Kategorie: Nachrichten
Woher kommt der Strom? Finger in der Energiew‘u‘nde
![]()
von Rüdiger Stobbe
In der 35. Woche begann der meteorologische Herbst. Anlaß genug, mal zu schauen, wie sich die Energiewende im bisherigen Jahr 2021 entwickelt hat. Das Ergebnis gleicht einem „Finger in die Wunde“ legen. Plus Bohren!
Trotz Zubaus von Windkraft- und Photovoltaikanlagen sind die Zahlen erschütternd. Die Stromerzeugung mittels Windkraftanlagen an Land lag 2021 mit 57,97 TWh bisher auf dem Niveau des Jahres 2018 (56,82 TWh). 2019 wurden 65,38 TWh, 2020 71,73 TWh Windstrom onshore erzeugt.
Offshore war der Einbruch ähnlich. Wurden 2019 noch 15,32 TWh, 2020 sogar 17,43 TWh Strom auf See erzeugt, lag die Produktion 2021 bis zum 5.9.2021 bei 14,72 TWh.
Photovoltaikanlagen produzierten 2019 37,03 TWh, 2020 waren es 42,44 TWh. 2021 waren es bisher 37,86 TWh. Die Rückgänge belegen, dass die Energie, die die Natur den Regenerativstrom-Ernteanlagen liefert, vor allem eines ist. Sehr unzuverlässig. Nicht nur für die tägliche Stromerzeugung. Auch auf einen längeren Zeitraum kann die weithin vorherrschende Meinung, dass je mehr Wind- und PV-Anlagen zugebaut werden, desto mehr Strom damit erzeugt werden wird. Im bisherigen Jahr 2021 (Stichtag 5.9.2021) wurden jedenfalls gut 10% weniger Strom mittels regenerativer Energieträger insgesamt erzeugt als 2020 bis zum 4.9.2020 (Schaltjahr). Da wird die Energiewende wohl ohne den Wirt, ohne das Wetter gemacht. Auch ein noch so massiver Ausbau von Windkraft- und PV-Anlagen ist keine Garantie für die gewünschte Stromerzeugung.
Die 35. Woche (Abbildung) belegt das im Detail eindrucksvoll. Eine schöne Spätsommerwoche mit leicht säuselndem Wind und viel Sonne gab den Menschen das, was sie sich neben Gesundheit und Reichtum am meisten wünschen: schönes Wetter. Schönes Wetter bedeutet aber immer wenig Windstromerzeugung. Da können gerne noch mal 3, 4 oder 5x so viel installierte Leistung Windkraft zugebaut werden. Es reicht halt nicht. Dafür erzeugt man in windstarken Zeiten viel zu viel Strom, der, weil er nicht gespeichert werden kann, billig abgegeben oder gar – mit Bonus – verschenkt werden muss. Das ist und war bereits recht häufig der Fall. Ein verstärkter Ausbau Photovoltaik wird das Problem noch verschärfen. Mit PV konzentriert sich die Stromübererzeugung auf die Mittagsspitze. Das Problem der Netzstabilisierung ohne konventionelle Stromerzeugung ist praktisch nicht mal ansatzweise gelöst. Beim jetzigen Strombedarf müssen immer um die 20 GW konventionell erzeugt werden, damit das Stromnetz nicht zusammenbricht und die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Eine digitale Systemdienstleistung „Netzstabilisierung“ ist nicht in Sicht. Darüber hinaus befürchte ich, dass eine Software, die hunderttausende Windkraftstromerzeuger und Millionen PV-Anlagen systemdienlich und netzstabilisierend steuert, kaum in Deutschland oder sonst wo entwickelt werden kann. Man schafft es nicht mal, die Deutsche Bahn mit fixem Fahrplan per Software verspätungsfrei zu händeln.
Das Preisniveau der 35. Woche war hoch. Deutschland zahlte für den notwendigen Stromimport immer Höchstpreise (Abbildung 1). Die Konventionellen (Abbildung 2) optimierten mit ihrer Produktion die Preise und verdienten ordentlich mit. Genau wie unsere europäischen Nachbarn, die zum Teil (Schweiz, Polen, Tschechien) wieder mal die Sektkorken knallen lassen konnten (Abbildung 3).
Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, dem „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Webseite der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 5 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.
Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 6 ab. Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdoppelung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren.
Abbildung 8 weist auf einen Artikel hin, der sich mit der oben angesprochenen Digitalisierung des Stromnetzes zwecks Netzstabilisierung befasst.
Abbildung 9 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.
Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:
- Produktion als Anteil der installierten Leistung
- Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
sind Bestandteil des Tools „Stromerzeugung und Bedarf„. Schauen Sie mal rein. Es ist sehr erhellend.
Tagesanalysen
Montag, 30.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,27 Prozent, davon Windstrom 22,10 Prozent, Solarstrom 9,63 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,55 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Zwei Strom-Versorgungslücken, die hochpreisig ausgeglichen wurden. Wenig Überproduktion, die für unsere Nachbarn günstig abgegeben wurden. So beginnt die 35. Woche. Die Konventionellen fahren eine stetige Produktion. Wo Geld zu verdienen ist, werfen sie verstärkt die Pumpspeicherstromerzeugung an. Der Handelstag. Praktisch alleiniger Gewinner: Die Schweiz. Wer sonst?
Dienstag, 31.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,03 Prozent, davon Windstrom 18,62 Prozent, Solarstrom 12,65 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,76 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Dienstag ähnelt dem Montag. Wieder zwei Stromlücke. Wieder hochpreisige Schließung derselben. Das Preisniveau ist allerdings höher. Nur der Exportpreis sinkt. Die konventionelle Stromerzeugung bleibt entspannt. Der Handelstag. Heute sieht man auf den ersten Blick und besonders schön, wie die Schweiz und einige andere unserer Nachbarn gute Geschäfte machten.
Mittwoch, 1.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 39,00 Prozent, davon Windstrom 9,13 Prozent, Solarstrom 17,36 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,51 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Über Tag kommt die Windstromerzeugung fast zu Erliegen. Die PV-Stromerzeugung ist für den Spätsommer auch nicht prickelnd. Die Stromlücken werden größer und bleiben teuer. Lediglich am frühen Morgen ist der Importstrom „günstig“. Natürlich immer nur im Verhältnis. Die konventionelle Stromerzeugung und der Handelstag.
