
Von RAINER K. KÄMPF | In Berlin ist man innovativ und auf das Wohl der Bürger bedacht. Da nun in der Vergangenheit des Öfteren „Männer“ mit Messern Unruhe im Bau verbreiteten, machen sich die Buletten ans Werk und gehen dagegen vor. Also, gegen die Messer.
Fleißige Polizisten sind unterwegs und sammeln ein, was sie kriegen können. Auf Bahnhöfen, in Bahnen und Bussen werden zu festgelegten Zeiten potentielle Unruhestifter entmessert. Das ist erstmal löblich. Sieht doch der streunende Rentner ums Eck, daß er jetzt zumindest bis zum Schichtwechsel in Ruhe noch ein paar Flaschen erbeuten kann, um seinen Obolus bei der Tafel zu entrichten. Und da sage einer, um die Alten wird sich nicht gekümmert …
Halten wir also fest, die Messer sind jetzt bei der Polizei. An dieser Stelle taucht das Problem auf, das die ansonsten weitsichtigen Berliner nicht auf dem Schirm hatten. Was soll die Polizei mit Messern? Das weiß keiner. Auch die Polizei nicht.
Die Berliner allerdings hätten nicht den sprichwörtlichen Ruf der Pfiffigkeit, wüßten sie keinen Rat. Die Lösung liegt auf der Hand: Sie geben die Messer einfach zurück. So simpel und unbürokratisch ist das. Wem die eifrigen Polizisten ein Messer weggenommen haben, der wird aufgefordert, sich das Ding gefälligst wieder abzuholen, um nicht den reibungslosen Ablauf der Verwaltungsgänge ins Ruckeln kommen zu lassen.
Blöd ist dann, wenn so’n Messermann keine feste Wohnadresse hat. Aber auch in dieser verzwickten Lage weiß man sich Rat. Flugs eine Annonce ins Amtsblatt und schon scheint der verhinderte Messermann informiert und holt sich weisungsgemäß sein Schneid- und Stichwerkzeug wieder ab. So einfach kann das sein.
Deutschland ist gut dran. Bei einer solchen Hauptstadt braucht’s keine Klappern mehr …
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
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