Horst D. Deckert

Meine Kunden kommen fast alle aus Deutschland, obwohl ich mich schon vor 48 Jahren auf eine lange Abenteuerreise begeben habe.

So hat alles angefangen:

Am 1.8.1966 begann ich meine Ausbildung, 1969 mein berufsbegleitendes Studium im Öffentlichen Recht und Steuerrecht.

Seit dem 1.8.1971 bin ich selbständig und als Spezialist für vermeintlich unlösbare Probleme von Unternehmern tätig.

Im Oktober 1977 bin ich nach Griechenland umgezogen und habe von dort aus mit einer Reiseschreibmaschine und einem Bakelit-Telefon gearbeitet. Alle paar Monate fuhr oder flog ich zu meinen Mandanten nach Deutschland. Griechenland interessierte sich damals nicht für Steuern.

Bis 2008 habe ich mit Unterbrechungen die meiste Zeit in Griechenland verbracht. Von 1995 bis 2000 hatte ich meinen steuerlichen Wohnsitz in Belgien und seit 2001 in Paraguay.

Von 2000 bis 2011 hatte ich einen weiteren steuerfreien Wohnsitz auf Mallorca. Seit 2011 lebe ich das ganze Jahr über nur noch in Paraguay.

Mein eigenes Haus habe ich erst mit 62 Jahren gebaut, als ich es bar bezahlen konnte. Hätte ich es früher gebaut, wäre das nur mit einer Bankfinanzierung möglich gewesen. Dann wäre ich an einen Ort gebunden gewesen und hätte mich einschränken müssen. Das wollte ich nicht.

Mein Leben lang habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Seit 2014 war ich nicht mehr in Europa. Viele meiner Kunden kommen nach Paraguay, um sich von mir unter vier Augen beraten zu lassen, etwa 200 Investoren und Unternehmer pro Jahr.

Mit den meisten Kunden funktioniert das aber auch wunderbar online oder per Telefon.

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Best of: Stephan Brandner rockt die Phoenix-Runde

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Ukrainische Armee auf dem Rückzug, Lippenbekenntnisse aus dem Westen: Die Ereignisse des Wochenendes

Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint. Hier übersetze ich […]
Die große Verdrehung: Deutschland und die Ukraine

Die große Verdrehung: Deutschland und die Ukraine

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Die große Verdrehung: Deutschland und die Ukraine

Die große Verdrehung: Deutschland und die Ukraine

Das Schicksal der Ukraine liegt in Europas Händen, die USA werden keine Entscheidung treffen. Doch gerade in Deutschland ist die Debatte durch leere Symbole und Doppelmoral gelähmt. Wer der Ukraine helfen will, muss diesen Nebel endlich spalten.

von Max Mannhart

Heute ist es zwei Jahre her. Bomben in Europa, Einmarsch in den frühen Morgenstunden, Schockstarre. Deutsche Lebenslügen verpulvern über Nacht. Und doch gilt der Krieg in der Ukraine von Tag Eins an erst einmal als verloren, Kiew wird totgesagt, Deutschland räumt schon. Marie Agnes Strack-Zimmermann will keine Waffen liefern, die würden ohnehin nur den Russen in die Hände fällen. Dann scheitert der russische Sturm auf Kiew. Die Wende: Militärisch und medial; Deutschland euphorisiert sich plötzlich für diesen Krieg, Selenskyi wird mit einem Video zum Weltstar. Und etwas scheint ins Rutschen zu kommen, die sonst so überaus russlandfreundliche SPD initiiert die Zeitenwende, die Grünen begeistern sich für das Militär und sogar für Amerika. Doch die Wende bleibt eine Illusion.

Und der Krieg bleibt stecken, im Osten nichts Neues, schon seit Monaten, bald Jahren. Wechselseitige Offensiven scheitern, die Hoffnung auf einen schnellen ukrainischen Sieg weicht einem Stellungs- und Abnutzungskrieg unvorstellbaren Ausmaßes. Zehntausende Soldaten und Zivilisten sterben, Städte werden ausgelöscht. Eine Generation junger Ukrainer verliert ihr Leben, auf die eine oder andere Weise, im Tod im Schützengraben oder durch Traumatisierung für immer.

Schnell verschießt allein die ukrainische Seite 5000 Artilleriegranaten – am Tag. Die westlichen Arsenale sind für einen solchen Krieg für keine Woche gerüstet, da hilft auch kein Geld der Welt. Und genau wie der Krieg bleibt auch die politische Zeitenwende in Deutschland stecken: Die Aufrüstung wird verschleppt, Waffenlieferungen unendlich nach hinten gezogen (die schlechteste aller möglichen Varianten), Konsequenzen für weitere Krisenherde der Welt folgen keine. Von einem strategischen Umdenken kann keine Rede sein.