Donnerstag, 2.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 38,88 Prozent, davon Windstrom 6,29 Prozent, Solarstrom 19,87 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,72 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Donnerstag bringt etwas mehr PV-Strom. Die Windstromerzeugung geht gegen Null. Die Importpreise bleiben hoch. Die Exportpreise niedrig. Die Konventionellen, der Handelstag. Polen verkauft fast den ganzen Tag seinen Kohlestrom nach Deutschland. Das Land verdient damit gut 2,5 Mio €. Gratulation.
Freitag, 3.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,59 Prozent, davon Windstrom 10,05 Prozent, Solarstrom 21,14 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,40 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute weht der Wind etwas stärker, die Sonne scheint kräftig. Der „Sonnenbuckel“ drückt den Exportpreis über Mittag unter 90€/MWh Strom. Die Importpreise sind wie bereits die ganze Woche hoch. Außer am frühen Morgen. Die Konventionellen, der Handelstag. Deutschland bezahlt nochmal 2,5 Mio € für polnischen Kohlestrom.
Samstag, 4.9.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 41,17 Prozent, davon Windstrom 6,22 Prozent, Solarstrom 20,72 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,22 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Wochenende. Kaum Wind, Sonne ist in Ordnung. Der Bedarf ist niedrig. deshalb nur eine „kleine“ Stromlücken. Das Preisniveau sinkt. Zum Abend rutscht Deutschland nur einmal – um 19:00 Uhr – in den negativen Bereich. Die konventionellen Stromerzeuger, der Handelstag. Schauen Sie mal, was Polen macht! Knapp zwei Mio € verdienen die polnischen Stromerzeuger durch geschickte Preisdifferenzgeschäfte.
Sonntag, 5.9.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,44 Prozent, davon Windstrom 10,69 Prozent, Solarstrom 22,58 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,18 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Sonntag. Der niedrigste Bedarf der Woche. Nur um 19:00 muß Strom hinzugekauft werden. Da allerdings fast zum Höchstpreis. Die konventionellen Stromerzeuger legen Richtung Abend stark zu. Der Handelstag. Wie sah die Woche im Ergebnis aus? Deutschland: Deutschland verkauft seinen Strom im Durchschnitt für knapp 105 €/MWh. Schweiz: Das Land verdient über 3 Mio € durch geschickte Preisdifferenzgeschäfte. Polen: Das Land verdient gut 13 Mio € mit dem Verkauf von Kohlestrom. Tschechien (Kohle & Kernkraft): Gut 15 Mio € fließen in die Kasse Tschechins.
Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.
Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de
Berlin: Heute Tausende zum „Marsch für das Leben“ erwartet
Bei Rot-Rot-Grün droht die Abtreibung bis zum Zeitpunkt der Geburt -Am Samstag, 18.9. findet in Berlin der »Marsch für das Leben« statt, einer Stadt, in der inzwischen jedes vierte Kind abgetrieben wird. Die »Christdemokraten« haben das Recht auf Leben komplett aus ihrem Wahlprogramm gestrichen, rot-rot-grün fordert das Recht auf Abtreibung bis zum Zeitpunkt der Geburt. Ein Gastbeitrag von Richard Abelson
Der Beitrag Berlin: Heute Tausende zum „Marsch für das Leben“ erwartet erschien zuerst auf Philosophia Perennis.
Die USA brauchen Russland, um den Kalten Krieg mit China zu gewinnen
Von Ted Galen Carpenter
Die Beziehungen der USA zu Russland und der Volksrepublik China werden immer schlechter. Es ist kein Zufall, dass diese beiden Länder in der jährlichen Bedrohungsanalyse der Geheimdienste für 2021 als große Bedrohung für die USA dargestellt werden.
Eine konfrontative Politik gegenüber zwei Großmächten gleichzeitig zeugt von großer außenpolitischer Unerfahrenheit und schafft eine potenziell gefährliche Situation. Henry Kissinger hat einmal gesagt, dass Washington stets versuchen sollte, mit Moskau und Peking bessere Beziehungen zu unterhalten als mit den anderen Ländern. Die jüngsten Regierungen haben gegen diese weise Warnung verstoßen, und die USA befinden sich nun in der Lage, einen kalten Krieg an zwei Fronten zu führen. Darüber hinaus sind beide Schauplätze des Kalten Krieges vor allem aufgrund der Ungeschicklichkeit der US-Außenpolitik ernsthaft in Gefahr, heiß zu werden. Die Regierung von Joe Biden hat noch Zeit, diesen ruchlosen Trend umzukehren, aber dazu bedarf es drastischer Änderungen in der Strategie Washingtons.
Die politischen Entscheidungsträger müssen von Grund auf neu beginnen. Wenn sie entschlossen sind, einen kalten Krieg auch nur an einer einzigen Front zu führen (was an sich nicht unbedingt eine kluge Politik ist), müssen sie zwei wichtige Schritte unternehmen. Die erste besteht darin, die Beziehungen zu dem kleineren Gegner zu verbessern. Die andere besteht darin, so viele sekundäre und periphere Engagements wie möglich loszuwerden. Leider scheint die Regierung Biden nicht bereit zu sein, beides zu tun.
Einige Analysten sind der Ansicht, dass die Entscheidung des Präsidenten, den scheinbar endlosen Einsatz in Afghanistan zu beenden, darauf hindeutet, dass er das Feld räumen will, um sich auf die Herausforderungen gleichwertiger Konkurrenten – vor allem Russland und China – zu konzentrieren. Es deutet jedoch wenig darauf hin, dass die Entscheidung über Afghanistan Teil eines umfassenderen Plans ist. Die Regierung Biden scheint nicht geneigt zu sein, ähnliche Rückzüge aus dem Irak oder Syrien vorzunehmen. Das Tempo der US-Militäraktivitäten in diesen beiden Ländern ist nach wie vor hoch, und Washington scheint neue Energie darauf zu verwenden, Bashar al-Assad an den Rand zu drängen oder zu stürzen. Die Beziehungen zwischen den USA und der von Saudi-Arabien geführten Golfkoalition mögen sich zwar etwas abgekühlt haben, aber die Regierung Biden pflegt nach wie vor die traditionelle Klientelbeziehung zu Riad. Trotz offizieller Zusicherungen, dass Washington seine Unterstützung für den saudischen Krieg im Jemen zurückzieht, leisten die USA weiterhin nachrichtendienstliche und logistische Unterstützung.
