Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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BlackRock und Co. gehören enteignet!

Der Finanzkonzern BlackRock gehört zu den grössten Profiteuren der Corona-«Pandemie». Während Millionen Menschen durch die harten Massnahmen enorme wirtschaftliche Einbussen erleiden und der globale Hunger zunimmt, erzielte BlackRock in den vergangenen Monaten kolossale Profite (Corona-Transition berichtete).

Werner Rügemer, deutscher Publizist und versierter Kritiker der Mächtigen, analysierte in seinem neuen Buch «BlackRock & Co. enteignen!» den Finanzkonzern. Er zeigt auf, wie es dem grössten «Vermögensverwalter» der Welt gelang, im Zuge der Corona-«Pandemie» noch mehr Macht und Einfluss zu gewinnen. Im Folgenden einige Auszüge aus dem Buch:

«Am 19. Mai 2021 fand in den USA die People’s Assembly on BlackRock statt. Die Teilnehmerinnen aus zahlreichen Staaten klagten BlackRock als Grossaktionär von Konzernen der fossilen Energien an — wegen Umweltzerstörung und schwerer Menschenrechtsverletzungen.

Damit wurde eine Aktionswoche eingeleitet, die sich bis zum 26. Mai 2021 erstreckte, dem Tag, an dem BlackRock seine eigene Aktionärsversammlung abhielt. Solche Aktivitäten gegen BlackRock finden in vielen Staaten statt — aber die privaten wie staatlichen Leit- und Massenmedien, die politischen Parteien schweigen dazu. In den Social Media verbreiten die Initiativen gegen BlackRock zwar ihre Aktivitäten und Analysen, aber Facebook, Google und Co. listen das nur ganz hinten: Ist doch logisch: BlackRock ist ja Grossaktionär auch bei Facebook, Google und Co.

Und BlackRock ist auch Grossaktionär nicht nur bei den Fossil-Konzernen wie RWE, Shell & Co. und bei Facebook und Google & Co., sondern auch in den grossen Auto-, Zement- und Aggrobusiness-Konzernen, und selbstverständlich auch bei den wegen der Corona-Pandemie besonders gewinnträchtigen und einflussreichen Pharmakonzernen, und, wer hätte es gedacht, bei den ebenfalls gegenwärtig besonders gewinnträchtigen Rüstungs- und Atombomben-Konzernen.

Und sowieso bei den von den Pandemie-Massnahmen der Regierung besonders profitierenden Digitalkonzernen wie Apple, Amazon und Microsoft. Das scheint zunächst noch gar nicht so wichtig, da doch der so brav und menschenfreundlich daherkommende ‹Vermögensverwalter› BlackRock immer nur drei oder fünf oder sieben Prozent der Aktien dieser Konzerne besitzt. Und mit diesen kleinen Aktienpäckchen doch scheinbar gar nichts bestimmen kann.

Schön wär’s! Aber, und das ist das Problem: BlackRock ist nie alleine. Denn von dieser Art neuer, mächtiger Kapitalorganisatoren gibt es inzwischen mehrere Dutzend: nach BlackRock sind dies Vanguard, State Street, Capitel Group, Wellington, Fidelity, Northern Trust, Amundi, Norges, Massachusetts Financial, Temasek, Artisan, Qatar Holding, um nur einige der grössten zu nennen — und sie stimmen sich untereinander ab.

Obwohl ihre Lobbysten bei der Weltbank, der US- und der europäischen Zentralbank bei der Europäischen Kommission in Brüssel und bei den Regierungen in Washington, London, Paris, in den Staatskanzleien von Berlin, Düsseldorf und München und in Rom, Mexiko Singapur und so weiter ein- und ausgehen und ebenso bei den Redaktionen der renommierten Medien wie der New York Times, Frankfurter Allgemeine Zeitung, dem Handelsblatt und so weiter — sie sind der breiten Öffentlichkeit so gut wie unbekannt. Das dürfte auch für die Mehrheit der gewählten Abgeordneten zutreffen.

Auch in allen wichtigen Talkshows im deutschen Fernsehen tauchten Repräsentanten dieser Kapitalorganisationen niemals auf, selbst Friedrich Merz war dort niemals als Vertreter von BlackRock eingeladen und befragt, sondern lediglich als CDU-Mann und Bewerber um den CDU-Parteivorsitz.»