Der Griff der Geschichte

Gekämpft wird heute um Orte, deren Namen man aus dunkelsten Tagen deutscher Geschichte kennt. Charkiw wechselte während des Zweiten Weltkriegs viermal den Besatzer, die Wehrmacht errang hier einen letzten sinnlosen Sieg. Am Kursker Bogen fand die größte Landschlacht der Weltgeschichte statt, am Dnepr wollte Hitler um jeden Preis einen „Ostwall“ halten, beim Kampf um den Fluss verlor allein die Rote Armee über eine Million Soldaten.

Die Einsatzgruppe C des SD eröffnete auf ukrainischem Boden, insbesondere mit dem Massaker von Babyn Jar, den Holocaust, nicht einmal 10 Jahre nachdem Stalin mit dem Holodomor bereits einen Genozid durchgeführt hatte. Selten wurde ein Streifen Erde so mit Blut getränkt wie die Ukraine. Und heute wird wieder an den gleichen Orten getötet. Es ist die schicksalhafte Wiederauferstehung der Geschichte, die man längst glaubte, beerdigt zu haben.

Das Massensterben ist zurückgekehrt, das Undenkbare. Auch deshalb, weil Europa die Prinzipien vergessen hat, die Europa friedlich gehalten haben: Frieden durch glaubhafte Abschreckung. Die Tragödie ist, dass auch durch den Ukrainekrieg diese Prinzipien nicht zurück in die allgemeine Wahrnehmung gekommen sind und die Debatte sich in Mythen, Zeichen setzen und Selbsttäuschungen verloren hat.

Man muss ihnen nicht glauben

Kaum jemand steht so sehr für die Verlogenheit der Ukraine-Debatte heute wie Marie Agnes Strack-Zimmermann. Genau wie sie vorher für die Impfpflicht agitierte, machte sie den Krieg zu ihrem Karrierebooster. Dazu mischt sie martialische Sprache. Jüngst trat sie mit einem Pullover auf, auf dem Stand: „Gemeinsam zum Sieg“, dazu ein Blaugelber Taurus. Symbolik irgendwo zwischen „Refugees Welcome“ und letzte Tage im Führerbunker. Sie macht den Kampf für die Ukraine zum Klamauk.

Es gibt in der politischen Landschaft kaum eine glaubwürdige pro-ukrainische Stimme: Vor dem Ukraine-Krieg war Merkel die wichtigste Kollaborateurin von Wladimir Putin, die SPD ohnehin gefangen zwischen Korruption und sentimentalem Glauben an die längst widerlegte Neue Ostpolitik, fast alle im Bundestag vertretenen Partei waren für Nordstream 2, außer die Grünen, aber das mehr aus Klimaschutzgründen. Gleichzeitig lehnten diese jede Waffenlieferungen in Krisengebiete ab. Binnen weniger Tage war alles anders und keiner will mehr wissen, was er früher gesagt hat.

Es geht hier nicht darum, Menschen nicht anzurechnen, dass sie schlauer werden können. Nur muss man ihnen nicht glauben. Was wir viel hören sind große „Slava Ukraini“-Reden, Dauerbeschallung, blau-gelbe Fahnen überall – daraus folgt nur nichts.

Die USA werden keine Entscheidung treffen

Die Ampel liefert Waffen, aber immer zu spät und immer so, dass es für die Ukraine weder zum Sterben noch zum Leben reicht. Ein Stellungskrieg wird manifestiert. Eine Wahrheit, die man nicht realisieren will: Die USA werden die Ukraine nicht retten. Sie werden ihre Kapazitäten auf Ostasien verlagern, früher oder später, egal unter welchem Präsidenten. Damit entscheiden sie aber auch nicht mehr über das Schicksal der Ukraine. Deutschland und Europa können sich also nicht länger auf den Windschatten verlassen und sich bei Washington anlehnen, wenn es um schwierige Entscheidungen geht. Jetzt liegt es eben wirklich bei uns: Entweder Europa liefert die Kapazitäten, die gebraucht werden oder man kann es gleich lassen. Es muss eine strategische Position her.

Die Ukraine will und wird kämpfen, so brutal das ist, so bewundernswert ist es auch. Wir müssen diesen Krieg nicht führen – niemand von uns wäre dazu in der Lage, nicht ich, nicht Sie, niemand. Deutschland wäre innerhalb von Tagen eingenommen, machen wir uns keine Illusionen.