Selbst der viel gepriesene Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan ist weniger umfangreich als von den Medien und offiziellen Sprechern behauptet. Offenbar wird eine beträchtliche Anzahl von Geheimdienstagenten im Land bleiben. Darüber hinaus hoffen die USA, ihre militärische und nachrichtendienstliche Präsenz in den zentralasiatischen Nachbarländern aufrechtzuerhalten, wenn nicht sogar zu verstärken.
In der näheren Umgebung versucht Washington weiterhin, die linksextremen Regime in Kuba, Nicaragua und Venezuela einzudämmen bzw. zu schwächen. Es mehren sich die Stimmen, die Washington zu einer humanitären Intervention auffordern, um das wachsende Chaos in Haiti einzudämmen und die chronische Inkompetenz der Verwaltung zu beseitigen. Wenn die Regierung nicht willens oder in der Lage ist, der Versuchung zu widerstehen, die Angelegenheiten solch kleiner und dysfunktionaler Länder zu umfassend zu regeln, wird das Feld der Außenpolitik viel zu unübersichtlich werden.
Die Regierung scheint noch weniger in der Lage zu sein, die entscheidende Entscheidung darüber zu treffen, wer zwischen Russland und China der Hauptgegner ist. Stattdessen bringt sie beide weiter gegeneinander auf. Dies birgt nicht nur die Gefahr einer sehr gefährlichen strategischen Überdehnung, sondern führt auch zu einer Annäherung zwischen Moskau und Peking. Die derzeitige US-Politik schafft also das Gegenteil von Kissingers Modell: eine Situation, in der Moskau und Peking engere Beziehungen zueinander entwickeln als zu den Vereinigten Staaten. Eine aus Sicht der amerikanischen Interessen völlig unbefriedigende Situation.
Die umfangreichen wirtschaftlichen Beziehungen – insbesondere der jährliche Waren- und Dienstleistungsverkehr in Höhe von 638,4 Mrd. USD (Zahlen für 2019, letzte Zahlen vor dem Covid) – zwischen den USA und der VR China können dazu beitragen, einen Abbruch der bilateralen Beziehungen zu verhindern. In den Beziehungen Washingtons zu Russland gibt es keinen vergleichbaren Puffer. Der bilaterale Handel belief sich im Jahr 2019 auf lediglich 34,9 Milliarden US-Dollar. Selbst im Falle Chinas scheinen die wirtschaftlichen Faktoren allein nicht auszureichen, um ein Abgleiten in einen kalten Krieg zu verhindern. Der erbitterte Handelsstreit, der während der Amtszeit von Donald Trump entstanden ist und unter Präsident Biden fortgesetzt wird, hat zur Verschlechterung der Beziehungen beigetragen.
Wirtschaftliche Erwägungen allein sind nicht ausschlaggebend für die Beziehungen zwischen Staaten, insbesondere wenn es sich um Großmächte handelt. Sicherheitskalküle, die Notwendigkeit, die öffentliche Meinung zu beschwichtigen, Fragen des nationalen Prestiges können (und haben in der Vergangenheit manchmal) die Oberhand über starke wirtschaftliche Faktoren gewonnen. Es sei daran erinnert, dass Frankreich und Deutschland 1914 die größten Handelspartner des jeweils anderen waren, aber diese Beziehung, so wichtig sie auch war, hat sie nicht daran gehindert, auf ein kontinentales Blutbad zuzusteuern. Man sollte nicht davon ausgehen, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und der VR China ausreichen, um einen kalten oder gar einen heißen Krieg zu verhindern.
Die in den letzten Jahren zunehmenden Spannungen rund um Taiwan und die Territorialstreitigkeiten im Süd- und Ostchinesischen Meer deuten darauf hin, dass der strategische Druck auf ein unangenehmes Ergebnis hinweist. Die Luft- und Marinepräsenz Washingtons in den beiden Meeren sowie in der äußerst kritischen Straße von Taiwan nimmt rapide zu; Peking reagiert zunehmend verärgert. Die Regierung Biden drängt Japan, eine stärkere Rolle bei der impliziten Politik der Eindämmung der chinesischen Macht zu spielen. Er betonte auch die anhaltenden Bemühungen der USA, Japans Eigentum und Kontrolle über die Senkaku-Inseln (Diaoyu) zu schützen, die Peking ebenfalls beansprucht.
Die Verschlechterung der Beziehungen Washingtons zu Russland ist sogar noch ausgeprägter. Allein im Juni und Juli verabschiedeten die Vereinigten Staaten eine Reihe neuer Maßnahmen, die heftige russische Proteste hervorriefen. Washington hat mit Ungarn ein Abkommen über die Nutzung von zwei Luftwaffenstützpunkten durch die US-Streitkräfte unterzeichnet. Dieser Schritt ist nur der jüngste Ausdruck der raschen Verstärkung der amerikanischen Militärpräsenz in Osteuropa, die in direktem Widerspruch zu den Zusicherungen steht, die frühere Präsidentschaftsregierungen Moskau gegeben hatten. Am 12. Juli begannen die USA und 11 NATO-Verbündete eine Reihe von Kriegsspielen im Schwarzen Meer, die auf die Kriegsspiele im selben Gewässer folgten, an denen 32 Nationen vierzehn Tage lang beteiligt waren. Solche Militärmanöver sind für Russland von Natur aus bedrohlich, da sie in unmittelbarer Nähe zu seinem wichtigen Marinestützpunkt in Sewastopol stattfinden. Weiter nördlich führten die US-Streitkräfte gemeinsame „Militärübungen“ mit Einheiten aus der Ukraine, Polen und Litauen durch.
Kriegsspiele sind nicht die einzigen jüngsten Manifestationen der US-Kriegslust gegenüber Russland. Mitte April wies die Regierung Biden russische Diplomaten aus und verhängte neue Sanktionen gegen Moskau wegen angeblicher Einmischung in die US-Wahlen 2020 und angeblicher Untätigkeit bei Cyberangriffen von russischem Boden aus. Präsident Biden verschärfte die ohnehin schon frostigen bilateralen Beziehungen, als er den russischen Präsidenten Wladimir Putin als „seelenlosen Mörder“ bezeichnete.
