Von MEINRAD MÜLLER | Es geht schlicht um die Gefahr sinkender Wahlergebnisse. Davor haben Altparteien Angst. Der Anschlag in München, bei dem am Donnerstag-Morgen ein Afghane mit seinem Auto in eine Verdi-Demonstration raste und 29 Menschen schwer verletzte (PI-NEWS berichtete), ist eine politische Katastrophe. Diesmal demonstrierte Migrationsbejubler mal nicht gegen Rechts, sondern für höhere Löhne. Auf die Idee, mal zur Abwechslung gegen Islamterror auf die Straße zu gehen, widerstrebt den Linken.
Die Farbe menschlichen Blutes, die nun den schwarzen Asphalt durchzieht, ist doch eine Farbe der Vielfalt: Rot. Der Slogan der so gefährlich weltoffenen Stadt München lautet immerhin: „München ist bunt“. Dass das mit rotem Blut bezahlt werden muss, ging offenbar unter.
München 2021: Grün-Rot 46 Prozent
Das Karma schlägt zurück. Der Anschlag von München kommt der Politik höchst ungelegen. Bei der Bundestagswahl 2021 holte Grün-Rot in München 46 Prozent. Die Bundestagswahl am 23. Februar rückt näher, und das fragile Kartenhaus der politischen Erzählung „Migration ist gut“ gerät ins Wanken. Wie viele Prozente werden Rot und Grün verlieren? Zwei, drei oder fünf Prozent?
Ja, die bayerische Nationalhymne wird noch gesungen, doch immer seltener. Die Farbe Blau, die einer Partei zugeordnet werden kann, soll ja nicht unnötig in Erinnerung gebracht werden. Die ersten und die letzten beiden Zeilen lauten:
Gott mit dir, du Land der Bayern,
deutsche Erde, Vaterland!
Und erhalte dir die Farben
Seines Himmels, weiß und blau!
Das Dilemma der Politik
Die Hymne Bayerns muss dringend umgeschrieben werden, um der bunten Vielfalt Rechnung zu tragen. Jahrelang wurde die Migration als Bereicherung gepriesen. Bunte Vielfalt wurde zum politischen Mantra. Was aber, wenn Szenen des Schreckens am Horizont über uns bedrohlich schweben?
Die Politik steht vor einem Dilemma: Entweder hält sie an ihrer bisherigen Erzählung fest und riskiert, den Unmut weiter zu befeuern, oder sie wagt eine Kehrtwende. Der Zeitpunkt dieses Anschlags ist für die politische Klasse denkbar unpassend. Wieder mit Rot-Grün so weiterwursteln heißt, weiter Anschläge in Kauf nehmen. Die Beileidskarten könnten gleich im Großhandel bezogen werden. Und die üblichen Textbausteine gleich mit.
Wie viele Opfer sind noch „akzeptabel“, um eine als moralisch richtig erklärte Politik fortzuführen? Die Antwort darauf bleibt angesichts des „unpassenden“ Zeitpunktes aus.
Dieser Anschlag wird das Wahlergebnis beeinflussen
Die Menschen sehen konkrete Konsequenzen. Der Staat, der Freiheit gewährt, muss auch Schutz bieten. Und genau das kann und will er nicht. Das Vertrauen bröckelt. Gerade jetzt, kurz vor der Wahl, ist es für die Politik besonders heikel, das zuzugeben. Dieser Anschlag wird das Wahlergebnis beeinflussen, und zwar stark.
Karl Popper schrieb einst, die offene Gesellschaft müsse bereit sein, sich gegen diejenigen zu verteidigen, die sie zerstören wollen. Wann wird Offenheit zur Naivität? Auch diese Frage drängt sich zum „unpassendsten“ Zeitpunkt auf.
Die Bundestagswahl wird zur Weggabelung. Der Anschlag in München ist mehr als ein tragisches Ereignis. Er ist ein Weckruf für die Wähler, sich zu fragen, ob sie den Altparteien zustimmen wollen. Die Farbe Rot, eine der Regenbogen und „Vielfaltsfarben“ auf dem Asphalt, ist nicht nur ein Zeichen von Leid, sondern die Quittung.
Meinrad Müller.
Meinrad Müller (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf PI-NEWS gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.

