In völlig ungezwungener Atmosphäre in einem Hotelzimmer in Los Angeles: So würde man sich nicht unbedingt ein Gespräch zwischen Fox-News-Moderator Tucker Carlson und Tesla-Boss Elon Musk erwarten.
Der Milliardär Musk, der im T-Shirt auftrat, präsentierte sich als tiefsinniger Denker. Was nicht zuletzt an dem jetzt im ersten veröffentlichten Teil behandelten Thema lag. Das war durch Musks Aussagen in den vergangenen Wochen und Monaten praktisch durch ihn selbst vorgegeben worden.
Musk: Vom Saulus zum Paulus?
So hatte sich ausgerechnet er, der als einer der Hauptförderer der künstlichen Intelligenz gilt, zuletzt für eine Pause bzw. eine Art Moratorium bei deren Entwicklung ausgesprochen. Nun fordert er sogar eine staatliche Regulierungsbehörde für derlei Software, da sie, so Musk wörtlich, „eine Gefahr für die Öffentlichkeit“ darstelle. Und zwar rechtzeitig. So würden im Normalfall Regeln erst dann eingeführt werden, wenn etwas passiert sei. Im Falle der „KI“ könnte das dann aber bereits zu spät sein. Von Carlson gefragt, ob es denkbar sei, dass die KI die Kontrolle übernehme und man sie nicht mehr abstellen könne, antwortete er schlicht: „Ja, absolut. In die Richtung geht es.“
Distanzierung von Microsoft
Neben Musk zählt Google-Mitbegründer Larry Page zu den wichtigsten Förderern künstlicher Intelligenz. Das von Musk mitbegründete Unternehmen „OpenAI“ wiederum stehe inzwischen völlig unter dem Einfluss von Microsoft. Beide, so der Milliardär, würden sich im Gegensatz zu ihm allerdings keine Gedanken um die möglicherweise katastrophalen Auswirkungen ihrer Entwicklungen machen. Ziel von Page bzw. Google sei eine künstliche Superintelligenz, ein digitaler Gott. Weshalb er nun neben der Forderung nach Regulatorien plant, eine Alternative für ChatGPT und Co. bereitzustellen. Weil er keine „KI“ wolle, die „eine Art Profit maximierender Dämon aus der Hölle ist“. Page habe ihn sogar als „Speziist“, also als eine Art Rassisten bezeichnet, weil er für eine Spezies, in diesem Falle eben die Menschheit, eintritt. Die Page offensichtlich im Sinne der Transhumanisten überwinden möchte.
KI: Gefahr der Desinformation
Das Problem der „KI“ ist, dass sie viel zu schnell lernt und sich inzwischen nicht nur bereits in geringem Umfang selbst programmieren, sondern sogar unabhängig agieren kann. Da sie die Realität nicht nur perfekt abbilden, sondern sogar eine neue erschaffen kann, wird zum Beispiel im Internet bald keiner mehr wissen, was echt bzw. unecht ist. Und keiner mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können. So erstellt „KI“ bereits selbständig Artikel, Fotos oder Videos. Sie kann aber auch gezielt eingesetzt werden, um Informationen bzw. Desinformationen zu verbreiten. Zum Beispiel im kommenden US-Präsidentschaftswahlkampf, was Musk große Sorgen bereitet. Wobei er ausdrücklich die Demokratische Partei ansprach, die er zuletzt gewählt hatte.
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