Es gibt zahlreiche Anzeichen für eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen Russland und der VR China als Reaktion auf den Druck der USA auf beide Länder. Einige Analysten spekulieren sogar über das Entstehen einer De-facto-Allianz. Eine solche Schlussfolgerung mag verfrüht sein, aber es besteht kaum ein Zweifel daran, dass die bilateralen Beziehungen enger werden und sich die Zusammenarbeit über die diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Fronten erstreckt.
Der Anstieg der russisch-chinesischen Zusammenarbeit ist weitgehend eine Folge der US-Politik gegenüber den beiden Ländern, insbesondere gegenüber Russland. Die kriegerische Haltung Washingtons gegenüber Moskau hinterließ bei der russischen Führung den Eindruck, dass sie keine andere Wahl hatte, als die Beziehungen zu Peking zu intensivieren, um ein Gegengewicht zu schaffen. In Anbetracht der ausgedehnten Grenze zwischen Russland und China und der impliziten Konkurrenz zwischen den beiden Ländern um die Vorherrschaft in Zentralasien sollten Moskau und Peking normalerweise mehr Angst voreinander haben als vor den USA. Es bedurfte eines außergewöhnlich ungeschickten und abrupten Verhaltens Washingtons, um diesen Vorteil zu verlieren.
Einige könnten argumentieren, dass der klügste Kurs für die Regierung Biden darin bestünde, das zunehmend schwierige und unerfüllbare Ziel der Aufrechterhaltung der globalen Vorherrschaft der USA aufzugeben und gleichzeitig zu versuchen, die Beziehungen zu Russland und China zu verbessern. Zumindest muss Washington eine Entscheidung treffen: Es muss versuchen, entweder mit Russland oder mit China Frieden zu schließen, um sich auf eine wirksame Konfrontationspolitik gegenüber der jeweils anderen Macht zu konzentrieren. Eine rationale Einschätzung würde China als den fähigsten und entschlossensten Herausforderer ausmachen. Washington sollte sich daher bemühen, die Beziehungen zu Russland, der geringeren Bedrohung, zu verbessern. Mit einer Wirtschaftsleistung von 1400 Milliarden Dollar liegt Russland an elfter Stelle in der Welt, hinter Südkorea und knapp vor Brasilien. Umgekehrt ist China mit 15.200 Milliarden Dollar die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Diese Zahlen zeigen, dass Russland ein zweitrangiger wirtschaftlicher Akteur ist und China ein gleichwertiger starker Konkurrent ist, der den Abstand zu den Vereinigten Staaten rasch aufholt. Darüber hinaus setzt Peking seine finanziellen Ressourcen eifrig ein, um seinen Einfluss in der Welt zu vergrößern. Russland kann nicht einmal auf eine solche Fähigkeit hoffen.
Militärisch mag Russland der gefährlichste Feind sein, aber Moskaus Schlagkraft ist fast ausschließlich auf sein umfangreiches Atomwaffenarsenal zurückzuführen. Was die konventionelle Bewaffnung betrifft, so sind Chinas Streitkräfte (insbesondere die Marine) mindestens so stark wie die russischen Streitkräfte, da Peking in den letzten zwei Jahrzehnten hoch entwickelte Systeme finanziert und entwickelt hat. Darüber hinaus haben John Mueller und andere kluge Experten festgestellt, dass Atomwaffen zwar zur Abschreckung nützlich sein können, aber nicht besonders effektiv sind, um andere Länder einzuschüchtern. Und zumindest, wenn die Führer des Landes nationalen Selbstmord begehen wollen, sind diese Waffen für die Kriegsführung völlig nutzlos.
Wenn die Regierung Biden entschlossen ist, die USA gegen einen potenziellen Rivalen auszuspielen, um dessen Stärke einzudämmen, dann ist China bei weitem der glaubwürdigste Anwärter auf die Position Amerikas als derzeitiger globaler Hegemon. Dies bedeutet, dass die USA so bald wie möglich eine Annäherung an Moskau anstreben sollten. Der Versuch, einen kalten Krieg an zwei Fronten zu führen, ist die denkbar schlechteste Option. Leider scheint dies tatsächlich die Strategie Washingtons zu sein. Bestenfalls wird dieser Ansatz eine bereits alarmierende strategische Überdehnung verstärken, die das Land nicht nur wirtschaftlich erschöpft. Wahrscheinlich wird es auch zu einer endgültigen diplomatischen und militärischen Konfrontation kommen, bei der ein russisch-chinesisches Bündnis die Vereinigten Staaten und ihr ausgefranstes Netz von Verbündeten und widerstrebenden Kunden überholen wird.
Ein Kurswechsel ist dringend erforderlich, und er muss mit einer weit weniger kriegerischen Politik gegenüber Russland beginnen.
Ted Galen Carpenter
Senior Fellow für Außenpolitik und Verteidigungsstudien am Cato Institute in Washington, USA. Doktortitel in amerikanischer Diplomatiegeschichte (Universität von Texas). Er ist Autor von zwölf Büchern und hat Artikel in großen amerikanischen Zeitungen veröffentlicht.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei CENTRO MACHIAVELLI, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION„ als autorisierte Übersetzung aus „THE AMERICAN CONSERVATIVE“ (Original).
Pandemie löste eine «Lawine» an psychischen Problemen bei Kindern und Jugendlichen aus
Seit dem Ausbruch der Pandemie haben Kinderspitäler im ganzen Land einen «kometenhaften» Anstieg der Zahl der Kinder erlebt, die psychische Hilfe benötigen. Erschwerend kommt hinzu: Spitäler, die bereits vor der Pandemie Schwierigkeiten hatten, die Nachfrage nach psychosozialen Diensten zu befriedigen, müssen nun aufgrund von Covid-19 mit noch weniger Ressourcen auskommen.
Die psychische Gesundheit junger Menschen verschlechterte sich während der Pandemie drastisch. Der Washington Post zufolge wurden von Juni 2020 bis zum späten Frühjahr 2021 durchschnittlich fünf Kinder pro Woche wegen einer Überdosis Paracetamol, Opiaten, Antidepressiva und Ritalin in das Spital der medizinischen Fakultät der East Carolina University in Greenville, North Carolina, eingeliefert. Normalerweise behandelt das Spital nur fünf Kinder pro Monat.
Im Mai rief das Children’s Hospital in Colorado den «Notstand» aus, da sich die Zahl der Kinder, die wegen Angstzuständen behandelt wurden, verdoppelt und die Zahl der Depressionen gar verdreifacht hatte. Auch die Zahl der Drogenmissbrauchsfälle und Essstörungen hat im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie zugenommen.