Die Ukraine kämpft aber eben schon. Es ist ihre Entscheidung. Wir sollten darüber nicht richten. Und eigentlich müssten es gerade Konservative bewundernswert finden, dass eine alte, europäische Kulturnation bereit ist, um sich zu kämpfen. Und wir könnten glücklich sein, dass jemand bereit ist, diesen Kampf zu führen. Die Lieferung von Waffen ist das letzte, was Deutschland militärisch zustande bringt, immerhin das könnte man einmal entschlossen umsetzen.

Die ewigen Illusionen der Elite

Bei der Münchener Sicherheitskonferenz offenbarte die deutsche Spitzenpolitik jüngst erneut ihre völlige Hilflosigkeit. Man scheint fest entschlossen, alle Fehler im Umgang mit Putin auch in Sachen China und Iran eins zu eins wiederholen zu wollen.

Niemand wollte wahrhaben, dass Putin angreifen könnte. Auch aus dieser ganz wertneutralen Fehleinschätzung hat man nichts gelernt. Es gibt China-Warner und China-Freunde, es gibt Iran-Gegner und Iran-Verharmloser, aber die konkrete Option eines Krieges wird wieder ganz nach hinten weggeblendet. Dabei müsste man diesen Regimen nur zuhören: Weder Peking noch Teheran machen aus ihren Herzen eine Mördergrube. In Deutschland meint man nur, man wäre schlauer.

Der außenpolitische Mainstream in Deutschland ist hoffnungslos verrannt und wird die Wende nicht schaffen – schon gar nicht, was die Frage nach den Krisen der Zukunft angeht. Doch gerade das liberalkonservative Lager verkennt es in großen Teilen, die richtige Antwort darauf zu finden. Man lässt sich von der blau-gelben Fake-Euphorie blenden und bewegt sich reflexartig genau dahin, wo seine Gegner einen haben wollen: in die Putin-Ecke. Damit der Mainstream von seinem eigenen Putin-Kuscheln und seiner Inkonsequenz ablenken kann.

Seit der Corona-Zeit ist der Begriff Schwurbler kein Schimpfwort mehr. Es ist die politische Haltung der Skepsis gegenüber der Macht, der Kritik der Doppelmoral, es ist die Grundhaltung eines Demokraten. Wahre Schwurbler müssen aber auch diese Verdrehung der Debatte, diesen Knoten im Kopf durchschauen – wahre Schwurbler müssten für die Ukraine sein. Denn der Mainstream ist nicht pro-ukrainisch, er spielt es weitestgehend nur. Die Ukraine kämpft auch nicht für die westliche Linke, sondern für Nation und Freiheit. Es ist ein Kampf, der zutiefst die Sache jedes Liberalen und Konservativen ist. Mindestens einmal emotional.

Die Zeitenwende ist ausgefallen – militärisch, politisch, moralisch. Das ist die desolate Bilanz nach zwei Jahren Krieg. Man ist kaum schlauer, als vorher. Der erste Schritt für die dringend notwendige strategische Neuausrichtung wäre eine Bereinigung der politischen Debatte und ein Spalten des Nebels aus Doppelmoral und Verlogenheit, der sie lähmt. Denn Deutschland und Europa müssen realisieren, dass das alles keine PR-Fantasie mehr ist, sondern dass es tatsächlich auf unsere Entscheidung ankommt.

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Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft

von Dr. Humpich

Der Bau von Kernkraftwerken (KKW) in den USA und Europa ist eine wirtschaftliche Katastrophe. Absurde Bauzeiten (Olkiluoto 16 Jahre, Vogtle 14 Jahre) bei astronomischen Baukosten (Olkiluoto 8000 USD/kW, Vogtle 15 000 USD/kW) und das Rad dreht sich bisher munter weiter. Gerade ist das hoffnungsvoll erwartete Projekt des Kraftwerks Nuscale UAMPS bestehend aus 6×77 MWel in USA schon vor dem Baubeginn gestorben. Kein Wunder, bei einer spezifischen Investition von über 20 000 USD/kW. Wie konnte es dazu kommen? Wie läßt sich diese Entwicklung wieder umkehren?

