Von RAINER K. KÄMPF | In der ZDF-Sendung „Was nun, Frau Weidel?“ am Sonntag sagte AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel, dass sie und ihre Partei bereit wären, nach der Bundestagswahl am 23. Februar auch als Juniorpartner in eine Koalition mit der CDU/CSU zu gehen.
Wie jetzt? Mit der vermerkelten CDU? Mit der CDU eines Friedrich Merz, dessen Hauptfeind eben die AfD sein soll? Allein bei dem vagen Gedanken überzieht den Wähler eine Gänsehaut.
Hoffen wir inständig, dass diese Aussage der Hitze des Gefechts geschuldet war und die Partei nicht den zwangsläufigen politischen Suizid ansteuern will.
Natürlich wird, hoffentlich bald, die AfD Regierungsverantwortung übernehmen. Allein wird sie das nicht schaffen und eine Koalition steht im Raum. Diese muss Blau/Schwarz sein, andernfalls wird die AfD ihre Absichten und Ziele auf dem Altar einer systemkonformen Anpassung opfern müssen.
Die offene Ankündigung, sich unter einem Kanzler Merz zurechtstutzen zu lassen, sieht der Autor als eine vorauseilende devote Geste der Unterwerfung zugunsten der Machtteilhabe am Katzentisch. Was soll das? Wer die AfD wählt, bekommt Merz oder soll die Alternative zur Vorfeldorganisation der ideologisch verkümmerten Union werden?
Soll aber dann die CDU einmal helfen, Deutschland wieder in das richtige Fahrwasser zu bringen, setzt das voraus, die Christdemokraten entwickeln ungeheure Selbstreinigungskräfte. Mit den Tätern der Merkel-Ära darf es keine Zusammenarbeit geben! Die Schuld an der Zerstörung unseres Landes ist so immens groß, dass die tätige Reue versagt bleiben muss. Oder wie es AfD-Gründungsmitglied Martin Renner ausdrückt:
Liebe AfD, lernt nicht nur von Musk, sondern schaut Euch die erste Präsidentschaft eines Donald Trump an und und zieht die Lehren daraus. Solange der Unterbau des Staates nicht revolutioniert ist, wird das alte System jeden Spross der Erneuerung im Keim ersticken.
Unser Land braucht den rekonstruktiven Wiederaufbau und keine Pinselsanierung. Geht nicht das Risiko ein, die Partei zu zerreißen! Um Himmels willen nicht und schon gar nicht um des hoffnungsvollen Wählers willen.
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PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.

