Horst D. Deckert

Meine Kunden kommen fast alle aus Deutschland, obwohl ich mich schon vor 48 Jahren auf eine lange Abenteuerreise begeben habe.

So hat alles angefangen:

Am 1.8.1966 begann ich meine Ausbildung, 1969 mein berufsbegleitendes Studium im Öffentlichen Recht und Steuerrecht.

Seit dem 1.8.1971 bin ich selbständig und als Spezialist für vermeintlich unlösbare Probleme von Unternehmern tätig.

Im Oktober 1977 bin ich nach Griechenland umgezogen und habe von dort aus mit einer Reiseschreibmaschine und einem Bakelit-Telefon gearbeitet. Alle paar Monate fuhr oder flog ich zu meinen Mandanten nach Deutschland. Griechenland interessierte sich damals nicht für Steuern.

Bis 2008 habe ich mit Unterbrechungen die meiste Zeit in Griechenland verbracht. Von 1995 bis 2000 hatte ich meinen steuerlichen Wohnsitz in Belgien und seit 2001 in Paraguay.

Von 2000 bis 2011 hatte ich einen weiteren steuerfreien Wohnsitz auf Mallorca. Seit 2011 lebe ich das ganze Jahr über nur noch in Paraguay.

Mein eigenes Haus habe ich erst mit 62 Jahren gebaut, als ich es bar bezahlen konnte. Hätte ich es früher gebaut, wäre das nur mit einer Bankfinanzierung möglich gewesen. Dann wäre ich an einen Ort gebunden gewesen und hätte mich einschränken müssen. Das wollte ich nicht.

Mein Leben lang habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Seit 2014 war ich nicht mehr in Europa. Viele meiner Kunden kommen nach Paraguay, um sich von mir unter vier Augen beraten zu lassen, etwa 200 Investoren und Unternehmer pro Jahr.

Mit den meisten Kunden funktioniert das aber auch wunderbar online oder per Telefon.

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Kategorie: Nachrichten

Kategorie: Nachrichten

Dr. Daniele Ganser: Coronakrise und Bewusstseinswandel (Sebastian Heinzel 26. November 2020)

Alles ist Bewusstsein: Gerade jetzt in dieser Zeit lernen wir einen neuen Umgang mit unserer Angst. Eine wichtige Rolle spielt dabei, wie und welche Medien wir konsumieren. Wir lernen mit der Technik der Achtsamkeit, unsere Gedanken und Gefühle aus einer gewissen Distanz zu beobachten. Wenn wir uns nicht mit unseren Gedanken und Gefühlen identifizieren, erlaubt dies Toleranz für andere Meinungen und Ansichten. Ein Gespräch von Sebastian Heinzel mit dem Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser, das am 26. November 2020 auf dem Gempenplateau südöstlich von Basel aufgezeichnet wurde. Die Aufnahmen sind Teil eines geplanten Dokumentarfilms.

Führer der Black Lives Matter nennt Impfpflicht „rassistisch“ und verspricht „Aufstand“ gegen das ID-System

Die Impfpflicht in New York City begann am 13. September. Sie verlangt den Nachweis einer Impfung für den Zutritt zu bestimmten öffentlichen Einrichtungen wie Fitnessstudios, Restaurants und Bars, es sei denn, eine Person hat eine genehmigte medizinische Ausnahmegenehmigung.

Die New Yorker Behörden nennen das Programm „Key to NYC Pass“.

Hawk Newsome, der Mitbegründer und Vorsitzende von Black Lives Matter of Greater New York (BLMGNY), argumentiert, dass die Vorschriften angesichts der niedrigen Impfrate in der schwarzen Bevölkerung grundsätzlich rassistisch seien.

Etwa 85,6 Prozent der Schwarzen im Bundesstaat New York haben laut staatlichen Daten noch keine Dosis des COVID-19-Impfstoffs erhalten.

„Ich denke, in einer perfekten Welt sollten [Impfvorschriften] von den Unternehmen festgelegt werden. Aber es könnte ein rutschiger Abhang sein, daher sollte das Mandat vollständig entfernt werden“, sagte Newsome dem Washington Examiner.

„Es werden nicht die weißen Männer in Anzügen an der Wall Street sein, die gestoppt werden. Diese Sache ist so heuchlerisch.“

Der Examiner weist darauf hin, dass etwa 70 Prozent der Schwarzen in New York City im Alter von 18 bis 44 Jahren die Spritze nicht erhalten haben. Für die Verzögerung der Injektionen wird eine Vielzahl von Gründen angeführt, darunter religiöse Überzeugungen und Misstrauen gegenüber der Regierung.

„Es sind die Schwarzen, die ein natürliches Misstrauen gegenüber dem Impfstoff haben“, sagte Newsome. Er nannte die Tuskegee-Syphilis-Studie als Beispiel für das historische Misstrauen der Schwarzen gegenüber der amerikanischen Ärzteschaft, obwohl Impfstoffe für Menschen aller Rassengruppen zugänglich sind.
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BLMGNY setzt sich für die vollständige Abschaffung der Impfpflicht ein, nicht nur in der Stadt, sondern auch auf nationaler Ebene.

Newsome, ein Baptist, sagte der Nachrichtenagentur, er sei besonders besorgt darüber, dass die Impfvorschriften keine religiösen Ausnahmen zulassen.