Die Anfänge in den 1960er Jahren

Nach einer steilen Lernkurve erreichten KKW in den USA im Zeitraum 1965–1970 ihren bisherigen Tiefpunkt der Investitionskosten mit etwa 1000 bis 2000 USD/kW auf der Preisbasis 2024 (!) als „Overnight Cost“. Gemeint sind damit die reinen Baukosten ohne Finanzierung während der Bauzeit. 1965 bot General Electric Strompreise von 0,0035 USD/kWh an (entsprechend etwa 3,2 Cent in 2024 Dollar). Das waren konkurrenzfähige Kosten zu Strom aus Kohle, sogar ohne Rauchgasreinigung. Zu diesem Zeitraum hatte Kohle ihren Tiefstpreis in der Geschichte. 1970 erwarteten selbst die „Atomkraftgegner“ das kommende „Atomzeitalter“ mit niedrigsten Strompreisen. Man glaubte, daß die elektrische Energie bald so billig würde, daß sich überhaupt keine Abrechnung nach Verbrauch mehr lohnen würde. Doch dann kehrte sich der Trend um und die Investitionskosten gingen ab, wie eine Rakete. Schon 1975 wurden spezifische Investitionen von 10 000 bis 12 000 USD/kW (2024 Dollar) erreicht. Parallel verdreifachte sich die Bauzeiten von 4 Jahren in den 1960er auf über 10 Jahre ab Ende des 1970er Jahrzehntes.

Die Phase der Stagflation

Ausgelöst durch die beiden Ölkrisen 1973 und 1976 und den Vietnamkrieg ergab sich eine enorme Inflation, in deren Folge die Zinsen stark anstiegen. Eine toxische Mischung bei verlängerten Bauzeiten. Nicht nur die steigenden Materialpreise und Löhne verhagelten jede Kalkulation, sondern insbesondere auch die Zinslasten der Finanzierung. 1993 stiegen die Kosten nach Fertigstellung (durch die Finanzierung) auf nahezu das vierfache der „Overnight Costs“. Eine gefährliche Entwicklung, die durch die realen Verhältnisse vernebelt wurde. Der Ölpreis war so hoch geworden, daß sich die Stromerzeugung mit Ölkraftwerken nicht mehr lohnte. Erdgas war noch nicht in ausreichender Menge vorhanden, deshalb wurden den Herstellern die KKW und Kohlekraftwerke aus den Händen gerissen. Eine typische Situation für aus dem Ruder laufende Kosten: Man muß nicht mehr so genau hinschauen, da ja die steigenden Kosten locker an die Kunden weiter gegeben werden können. Bei der Kohle kamen noch stark steigende Kosten beim Brennstoff durch Streikwellen und verschärfte Umweltauflagen (Entstaubung, Entschwefelung, Entstickung) hinzu. Die ersten Opfer der „Umweltschützer“ waren in der Tat die Kohlekraftwerke. Die berechtigte Kritik von Anwohnern wurde von den Medien zum „Waldsterben“ aufgeblasen. Sehr schnell erkannten international die Neo-Marxisten den Wert von Protesten für ihre „Gesellschaftsveränderung“. Das öko-sozialistische Muster für den Kampf war vorgegeben: Immer neue „Umweltprobleme“ vom „Waldsterben“ einst, bis zur „Klimakatastrophe“ heute. Hier fängt die Kritik an der kerntechnischen Industrie an. Man nahm den Protest der sog. „Umweltschützer“ zwar nicht gerade mit Häme gegenüber den Kollegen von der Kohle an, aber mit interessiertem Wohlwollen hin. Bis heute hat man diesbezüglich nichts kapiert, wie die Betonung der „CO2-Freiheit“ als Pseudo-Verkaufsargument immer noch zeigt. Wer das Krokodil füttert, wird als letzter gefressen, war noch nie eine erfolgreiche Strategie.

Der Verlust der Kostenkontrolle ließ die Löhne und Materialkosten steigen. Hinzu kam ein gewisser Verlust der Arbeitsproduktivität durch den Einsatz unerfahrener Arbeiter und längerer Vorlaufzeiten. Ein Phänomen, was sich bei Olkiluoto, Vogtle etc. erschreckend wiederholte und heute in China und Russland wieder erfolgreich umkehrt. Eine Technologie wird während eines Booms nicht schlechter. Es erfordert nicht mehr Material, um die gleiche Arbeit zu erledigen. Es erfordert nicht mehr Konstruktion und Ingenieurwissen pro Einheit. Aber die Materialmengen für die KKW stiegen in den 1970er Jahren dramatisch an: Beton und Stahl für die gleiche Anlage verdoppelte sich. Verkabelung und Laufbahnen für dieselbe Anlage haben sich gar mehr als verdreifacht. Die Arbeitszahlen waren noch vernichtender: Die handwerklichen Arbeitsstunden stiegen um das Vierfache, die für den Papierkram verzehnfachten sich sogar. Ein Vergleich zeigt, daß man 1980 dreimal so viele Arbeitsstunden für den Papierkram benötigte, als Handwerksstunden für den Bau 1967 benötigt wurden. Diese Zahlen sind kaum zu verstehen, wenn man berücksichtigt, wie sich die Technologie in diesem Zeitraum entwickelt hat. Schiffe z. B. sind ebenfalls hoch entwickelte technische Gebilde mit hohen Umwelt- und Sicherheitsanforderungen (z. B. LNG-Tanker), aber koreanische Werften benötigen für Planung und Konstruktion weniger als 25% der Arbeitsstunden auf der Werft.

