Horst D. Deckert

Auslastung rechtfertigt keine Corona-Massnahmen

Immer wieder tischt der Bundesrat die Mär vom überlasteten Gesundheitssystem auf, um Massnahmen zu rechtfertigen. Nur: Es gibt keine Grundlage dafür. Das Schweizer Gesundheitssystem habe 2020 gut überstanden, schreibt das Konsumentenmagazin K-Tipp in der Ausgabe Nr. 15/21 vom 22. September. Es sei nie an den Anschlag gekommen. Doch genau dies wurde gebetsmühlenartig zur Panikmache behauptet. Bis heute. Der Bundesrat hat schlicht keine besseren Argumente. Faktisch gibt es die auch nicht.

Aktuelle Zahlen würden zeigen: Die Spitaleintritte wegen Corona seien derzeit tiefer als 2020, so der K-Tipp. Dies gilt noch vor der Einführung des Zertifikatszwangs am 8. September – so wäre denn die Begründung, das Zertifikat sei ein wirksames Instrument zur Pandemiebekämpfung, nicht haltbar. Wie so oft in der Vergangenheit wurden Massnahmen verschärft, obwohl dies aus medizinischen Motiven nicht notwendig gewesen wäre.

2020 gab es gemäss K-Tipp vom Ausbruch der Pandemie bis 13. September 2020 offiziell im Durchschnitt jeden Tag 64 Hospitalisationen, 2021 sind es noch 48. Das heisst: Es kann ein Rückgang der Einweisungen «wegen oder mit» Corona festgestellt werden, und trotzdem wird argumentiert, das Gesundheitswesen sei am Anschlag und man müsse dieser Entwicklung mit dem Covid-Zertifikat Einhalt gebieten. Der K-Tipp schreibt:

«Laut dem Unispital Zürich ist die Zal der stationär behandelten Lungenentzündungen über die Jahre 2019, 2020 und 2021 konstant. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Krankenkasse Groupe Mutuel, wenn man jeweils die ersten fünf Monate der Jahre 2019, 2020 und 2021 vergleicht.»

Ausserdem: Statt dafür zu sorgen, dass Kapazitäten im Gesundheitswesen ausgebaut werden, liess der Bundesrat zu, dass sie abgebaut wurden (Corona-Transition berichtete mehrfach darüber). Er gibt Steuermilliarden für «Impfstoffe» aus und übernimmt mit Steuermillionen auch noch dessen Bewerbung – Gratiswerbung und Absatzförderung für Big Pharma, doch kein Geld für Intensiv- und Testkapazitäten.

Die «Impfverweigerer» seien renitent, irrational, egoistisch, uneinsichtig, unbelehrbar und müssten deshalb mit den finanziellen Konsequenzen der Tests leben – obwohl auch sie via Steuern die «Impfstoffe» finanzierten, die sie vielleicht weder wollen noch brauchen. Ein Geimpfter, der davon profitierte, sieht sich dann paradoxerweise moralisch häufig im recht, wenn er sagt, er wolle sich nicht an den Testkapazitäten beteiligen.

Wenn es der Bundesrat mit der Freiwilligkeit der «Impfung» ernst meint, dann müssen Testkapazitäten ohne finanzielle Einbussen zur Verfügung gestellt werden. Die derzeitige Politik läuft darauf hinaus, dass das Solidaritätsprinzip der Gesundheitsversorgung ausgehebelt wird.

Das Narrativ vom überlasteten Gesundheitswesen wegen Corona dient vielerorts zur Rechtfertigung von Massnahmen. So zum Beispiel auch in Deutschland. Doch ein Gutachten, das für das Bundesgesundheitsministerium erstellt wurde, kam zum Schluss, dass Covid-Patienten im Jahr 2020 lediglich 2% der Krankenhaus-Auslastung ausmachten.

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