In einer kürzlich ausgestrahlten Episode von „Judging Freedom“ mit Moderator Andrew Napolitano sprach Oberst Douglas Macgregor über die Möglichkeit einer direkten Beteiligung US-amerikanischer Bodentruppen im Ukraine-Konflikt sowie über weitere brisante geopolitische Themen. Das Gespräch vom 30. Juli 2025 beleuchtet die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Russland, die humanitäre Krise in Gaza und die innenpolitischen Herausforderungen von Präsident Trump. Hier ein Überblick in deutscher Sprache:
Drohende Eskalation im Ukraine-Konflikt
Macgregor kommentierte eine provokative Aussage von General Donahghue, der in einer Rede in Deutschland behauptete, US-Bodentruppen könnten russische Kräfte in Kaliningrad neutralisieren. Macgregor hält eine solche Aussage für gefährlich und glaubt, dass sie ohne Zustimmung von Verteidigungsminister Hegsth oder gar Präsident Trump nicht möglich gewesen wäre.
Er kritisiert Donahghues militärische Vergangenheit, insbesondere seine Rolle beim chaotischen Rückzug aus Afghanistan und einer verlustreichen ukrainischen Operation in Cherson. Für Macgregor signalisiert diese Rhetorik eine unverantwortliche Drohpolitik gegenüber Russland, die zu einer Eskalation führen könnte. Er betont, dass die russische Führung solche Aussagen als Zeichen mangelnder ziviler Kontrolle über das US-Militär interpretiert.
Trumps Sanktionsdrohungen gegen Russland
Präsident Trump drohte kürzlich damit, sekundäre Sanktionen gegen Länder zu verhängen, die russisches Öl kaufen, sollte die „spezielle Militäroperation“ in der Ukraine nicht innerhalb von 10 bis 12 Tagen enden. Macgregor sieht darin keinen Fortschritt für die US-russischen Beziehungen, sondern eine Fortsetzung der Konfrontation.
Er verweist auf russische Stimmen, die betonen, dass Sanktionen und westliche Kritik keinen Einfluss auf Moskaus Kurs haben. Macgregor vermutet, dass Trump von seinen Geldgebern und Beratern zu dieser harten Linie gedrängt wird, was im Widerspruch zu seinen Wahlkampfversprechen steht. Die Reaktion Chinas auf Trumps Zolldrohungen – eine klare Zurückweisung – unterstreicht für Macgregor, dass solche Maßnahmen letztlich den amerikanischen Verbrauchern schaden.
Die humanitäre Katastrophe in Gaza
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Lage in Gaza, die Macgregor als „Hunger, Gemetzel und Völkermord“ beschreibt. Er kritisiert die israelische Politik und die Unterstützung durch die USA scharf. Trotz wachsender internationaler Kritik, etwa durch Frankreichs Anerkennung Palästinas oder Großbritanniens Ankündigung, dies bei anhaltendem Leid zu tun, sieht Macgregor keine echte moralische Wende.
Er vergleicht die israelische Leugnung der Hungersnot mit sowjetischen Propaganda-Taktiken während des Holodomor. Innerhalb der USA wachse zwar die Empörung, besonders bei jüngeren Generationen, doch die politische Elite bleibe weitgehend untätig. Macgregor betont, dass die Kontrolle durch pro-israelische Geldgeber die Handlungsfähigkeit von Präsident Trump einschränkt.
Europäische Wirtschaft und geopolitische Spannungen
Auf die Frage, wer die größere Bedrohung für Europas wirtschaftliche Stabilität darstellt, antwortet Macgregor klar: die USA, nicht Russland. Er kritisiert die US-Politik, die Europa zur Deindustrialisierung dränge, etwa durch die Zerstörung der deutschen Wirtschaft.
Die von Ursula von der Leyen akzeptierten 15-prozentigen Zölle auf EU-Waren seien ein Versuch, die USA im Ukraine-Krieg zu halten, da ein Sieg Russlands die europäischen Eliten entmachten könnte. Macgregor sieht jedoch eine größere Bedrohung in den sozialen Spannungen durch Migration, die in Ländern wie Frankreich und Großbritannien zu Unruhen führen könnten.
Der Epstein-Skandal und Trumps Präsidentschaft
Abschließend sprach Macgregor über die potenziellen Auswirkungen des Epstein-Skandals auf Trumps Präsidentschaft. Er bezeichnet Epstein als „hochkarätigen Zuhälter“ mit Verbindungen zu Geheimdiensten und warnt, dass die Veröffentlichung der Epstein-Akten – insbesondere bei Hinweisen auf Pädophilie – Trumps Ansehen irreparabel schädigen könnte.
Macgregor vergleicht die Situation mit dem Watergate-Skandal und sieht die Gefahr, dass die amerikanische Bevölkerung das Vertrauen in ihre politische Elite verliert. Dies könnte zu einer gesellschaftlichen Rebellion führen, ähnlich der Französischen Revolution.
Fazit
Oberst Macgregor zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen geopolitischen Lage: Eine gefährliche Eskalation im Ukraine-Konflikt, die humanitäre Katastrophe in Gaza, wirtschaftliche Spannungen in Europa und der drohende Epstein-Skandal bedrohen die Stabilität der USA und ihrer Verbündeten.
Er kritisiert die Abhängigkeit von Präsident Trump von seinen Geldgebern und sieht einen Mangel an moralischem Mut in der westlichen Politik. Für Macgregor steht die Welt an einem Scheideweg, an dem unüberlegte Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben könnten.

