
Lange Zeit galten Menschen, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen, als verdächtig, wenn nicht sogar als rechtsextrem. Es geht um die so genannten „Prepper“ (vom Englischen „to be prepared“ – vorbereitet sein), die sich auf verschiedene Notfälle vorbereiten. Das Misstrauen bzw. die Ablehnung kommt daher, dass sie sich die Sorgen und Vorbereitungen „im besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“ (Bundespräsident Steinmeier, SPD) machten, ihre Sorgen sogar äußerten und gar Konsequenzen daraus zogen, wie das Anlegen von Vorräten.
Sie widersprachen damit der Regierungspropaganda vom besten Deutschland aller Zeiten und wurden entsprechend lächerlich gemacht oder in die rechte Ecke gedrängt, wie bei einem ARD-Propaganda-Film vom April dieses Jahres. Report schnüffelte den Mitgliedern eines aufgelösten Vereins (Uniter e.V.) mit einem „Insider“ (=Spitzel) hinterher, der ihre Aktivitäten dem Fernsehen meldete. Im Begleittext zum Film kamen sie zu folgenden Schlüssen:
Hinter der Fassade des Kaffee-Versands hat sich ein Prepper-Netzwerk etabliert, das sich systematisch auf den „Tag X“ vorbereitet, also auf den angeblich drohenden Zusammenbruch der staatlichen Ordnung. […]
Immer wieder geht es um krude Untergangsfantasien, um die feste Überzeugung, dass Deutschland in den kommenden Jahren chaotische Zustände drohten. Flächendeckende Stromausfälle zählen dazu, die das Land zurück ins „Mittelalter“ stürzten. Oder eine Invasion extremistischer „Schläfer“, von denen angeblich hunderttausende in Deutschland lebten […].“
Im April des Jahres waren „flächendeckende Stromausfälle“ also noch „krude Untergangsfantasien“ und rechtsextrem. Die staatliche Ordnung könne nicht zusammenbrechen, so versichern sie.
Jetzt ist das anders. Der Landkreis Cuxhaven hat am Sonntag eine Broschüre „an Einwohnende“ verteilt, in der es auf Seite 7 heißt:
Bereits kleine Notsituationen, wie ein mehrstündiger Ausfall der Stromversorgung, kann [!] ohne jegliche Vorsorge starke Auswirkungn [!] auf einen persönliche haben. Daher bietet eine Selbstvorsorge die Sicherheit, kleine Schadenslagen problemlos zu bewältigen. Eine Vorbereitung auf Notsituationen bietet eine Entlastung und minimiert die Schäden (Anm. d. Red.: Grammatik- und Flüchtigkeitsfehler in den Zitaten wurden vom Original übernommen).
Selbstverständlich nutzt Landrat Thorsten Krüger (SPD) die neue Einschätzung der Lage auch gleich, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, der jetzt als Hauptgrund gleich zweimal mit Informationen im Inhalt angeführt wird. Landrat Krüger begründet das so:
„Die Veränderung des Klimas führt auch bei uns zu Herausforderungen wie Trockenheit und Hitze oder Überflutung durch Starkregen. Dies wirkt sich auf die Gesundheit aus [..].“
Und wie wir mittlerweile gesichert wissen, sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Gesundheit.
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