„Wie können sie es wagen, religiöse Ausnahmen zu streichen? Das ist die größte Respektlosigkeit, die ich je gesehen habe“, sagte Newsome. „Jetzt hat die Regierung entschieden, dass dein Gott keine Rolle spielt? Ich liebe Gott.“

Chivona Newsome, eine Mitbegründerin von BLMGNY, drohte mit einem „Aufstand“ als Folge der Vorschriften.

„Wir machen diese Stadt darauf aufmerksam, dass Ihr Mandat nicht eine weitere rassistische soziale Distanzierungspraxis sein wird“, erklärte sie laut dem Examiner-Bericht bei einer Protestveranstaltung am Montag. „Schwarze Menschen werden nicht tatenlos zusehen, oder Sie werden einen weiteren Aufstand erleben. And that is not a threat. Das ist ein Versprechen.“

„Der Impfpass ist kein Freifahrtschein für Rassismus“, schloss sie.

Der Widerstand gegen die Impfpflicht beschränkt sich nicht auf das Gebiet von New York City.

Wie Breitbart News berichtet, hat ein breiteres Spektrum schwarzer Wähler die Zustimmungswerte von Präsident Joe Biden in den Keller getrieben, nachdem die Regierung am 8. September Impfungen für mittlere und große Unternehmen vorgeschrieben hatte.

Laut einer Umfrage von Monday Morning Consult Anfang des Monats ist Bidens Ansehen bei den schwarzen Wählern seit dem Impfmandat um fünf Punkte auf 71 Prozent gesunken. Die Ablehnung der schwarzen Wähler gegenüber Biden stieg ebenfalls um sieben Punkte auf 24 Prozent.

Der Treibhauseffekt: Eine Zusammenfassung von Wijngaarden und Happer

Der Treibhauseffekt: Eine Zusammenfassung von Wijngaarden und Happer

Andy May

Der Begriff „Treibhauseffekt“, oft abgekürzt als „GHE“, ist sehr zweideutig. Er bezieht sich auf die Oberflächentemperatur der Erde und wurde nie beobachtet oder gemessen, sondern nur modelliert. Erschwerend kommt hinzu, dass es zahlreiche mögliche Komponenten gibt und die relativen Beiträge der möglichen Komponenten unbekannt sind. Grundlegende physikalische Überlegungen legen nahe, dass die Erdoberfläche wärmer ist, als sie es bei einer transparenten Atmosphäre wäre, d. h. ohne Treibhausgase, Wolken oder Ozeane. Wenn wir davon ausgehen, dass die Erde ein Schwarzer Körper ist, und dann die reflektierte Sonnenenergie von den hypothetisch nicht vorhandenen Wolken, der Atmosphäre, dem Land, dem Eis und den Ozeanen abziehen, können wir eine Oberflächentemperatur von 254 K oder -19°C berechnen. Die tatsächliche Durchschnittstemperatur liegt heute bei 288,7 K oder etwa 15,5 °C. Diese modellierte Differenz von 35 °C wird oft als allgemeiner Treibhauseffekt bezeichnet.

Ein Schwarzer Körper wird in der Regel als ein vollkommen schwarzer Hohlraum definiert, der auf einer konstanten Temperatur gehalten wird. Die gesamte Energie, die in den Hohlraum eindringt, wird von den Wänden des Hohlraums absorbiert, und sie geben genau die gleiche Energiemenge ab, aber die Wellenlänge der emittierten Strahlung ist nicht die gleiche wie die eingefangene Energie. Stattdessen hat die emittierte Strahlung eine Wellenlänge, die durch die konstant gehaltene Temperatur des Hohlraums bestimmt wird. Bei der Erde ist das nicht der Fall. Sie ist nicht schwarz, und sowohl die Atmosphäre als auch die Ozeane absorbieren die Sonnenenergie und verteilen sie um, wobei die absorbierte Energie oft lange Zeit, sogar Jahrhunderte oder Jahrtausende, zirkuliert, bevor sie wieder abgestrahlt wird. Ein Schwarzer Körper absorbiert und emittiert Energie mit einer Verzögerung von weniger als einer Sekunde. Die Oberflächentemperatur der Erde ist nicht konstant, wie die Temperatur eines Schwarzen Körpers, sondern schwankt stark je nach Breitengrad, Höhe, Jahreszeit und/oder Meerestiefe. Der Mond hat eine berechnete Schwarzkörpertemperatur von 270 K, keine Atmosphäre oder Ozeane und eine Durchschnittstemperatur am Äquator und in den mittleren Breiten von etwa 236 K, so dass selbst der Mond kein idealer Schwarzkörper ist.

Ein unbekannter Teil des gesamten GHE ist wahrscheinlich auf atmosphärische Treibhausgase (THG) zurückzuführen. Dazu gehören CO2, H2O, CH4, N2O und O3. Dr. William Wijngaarden und Dr. Will Happer untersuchen den wahrscheinlichen Einfluss dieser Treibhausgase anhand der HITRAN-Datenbank für molekulare Transmission und Absorption, die an der Harvard University unterhalten wird (Wijngaarden & Happer, 2020). Wir besprechen die wichtige Arbeit von Wijngaarden und Happer in diesem Beitrag und bezeichnen sie als W&H. HITRAN steht für high-resolution transmission molecular absorption. Die Datenbank stellt spektroskopische Parameter zusammen, die Computerprogrammierer verwenden können, um die Transmission und Emission von Licht in der Atmosphäre zu modellieren. W&H verwenden die Datenbank zur Modellierung eines hypothetischen Temperatur- und Treibhausgasprofils in den mittleren Breitengraden, um eine repräsentative Klimaempfindlichkeit für eine Verdopplung der Gase abzuleiten. Wir haben bereits über den GHE geschrieben und werden in diesem Beitrag, der sich hauptsächlich mit dem W&H-Modell befasst, nicht dasselbe Thema behandeln.