«Wir haben wirklich noch nie so einen rasanten Anstieg von psychischen Problemen bei Kindern erlebt», sagte Jenna Glover, Leiterin der Psychologieausbildung am Children’s Hospital Colorado. «Das habe ich in meiner gesamten Laufbahn noch nie erlebt.»
In anderen Krankenhäusern war der Anstieg noch grösser. Im Januar verzeichnete das Wolfson Children’s Hospital in Jacksonville, Florida, einen 300-prozentigen Anstieg bei der Zahl der verhaltensbedingten Notfallaufnahmen seit April 2020. Von Januar bis April 2021 stieg die Zahl der Besuche in Notaufnahmen für verhaltensbedingte Erkrankungen um 72% gegenüber dem gleichen Zeitraum vor zwei Jahren, so das Spital.
Die US-Seuchenschutzbehörde (Centers for Disease Control and Prevention, CDC) stellte fest, dass die Besuche in der Notaufnahme wegen vermuteter Selbstmordversuche im Februar und März 2021 bei Mädchen im Vergleich zu 2019 um mehr als 50% und bei Jungen um mehr als 4% höher waren.
Den ganzen Artikel lesen Sie hier.
Das «Rütteln vor dem Bundeshaus»
Über die Berner Demo mit rund 5000 Kundgebenden vom letzten Donnerstag, 16. September, titelt der Blick: «Nun sieht man, wozu das führt, wenn Maurer Trump spielt». Ein angebliches Zitat von Grünen-Präsident Balthasar Glättli. Und: «Linke Politiker sehen eine Mitschuld von Ueli Maurer. Er provozierte an einer SVP-Veranstaltung mit einem «Trychler-Hemd». Dass man mit einem Hemd als Ausdruck einer Ur-Schweizerischen Tradition provozieren kann, war in der Schweiz bisher unbekannt.
Der Titel in der Berner Zeitung (BZ): «Nause zu Demo: ‹Möglichen Sturm aufs Bundeshaus verhindert›. Tatsächlich haben einzelne Männer am Gitter vor dem Bundeshaus herumgerüttelt.
Doch von einem «Sturm auf das Bundeshaus» kann keine Rede sein – auch nicht von einem möglichen. Denn die von verschiedenen Quellen stammenden Videoaufnahmen zeigen ein anderes Bild. Reto Nause, der Berner Sicherheitsdirektor, verkündete noch während der Demo am späten Abend auf Twitter:

Über das Gerangel der resoluten Gitter-Entferner schreibt die BZ: «Zweimal während des Umzugs stellte sich eine Gruppe von mutmasslichen Mitgliedern von Berns links-alternativer Szene dem Umzug in die Quere. Es kam zu Gerangeln. Mit gelben Westen ausgestattete Demonstrationsteilnehmer entfernten am Rand des Bundesplatzes resolut die quer über die Strasse gestellten Absperrgitter.»
Schaut man im Video hingegen genauer hin, waren es nicht die Demonstrationsteilnehmer, welche die quer über die Strasse aufgestellten Gitter «resolut» entfernten, sondern es waren angetrunkene Gegendemonstranten der links-alternativen Antifa-Szene, die Journalisten und Sicherheitsleute tätlich angegriffen haben – auch mit Bierflaschen. Davon berichteten weder die BZ, noch der Blick.
Nicolas A. Rimoldi, Co-Präsident von «Mass-Voll!», war direkt beim Gitterzaun vor dem Bundeshaus an der Demo dabei. Gegenüber der Corona-Transition-Redaktion sagt er:
«Die Darstellung von einem Sturm auf das Bundeshaus ist völlig überzogen und hat mit der Realität überhaupt nichts zu tun. Vielmehr warf die Berner Polizei von der nördlichen Seite her Tränengasgranaten in die friedlich demonstrierende Menge. An den Gittern gerüttelt haben keine Kundgebenden von der Bürgerrechtsbewegung. Das waren Leute von der Antifa.»
(Siehe Video Minute 1:23:10 bis 1:36:20).
Zudem hätten die Provokateure von der links-alternativen Szene die Kundgebung zweimal gestört und die Absperrgitter auf der Seite Amtshausgasse entfernt.
Nicolas A. Rimoldi:
«Mehrere Journalisten wurden durch die Leute von der Antifa tätlich angegriffen. Chrigi Rüegg wurde dabei erheblich verletzt. Die Polizei war da nicht vor Ort und hat die Kundgebung nicht geschützt. Man könnte der Polizei unterstellen, dass sie dies auch so gewollt hat.»
(Siehe Video, Minute 00:05 bis 02:40)
Rimoldis Appell:
«Es ist ganz wichtig, dass wir friedlich bleiben und einen kühlen Kopf bewahren. Wir müssen zwar bei Kundgebungen immer ein Auge auf Provokateure haben, aber wir dürfen uns auf keinen Fall von ihnen provozieren lassen. Wer Gewalt anwenden möche, hat an den Kundgebungen nichts verloren.»
Massen-Ansteckung bei 2G-Veranstaltung – Regierung duckt sich weg
Kaum hatte Merkel-Sprecher Seibert betont, wie wichtig es ist, Fragen zu beantworten, verweigert die Bundespressekonferenz genau das wieder mehrfach: “Eigentlich könnten Sie die Frage direkt an das RKI richten. So einfach ist es”, belehrt Spahns Sprecherin.
Der Beitrag Massen-Ansteckung bei 2G-Veranstaltung – Regierung duckt sich weg erschien zuerst auf reitschuster.de.
Ursula Stenzel: Merkel – die Bilanz
Von URSULA STENZEL | Zehn Tage vor der deutschen Bundestagswahl steht nur eines fest: Nix ist fix. Seit Wochen schreiben die deutschen Medien den Spitzenkandidaten der Unionsparteien, Armin Laschet, nieder und die Meinungsumfragen prognostizieren ihm einen Absturz, während sie Olaf Scholz von der SPD im Aufwind sehen und der angeschlagenen Annalena Baerbock immer noch ein respektables Ergebnis voraussagen, auch wenn sie im Rennen um die Kanzlerschaft eigentlich keine Rolle mehr spielt, eigentlich nie wirklich eine Rolle gespielt hat und aus einem Triell in der Schlussrunde nun doch ein Duell wird. Aber Grün ist in und Frau ist in. Das hält sie am medialen Leben.
