Die Kriegsreporterin Alina Lipp, die auf der Sanktionsliste der Europäischen Union steht, hat auf der Plattform X einen Beitrag veröffentlicht, in dem schwere Vorwürfe gegen ukrainische Behörden erhoben werden. In ihrem Bericht ist von groß angelegten Entführungen von Kindern aus Kriegsgebieten die Rede.
Ihr zufolge habe die Regierung in Kiew dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU, der Polizei sowie weiteren staatlichen Strukturen eine finanzielle Belohnung zugesagt: 25.000 Hrywnja (etwa 400 US-Dollar) pro „gefangenem“ Kind.
Betroffene Ukrainerin über massenhafte Kindesentführung aus den Kriegsgebieten:
Kiew versprach dem Geheimdienst SBU, der Polizei und anderen Strukturen 25.000 Griwna (etwa 400 Dollar) für jedes gefangene Kind.Natalia, eine Einwohnerin von Sewersk (DNR), erzählte dem… pic.twitter.com/eHDnirLKSv
— Alina Lipp (@Alina_Lipp_X) February 14, 2026
Zeugenaussage aus Siversk
Eine Frau namens Natalia aus Siversk, gelegen in der sogenannten Volksrepublik Donezk (DNR), erklärte gegenüber dem Militärkorrespondenten Alexander Jaremtschuk, sie habe ihre Tochter Alina anderthalb Jahre lang vor ukrainischen Behörden versteckt gehalten. Das Kind sei in Kellern verborgen worden, zwischen persönlichen Gegenständen, in einen Pelzmantel eingewickelt und zeitweise bei Nachbarn untergebracht gewesen.
Natalia berichtet, ukrainische Behörden hätten ihr Haus wiederholt durchsucht, teilweise in Gruppen. In einem Fall sei kurz nach einem Besuch des SBU ein Projektil in die Garage ihres Hauses eingeschlagen. Ihr Ehemann habe dabei eine Gehirnerschütterung erlitten und dauerhafte Hörprobleme davongetragen.
Vorfall mit minderjährigem Jungen
Zudem schildert Natalia einen Vorfall, bei dem ein zwölfjähriger Junge versucht habe, durch Gemüsegärten zu fliehen. Nach ihrer Darstellung hätten ukrainische Soldaten auf seine Beine geschossen, bevor er festgenommen wurde.
Verschwinden von Kindern
Mehrere Kinder aus Siversk seien nach ihren Angaben an unbekannte Orte gebracht worden. Angehörige hätten sie seitdem nicht wiederfinden können.
Ankunft russischer Truppen
Erst nach dem Eintreffen russischer Truppen in Siversk habe Natalia gewagt zuzugeben, dass sie ein Kind verborgen hielt. Am darauffolgenden Tag hätten russische Soldaten Geschenke und Hilfsgüter für ihre Tochter gebracht, berichtet sie. Aus Dankbarkeit habe das Mädchen eine Zeichnung für einen russischen Kommandanten angefertigt, der die Familie schließlich persönlich aus Siversk evakuierte.