Dr. Clive Best untersuchte ebenfalls die HITRAN-Datenbank, allerdings nur für CO2 (Best, 2013). Best untersuchte auch die Auswirkung der Schwerkraft oder des Luftdrucks auf die Oberflächentemperatur der Erde und kam zu dem Schluss, dass sie etwas zum gesamten Treibhauseffekt beitragen müssen, war aber nicht in der Lage, den Betrag zu modellieren. Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik erreicht eine thermisch isolierte Atmosphäre über ihre gesamte Höhe eine konstante Temperatur, wenn die Entropie konstant bleibt. Die Schwerkraft bündelt jedoch die Luftmoleküle in der Nähe der Oberfläche und verringert ihre Entropie, wodurch die Temperatur steigt. Wenn die Temperatur steigt, nehmen die Strahlungsemissionen der Treibhausgase zu, was die Entropie erhöht. Der Gesamtanteil der Erwärmung der Erdoberfläche aufgrund von Treibhausgasen und der durch die Schwerkraft verursachten Erwärmung bleibt unbekannt.

Was die Erwärmung der letzten 120 Jahre betrifft, so hat sich die Schwerkraft nicht verändert. Allerdings hat das der Atmosphäre zugeführte CO2 den Oberflächendruck leicht erhöht, da CO2 50% dichter als trockene Luft ist. Messungen deuten darauf hin, dass der gesamte Wasserdampf in der Atmosphäre leicht abgenommen hat, aber diese Messungen sind aufgrund der Qualität der verwendeten Instrumente umstritten. Wasserdampf hat eine um 40 % geringere Dichte als trockene Luft, so dass nicht bekannt ist, inwieweit sich der Luftdruck an der Oberfläche aufgrund der Unterschiede zwischen diesen beiden wichtigen Molekülen verändert hat.

In diesem Beitrag werden wir die Auswirkungen der Schwerkraft und des Luftdrucks an der Oberfläche ignorieren, obwohl die Schwerkraft die Sonne veranlasst, Wasserstoff zu Helium zu fusionieren und das Sonnenlicht auszusenden, das unseren Planeten erwärmt. Der Versuch, herauszufinden, wie viel die Schwerkraft zum gesamten GHE und zur jüngsten Erwärmung beiträgt, bereitet mir nur Kopfschmerzen und führt zu wütenden Diskussionen in den Kommentaren. Der Grund für die heftigen Diskussionen und meine Kopfschmerzen ist, dass es sich um ein kompliziertes thermodynamisches Argument handelt und niemand die Thermodynamik wirklich versteht. Also erkennen wir einfach an, dass es eine gewisse Auswirkung auf die Gesamt-GHE haben muss, und lassen es dabei bewenden.

Da die Erdatmosphäre für den größten Teil der Sonnenstrahlung durchlässig ist und die Erdoberfläche undurchsichtig ist, absorbiert die Oberfläche doppelt so viel Strahlung wie die Atmosphäre. Nach den Gesetzen der Thermodynamik muss ein Planet so viel Strahlung aussenden, wie er empfängt. Die Temperatur der Erde bestimmt die Art der Strahlung, die sie abgibt, und sie strahlt hauptsächlich im thermischen Infrarot. Der Bereich der abgestrahlten Frequenzen ist in Abbildung 1 als Wellenzahl mit der Einheit 1/cm dargestellt:

Sowohl die Frequenz als auch die von den Molekülen abgestrahlte Leistung werden durch die Temperatur des Moleküls bestimmt. Wenn die Atmosphäre in Abbildung 1 transparent ist und keine infrarot-absorbierenden Moleküle wie CO2 enthält, würde das Emissionsspektrum bei 288,7 K wie die blaue Kurve aussehen. Die y-Achse in Abbildung 1 ist der spektrale Fluss oder die Energiemenge, die pro Frequenzeinheit durch den oberen Teil der Atmosphäre hindurchgeht; in diesem Fall wird die Frequenz als Wellenzahl oder die Anzahl der Wellen pro cm ausgedrückt. Mathematisch gesehen ist ѵ (Frequenz) der Kehrwert der Wellenlänge.

Eine vollkommen transparente Atmosphäre würde die gesamte von der Oberfläche abgestrahlte Energie entsprechend der blauen Linie in Abbildung 1 abstrahlen. Alle aufgezeichneten Kurven überlagern sich im atmosphärischen Fenster („Atm-Fenster“) von 824 bis 975 cm-1. In diesem Fenster kann die Oberflächenstrahlung direkt in den Weltraum gelangen, daher ist es mit 0 km gekennzeichnet. Das bedeutet, dass die (aus dem spektralen Fluss ermittelte) Emissionstemperatur die modellierte Oberflächentemperatur von 288,7 K oder 15,5 °C widerspiegelt. Andere Beispiele für Abweichungen von der idealen blauen Planck-Helligkeitskurve sind mit der ungefähren Höhe der Emissionen, basierend auf ihrer Helligkeitstemperatur, gekennzeichnet. An diesen Orten kann die Atmosphäre unterhalb dieser Höhen aufgrund der Kombination der modellierten Treibhausgase als undurchlässig für die Oberflächenstrahlung angesehen werden.