Der unvermeidliche Crash passierte und die Preise für Öl und Kohle brachen in der ersten Hälfte der 1980er Jahre ein. Ein deutlicher Indikator für das Ende einer Stagflation. Die Überlebenden rauften sich zusammen, und die realen Kosten kehren auf das Niveau vor dem Boom zurück. Das ist mit Kohle passiert – trotz gestiegener Umweltanforderungen – aber nicht so nuklear. Die Kosten in der Kerntechnik haben sich ein wenig abgesenkt, aber sie sind nie gesunken. Etwas anderes geschah.

Das Klinkenrad der Regulierungen

Regulierungen – gemeint sind damit Vorschriften und Dokumentationspflichten – gehen immer nur in eine Richtung. Hat der Staatsdiener erstmal eine Vorschrift in der Hand, kommt er davon nicht mehr runter. Wir kennen das aus dem Bereich der Steuergesetze (Sekt-, Salz-, Kaffeesteuer usw.) oder aktuell aus der „Digitalisierung“. Da gibt es unzählige Formulare trotz Erfindung des Computers. Notfalls wird das Formular digital auf dem Bildschirm nachgebildet, bevor sich mal einer Gedanken über den Sinn und die Arbeitsabläufe macht. Das Klinkenrad an der Kostenschraube kennt daher nur eine Richtung – in steigende Kosten in der Zukunft – wie bei der Unruh einer Turmuhr. Grundsätzlich ist der Bürger aus der Sicht des Staates ein potentieller Krimineller, weshalb die Überwachung und Dokumentation stets erweitert werden muß. Man könnte glauben, alle Politiker hätten ein ersthaftes Sozialdefizit. In Deutschland ist diese Haltung besonders ausgeprägt: Neues birgt immer nur zusätzliche Risiken, niemals Chancen.

Der DEGB als Musterfall

In der Kerntechnik gab von Anfang an immer ein Ping-Pong zwischen „Atomkraftgegnern“ und Regulierungsbehörde: Die „Atomkraftgegnern“ erfanden ein neues Problem und die Regulierer stürzten sich begeistert darauf, eine „Lösung“ zu finden – in Stundenlohnarbeit versteht sich. Hitzige Diskussionen entstehen, unzählige Fachaufsätze werden geschrieben, Forschungsprojekte lanciert usw. Das Musterbeispiel, mit dem der Irrsinn Anfing, ist immer noch der Double Ended Guillotine Break (DEGB). Man warf die akademische Frage in den Raum, was geschieht, wenn eine Hauptkühlmittelleitung bei einem Druckwasserreaktor bricht? Natürlich in der (nur) theoretisch denkbaren Form, daß dies schlagartig geschieht (Guillotine Break) und die Rohrenden sich sofort vollständig offen gegenüberstehen. Der legendäre Kerntechniker Ted Rockwell sagte einst lapidar: „We can’t simulate instantaneous double ended breaks because things don’t break that way“. Die Schlussfolgerung ist ist klar: Wenn sich ein akademisches Gedankenexperiment gar nicht physikalisch realisieren läßt, ist es eine Aufgabe für eine Computersimulation – ganz so, wie man es aus der Klimatologie kennt. Eine endlose Diskussion wird gestartet, die man nicht beenden kann, weil man ja keine Klärung durch ein Experiment schaffen kann. Ideal für jeden Aktivisten.

