Zusammenfassung der japanischen COVID-19-Impfstoffstudie
Eine großangelegte Studie von Suminobu Ito und Kollegen (Juntendo-Universität, Japan) untersuchte die Nebenwirkungen der COVID-19-Impfstoffe Pfizer (BNT162b2), Moderna (mRNA-1273) und AstraZeneca (AZD1222) an über 33.000 Empfängern. Die Studie, veröffentlicht in Vaccine, dokumentierte Nebenwirkungen innerhalb der ersten vier Wochen nach der Impfung und zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Impfstoffen.
Hauptergebnisse: Deutliche Unterschiede in der Reaktogenität
- Fieber & systemische Reaktionen:
- Moderna hatte mit 76 % nach der zweiten Dosis die höchste Fieberrate.
- Pfizer: 38,1 %, AstraZeneca: 49,3 % (nach der ersten Dosis).
- Jüngere Personen & Frauen waren häufiger betroffen.
- Ältere hatten weniger Nebenwirkungen, insbesondere bei AstraZeneca.
- Lokale Reaktionen & Hautreaktionen:
- >90 % der mRNA-Geimpften berichteten über Schmerzen an der Injektionsstelle.
- AstraZeneca verursachte weniger lokale Reaktionen, aber mit längerer Dauer.
- „Moderna Arm“ (juckende Hautreaktion) trat bei 10 % der Frauen über 30 auf.
- Früh auftretende Nebenwirkungen (innerhalb von 30 Minuten):
- Pfizer: 0,45 % erlebten unmittelbare Reaktionen, 3 Fälle von Anaphylaxie.
- Moderna: 0,26 % meldeten leichte neurologische Symptome, aber keine Anaphylaxie.
- AstraZeneca: 1,8 % hatten meist milde Reaktionen.
- Seltene & unaufgeforderte Nebenwirkungen:
- Lymphknotenschwellungen (Frauen häufiger betroffen): Pfizer (2,9 %), Moderna (1,5 %), AstraZeneca (1,3 %).
- Magen-Darm-Probleme bei AstraZeneca (13 %) am häufigsten.
- 1 Fall von Myokarditis nach Pfizer (4 Tage nach der zweiten Dosis).
Kritische Schwächen der Studie
- Demografische Verzerrung: Pfizer-Probanden waren überwiegend weiblich, Moderna-Empfänger überwiegend männliche Militärangehörige.
- Unterschiedliche Fieberdefinitionen: Japan klassifiziert Fieber ab 37,5°C, die FDA erst ab 38,0°C.
- Fehlende Langzeitdaten: Die Studie analysiert nur kurzfristige Nebenwirkungen, Langzeitfolgen bleiben unklar.
Implikationen & Kritikpunkte
- Moderna zeigte die stärksten Nebenwirkungen, insbesondere bei jungen Menschen und Frauen.
- Langzeitrisiken (z. B. Myokarditis) sind unzureichend erforscht.
- Die offiziellen Impfempfehlungen unterschätzen die Nebenwirkungsraten, insbesondere für jüngere Menschen.
- Alters- und geschlechtsspezifische Impfstrategien wären sinnvoll, um starke Reaktionen zu vermeiden.
Fazit
Die Studie liefert wertvolle Sicherheitsdaten, zeigt aber erhebliche Unterschiede in der Reaktogenität der Impfstoffe. Besonders die starke Nebenwirkungsrate bei Moderna sollte ernster genommen werden. Da Langzeitfolgen unzureichend erforscht sind, bleibt eine langfristige Überwachung dringend erforderlich, um fundierte Impfempfehlungen zu ermöglichen.