Die grüne Kurve ist das berechnete Spektrum bei Anwesenheit aller Treibhausgase in ihren derzeitigen Konzentrationen, mit Ausnahme von CO2. Die schwarze und die rote Linie sind die berechneten Energieströme für CO2-Konzentrationen von 400 ppm bzw. 800 ppm. Die Flächendifferenz zwischen der grünen Linie und der schwarzen Linie ist repräsentativ für die CO2-bedingte Erwärmung von Null CO2 bis zur heutigen Konzentration von 400 ppm. Der Flächenunterschied zwischen 400 und 800 ppm ist viel kleiner und führt zu einer viel geringeren Erwärmung.

Die markierte Höhe von 84,8 km in der Mitte der CO2-bedingten Einkerbung in der Energiekurve bedeutet, dass die Emissionen in diesem Frequenzbereich, etwa 609 bis 800 cm-1, aus dieser Höhe stammen. Unterhalb dieser Höhe blockiert CO2 die Strahlung bei diesen Frequenzen. In diesem kritischen CO2-Bereich des Spektrums ist das CO2 gesättigt und kann keine Strahlung mehr blockieren. 84,8 km ist fast der höchste Punkt der Atmosphäre, sehr hoch in der Mesosphäre.

Wenn sich die CO2-Konzentration im Vergleich zu heute verdoppelt, steigt das Niveau der Strahlungsemission in der Troposphäre nach oben. Auf dem Weg nach oben sinkt die Emissionstemperatur, so dass die Menge der emittierten Energie abnimmt. Da die in den Weltraum abgestrahlte Energie geringer ist, muss sich die Erdoberfläche erwärmen.

In höheren Lagen, in der mittleren Stratosphäre, beginnt die Temperatur jedoch mit der Höhe zu steigen. Die Erwärmung ist auf eine Zunahme des Ozons (O3) zurückzuführen, wie die gestrichelte rote Linie in der rechten Grafik von Abbildung 2 zeigt. Das bedeutet, dass mit zunehmender Höhe der Emission mehr Energie ausgestrahlt wird. Dies führt zu einer Abkühlung, und wir sehen diesen Effekt am unteren Ende der CO2-Kerbe in Abbildung 1. Die rote und die schwarze Kurve kehren ihre Positionen um, und das Hinzufügen von CO2 bewirkt eine Abkühlung. Der Grund dafür ist in Abbildung 2 dargestellt:

Die linke Grafik in Abbildung 2 zeigt das für das W&H-Modell verwendete atmosphärische Temperaturprofil. In der realen Welt variiert das Temperaturprofil stark von Ort zu Ort und mit der Zeit, insbesondere in der Troposphäre, aber W&H verwenden für ihr Modell einen einzigen Satz von Werten, die für die „Standardatmosphäre“ in den mittleren Breiten repräsentativ sind.

Oberhalb der Tropopause gibt es nur sehr wenig H2O, und auch N2O und CH4, die in der Troposphäre bereits zu den kleineren Treibhausgasen gehören, nehmen ab. In der Stratosphäre dominiert die Erwärmung durch Ozon (O3) und die Temperatur steigt an, bis die Mesosphäre erreicht wird, wo Ozon rasch abnimmt und die Abkühlung durch CO2 zu dominieren beginnt. Am oberen Ende der Mesosphäre, in etwa 86 km Höhe, sind die Änderungen des Energieflusses vernachlässigbar, weshalb W&H diesen Bereich als den oberen Rand der Atmosphäre oder TOA bezeichnen.

Oberhalb der Tropopause ist die Konvektion minimal, aber in der Troposphäre ist sie das wichtigste Mittel zur Wärmeübertragung. Wie Abbildung 1 zeigt, ist die untere Troposphäre (unterhalb von 2,8 km) mit Ausnahme des atmosphärischen Fensters für die langwellige (Infrarot-)Strahlung der Erde undurchlässig. Durch die Verdunstung von Wasser wird der größte Teil der von der Oberfläche abgegebenen Wärmeenergie als latente Wärme in höhere Lagen transportiert, wo sie von der Erde weggestrahlt werden kann. Die von kondensierendem Wasserdampf freigesetzte Wärmeenergie beginnt an der Basis von tiefliegenden Wolken und setzt sich in der gesamten Wolke fort. Wolken sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Kühlsystems der Erde, können aber nicht modelliert werden, so dass sie im W&H-Modell nicht berücksichtigt werden. Sie sind Teil der allgemeinen Zirkulationsmodelle (GCMs) des IPCC, aber das IPCC geht von den Wolkenparametern und -auswirkungen aus und kann sie nicht berechnen. Der IPCC-Bericht AR6 räumt ein, dass „Wolken weiterhin den größten Beitrag zur Gesamtunsicherheit der Klima-Rückkopplungen leisten (hohes Vertrauen).“ (IPCC, 2021, S. TS-59). Wir teilen das hohe Vertrauen, dass Wolken die größte Unsicherheitsquelle bei der Berechnung der Auswirkungen des Menschen auf den Klimawandel sind.

