Horst D. Deckert

Deutsche Politiker überbieten sich mit Ramadan-Grußbotschaften

Es ist längst zu einem alljährlichen Ritual geworden: Pünktlich zum Auftakt des muslimischen Fastenmonats setzen deutsche Politiker vor allem der linken Parteien Wünsche und Ergebenheitsadressen an ihre muslimische Wählerklientel ab, um die Doktrin „Der Islam gehört zu Deutschland“ (oder umgekehrt?) zu unterstreichen und als möglichst „islamophil” zu punkten.

Die demonstrative Anbiederung an den Islam wird in ähnlicher Deutlichkeit bei anderen Religionen– einschließlich Christentum – so nicht geübt und ist in erster Linie gedacht, die kritische Befassung mit der „Religion des Friedens“ zu verhindern und öffentliche Duftmarke gegen „Islamophobie“ zu setzen. Wer die an Peinlichkeit nicht zu übertreffenden Videobotschaften des Wuppertaler SPD-Abgeordneten Helge Lindh verfolgt, die sich von Jahr zu Jahr steigern (siehe hier und hier) oder die Twitter-Einlassung von Sawsan Chebli, für den kann daran kein Zweifel bestehen.

Morgen beginnt für Muslime der #Ramadan . Es geht nicht nur darum, dass wir bis Sonnenuntergang weder trinken – ja auch kein Wasser – noch essen dürfen. Es ist ein Monat des Innehaltens, der Zuwendung zu Gott und der Versöhnung. Ich wünsche Muslimen weltweit #Ramadankareem pic.twitter.com/F3GH6Qzxod

— Sawsan Chebli (@SawsanChebli) April 1, 2022

Serviles Geflöte

Doch auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lässt sich nicht lumpen und betont in seinem ausführlichen Grußwort, dass „Musliminnen und Muslime traditionell das Fastenbrechen im Ramadan nutzen, um mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Religionen zusammenzukommen.“ Innenministerin Nancy Faeser (SPD reicht ein Tweet nicht, um ihre Verbundenheit zum Islam zu bekunden: In einem mehrteiligen Thread flötet sie servil: „Liebe Musliminnen und Muslime, ich wünsche Ihnen allen zum heute beginnenden #Ramadan eine gesegnete Zeit des Gebets und der Besinnung, des Innehaltens, der Freude und der Nächstenliebe! Und, dass Sie Zuversicht und Kraft aus Ihrem Glauben schöpfen können… Ein friedvolles und solidarisches Miteinander ist leider nicht selbstverständlich. Es braucht jeden Tag aufs Neue unser aller Einsatz. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Hass, Hetze und Gewalt, wie sie sich auch immer wieder gegen Muslime richten, entschlossen entgegenzutreten“.

Liebe Musliminnen und Muslime, ich wünsche Ihnen allen zum heute beginnenden #Ramadan eine gesegnete Zeit des Gebets und der Besinnung, des Innehaltens, der Freude und der Nächstenliebe! Und, dass Sie Zuversicht und Kraft aus Ihrem Glauben schöpfen können. pic.twitter.com/puDda8VbaR

— Nancy Faeser (@NancyFaeser) April 2, 2022

Der letzte Satz ist hier der Schlüssel: Der Fastenbeginn als Anlass für entschlossene Haltungsbekundung des Linksstaats gegenüber seiner Hauptschutzklientel.  Auch auf der Webseite ihres Ministeriums hat man derzeit anscheinend nichts Wichtigeres zu vermelden als diese Botschaft.

Anbiederung in Wort und Bild

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) schob ihrer unterwürfigen Grußformel („Zu Beginn des #Ramadan wünschen wir allen Musliminnen & Muslimen hier in Deutschland und weltweit eine schöne & friedliche Fastenzeit“)noch ein Video nach, in dem sie salbungsvoll erklärte: „Gerade in Zeiten, wo viele Menschen Sorgen haben vor Krieg und Gewalt, ist ein Monat des Innehaltens, der Versöhnung und des Miteinanders wichtiger denn je.“

Zu Beginn des #Ramadan wünschen wir allen Musliminnen & Muslimen hier in Deutschland und weltweit eine schöne & friedliche Fastenzeit. #RamadanKareem#RamadanMubarak pic.twitter.com/VNKnpvi9Yc

— Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) April 1, 2022

Auch das von Cem Özdemir (Grüne) geleite Landwirtschaftsministerium wollte da nicht nachstehen.