Schwierges Erbe
Zugegeben der Start von Armin Laschet war holprig und sein medial genüsslich zelebriertes und hochstilisiertes Lachen bei der Hochwasserkatastrophe hat ihm nicht genützt. Aber wollen die Deutschen wirklich eine GROKO, eine große Koalition unter umgekehrten Vorzeichen, wollen sie wirklich einen Linksruck womöglich in einer Dreierkoaliton SPD, Linke und Grüne? Ich wage dies zu bezweifeln. Aber lassen wir die Unwägbarkeiten dieser Wahl einmal beiseite. Fest steht, dass Angela Merkel nach 16 Jahren Kanzlerschaft der CDU/CSU ein schwieriges Erbe hinterlassen hat. In ihre Kanzlerschaft fielen die Finanzkrise, die Migrationskrise und zum Schluss die Corona-Krise.
Deutschlands starke Position heruntergespielt
Die Finanzkrise hat sie, vor allem solange Wolfgang Schäuble ihr Finanzminister war, so halbwegs bestanden. Sie bestand nämlich damals noch auf der Beibehaltung der Maastricht-Kriterien, also der Einbremsung der Gesamt- und der Neuverschuldung. Dass sie damals vor allem in den griechischen Medien als „hässliche Deutsche“ mit Hitlerbärtchen auf die Titelseiten kam, machte ihr schwer zu schaffen. Wie man überhaupt beobachten kann, dass sie die Rolle der dominanten Deutschen, die den anderen EU Mitgliedern schon rein aufgund ihrer Größe und wirtschaftlichen Potenz wegen den Willen aufzwingen kann, tunlichst vermied. So verzichtete sie darauf, einen Deutschen zum Chef der EZB, der europäischen Zentralbank zu machen. Nach einem Italiener wurde es eine Französin, sie schaute so billig wie möglich in Fragen der Verteidigungsausgaben wegzukommen, dass sie ausgerechnet Annegret Kramp-Karenbauer zur Verteidigungsministerin machte und stattdessen Ursula von der Leyen mit dem Posten einer Kommissionsprädentin absicherte, fällt in dieses Kapitel.
Frustration in der eigenen Wählerschaft
Die Personalie von der Leyen war allerdings nicht nur ein Abschieben, sie war auch der Garant dafür, dass ihr während ihrer Kanzlerschaft die Politik in der EU nicht entglitt. Merkel war, wenn man so will, eine Balancekünstlerin. Markenzeichen: Unaufgeregtheit. Sie vermied starke Ansagen, sie vermied es in Bundesländerrechte einzugreifen. Das tat sie nur einmal, als in Thüringen die AfD fast in eine Koalitionsregierung mit der CDU kam, da mischte sie sich ein und erzwang Neuwahlen. Dabei war sie es, die den wertkonservativen Kern der CDU aushöhlte und die CDU nach links verschob. Dies schwächte den Koalitionspartner SPD, ließ aber viel Raum für Frustration in der eigenen Wählerschaft und machte erst Platz für eine Partei rechts von der Mitte, die AfD. Dass rechts von ihr kein Platz sein sollte, dieser Leitspruch von dem einstigen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, lag ihr fern.
Vorwurf: Witschaftsfeindliches Verhalten
Mit Donald Trump konnte sie nicht viel anfangen, der war ihr zu populistisch und zu USA zentriert, aber auch unter Biden hielt sie an North-Stream 2 fest, der Erdgaspipeline unter der Ostsee für russisches Erdgas, zum Missfallen der USA ebenso wie zur Sorge der Ukraine. Dass sie, die als Kind in einem Pastorenhaushalt in der ehemaligen DDR aufwuchs und besser Russisch als Englisch spricht, sorgte auch während ihrer Amtszeit für Misstrauen. Mit der von ihr betriebenen Energiewende hat sie ebenfalls Kritik heraufbeschworen. Denn sie machte sie erstens Anlass bezogen, nach dem Atomunfall von Fukushima, und zweitens gleichzeitig: sowohl den Kohle, als auch den Atomausstieg. Der Chef der deutschen Industriellenvereinigung warf ihr deshalb auch wirtschaftsfeindliches Verhalten vor.
Viele offene Fragen
Ihre umstrittenste Politik war aber die Migrationspolitik. Mit ihrem zufälligen oder sogar bewussten Ausspruch „Wir schaffen das“ hat sie die Migrationswelle erst richtig ausgelöst, mit all ihren Folgen für den sozialen Zusammenhalt und den damit verbundenen kulturellen Sprengstoff. Nach allem, was man von Armin Laschet gehört hat, könnte er für eine Neuauflage der Merkelschen Politik stehen, vielleicht wollen die deutschen Wähler trotz aller Negativprognosen für Laschet genau das. Der Rest wird zur AfD flüchten oder erst gar nicht wählen. Viele offene Fragen also und keine günstige Ausgangslage für den Nachfolger Angela Merkels.
Ursula Stenzel war von 1972 bis 1995 ORF Auslandsredakteurin, vielen Zuschauern der Zeit im Bild als Moderatorin bekannt, von 1996 bis 2005 Abgeordnete zum Europaparlament und Leiterin der ÖVP Delegation, von 2005 bis 2015 Bezirksvorsteherin des ersten Bezirks in Wien, von 2015 bis 2020 Stadträtin für die FPÖ im Wiener Rathaus. Da sie nun unabhängig und parteiungebunden schreiben will, ist sie aus der Freiheitlichen Partei ausgetreten, der sie aber nach wie vor nahe steht. Stenzel schreibt regelmäßig auf ihren Blog ursula-stenzel.at.
Zwanglose Gespräche und Picknick in Rapperswil mit «Stiller Protest»
Simone und Martin vom Verein «Stiller Protest» laden in die Rosenstadt Rapperswil ein.
In ihrem neusten Newsletter schreiben sie:
«Auch wir schauen nicht einfach zu und überlassen der Regierung das Zepter kampflos!»
«Am 20. September 2021 ab 19 Uhr gehen wir Picknicken auf der Seepromenade in Rapperswil. Wer Zeit und Lust hat trifft uns dort persönlich. Es bietet sich die Gelegenheit mit uns zu sprechen. Wir freuen uns auf zahlreiche Gespräche.»