Das W&H-Emissionsmodell ist ein Modell für den wolkenlosen Himmel und nur über den Wolken und in wolkenarmen Gebieten, wie den Polen und über Wüsten, genau. Ohne Wolken versuchen W&H, die Rückkopplung von Treibhausgasemissionen zu berücksichtigen. Sie untersuchten drei Fälle: eine feste relative Luftfeuchtigkeit mit einer konstanten troposphärischen Stauungsrate, eine feste relative Luftfeuchtigkeit mit einer variablen Stauungsrate und eine feste absolute Luftfeuchtigkeit. Die sich daraus ergebenden Klimasensitivitätswerte sind in Tabelle 1 aufgeführt:

Tabelle 1. Die von W&H modellierten Klimasensitivitätswerte für drei Szenarien.

W&H verglichen auch ihre Emissionsberechnungen für drei spezifische Gebiete, die Saharawüste, den Mittelmeerraum und die Antarktis. Der Vergleich ist in Abbildung 3 dargestellt:

Abbildung 3. Die W&H-Modelle auf der linken Seite, verglichen mit den Satellitenmessungen auf der rechten Seite. Die modellierten Werte sind den Messungen sehr ähnlich. Quelle: (Wijngaarden & Happer, 2020).

Die in Abbildung 3 dargestellten Intensitätswerte unterscheiden sich von den in Abbildung 1 angegebenen Werten des spektralen Flusses um 1/pi. Die Werte des spektralen Flusses sind die Energie, die eine Elevation in alle Richtungen durchläuft, die Werte in Abbildung 3 beziehen sich auf die von einem Satelliten gemessene Helligkeit oder Intensität. Der Unterschied liegt nur in den Einheiten, beide messen die Emissionen der Erde. Die roten Planck-Helligkeitskurven in den linken Diagrammen sind charakteristische Oberflächentemperaturen für die angegebenen Orte: 320 K (47 °C) für die Sahara-Wüste, 288,7 K (15,5 °C) für das Mittelmeer und 190 K (-83 °C) für die Antarktis. Beachten Sie, dass die CO2– und H2O-Emissionstemperaturen in der Antarktis wärmer sind als die Oberflächentemperaturen im atmosphärischen Fenster, was bedeutet, dass die Luft über dem Boden wärmer ist als der Boden und dass die Treibhausgase die Luft kühlen und nicht erwärmen.

Summary and Conclusions

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass W&H uns ein detailliertes und genaues Emissionsmodell zur Verfügung gestellt haben, das nur eine mäßige Erwärmung (2,2 bis 2,3°C) zeigt, einschließlich der wahrscheinlichen Rückkopplung von Wasserdampf, aber ohne die Rückkopplung aufgrund von Veränderungen der Bewölkung. Sowohl das Ausmaß als auch das Vorzeichen der Netto-Wolkenrückkopplung zur Oberflächenerwärmung sind unbekannt [in deutscher Übersetzung beim EIKE hier]. Lindzen hat gezeigt, dass sie in den Tropen wahrscheinlich negativ (kühlend) ist, aber außerhalb der Tropen weiß das niemand.

Die Rückkopplung von Wasserdampf auf die Oberflächenerwärmung ist ebenfalls sehr unklar, wie Ferenc Miskolczi (2014) schreibt:

„Solange die Erde über einen unbegrenzten Wasservorrat (in den Ozeanen) mit seinen drei Phasen in der Atmosphäre und zwei Phasen auf der Erdoberfläche verfügt, wird die Stabilität des planetarischen Klimas durch die Gleichungen [siehe Papier, Seite 19] gesteuert. Diese beiden Gleichungen regeln zusammen mit der Clausius-Clapeyron-Gleichung den Transfer der latenten Wärme durch die Grenzschicht so, dass der Nettobetrag das planetarische Strahlungsgleichgewicht aufrechterhält.“ (Miskolczi, 2014).

Miskolczi und andere haben herausgefunden, dass der Gesamtwasserdampf in der Atmosphäre in den letzten 70 Jahren zurückgegangen ist, obwohl dies in Frage gestellt wird. Die Arbeit von W&M zu den Strahlungsemissionen deutet darauf hin, dass die künftige Erwärmung aufgrund von Treibhausgasen bescheiden sein wird. Spekulationen über die Rückkopplung der Erwärmung durch Wolken und Veränderungen des Gesamtwasserdampfes sind genau das: Spekulationen.

Die Ergebnisse der Studie sind in Tabelle 2 zusammengefasst:

Tabelle 2 zeigt, dass die wichtigsten Treibhausgase CO2, H2O und O3 sind. Eine Verdopplung der Methan- oder N2O-Konzentration verändert den ausgehenden Antrieb um weniger als ein Prozent. Aufgrund der Eigenschaften von Wasserdampf ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich seine atmosphärische Konzentration verdoppelt, aber selbst wenn dies der Fall wäre, würde dies den Antrieb in 11 km Höhe nur um acht Prozent erhöhen. Eine Verdopplung von CO2 erhöht den Antrieb in 11 km Höhe nur um vier Prozent.