Ohne hier auf die unzähligen Feinheiten und Konsequenzen des DEGB einzugehen, nur so viel: Er brach 1972 mitten über zahlreiche im Bau befindliche Reaktoren herein. Hat man sich erst einmal ein Szenario ausgedacht, lassen sich daraus unzählige (erdachte) Anforderungen ableiten: Es wurden Rohrunterstützungen für wild schwingende Rohrleitungsenden berechnet und gebaut, Spritzschutz gegen die fiktiven, tosenden Wassermassen im Kraftwerk erdacht, bis hin zu absurden Forderungen für den Start von Notdieseln. Wer nun glaubt, das war ein Einzelfall, der irrt. Es folgte der Core Catcher, auf der Basis eines schlechten Hollywood Schinkens und dann die doppelte Betonhülle gegen den Absturz eines Jumbos und als sich das nicht mehr halten lies, eben gegen den Anschlag von Terroristen…

Schwupp die Wupp, war der EPR von Siemens und Areva als Antwort auf all diese Kopfgeburten erschaffen. Hier wieder eine klarer Vorwurf an die Industrie, die sich nie adäquat zur Wehr gesetzt hat, sondern der es bequemer schien, über jedes hin gehaltene Stöckchen zu springen. Hatte man wohl an das klassische Geschäft zu Lasten Dritter geglaubt. Aber der Stromkunde kann und will nicht mehr jeden geforderten Preis zahlen. Chinesen und Koreaner laufen inzwischen nahezu uneinholbar davon. Sie bauen und exportieren inzwischen KKW ohne Chi Chi, dafür aber mit konkurrenzlos günstigen Stromgestehungskosten.

Gründe über Gründe…

Wie ist es möglich, daß ein deutsches EVU in den Niederlanden ein modernes Steinkohlekraftwerk für unter 2000 USD/kW (1562 USD bei Fertigstellung 2015 pro kW) bauen kann? Spitzentechnik mit einem Wirkungsgrad von 46%. Damals weltweit Bestwert. An den Löhnen kann es nicht liegen, die Niederlande sind ein Hochlohnland. An den Umweltschutzauflagen auch nicht: Alle (strengen) Grenzwerte werden eingehalten. Ganz ähnliches gelang auch in Deutschland mit dem Kohlekraftwerk Moorburg. Allerdings schon etwas teuerer, wegen abstruser nachträglicher Umweltauflagen (zusätzlicher Kühlturm, Kohlelager in einer Halle etc.) während der Bauzeit. Wieso mutieren die – oft genug gleichen – Ingenieure, die bei einem Kohlekraftwerk Spitzenleistungen erbringen, zu Trotteln, wenn sie ein KKW bauen? Auch eher unwahrscheinlich. Es ist schwer zu verstehen, daß Vorschriften und Preise die Kosten um den Faktor fünf und mehr in die Höhe treiben sollen.

Es kommt darauf an, wie gut die Menschen auf die Anreize reagieren, mit denen sie konfrontiert sind. In einem wirklich wettbewerbsorientierten Markt ist der Anreiz, billiger und besser zu bauen oder zu sterben. Im „Beamtensystem“ besteht der Anreiz einzig darin, jedes Problem zu vermeiden, für das der Beamte verantwortlich gemacht werden könnte – beides führt zu völlig verschiedenen Ergebnissen. Es ist beileibe kein Zufall, daß das Kontrollsystem für Reaktoren ursprünglich von der US-Navy stammt. Im gesamten Rüstungsgeschäft trifft man immer wieder auf nicht nachvollziehbare Preise. Man vergleiche einmal Beschaffungs-Preise für Standardbauteile (Batterien, Reifen, Bekleidung usw.) bei der Bundeswehr mit Preisen aus dem Internet.

Wenn ein KKW gebaut wird, wird einem allmächtigen Regulator (Monopol) die alleinige Entscheidungsgewalt über das gesamte Projekt vom ersten Federstrich bis zur Endabnahme übertragen. Die Regulierungsbehörde hat keinen Nutzen aus der Stromproduktion, aber sie teilt alle Gefahren. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, verlässt sie sich auf starre Verfahren und umfangreichen Papierkram, der dokumentiert, daß alle Verfahren akribisch befolgt wurden. Was auch immer passiert, es ist nicht ihre Schuld. Das ist kein Vorwurf. Es soll auch nicht der Erfolg geschmälert werden. Diese „Sicherheitskultur“ hat die Kernenergie zu der Energieform mit den geringsten Toten gemacht. Würde man die gleichen Maßstäbe bei Windmühlen anlegen, müßten diese sofort abgeschaltet werden – allerdings hätte man dann in dieser Branche auch weniger schwere Arbeitsunfälle und (zukünftige) Berufskrankheiten. Allerdings ist das auch nur die eine Seite der Medaille. Durch die Erstickung des technischen Fortschritts, die Vernichtung des Wettbewerbs, die Demoralisierung der Mitarbeiter, die Verwässerung der Verantwortung führt diese perverse Reihe von Anreizen oft zu einer elenden Qualität (Olkiluoto, Flamanville). Die Lösung für die daraus resultierenden Probleme und Fehler sind immer noch starrere Verfahren, detaillierterer Papierkram, zeitaufwändigere Genehmigungen und Prüfungen. Die Abwärtsspirale geht so immer weiter.