Spanien: Vor allem kleine und mittlere Unternehmen wurden 2020 aufgrund der «Pandemie» geschlossen
Eines der wichtigen Ziele der sogenannten Pandemie besteht darin, die Weltwirtschaft an die Wand zu fahren und Menschen in die Abhängigkeit zu treiben. In Spanien macht die Regierung bei diesem Unterfangen gute Fortschritte. Dies belegen aktuelle Zahlen des Verbands der kleinen und mittleren Unternehmen, CEPYME, die kürzlich in einer Pressemitteilung veröffentlicht wurden.
In saisonbereinigten Daten weisen die ersten sieben Monate des Jahres 2021 immer noch einen «durchschnittlichen Verlust von 44’640 Unternehmen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019» auf. Die Daten zeigen auch, dass bis Ende Juli dieses Jahres nur 60 Prozent des Geschäftsvolumens wiederhergestellt werden konnte, das vor der Virus-Hysterie registriert wurde.
Spanien habe noch immer nicht zu seiner Wirtschaftsstruktur von vor der Pandemie zurückgefunden, beklagte der Verband. Der Grund: «Das Fortbestehen der Pandemie, die regulatorische Unsicherheit und der Kostenanstieg gefährden die Konsolidierung von Unternehmensgründungen.»
Gleichzeitig warnte der Verband der kleinen und mittleren Unternehmen vor einem «Qualitätsverlust in der Unternehmensstruktur». Denn die Wiederherstellung des verlorenen Produktionsgefüges könne nur schwer durch neu gegründete Unternehmen wettbewerbsfähig ersetzt werden, da im Laufe des Jahres 2020 Unternehmen mit langer Betriebszugehörigkeit, Erfahrung und Struktur geschlossen wurden.
Spektakuläre Kehrtwendung: Spaniens Oberster Gerichtshof gibt grünes Licht für den Covid-Pass in Galicien
In Corona-Zeiten sind die Begriffe Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu Worthülsen verkümmert. Bei der Einführung von Impfpässen für das Betreten von gastronomischen Betrieben oder Veranstaltungen wird dies in vielen europäischen Ländern einmal mehr unter Beweis gestellt. Für die politischen Entscheidungsträger und obersten Richter der jeweiligen Länder spielt es keine Rolle, ob ihre Entscheidungen illegal und verfassungswidrig sind.
Spanien schiesst diesbezüglich mal wieder den Vogel ab. Vor knapp einem Monat hat der Oberste Gerichtshof verkündet, dass das Gesetz der andalusischen Autonomieregierung (PP) zur Einführung des Covid-Passes illegal und verfassungswidrig ist (wir berichteten).
Die obersten Richter urteilten damals, dass solch «restriktive Massnahmen» einer «materiellen Rechtfertigung» bedürften, aus der hervorgehe, dass die besonderen Umstände des Falles der Intensität und dem Ausmass der Rechtsbeschränkung angemessen und sie «zum Schutz der öffentlichen Gesundheit unerlässlich» seien.
Die Forderung nach einem Impfpass oder einem PCR-Test für den Zutritt von Hotels, Lokalen oder Clubs sei «eine intensive und weitreichende Einschränkung».
Nun legte der Oberste Gerichtshof eine Kehrtwendung hin, die ihresgleichen sucht. Für diesen Eklat ist die Vierte Abteilung der Kammer für Verwaltungsstreitverfahren des Obersten Gerichtshofs verantwortlich, im Speziellen Richterin Pilar Teso. Dieser fiel nämlich die Aufgabe zu, über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Galiciens zu urteilen, der das Impfpass-Gesetz der Autonomieregierung gleich nach dessen Verabschiedung im August als illegal und verfassungswidrig einstufte. Eine Entscheidung, gegen die die galicische PP-Regierung umgehend Einspruch eingelegt hatte.
Teso kippte das Urteil des Obersten Gerichtshofs Galiciens und kam zu dem Schluss, dass die Einführung des Impfpasses doch rechtmässig ist. Die Massnahme sei «geeignet, erforderlich und verhältnismässig».
Sie bekräftigte:
«Der Nutzen der Massnahme, der in einer deutlichen Verringerung der Ansteckungsgefahr besteht, ist weitaus grösser als das Opfer, das die Verpflichtung zur Vorlage von Dokumenten für den Zugang zu den Räumlichkeiten mit sich bringt. Kurzum, es gibt keine geeignetere Massnahme, um das Leben und die Gesundheit der Bürger in dieser Art von Räumlichkeiten zu schützen».
In ihrem Urteil argumentiert sie, dass die Massnahme notwendig sei, um eine «friedliche Koexistenz mit den anderen Grundrechten und verfassungsrechtlich geschützten Gütern zu ermöglichen, die sich in diesem Fall in einer starken Präsenz des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie der Verteidigung und des Schutzes der Gesundheit der Bürger äussern».
Zudem ist sie der Meinung, dass die Einführung des Covid-Passes nicht gegen das «Recht auf Gleichbehandlung» verstosse, da es «keine Diskriminierung» zwischen Geimpften und Ungeimpften gebe.
«Wir erinnern daran, dass die Dokumentation eine dreifache Modalität hat, die für alle zugänglich ist, so dass diejenigen, die nicht zeigen wollen, ob sie geimpft sind oder nicht, unter Berücksichtigung des freiwilligen Charakters der Impfung, das Ergebnis des PDIA-Tests oder des Antigentests vorlegen können, und natürlich die Covid-19-Genesungsbescheinigung, wenn sie die Infektion überstanden haben».
Gleichzeitig weist Teso auch die Behauptung zurück, dass die Anforderung des Covid-Passes das Recht auf Privatsphäre verletze. «Es stimmt, dass es sich um medizinische Informationen handelt, aber die Konnotationen, die durch die Pandemie, den Massencharakter der Impfung und die Solidarität, die mit dem Schutz und der gegenseitigen Hilfe verbunden ist, den Vorrang der Privatsphäre in diesem Fall aufheben.»
Auch eine Verletzung des Grundrechts auf Schutz personenbezogener Daten schliesst die Richterin aus, wenn für den Zutritt zu einer bestimmten Einrichtung «die blosse Vorführung, das heisst, das Vorzeigen oder Auslegen der Unterlagen in einer der drei geforderten Modalitäten erforderlich ist. Ohne dass natürlich die Daten der Personen, die sich in diesen Räumlichkeiten aufhalten, erfasst werden können, kann weder eine Datei angelegt noch eine diesbezügliche Datenverarbeitung durchgeführt werden».