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Rügemer vertritt die Meinung, dass BlackRock und Co. enteignet gehören. Die Gründe, die dafür sprechen, sind seiner Ansicht nach:

  • «BlackRock & Co. sichern für ihre Superreichen, anonymisierten Kapitalgeber eine ständige hohe Vermehrung der ohnehin schon mehrfachen Millionen- und Milliarden-Vermögen, während die Mehrheit der Menschen um ihr Überleben kämpft.
  • BlackRock Co. leisten für diese Kapitalgeber Beihilfe zur globalen Steuerflucht, anonymisieren sie und befreien sie von jeglicher gesellschaftlichen Verantwortung
  • BlackRock und Co. verarmen die Mehrheit der abhängig Beschäftigten, jetzt noch beschleunigt durch die Digitalisierung und die Aufteilung in immer kleinere und schlechter bezahlte Arbeitsportionen.
  • BlackRock & Co. treiben nicht nur die Working poor voran, sondern damit auch die working sick in den reichen, westlichen Staaten, in den USA, in der EU und selbst in den neo- und und postkolonialen niedergehaltenen Entwicklungsländern.
  • BlackRock und Co. verarmen die Staaten (poor states), schrumpfen die Volkswirtschaften (poor economies), treiben die Privatisierung der öffentlichen Versorgung voran und verteuern sie zugleich.
  • Black & Co. blockieren — begleitet von professionell aufwändig gepushtem Greenwashing-Geschwätz — die Rettung der Umwelt.

Mit der Ideologie-Formel ESG (Environment, Social, Governance = Umwelt, Soziales, gute Unternehmensführung) verbreiten sie einen neuen ‹Wertekanon›. Diese ‹Werte› sind gezielt vieldeutig und manipulativ. Dahinter verstecken sie ihr weiteres Profitieren von Arbeits-Unrecht, Wald- und Bodenzerstörung, Aufrüstung sowie Luft- und Wasservergiftung.»

Rügemer zeigt anhand mehrere Beispiele auch auf, weshalb BlackRock einen enormen Einfluss auf die Politik durch «hoch bezahlte Einfluss-Agenten» nimmt:

«BlackRock unterhält in allen wichtigen Staaten ausserhalb der USA eigene Filialen mit jeweils mehreren hundert Managern: so in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Mexiko, Hongkong, Singapur, Japan. Gleichzeitig sind führende Persönlichkeiten aus diesen Staaten — vor allem Ex-Minister und Ex-Konzernchefs — als bezahlte Einflussagenten im Einsatz. Sie erhalten hochdotierte Beraterverträge und/oder Sitze in Aufsichtsräten von Unternehmen, in denen BlackRock Grossaktionär ist. Einige Beispiele:

  • George Osborne: Als Finanzminister der britischen Tory-Regierung bis 2016 sorgte er für harte Kürzungen im Sozialsystem. Danach wurde er Chefredaktor und seit 2020 Herausgeber der Londoner Tageszeitung The Evening Standard (Auflage 800’000), und zugleich auch BlackRock-Lobbyist mit 650’000 Pfund Jahresvertrag. In Brüssel setzte er sich bei der Europäischen Kommission erfolgreich für die von BlackRock forcierte private ETF-Rente ein.
  • Philipp Hildebrand: Ex-Präsident der Schweizerischen Nationalbank: Chef der BlackRock-Europa Zentrale in London.
  • Jean-François Cirelli: Ex-Chef der grössten französischen Energiekonzerne GDF/SuezEngie: Chef von BlackRock France.
  • Marco Antonio Slim Domit: Sohn des reichsten Mexikaners Carlos Slim: Mitglied im Aufsichtsrat von BlackRock.
  • Gerardo Rodriguez Regardosa, Ex-Staatssekretär im Finanzministerium Mexikos, BlackRock-Chef für Investitionen in Entwicklungsländern.»

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Werner Rügemer ist Philosoph und Publizist. Sehr empfehlenswert ist auch sein Buch «Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts — Gemeinverständlicher Abriss zum Aufstieg der neuen Finanzakteure». Rügemer gehörte zu den Organisatoren des ersten BlackRock-Tribunals, das 2020 stattfand.

Werner Rügemer, «BlackRock & Co. enteignen!». Nomen, Frankfurt am Main 2021. ISBN: 978-3-939816-82-9, 176 Seiten. Fr. 19,90. Weitere Infos und Bestellung hier.

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