Die kombinierten aktuellen Werte für den 11-km- und 86-km-Antrieb in der Tabelle sind aufgrund von Überschneidungen nicht die Summe der Einzelwerte. Aus dieser Tabelle geht eindeutig hervor, dass alle Treibhausgase gesättigt sind und eine Erhöhung der derzeitigen Konzentrationen kaum einen Unterschied machen wird. Eine Verdopplung des CO2 wird zu einer Abkühlung der Stratosphäre um etwa 10°C führen, aber die Veränderungen der Oberflächentemperaturen in diesem Modell liegen alle unter 2,3°C, wie in Tabelle 1 gezeigt wird. Dies ist viel weniger als der vom IPCC AR6 bevorzugte Wert von 3°C (IPCC, 2021, S. TS-57). In Anbetracht der Tatsache, dass der derzeitige Nettoeffekt der Wolken eine Abkühlung ist und es wahrscheinlich ist, dass der Gesamtwasserdampf in der Atmosphäre abnimmt oder gleich bleibt, deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass wir uns in Bezug auf steigende Treibhausgase wenig Sorgen machen müssen.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2021/09/20/the-greenhouse-effect-a-summary-of-wijngaarden-and-happer/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Erste Hochrechnung zur Landtagswahl: So hat Oberösterreich gewählt

Erste Hochrechnung zur Landtagswahl: So hat Oberösterreich gewählt

Am heutigen Sonntag fanden in Oberösterreich echte Schicksalswahlen statt. 1.093.727 Oberösterreicher hatten die Qual der Wahl zwischen nicht weniger als 11 Listen. Zudem wurde in allen 438 Gemeinden ein neuer Gemeinderat und Bürgermeister gewählt, dazu waren wegen des dortigen Wahlrechts für EU-Bürger nahezu 1,2 Million Menschen wahlberechtigt. Beliebt blieb die Briefwahl: Es wurden 241.033 Wahlkarten ausgegeben.

ÖVP kann kaum zulegen

Nur wenige Minuten, nachdem die letzten Wahllokale um 16 Uhr schlossen, veröffentlichten die Meinungsforschungs-Institute die erste Hochrechnung (Stand 16.xx). Der auch vom ORF verwendeten SORA-Prognose zufolge konnte die ÖVP ihren ersten Platz verteidigen, erreichte aber nur 37,7 Prozent (+1,3). Die FPÖ hält sich mit 20,2 Prozent auf dem zweiten Platz (-10,1) und kämpft damit noch um ihr zweitbestes Ergebnis (1949: 20,8%; 1997: 20,6%).

Ihre Wunden nicht richtig lecken konnte die die SPÖ, sie hielt sich zwar auf dem dritten Platz; 18,3 Prozent (-0,1) würden trotzdem das schlechteste Ergebnis ihre langen Geschichte bedeuten. Die Grünen kämen auf 11,4 Prozent (+1,1) und liegen damit auch in einem ihrer Kernbundesländer im durchwachsenen Bundestrend. Diese vier Parteien werden auch in der künftigen Proporz-Regierung vertreten sein.

MFG zieht wohl ein, NEOS zittern

Realistische Chancen hatten Beobachter im Vorfeld den NEOS und der MFG auf den erstmaligen Einzug eingeräumt. In der ersten Hochrechnung erreichte die MFG bei ihrem ersten Antritt gleich 7,5 Prozent. Die NEOS liegen bei 3,9 Prozent und wären daher auch beim zweiten Antritt nicht im Landtag. Die Schwankungsbreite beträgt noch 2,2 Prozent, sie könnten die 4-Prozent-Hürde also noch nehmen.

In Mandaten hätten die Partei die folgende Stärke: ÖVP 23, FPÖ 12, SPÖ 11, Grüne 6, MFG 4. Die Hochrechnungen werden laufend aktualisiert.

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Bis zu 4500 Euro in bar: Berlin lockt illegale Moldau-Migranten mit fetten Geldgeschenken

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Was ist los am Ankunftszentrum für Asylsuchende in Berlin-Wittenau? In einem Brief des Berliner Landesamtes für Flüchtlingsfragen (LAF) sind die dortigen Zustände ans Licht gekommen. Asylsuchende aus Moldawien werden von der Berliner Senatsverwaltung mit unverschämt hohen Geldgeschenken regelrecht angelockt. Von bis zu „4500 Euro in bar“ ist die Rede. von Alexander Wallasch Immer mehr Menschen […]

Italien: Ab dem 27. September Streik der Lastwagenfahrer gegen den „Covid-Pass“ Videos

Palermo – Generalstreik der LKW-Fahrer gegen den grünen Pass, morgen Montag: ein Protest, der nicht nur den Verkehr stauen könnte, sondern auch einige Supermärkte im Land leer bleiben lassen könnte.

Es sollen angeblich fast 35 Tausend Bürger sein, die ohne grünes Zertifikat sind und die bereit sind, mit ihren Lastwagen die Autobahnen von halb Italien zu blockieren: Sie geben sich kämpferisch, wenn man die allgemeinen Hinweise betrachtet, die im Morgengrauen von einem sizilianischen Lkw-Fahrer in der Warteschlange auf der A19 Palermo-Catania auf TikTok gepostet wurden. Video hier.

In diesen Stunden wird viel über den möglichen Streik der Lkw-Fahrer gesprochen, mit Protesten, die am 27. September beginnen könnten, nach dem, was Informationen vor allem auf TikTok und YouTube gesammelt wurde. Es zeichnet sich ab, dass die Vertreter des Sektors bereit sind, dafür zu sorgen, in extremer Weise gegen die Verlängerung des grünen Passes zu protestieren. Eine heikle Situation also, die mit großer Vorsicht analysiert werden muss.

In den sozialen Netzwerken finden sich vor allem Kommentare von Personen, die jede Form von Gewalt vermeiden wollen: Hier müssen wir Ruhe bewahren und unseren Verstand gebrauchen, wir dürfen nicht in die Falle tappen, DAS WOLLEN SIE.

