Hallo zusammen. Heute ist Montag, der 2. März 2026. Und unser lieber Freund Pepe.
Ja, wir verlieren fast das Datum.
Schön, dich wiederzuhaben, Pepe. Schön, dass du mich bei dir hast. Und ich mache mir schon ein paar Tage Sorgen um dich. Ja. Ja. Also, Nema, bevor wir zu allem kommen, und ich bin sicher, unser Publikum will es wissen, gib mir deine Sicht auf das, was wirklich vor sich geht. Ja. Deine Analyse und dein Bauchgefühl als Iraner.
Der Ausgangspunkt: Der US-israelische Angriff auf Iran
In einem intensiven Gespräch, moderiert von Nema, teilen die renommierten Geopolitik-Experten Pepe Escobar und Larry C. Johnson ihre Einschätzungen zu dem jüngsten Konflikt im Nahen Osten. Der Fokus liegt auf dem US-israelischen Angriff auf Iran, der mit der Ermordung des obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei und mehrerer hochrangiger Kommandanten begann. Dieser Schlag, der als „Enthauptungsschlag“ (decapitation strike) bezeichnet wird, wurde von den USA und Israel als Versuch unternommen, das iranische Regime zu destabilisieren und zu kollabieren. Doch wie Nema betont, war dies ein gravierendes Fehlkalkül: „Die USA und Israel dachten, dass alles vom obersten Führer abhängt. Sie haben nicht verstanden, dass das System nicht von einer einzelnen Person abhängt.“
Nema, ein iranischer Analyst, beschreibt die anfängliche Reaktion Irans als mutig und entschlossen. Khamenei arbeitete in seinem Büro, als er getötet wurde – kein Verstecken in Bunkern oder Flucht nach Moskau, wie die Propaganda suggerierte. Dies signalisierte der iranischen Bevölkerung und den Streitkräften, dass selbst der höchste Führer bereit war, sein Leben zu opfern. „Das war ein enormes Fehlkalkül auf Seiten der USA, Israels und Donald Trumps“, sagt Nema. Stattdessen hat der Angriff Iran vereint und zu einer massiven Gegenoffensive geführt: Iranische Raketen und Drohnen haben US-Basen im Persischen Golf zerstört, Tel Aviv und Jerusalem schwer getroffen, und der iranische Luftraum bleibt unantastbar. „Alle Angriffe kamen von außen; sie konnten den iranischen Luftraum nicht durchdringen“, erklärt Nema.
Pepe Escobars Analyse: Die geopolitischen Hintergründe
Pepe Escobar, ein erfahrener Journalist mit Fokus auf Eurasien, stimmt Nemas Einschätzung zu und vertieft die Analyse. Die iranische Reaktion kam innerhalb von 25 bis 45 Minuten nach dem ersten Schlag – ein Beweis für die Vorbereitung seit dem „12-Tage-Krieg“. Khamenei hatte bereits Nachfolger für sich und Schlüsselkommandanten in vier Schichten organisiert. „Das zeigt ein Maß an Präzision und Raffinesse“, sagt Escobar. Der Angriff war eine gemeinsame Operation der USA und Israels, trotz Trumps Behauptung, die USA hätten den Krieg nicht begonnen. Escobar nennt Trump „Neo-Caligula“ – einen Megalomaniac mit Narzissmus-Komplex – und kritisiert die Beteiligung von Figuren wie dem US-Außenminister.
Escobar hebt hervor, dass der Angriff während laufender Verhandlungen stattfand, die über Oman vermittelt wurden. Ein Deal stand kurz vor dem Abschluss, als Khamenei und seine Führung in einer Sitzung getötet wurden – ähnlich wie bei der Ermordung von Hassan Nasrallah von Hezbollah. Dies schuf einen globalen Märtyrer: Khamenei reiht sich ein in die Linie von Qasem Soleimani und Nasrallah. „Die Trump-2.0-Administration ist nun im Krieg mit dem gesamten Schiitentum“, warnt Escobar. Sogar Großayatollah Sistani in Irak, der eine andere Interpretation des Islam vertritt, ehrte Khamenei mit einer Fatwa.