Die Kostensteigerungen werden nicht direkt durch die Vorschriften verursacht, vielmehr resultieren sie aus der Interaktion zwischen den Mitarbeitern des Regulierers und der Industrie. Beide bemühen sich die Ziele von „Null-Risiko“ und „Null-Fehler“ in einem feindlichen und stur legalistisch-regulatorischen Umfeld zu erreichen. Das Streben nach „Null-Risiko“ bedeutet, daß letztlich alle Ausfälle die gleiche Bedeutung haben, unabhängig von der Wahrscheinlichkeit des Auftretens. Das Streben nach „Null-Fehlern“ fördert die kontinuierliche Erweiterung der Anzahl der Alternativen, die analysiert werden müssen, und die kontinuierliche Verfeinerungen der Anforderungen. Der rechtliche Bedarf an „Beweisen“ fördert die Entwicklung komplexer Analysen und nicht einfacher „Abschätzungen“. Er verdrängt auch die Tatsache, daß alle technischen Analysen in Wirklichkeit nur Annäherungen an die tatsächlichen Phänomene sind, weil solche subjektiven Positionen vor Gericht schwer zu verteidigen wären. Der Vorteil, den „Präzedenzfälle“ im rechtlichen Umfeld haben, fördert die Annahme unrealistischer und teurer Ansätze, weil es einfacher ist, als die Unsicherheit zu erleiden, die mit dem Versuch verbunden ist, einen neuen Ansatz zu akzeptieren. Die Fortsetzung dieser Situation seit Jahrzehnten hat zu der Tradition geführt, daß eine Methode, die komplexer, schwieriger und zeitaufwendiger ist, sicherer sein muß!

Die klassische Aufteilung von Autorität und Verantwortung zwischen Ingenieur, Hersteller und Konstrukteur wurde durch die Angst verzerrt, eine Entscheidung in einer regulatorischen oder gerichtlichen Anhörung zu verlieren, die einen finanziellen Schaden für das Versorgungsunternehmen zur Folge hat. Folglich gab es eine immer weiter zunehmende Abhängigkeit von akademischen Analysetechniken und nicht von erfahrenem Sachverstand. Von dem Konzept der „guten Ingenieurpraxis“ wird während des Baus abgeraten. Analysten und Designer sowohl von Regulierungs- als auch von Industriemitarbeitern, die in den Realitäten der Hardware- und Baupraktiken unerfahren sind, treffen unpraktische Designentscheidungen, die der Wirtschaft der Nuklearindustrie äußerst schaden.

Das Streben nach den unerreichbaren Zielen von Null-Risiko und dem rechtlichen Nachweis der Perfektion hat eine lähmende Wirkung auf ein effektives Engineering- und Baumanagement gehabt. Ironischerweise verursacht dieses Streben nicht nur die Entwicklung von weniger als befriedigenden Entwurf- und Konstruktionsansätzen, es kann auch die Sicherheitsmargen verschlechtern, sowohl durch die Abkehr der Aufmerksamkeit von wichtigeren Überlegungen als auch durch die Anhäufung von Komplexitäten, die die Fähigkeit von Menschen und Maschine, zuverlässig und effektiv zu arbeiten, gefährden.

Der Beitrag erschien zuerst auf der Website des Autors hier

 

Der Wahnsinn der verkehrten Grabtücher und stillenden Männer – ein Kommentar

Der Wahnsinn der verkehrten Grabtücher und stillenden Männer – ein Kommentar

Der Wahnsinn der verkehrten Grabtücher und stillenden Männer – ein Kommentar

„Go Woke – go broke“, ein Satz, der die aktuelle Zeit auf den Punkt bringt. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen, als normaldenkenden Bürger, aktuell so geht, aber mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich mir die aktuellen Entwicklungen ansehe. Egal ob stillende Männer, ORF-Faktenchecker-Gedöns oder mutige Journalisten, die einfach weggesperrt werden, wie Schwerverbrecher… Lange steht diese Welt nicht mehr gerade.