Wie erklären sich diese widersprüchlichen Urteile? Wie kann es sein, dass der Oberste Gerichtshof an einem Tag so und am nächsten ganz anders entscheidet?
Der Rechtsanwalt Aitor Guisasola hat dafür eine einfache Erklärung. In einem Video auf seinem Kanal «Un abogado contra la demagogia» erklärte er, es komme einfach darauf an, welcher oberste Richter für die Urteilsfindung zuständig sei. Grundsätzlich sei die spanische Justiz extrem «politisiert». Je höher die Justizbehörde stehe, umso schlimmer sei die Lage.
In Spanien gebe es praktisch keine Gewaltenteilung. Die obersten Richter würden von den politischen Parteien auf ihre Posten gehievt. Teso habe sowohl enge Beziehungen zur PSOE als auch zur PP. Beide Parteien hätten paktiert und sie gemeinsam für den Posten als Präsidentin des Allgemeinen Rates des Justizwesens (CGPJ) und des Obersten Gerichtshofs vorgeschlagen.
Spanien: Laut Umfrage befürwortet fast die Hälfte der Spanier eine Zwangsimpfung
Sollte es in Spanien eine Zwangsimpfung geben? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Soziologische Forschungszentrum (CIS), das zwischen dem 1. und 13. September 3780 Personen zum Thema befragte.
Laut CIS antworteten 47,7 Prozent der Umfrageteilnehmer, also fast die Hälfte: «Jeder sollte gezwungen werden, sich impfen zu lassen, auch wenn er es nicht will.» Nur ein Viertel (25,4 Prozent) war der Meinung, dass «niemand gezwungen werden sollte, sich impfen zu lassen». Etwa 21,8 Prozent erklärte, dass es auf den Einzelfall ankomme, und 4,8 Prozent waren sich nicht sicher.
Die Umfrage des CIS fand Widerhall in den Leitmedien. So berichtete die Tageszeitung El País, dass dieser Prozentsatz beträchtlich steige, wenn man die Berufe eingrenze, in denen die Impfung obligatorisch sein sollte. 81,5 Prozent der Befragten waren demnach der Meinung, dass sie für Beschäftigte im Gesundheitswesen, in Pflegeheimen und für Personen, die beruflich in direktem Kontakt mit der Öffentlichkeit stehen, unverzichtbar sein sollte.
Anschliessend informierte El País über die Lage in anderen europäischen Ländern. Frankreich hätte bereits entsprechende Massnahmen ergriffen: Nicht geimpfte Mitarbeiter in Schlüsselpositionen, die mit der Öffentlichkeit in Kontakt stehen, müssten mit der Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses und dem Verlust ihrer Bezüge rechnen.
Italien wolle sogar von allen Arbeitnehmern im öffentlichen und privaten Sektor ein Covid-Zertifikat verlangen, das bescheinige, ob man geimpft, getestet oder genesen sei. Dies sei nicht dasselbe wie eine Zwangsimpfung, meinte El País, aber in der Praxis fast dasselbe, da es für einen Arbeitnehmer sehr schwierig sei, sich ständig Tests unterziehen zu müssen, nur um arbeiten zu können.
Laut CIS-Umfrage befürworten ältere Spanier den Impfzwang wesentlich stärker als junge. So haben sich rund 63,3 Prozent der über 65-Jährigen dafür ausgesprochen und nur 12,8 Prozent dagegen. Bei den 25- bis 34-Jährigen findet der Impfzwang die geringste Unterstützung (38,6 Prozent lehnten ihn ab, 31,5 Prozent befürworten ihn). In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen waren 36,7 Prozent gegen die Zwangsimpfung, 32,9 Prozent dafür.
Fazit: Die Kritik gegenüber den experimentellen Covid-Impfstoffen hält sich in Spanien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in Grenzen. Dieses Phänomen wird durch die bereits hohe Impfquote von über 70 Prozent bestätigt. Über die Gründe klärte der Soziologe Josep Lobera, Professor an der Autonomen Universität Madrid (UAM) auf:
«Spanien hatte bei der Impfung gegenüber anderen europäischen Ländern Vorteile, wie zum Beispiel das grössere Vertrauen der Bürger in das Gesundheitssystem und eine bessere Akzeptanz der Impfstoffe.»
«Diese hohe Akzeptanz geht auf die Franco-Ära zurück», urteilte Lobera. Damals sei die Kinderlähmung in Spanien noch stark verbreitet gewesen, während die Krankheit nördlich der Pyrenäen bereits zurückgegangen war. Diese Verzögerung im Vergleich zu anderen Ländern und die Bedeutung der öffentlichen Gesundheit sei ein «Generationengedächtnis», das bei den Älteren weiterlebe.
Skandal in Australien: Schwer erkrankte Covid-Patienten, die zur Impfung aufriefen, waren Schauspieler
Die Regierungen weltweit ziehen alle Register, um die Menschen zur experimentellen «Impfung» zu treiben. Ein besonders unmoralisches Vorgehen wurde in Australien in Szene gesetzt. Das spanische Medienportal El Diestro berichtete am 15. September darüber.
So wurden mindestens drei Videos veröffentlicht, in denen Krankenhauspatienten über ihre dramatischen Erfahrungen mit der Covid-19-Erkrankung berichteten und gleichzeitig dazu aufriefen, sich unbedingt impfen zu lassen. Doch im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese «Leidensgeschichten» ein Fake waren, und die vermeintlichen Covid-Erkrankten Schauspieler.
Dieser skandalöse Betrug wurde schon am 6. September vom Kanal Media Watch aufgedeckt, einem australischen Fernsehprogramm zur Medienanalyse. Dieses informierte, dass die Aufnahmen im Concord-Krankenhaus in Sidney von Dr. Lucy Morgan gemacht und über die sozialen Medien und von grossen Fernsehsendern wie ABC News, Ten News First und Seven News verbreitet wurden.
Als einige Bürger mit Nachforschungen begannen und sogar in den Telefonzentralen des Krankenhauses anriefen, sich als Angehörige der vermeintlich Schwerkranken ausgaben und darum baten, mit ihnen sprechen zu können, stellte sich erstaunlicherweise heraus, dass keine Patienten mit diesen Namen eingeliefert worden sind.

