Es gĂ€be noch viel zu schreiben. Das österreichische Veto gegen die Schengenerweiterung, die KorruptionsaffĂ€re in der EU, der monarchistische ReichsbĂŒrgerputsch oder ĂŒber den âBrownoutâ â eine Wortneuschöpfung, die gezielte Stromabschaltungen beschreibt, im Gegensatz zum Blackout, wo dies ungeplant geschieht. Aber bekanntlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist.
Von wem immer dieser Ausspruch auch stammt, so richtig trifft er nicht zu. Denn wĂŒrde man danach handeln, wĂŒrde der Wochenblick nicht dort stehen, wo er jetzt steht: das erfolgreichste Jahr seit seiner GrĂŒndung. Allein die Zugriffe der Onlineausgabe sind heuer â nach den schon erfolgreichen Corona-Jahren â weiter gestiegen und haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Einfach war dies nicht, aber mit unseren treuen Lesern haben wir es geschafft und können stolz auf das Erreichte zurĂŒckblicken.
Brot, Spiele, UmstĂŒrze
HĂ€tten wir hingegen aufgehört, wenn es am schönsten ist, wĂ€ren wir nie so weit gekommen. Denn jedes Jahr war schön und fĂŒr sich etwas besonderes. Dass es nun bedauerlicherweise etwas abrupt zu Ende geht, war so nicht absehbar. Eigentlich hĂ€tten sich viele wohl eher ein Ende der Regierung gewĂŒnscht, doch die scheint wirklich erst gehen zu wollen, wenn es am schönsten ist â und aktuellen Umfragen zufolge ist es bis dahin noch ein weiter Weg, der aber hoffentlich spĂ€testens mit den nĂ€chsten regulĂ€ren Wahlen endet. Oder vielleicht durch einen Putsch des aufgebrachten Volkes.
Obwohl in Ăsterreich die Gefahr eines ReichsbĂŒrgerputsches unter monarchistischer bzw. adeliger FĂŒhrung wohl noch geringer ist als in Deutschland, dem Gesetz zur Aufhebung des Adels sei dank. Dass es nun jedoch 54 Quasi-Rentnern gelungen sein soll, Deutschland und die freiheitlich demokratische Grundordnung bis in die Grundfesten zu erschĂŒttern, mutet schon seltsam an. Zumal es um das revolutionĂ€re Potential der Deutschen â im Gegensatz zu den Franzosen oder Italienern â nie sonderlich gut bestellt war. Schon Lenin wird ein Bonmot zugeschrieben, in welchem er diesen Umstand abschĂ€tzig beschreibt: âWenn diese Deutschen einen Bahnhof stĂŒrmen wollen, kaufen die sich erst eine Bahnsteigkarte!â
Auch dass eine Konterrevolution, um die Geschehnisse des November 1918 âzu korrigierenâ gerade von einem thĂŒringischen âZwergengeschlechtâ ausgehen soll, zumal besagter Prinz der 17. in der Erbfolge ist und damit dynastische Verwicklungen vorprogrammiert scheinen, mutet seltsam an. Aber die Medien, pĂŒnktlich zu den Razzien vor Ort, haben ihre Story und die Ampel ihre PR-Show. Krieg, Teuerungen, FuĂball-WM, illegale Zuwanderung, Sanktionen und Energiekrise sind kurz vergessen und die Untertanen abgelenkt. Und auch die erneute EU-Korruptionsaffaire um die griechische Sozialistin und EU-VizeprĂ€sidentin Eva Kaili geht â ebenso wie die Ermittlungen gegen EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen â im Ăther unter.
Viel Feindâ, viel EhrââŠ
Wochenblick wird darĂŒber nicht mehr berichten. Wie auch ĂŒber die weitere Aufarbeitung der Corona-MaĂnahmen und des Impf-Experiments oder die geplanten Stromabschaltungen â mittlerweile âBrownoutâ genannte, die einer völlig verfehlten Politik von Selbstmord-Sanktionen und dilettantischer âEnergiewendeâ geschuldet sind.
Dies vor allem zur Freude des Mainstreams und des Establishments, die sich somit nicht mehr mit freiem und unbestechlichen Journalismus konfrontiert sehen. Dass auch HĂ€me aus dem Lager der vermeintlich unabhĂ€ngigen Medien kam â in Form eines schadenfrohen Kommentars der selbsternannten Edelfeder Willi Huber eines nicht genannten Internetblogs â ist nicht ĂŒberraschend, lĂ€sst jedoch tief blicken, aber soll nicht weiter störenâŠ
Viel Feindâ, viel Ehrâ war schon immer auch ein Motto des Wochenblick. Denn wenn man von allen gemocht wird, macht man definitiv etwas falsch. So heiĂt es auch weiterhin, in die Zukunft zu schauen und die Lage zu beobachten, zu erkennen, immer wieder zu bewerten und kritisch das Geschehen zu hinterfragen. Doch da mache ich mir bei der treuen Wochenblick-Leserschaft keine Sorgen. Sie hĂ€tte nicht durch dick und dĂŒnn zu uns gehalten, wenn sie den LĂŒgen und Verdrehungen und der Regierungspropaganda der Mainstreammedien aufgesessen wĂ€re.
Vorhang fÀllt, Widerstand steht
Wenn nun also der Vorhang fĂŒr den Wochenblick fĂ€llt, liegt dies nicht an den Lesern oder an dem Team, sondern ist anderen widrigen UmstĂ€nden geschuldet. Vielmehr könnte man mit Faust sagen:
âUnd Schlag auf Schlag!
Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!
Dann mag die Totenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frei,
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
Es sei die Zeit fĂŒr mich vorbei!â
Doch vorbei ist die Zeit fĂŒr kritische und unabhĂ€ngige Berichterstattung noch lange nicht. Sie wird ihre Wege zu den Lesern finden. Denn die Lage, vor allem der Status, mĂŒssen immer wieder ĂŒberprĂŒft werden, dann wird man auch klarer sehen.