Heute beginnt der Fastenmonat #Ramadan. Wir wünschen allen Musliminnen und Muslimen eine gesegnete Fastenzeit!#RamadanMubarak#Ramadan2022#MuslimsinGermany pic.twitter.com/jZP0yHnUQb

— BMEL (@bmel) April 2, 2022

Ebenso wenig wie der Bundesgeschäftsführer der eigentlich, wenn auch vornehmlich dem Christentum gegenüber, religionsfeindlichen Linken.

#Ramadan #Linke #Frieden pic.twitter.com/e7GQfnZrMM

— Jörg Schindler (@JoergSchindler) April 2, 2022

Und die rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratulierte sowohl persönlich als auch nochmals in Namen ihrer Regierung.

Ministerpräsidentin Malu #Dreyer und ihre #Landesregierung wünschen allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten #Ramadan! #RLP pic.twitter.com/jqmrfHqGq8

— Landesregierung Rheinland-Pfalz (@rlpNews) April 2, 2022

Auch Kirchen ganz unkritisch

Natürlich dürfen auch die Kirchen bei solchen Anlässen nicht fehlen, und betonen regelmäßig die, wenn auch nur in ihrer Einbildung bestehenden Gemeinsamkeiten mit dem Islam, obwohl es sich bei der Religion, der hier demonstrativ unkritisch gehuldigt wird, um die weltweit größte Bedrohung von Christen durch allgegenwärtige Verfolgung und Diskriminierung handelt.

Gerade Scholz, Baerbock und Özdemir, die bei ihrer Vereidigung demonstrativ auf die religiöse Zusatzformel (den sogenannten „Gottesbezug“ im Amtseid) verzichteten, haben also kein Problem damit und gehen geradezu darin auf, sich in teils hymnischen und schwärmerischen Auslassungen über einem islamischen Feiertag zu äußern, die man in vergleichbarer Weise zu Weihnachten oder Ostern in dieser Form vergeblich sucht – es sei denn, sie würde mit üblichen Kritik- und Verzichtsformeln verbunden.

Zeitgleich mit Corona-Lockerungen

Für manch einen ist es überdies auch kein Zufall, dass die – zumindest auf Bundesebene nunmehr erfolgte – Aufhebung der bislang bis aufs Messer verteidigten Corona-Beschränkungen „zufällig“ just mit dem Ramadan-Beginn zusammenfällt – so wie auch schon die temporären Lockerungen in den vergangenen beiden Jahren. Hierin eine Form von Beschwichtigung oder präventiver Konfliktvermeidung zu sehen, liegt durchaus auf der Hand.

Kein kritisches Wort über Gräueltaten

Übrigens nutzte keiner der pflichtschuldigen deutschen Ramadan-Gratulanten den eigentlich geeigneten Anlass, auch nur ein Wort über im Namen des „friedfertigen“ Islam begangenen jüngsten Gräueltaten zu äußern – etwa das Beispiel „islamischer Toleranz“ vergangene Woche in Pakistan: Dort enthaupteten drei Lehrerinnen einer islamischen Mädchenschule eine 21-Jährige Kollegin, weil sie sie der „Blasphemie“, sprich: der Beleidigung des Islams und des Propheten Mohammed, bezichtigten. Dies gehört in dem islamischen Land ganz offiziell zu den Verbrechen, auf denen die Todesstrafe steht. Im bunt-weltoffenen Deutschland jedoch, wo man den Traum vom integrativen „Reform-Islam“ träumt, will man sich davon die „Eid-Mubarak-Party“ nicht vermiesen lassen.

Ähnliche Nachrichten