Von WOLFGANG HÜBNER | Wie kann Deutschland zugleich weiterhin Weltsozialamt und künftig auch noch stärkste Militärmacht in der EU sein, ohne endgültig in Schulden zu versinken? Ideen dazu gibt es allerlei. Zum Beispiel den „Boomer-Soli“. Mit diesem sollen wohlhabende Rentner einen Teil ihrer Altersbezüge an ärmere Rentner weitergeben. Das Problem ist allerdings, dass es in der gesetzlichen Versicherung nur 0,2 Prozent Rentenbezieher gibt, die über eine Rente von 3000 Euro und mehr verfügen. Auch die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat eine, wenngleich nicht allzu originelle Idee: Die Lebensarbeitszeit muss steigen.
In einem Zeitungsinterview sagt die Politikerin: „Es kann jedenfalls auf Dauer nicht gut gehen, dass wir nur zwei Drittel unseres Erwachsenenlebens arbeiten und ein Drittel in Rente verbringen. […] Wir müssen mehr und länger arbeiten.“ Und die Lebensgefährtin von Karl-Theodor zu Guttenberg, der auch schon mal Wirtschaftsminister und kurzzeitiger Messias von CDU-Wählern war, glaubt zu wissen: „Das Lebensglück besteht für viele Menschen nicht allein darin, möglichst früh in Rente zu gehen, sondern ihre Erfahrungen weiter einbringen zu können.“
Nun sind die Erfahrungen von Millionen abhängig beschäftigten Deutschen allerdings ganz andere als die von Frau Reiche, die schon mit 25 Jahren Bundestagsabgeordnete wurde, zur Staatssekretärin avancierte und vor ihrem neuerlichen Einstieg in die Politik Hauptgeschäftsführerin beim Verband Kommunaler Unternehmen war. Menschen mit Kleinrenten, die um Lebensmittel bei der Tafel kämpfen oder Pfandflaschen in Abfallbehältern suchen, aber auch Normalrentner, die keine Pflegeheime mehr aus eigener Kraft bezahlen können, leben in einer ganz anderen Welt als die Ministerin.
Tatsächlich gibt es glücklicherweise Deutsche mit 67 und mehr Jahren, die nach einer langen, in den Augen von Frau Reiche aber zu kurzen Arbeitsbiographie das Rentnerleben genießen können und darauf keineswegs zugunsten der Unterstützung der Ukraine, syrischen Asylanten oder den Profiten für die Rüstungsindustrie verzichten wollen. Und es gibt sogar einige Bundesbürger, die längst wissen: Beim heutigen Stand der Entwicklung der Produktivkräfte wäre noch wesentlich weniger Arbeitszeit notwendig, um das heutige Lebensniveau zu sichern. Doch diejenigen von dem einen Prozent an der Spitze der Einkommenspyramide samt ihrer Ministerin Reiche werden schon verhindern, dass sich das beim Pöbel herumspricht.
Wolfgang Hübner.
PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Geopolitik, Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite und seinen Telegram-Kanal erreichbar.
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