
Im PI-NEWS-Artikel vom 3. Januar berichteten wir über die Anti-AfD-Hetze des evangelischen Pfarrers und Diakonie-Vorsitzenden Rüdiger Schuch. Dieser hatte angekündigt, nicht nur AfD-Mitglieder, sondern auch deren Sympathisanten und sogar AfD-Wähler von Posten bei der Diakonie ausschließen zu wollen.
Für diese schwerwiegenden Maßnahmen gab Schuch in einem früheren Interview mit dem Hamburger Abendblatt mehrere Begründungen, für die wir ihn um eine Erläuterung und Klarstellung baten. Von einem leitenden Mitarbeiter seines „Kommunikationsteams“ erhielten wir am Montag folgende Antwort:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie hatten sich in einer E-Mail an Präsident Schuch gewandt. Er hat bereits ausführlich auf die Fragen der Berliner Zeitung geantwortet.“
Auf die Fragen der Berliner Zeitung (es handelt sich um dasselbe Interview vom 30. April 2024 wie das von uns zitierten Hamburger Abendblatt) hat Schuch tatsächlich geantwortet, allerdings nicht auf unsere Nachfragen und schon gar nicht „ausführlich“. Betrachten wir also noch einmal das Interview und seine angeblich ausführlichen Antworten:
- Menschenfeindliches Weltbild. Schuch im Interview:
„Diese Leute können sich im Grunde auch nicht mehr zur Kirche zählen, denn das menschenfeindliche Weltbild der AfD widerspricht dem christlichen Menschenbild.“
Unsere Frage an den Geistlichen war, wo in der AfD ein menschenfeindliches Weltbild herrscht. Schuchs „ausführliche“ Antwort im Interview, auf das sein Mitarbeiter verweist: „Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar.“
Nur: Wo und vor allem was ist denn „völkischer Nationalismus“? Wird kritisiert, dass die AfD von der Existenz eines deutschen Volkes und einer deutschen Nation ausgeht? Und was wäre daran denn schlimm? Keine weitere Erklärung.
- Attacken von AfD-Mitgliedern (Schuch im von uns zitierten Interview im Hamburger Abendblatt):
„Mir ist wichtig, dass jeder, der sich an uns wendet, geschützt ist und keine Angst vor menschenfeindlichen Sprüchen oder Attacken haben muss.“
Unsere Nachfrage: Wann haben Anhänger der AfD Besucher der Diakonie attackiert? Ausführliche Antwort in der BZ, auf die Schuchs Referent verweist: keine.
- Behinderte Menschen würden abgewertet. Schuch im Interview:
„Wenn behinderte Menschen bei uns das Gefühl haben, die Mitarbeiter würden sie abwerten, dann muss man sich von solchen Beschäftigten trennen.“
Unsere Nachfrage: Wo wurden Behinderte von Mitgliedern der AfD abgewertet? Ausführliche Antwort in der Berliner Version des Interviews: keine.
Derjenige, der uns antwortete, gehört im Übrigen zu einem 20-köpfigen Kommunikationsteam (!), das Schuch in der Diakonie für die Kommunikation zur Seite steht. Offensichtlich reichte dieser ganze bezahlte Haufen aber nicht aus, um für die platten Thesen ihres Chefs irgendwelche konkreten Fakten zu finden. Wir hatten im Grunde nichts anderes erwartet, wollten aber – in guter Absicht – Pfarrer Schuch die Gelegenheit geben, seine Meinung bei uns ausführlich und unzensiert darzulegen.
Das ist eben schwer, wenn einer bei seinen primitiven Plattheiten nicht nur vom Heiligen Geist, sondern von allen guten Geistern verlassen ist.