Auch andere Nutzer stimmten in den Chor ein: „Diejenigen, die zur Gewalt aufrufen, müssen blockiert werden! Demokratische Kämpfe werden mit Streiks, Demonstrationen, Prozessen, Volksabstimmungen und Wahlen gewonnen! Gewalt ist immer falsch! Aber dennoch, der Bevölkerung Verpflichtungen aufzuerlegen ist eine Form der Gewalt! Es gibt jedoch auch Aussagen von Personen, die behaupten, dass die Nachricht von einem Lkw-Fahrerstreik nicht bestätigt werden kann.

Mittlerweile tauchen immer mehr Videos von Lastwagenfahrer auf, die zu einer Blockade aufrufen um gegen den „Grünen Pass“ zu demonstrieren.

Der australische Premierminister bietet seinen Bürgern die Freiheit als „Geschenk“ an: Sie sollen ihr Leben zurückbekommen, aber nur mit QR-Codes und anderen Maßnahmen

Premierminister Scott Morrison hat seinen australischen Mitbürgern eine Rückkehr zur Normalität bis Weihnachten in Aussicht gestellt, vorausgesetzt, sie lassen sich ausreichend impfen und drängen die Regierungen der verschiedenen Provinzen zur Zusammenarbeit.

Am Rande eines multilateralen Sicherheitsgipfels für den pazifischen Raum in Washington, DC, lobte der australische Regierungschef den Umgang seiner Regierung mit der Covid-19-Pandemie. „Traurigerweise haben wir hier in den USA an einem Tag mehr Menschenleben verloren als wir in unserer gesamten Erfahrung mit der Pandemie hatten… Aber wir müssen den Menschen auch ihr Leben zurückgeben“, sagte er in einem Interview mit Channel Seven.

In der Sendung Weekend Sunrise stellte Morrison die Vision eines Weihnachtsfestes ohne die schlimmen Beschränkungen vor, darunter auch die Aufhebung des Verbots, die Grenzen zwischen den Bundesstaaten Australiens zu überschreiten.

„Sobald 80 % der Bevölkerung geimpft sind, sehe ich keinen Grund mehr, die Australier voneinander fernzuhalten“, sagte er und forderte die Regierungen der Provinzen auf, ihren Teil beizutragen. Er sagte, dass es in Australien innerhalb weniger Wochen genügend Impfstoffdosen geben werde, um alle zu impfen, die es wünschen.

Seine Botschaft an die Australier, so der Premierminister, sei, dass er sich wünsche, dass sie zu Weihnachten ihr Leben zurückbekämen; und das liege in der Hand der Regierung und das sei ein Geschenk, das wir ihnen machen sollten.

Er warnte aber, selbst wenn die Abriegelungen aufgehoben werden, müssen einige „vernünftige“ Einschränkungen bestehen bleiben, wie „QR-Code-Logins und Personal, das Masken trägt, vielleicht gelegentlich und nur an bestimmten Orten.“

Das Versprechen wurde von der australischen Opposition kritisiert, die es als unangemessen optimistisch und als Versuch ansieht, die Versäumnisse der Bundesregierung zu vertuschen. Der stellvertretende Premierminister von Queensland, Steven Miles, schlug vor, Morrison solle sich „auf seine Arbeit konzentrieren“ und nicht darauf, „was in ein paar Monaten in Queensland passieren könnte.“

Kanada hat Merkel gewählt

Mit dem Titel ist nicht Angela Merkel als Person gemeint, sondern mehr als eine Attitüde, die sich offenbar auch in Kanada breitzumachen beginnt. Oberflächlich betrachtet ist das Land ein wunderbarer Ort, allerdings auch nur da, wo die Politik noch nicht alles am kontrollieren ist (was in Anbetracht von Corona nicht mehr allzu viel sein dürfte). Unter der Oberfläche und überall da, wo die Politik in Kanada werkeln darf, sieht es gar nicht gut aus. Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich diesen Zweiteiler. Wem das zu viel ist, dem hilft bei der Beurteilung vielleicht der folgende Kommentar aus einer kanadischen Feder weiter, den ich irgendwo zwischen „frisch aufgewacht“ und „jetzt schon resigniert“ einordnen würde.

The Spectator: Noch so eine dumme, überflüssige, dumpfe Wahl in Kanada

Kanada hat gerade sämtliche seiner bisherigen Rekorde für absurde und langweilige Wahlen übertroffen, die mit einem genauso vorhersehbaren wie tristen Ergebnis endeten.

Im Grunde genommen unerklärlich entschied sich Premier Justin Trudeau zu einem Wahlkampf, der nicht hätte kürzer ausfallen können. Er rief vorzeitige Neuwahlen aus, da er sein Management im Rahmen der Coronakrise als derart herausragend beurteilte, dass ihm eine größere Anstrengung im Wahlkampf überflüssig erschien. Sein Kalkül glich dabei jenem von Theresa May, die mit einer Neuwahl gestärkt aus dem Brexit hervorgehen wollte, wobei er ein starkes Mandat anstrebte, um das Land in markanter Weise auf einen Linkskurs zu bringen. Leider für ihn lehnte die Mehrheit der Bürger dieses Vorhaben ab, das Trudeau nie wirklich konkret skizzieren wollte.

