
Von RAINER K. KÄMPF | Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gefällt sich darin, die Bürger für einen möglichen nuklearen Krieg zu konditionieren. „Besonders gut informierte Bürger“ haben demnach besonders gute Chancen, an ihrem eigenen Schutz mitzuwirken. Oder, wahlweise, gut informiert draufzugehen.
Zur aktiven Truppenzeit des Autors kursierte, entgegen den offiziellen militärischen Verhaltensregeln, ein Tipp, der ebenso pragmatisch wie logisch war: „Aufrecht hinstellen, hinblicken und die Augen aufreißen.“ Diesen Anblick wahrzunehmen, erlebt man nur einmal.
Das ist gar nicht pessimistisch, sondern offenbart die Erkenntnis, dass sämtliche Schwafelei von der Bewältigung eines nuklear geführten Krieges entweder Dummheit ist oder beabsichtigt, die Adressaten in selbige zu wiegen. Und so sollen die Deutschen unterschwellig nunmehr seit Mai 2022 daran gewöhnt werden, dass alles nicht so schlimm sein werde.
Sie mögen doch vertrauen und schön mitmachen, die Angst zu verdrängen, die der schneidige Kanzlerkandidat der weitgehend unchristlichen Union so gar nicht hat. Hoffen wir, dass es nicht allzu viele Menschen sind, die auf den Unfug hereinfallen, sich einlullen lassen und durch den dann gelebten Phlegmatismus den herbei provozierten Horror ermöglichen.
Es gibt sie jedoch tatsächlich, die Möglichkeit, einen weiteren großen Krieg oder gar einen Atomkrieg zu vermeiden. Zuständig dafür ist nicht das BfS. Ausschlaggebend ist die gesunde Angst davor, die man uns nehmen will. Voraussetzung demnach, die Kriegsbefürworter nicht auch noch zu wählen und da, wo sie schon an den Schaltstellen sitzen, schleunigst zu entfernen.
Unser Land braucht weder eine angestrebte Kriegstüchtigkeit noch das unnütze Wissen, wie man einen Atomkrieg überlebt. Was Deutschland braucht, sind Sinn und Verstand, verantwortungsvolle Politiker, deren Sorge ausschließlich dem eigenen Volk gilt, deren Handeln danach ausgerichtet ist. Dafür sollen wir unser Handeln ausrichten, spätestens am 23. Februar. Dann riskieren wir auch nicht, den einmaligen Anblick zu versäumen …
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.

