Covid-Todesfälle beispielsweise nur ungefähr ein Drittel der gestiegenen Übersterblichkeit in diesem Monat erklären. Seit Herbst ist der Wert der Übersterblichkeit gegenüber den mittleren Werten der Vorjahre massiv erhöht. Nachdem dieser im September bei 10 Prozent und im Oktober bei 9 Prozent gelegen hatte, zogen die Zahlen im November so richtig an: In den ersten beiden Novemberwochen (1. bis 7. und 8. bis 14. November) lagen die Sterbefallzahlen zu 16 bzw. 17 Prozent, in der dritten und vierten Novemberwoche (15. bis 21. und 22. bis 28. November) sogar zu 23 Prozent und 25 Prozent über den gemittelten Vorjahreswerten.
Heikles Rätselraten
Nun beginnt das politisch heikle Rätselraten zur Ursachenfindung. Dieses muss jedoch hochsensibel, sprich: auf massiv vermintem Gelände erfolgen, weil der „weiße Elefant im Raum“, die Impfung, als möglicher Grund selbstredend unter gar keinen Umständen (und nicht einmal hypothetisch) in Betracht gezogen werden darf. Dabei handelt es sich bei der Impfkampagne freilich um die einzige Variable, die im Vergleich zum Vorjahr (und allen früheren Jahren) neu ist.
Umso kreativer fischt man dafür im Trüben – und sucht den Grund für den unheimlichen Anstieg der Todeszahlen in anderen Erklärungen: So könne etwa eine „Dunkelziffer” an nicht gemeldeten Corona-Todesfällen eine Rolle spielen (äußerst unwahrscheinlich in einem Staat, der seit 20 Monaten jeden auch nur über drei Ecken als „Covid-Fall“ deklarierbaren „an-und-mit“-Verstorbenen in die Statistik presst, um den Blutzoll des Virus immer phantastischer aufzublasen), oder auch die „Spätfolgen von Corona-Erkrankungen”, spekuliert das Statistische Bundesamt. Möglicherweise zeigten sich aber auch die Auswirkungen von verschobenen Operationen und Vorsorgeuntersuchungen.
Und falls all dies als Ursache doch noch ausgeschlossen wird: Dann waren es vielleicht ja die Klimafolgen der Erderwärmung? Rechtsextreme, vielleicht sogar Außerirdische? Querdenker und Ungeimpfte als Brunnenvergifter? Oder haben wir es hier womöglich schon mit der nächsten, noch unentdeckten Pandemie zu tun? Auf gar keinen Fall aber, soviel ist sicher, liegt es an den nebenwirkungsfreie, gut verträglichen, unbedenklichen und hocheffizienten Covid-Impfstoffen. Auch dann nicht, wenn mit fortschreitender Impf- und Boosterquote die Sterblichkeit weiter durch die Decke schießt; eine Scheinkorrelation – was wohl sonst!

