Neue E-Mail-Dokumente offenbaren, wie Jeffrey Epstein als Türöffner zwischen Politik und Tech-Elite agierte – mit Peter Thiel und Ehud Barak im Zentrum.
Einblicke in die Mailboxen
Die geleakten E-Mails aus dem Jahr 2014 zeichnen ein brisantes Bild: Epstein organisierte Treffen zwischen dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak und Tech-Milliardär Peter Thiel. Immer wieder taucht Thiels Name in der Korrespondenz zwischen Epstein und Barak auf – als Dinnergast, Gesprächspartner, potenzieller Verbündeter.
Am 30. Mai 2014 schreibt Epstein: „Peter Thiel can come to dinner on the 9th. Can you stay until then?“ Wenige Tage später stimmt Barak ab, ob ein Treffen vor oder nach einem geplanten Meeting sinnvoll sei. In einer weiteren Mail bezeichnet er das Dinner gar als „first date“, bei dem man wohl über „Geopolitik“ sprechen werde. Thiels Ruf, so Barak, könne „Dinge beschleunigen“.
Here is a leak to Ehud Baraks emails (100,000 emails) where you can see him and Jeffrey Epstein talking about meeting Peter Thiel, who owns Palantir.
You can download the whole thing on ddosecrets, via our telegram. https://t.co/DLJyikGbaX
If link doesnt work:… pic.twitter.com/RyphtQ9175— Israel Exposed (@xIsraelExposedx) August 28, 2025
Baraks Kalkül – Epsteins Rolle
Während Epstein die Treffen arrangiert, ringt Barak mit der Frage nach dem Nutzen. In einer Mail an einen Vertrauten beschreibt er Thiel als „von riesigem Potenzial“ und die Einladung als „keine Zeitverschwendung“. Zugleich bleibt er skeptisch, warum Epstein weitere Gäste hinzufügen wolle – und gesteht, Thiel nur einmal flüchtig in Davos getroffen zu haben.
Die Korrespondenz zeigt, wie Epstein als diskreter Mittelsmann agierte: Er stellte Kontakte her, schuf Begegnungen zwischen Männern aus Politik, Tech und Finanzen, und nutzte seine Rolle als Gastgeber, um Netzwerke im Hintergrund zu knüpfen.
Peter Thiel als „strategische Trophäe“
In den Mails wird Thiel nicht als Geschäftspartner, sondern als strategisch wertvoller Akteur beschrieben. Barak sieht in ihm die Chance, geopolitische Gespräche und Einflussnetzwerke zu beschleunigen. Epstein wiederum behandelt Thiel wie eine Trophäe im Machtspiel, die er zwischen Eliten hin- und herschieben konnte.
Besonders brisant: Epstein schlug mehrfach Treffen in New York vor, bei denen nicht nur Thiel, sondern auch andere hochrangige Persönlichkeiten teilnehmen sollten – etwa „der ehemalige Präsident der Malediven“.
Ein Netzwerk von Macht – und Abgründen
Die Mails verdeutlichen, was viele Beobachter seit Jahren vermuten: Epstein war kein isolierter „Skandalfinanzier“, sondern ein Knotenpunkt, an dem Politik, Tech und Finanzwelt zusammenliefen. Thiel, Barak und andere erscheinen hier nicht als Täter, sondern als Figuren in einem Netzwerk, das Epstein orchestrierte – mit unklarer Agenda, aber mit der klaren Intention, Macht, Einfluss und Reputation zu verknüpfen.
Fazit
Die E-Mail-Korrespondenzen sind mehr als belanglose Terminabsprachen: Sie sind Belege für Epsteins Rolle als Schatten-Diplomat der Eliten. Er brachte Akteure zusammen, die auf den ersten Blick kaum in einem Raum zu erwarten wären – einen israelischen Ex-Premier, einen Silicon-Valley-Milliardär, internationale Staatsoberhäupter.
Dass all dies im Jahr 2014 stattfand – zu einer Zeit, in der Epstein bereits mit schweren Vorwürfen belastet war – wirft ein grelles Licht auf die Blindheit oder Gleichgültigkeit vieler Entscheidungsträger gegenüber seiner Vergangenheit.