Bei Lichte betrachtet war auch Trudeaus Leistung in Bezug auf die Coronapandemie von einer viel zu großen Strenge und einer langwierigen Suche nach dem richtigen Weg geprägt. Beispielsweise trat er recht früh in Verhandlungen mit China über den Einkauf eines Impfstoffs ein, der sich bald als weitgehend unwirksam entpuppte. Diese Verzögerung setzte sich in der Folge durch, so dass Kanada bis vor etwa zwei Monaten eine geringere Impfquote als fünfzig andere Länder aufwies. Nicht nur deswegen hat sich bei der Mehrheit der Kanadier die Ansicht durchgesetzt, wonach Trudeaus wichtigste beiden Errungenschaften im Leben darin bestehen, die Geburt überlebt zu haben und dank seines Vaters einen berühmten Nachnamen zu haben.

In den bisherigen sechs Jahren seiner Amtszeit legte Trudeau einen ins Lächerliche gehenden alarmistischen Blick auf den Klimawandel an den Tag und lenkte in vergleichbar lächerlicher Weise mit selbstgefälligen Auftritten von den erstklassigen Rahmenbedingungen Kanada ab, das mit einem kleinen CO2-Fußabdruck und allgemein hohen ökologischen Standards im Hinblick auf den Umweltschutz eine sehr gute Figur abgibt. Er setzte sich hehre Ziele und begann systematisch mit dem Abwürgen der Öl- und Gasindustrie, bei denen es sich um die Kernstücke des wirtschaftlichen Wohlstandes in Kanada handelt, was in Westkanada sogar einer merklichen Debatte um eine Loslösung von Kanada führte.

Ein weiteres seiner Steckenpferde bestand in der Anerkennung des „kulturellen Völkermordes“ durch Engländer und Francokanadier an den Ureinwohnern, der einen starken ideologischen Blick erfordert, um ihn zu erkennen. Noch mehr hat er sich immer wieder in Genderfragen verheddert, setzte unter anderem das Geschlecht mit Sexualität gleich und präsentierte auf sprachlicher Ebene mit Wonne seine gute Gesinnung (Stichwort: „Peoplekind“ anstelle von „Mankind“). Die Regierung Trudeaus tritt bequem auf sämtlichen Modeerscheinungen unseres Zeitgeistes, während sie jeglichen Gedanken an die eigentliche Zukunft des Landes oder irgendeine Originalität bei der politischen Verwaltung des Landes vermissen ließ.

Dennoch schaffte er es gestern am Ende doch noch über die Ziellinie. Die Regierung wurde bestätigt, wobei quasi alle Parteien jenes Ergebnis einfuhren, auf das sie auch kurz vor Beginn der Pandemie kamen. Als einzige politische Persönlichkeit erwies sich im derzeitigen Betrieb der Anführer der Separatistenpartei der Québecois, Yves-François Blanchet, der wie es scheint, als einziger sämtliche Eigenschaften auf sich vereinen kann, die ein Parteichef in einem wohlhabenden Industrieland auf sich vereinen sollte.

Da sich alle fünf Parteien, die bei der Wahl Abgeordnetensitze gewinnen konnten, links der Mitte verorten lassen wird Kanadas Politik trotz Trudeaus leichtem Dämpfer einen merklich linken Einschlag behalten, wie es schon immer war. Trudeaus Liberale Partei regierte in 84 der letzten 125 Jahre und konnte in dieser Zeit 22 Wahlsiege einfahren verglichen mit nur 8 Wahlsiegen für konservative Parteien. Der Grund dafür lässt sich in Quebec verorten, wo einzig Brian Mulroney, der zwischen 1984 und 1993 Premierminister war, gute Ergebnisse einfahren konnte.

Mit dem Vorteil des französischen Quebecs im Rücken schafften es die Liberalen immer wieder, die vor allem im englischen Teil des Landes vorherrschenden Konservativen in abwertender Weise als Hinterwäldler hinzustellen, die nur darauf aus sind, die Todesstrafe wieder zu beleben und jeden damit zu bestrafen, der etwas positives über Abtreibungen sagt. Sie zwangen die Konservativen damit zu einem Spagat zwischen wertkonservativen Positionen und dem Werben um Wähler in der Mitte, bei dem sogar der scharfsinnige Mulroney seine Probleme hatte, was der Liberalen Partei stets einen Vorteil einbrachte, da es diese Art der Abgrenzungsbewegung von links nicht gab.

Mit den USA als übermächtigen Nachbar sind Kanadier stets etwas zu sehr mit dem Mangel einer eigenständigen Identität beschäftigt, was in einem undefinierbaren und schwammigen Außenbild resultiert. Nicht anders sieht es in der Innenpolitik aus. Kanada ist ein gut funktionierendes, wohlhabendes und überaus großzügiges Land. Allerdings ist es auch langweilig, was von der Mittelmäßigkeit des aktuellen politischen Personals noch einmal verstärkt wird.

Selten trat dieses Problem so offen zutage wie bei dieser vorgezogenen Wahl und ihrem überflüssigen Ergebnis. Für Kanada jedenfalls ist es alles andere als eine gute Nachricht, wenn ein Volk stets jene Regierung bekommt, die es verdient.

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Was es mit den Berichten über „russische Söldner“ in Mali auf sich hat

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Der Krieg in Mali ist ein kompliziertes Thema, das uns westliche Politiker wie immer mit den einfachen Losungen des „Kampfes für Demokratie“ oder des „Kampfes gegen den islamistischen Terror“ verkaufen. Der Krieg in Mali, an dem auch die Bundeswehr beteiligt ist, hat weder mit dem einen noch dem anderen etwas zu tun. Der Krieg in […]

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