Der tiefergehende Grund für den Krieg sei geoökonomisch, so Escobar, der auf Michael Hudsons Analyse verweist: Die USA, hoch verschuldet und im Niedergang, brauche „Lebensraum“, um Ressourcen zu kontrollieren. Iran sei der „große Preis“, da eine Kontrolle über Iran BRICS, die Shanghai-Kooperationsorganisation und den Globalen Süden von innen zerstören würde. Zudem blockiere es Chinas Seidenstraßen-Korridore und den Nord-Süd-Transportkorridor (Russland-Iran-Indien). Escobars Dokumentarfilm „The Golden Corridor“ beleuchtet dies: „Das Imperium kann nicht zulassen, dass drei BRICS-Mächte einen Korridor quer durch Eurasien aufbauen.“
Escobar kritisiert das „Epstein-Syndikat“ – eine Allianz kompromittierter Eliten in USA und Israel – und prophezeit Rache aus der gesamten muslimischen Welt. Der Krieg sei gegen China, Russland und den Globalen Süden gerichtet. Die arabischen Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die VAE seien bloße Vasallen, die nun allein gelassen werden. „Die USA verteidigen sie nicht, weil sie unwichtig sind“, sagt Escobar. In Bahrain, wo 80 Prozent der Bevölkerung schiitisch ist, breche Freude über iranische Angriffe aus; in Kashmir und Karachi demonstrieren Massen.
Die iranische Strategie: Dezentralisierte Offensive und Zeitlinien
Escobar beschreibt Irans Strategie als „dezentralisiertes Mosaik“: Lokale Kommandanten handeln autonom, ohne zentrale Genehmigung. Am ersten Tag feuerte Iran 1.200 Raketen und Drohnen ab; die USA und Israel laufen aus Abfangraketen heraus. „Die Initiative liegt bei Teheran“, betont Escobar. Die US-Flotte zog sich 1.000 Kilometer zurück in den Indischen Ozean. Hypersonische Raketen kämen nun ins Spiel, und ohne Abfangsysteme könnte Iran Israel in einen „gigantischen Parkplatz“ verwandeln.
Nema ergänzt, dass Iran aufgrund fehlender Bodenspionage blind angreift: „Sie töten Zivilisten, weil sie keine Ziele haben.“ Der Krieg werde ein Zermürbungskrieg; Israel könne ihn nicht lange durchhalten. Escobar warnt vor einer „Kollision der Zeitlinien“: Die USA wollten einen kurzen Krieg, doch Iran diktiert den Rhythmus.
Larry C. Johnsons Perspektive: Militärische und wirtschaftliche Konsequenzen
Larry C. Johnson, ehemaliger CIA-Analyst, schließt sich an und betont die militärischen Erfolge Irans. Innerhalb von 48 Stunden habe Iran US-Basen im Golf zerstört: „Es gibt keinen sicheren Ort mehr für US-Truppen.“ Drei oder vier US-Kampfjets wurden abgeschossen – nicht durch „friendly fire“ in Kuwait, wie behauptet, sondern durch iranische Systeme. Trump bat bereits nach 24 Stunden über Italien um einen Waffenstillstand: „Würden sie das tun, wenn sie gewinnen würden?“
Johnson kritisiert Trumps Aussage, keine Kriege zu starten: „Er hat gerade einen begonnen.“ Die Straße von Hormus ist geschlossen; Ölpreise steigen auf 83 Dollar pro Barrel, bald auf 150. Dies zerstöre Trumps Wirtschaftspläne und treffe Europa hart. Saudi-Arabien, involviert in der Planung, werde nun allein gelassen; Bahrain kollabiere unter schiitischen Unruhen.
Iran nutze Attrappen, um US-Munition zu verschwenden; mobile Raketenwerfer seien unauffindbar. Die USA laufen aus Tomahawk-Raketen heraus; Luftmacht allein bringe keinen Regimewechsel. Zypern als neuer Stützpunkt werde angegriffen; Kampfjets müssten nach Italien verlegt werden. Johnson rät Iran, israelische Luftbasen zu priorisieren: „Zerstört die israelische Luftwaffe, und Israel ist machtlos.“
Wirtschaftlich treffe der Krieg Japan, Südkorea und China hart; Iran könne die Straße von Hormus als Verhandlungsmasse nutzen: „Hebt Sanktionen auf, oder sie bleibt geschlossen.“ Der Tod Khameneis habe den Widerstand gestärkt; Hezbollah, Jemen und Irak schließen sich freiwillig an. Russland und China könnten nicht zulassen, dass Iran fällt.
Ausblick: Eine neue Ära des Widerstands
Der Angriff auf Iran markiert einen Wendepunkt: Statt Kollaps hat er den Globalen Süden mobilisiert. Escobar vergleicht Khamenei mit Thomas Sankara – Symbol des Dekolonisationskampfs. Johnson warnt vor Eskalation: „Dieser Krieg wird sich ausweiten.“ Israel riskiert seine Existenz; die USA ihre globale Dominanz. Der Konflikt, getrieben von Lügen und Fehlkalkülen, könnte zu einem langfristigen Zermürbungskrieg werden, der die Weltwirtschaft erschüttert und neue Allianzen schafft.