Ein Kommentar von Edith Brötzner

Apropos mutige Journalisten. Diese Woche erfolgte die Anhörung des Investigativjournalisten und WikiLeaks-Gründers Julian Assange. Nach mehr als vier Jahren in britischer Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis für Schwerverbrecher wird nun entschieden, ob Assange an die USA ausgeliefert wird. Aufgedeckt hat er unter anderem staatlichen Machtmissbrauch und Kriegsverbrechen.

Seine Auslieferung an die USA würde nach Angaben seiner Frau seinen Tod bedeuten. Aus gesundheitlichen Gründen war Assange bei der Anhörung nicht persönlich anwesend, sondern wurde durch seine Anwälte vertreten. Ist es das, wohin die Reise geht für Alternativ-Journalisten, die ihren Job ordentlich erledigen, anstatt sich dem einheitlichen Meinungsstrom unterzuordnen? Ordentlicher Journalismus als schweres Verbrechen dieser Zeit? Willkommen in 1984.

Normalerweise ist Noch-Bundeskanzler Nehammer ja nicht unbedingt mein bester Freund. In einem Punkt muss ich ihm jedoch recht geben: Es gibt nur Männer und Frauen. Der ORF scheint da ganz anderer Meinung zu sein. Dort lud man eine „Expertin der anderen Art“ ein, eine Faktencheckerin der Zeitschrift „Profil“.

Die Frage, wie viel Profil deren Meinung wirklich hat, kann sich jeder selbst beantworten. Sie definierte die Aussage von Nehammer, dass es nur Männer und Frauen gäbe, als falsch. Seitens des ORF wieder einmal ein klarer Beweis dafür, dass weder neutral berichtet wird noch unterschiedliche Meinungen gehört werden, sondern einfach nur mit massiver linker Schlagseite geframed wird, was das Zeug hält. Frei nach dem Motto: Wenn der ORF sagt, dass es lila Elefanten gibt, dann gibt es diese auch.

Wahnsinn erreicht mit stillenden Männern völlig neue Dimensionen

Passend dazu frönt auch das NHS, das britische National Health Service, dem linkswoken Treiben. Laut einer Stiftung der University of Sussex Hospitals, die zum NHS gehört, propagiert man nun, dass „Brustmilch“, die durch Einnahme von fragwürdigen Medikamenten bei Männern generiert wird, „genauso gut wie Muttermilch“ sei. Unabhängig davon, dass derartige Medikamenten-Experimente niemals gut sein können für die Entwicklung eines Säuglings, blutet mir als Mutter bei solchen Entwicklungen das Herz. Nennen Sie mich ruhig rechts, aber in meiner Welt sind es immer noch die Frauen, die Babys auf die Welt bringen und stillen, und Männer haben andere Aufgaben und Positionen als wir Mütter.

Wo die Position schon längst nicht mehr stimmt, ist die katholische Kirche. Insbesondere der Stephansdom in Wien und sein Dompfarrer. Gläubige Christen erwartet dort in der Fastenzeit ein abartiger Anblick. Der umstrittene Künstler Helnwein, der bereits in Gmunden mit seinen blutigen und pädoanmutenden Bildern für reichlich Diskussionsstoff sorgt, hat nämlich auch im Stephansdom seine Bühne bekommen.

Dort findet man nicht nur mit Totenköpfen abgedeckte Altäre, sondern zu allem Überfluss auch noch ein violettes Grabtuch von Turin, verkehrt aufgehängt wohlgemerkt. Was verkehrt aufgehängte Kreuze und Ähnliches zu bedeuten haben, weiß jedes Kind. Die meisten würden derartiges wohl eher dem Satanismus als dem Christentum zuordnen. Ob uns zum Ende der Fastenzeit ein Bild von einem blutigen Kind im Stephansdom erwartet, wie Insider behaupten, wird sich zeigen.

Freiheit der Kunst hin oder her. Was zu viel ist, ist zu viel. Nennen Sie mich ruhig rechts. Ich bin Fan der alten, klassischen Traditionen. Ich brauche weder verkehrte Grabtücher noch stillende Männer oder sonstigen Schnickschnack.

Bald in guter Gesellschaft: China, Nordkorea, Kuba, Deutschland?

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Von MEINRAD MÜLLER | Findet sich Deutschland bald zurecht in einer Reihe mit China, Nordkorea und Kuba? Nähern sich die Grenzen der freien Meinungsäußerung etwa an? Während der Vergleich auf den ersten Blick überraschend erscheinen mag, offenbart er bei genauerer Betrachtung eine beunruhigende Tendenz zur Einschränkung dieses Grundrechts – mit spezifischen Nuancen in jedem Land. In […]

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