Horst D. Deckert

Deutschland erklärt Spanien wieder zum Risikogebiet

Die Regierungen haben offensichtlich nicht die Absicht, den Corona-geplagten Menschen diesen Sommer eine Auszeit zu gönnen. So hat das deutsche Auswärtige Amt Spanien am 11. Juli wieder als Risikogebiet eingestuft. «Von nicht notwendigen Reisen wird derzeit abgeraten …», gibt die Behörde auf ihrer Website bekannt. Und weiter:

«Spanien ist von Covid-19 weiterhin betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen steigt in ganz Spanien, auch auf den Balearen und Kanaren. Die autonomen Gemeinschaften Andalusien, Navarra, Kantabrien, Katalonien, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Ceuta sind als Risikogebiete eingestuft. Mit Wirkung vom 11. Juli 2021 gilt dies für ganz Spanien.»

Aktuelle und detaillierte Zahlen biete das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Die Einreise aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten nach Spanien sei grundsätzlich möglich. Reisende, die nach Spanien auf dem Luft- oder Seeweg einreisen, inklusive Transitreisende, müssten ein Formular im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der beim Check-in und bei Einreise vorgelegt werden muss. Dies könne auch über die kostenfreie SpTH-App erfolgen. Der generierte QR-Code könne auch als Papierausdruck vorgelegt werden.

Die Fluggesellschaften seien verpflichtet, sich vor Abflug das elektronische Einreiseformular (QR-Code) vorlegen zu lassen. Falschangaben oder das Fehlen des QR-Codes könnten mit Geldstrafen geahndet werden. Das Formular könne maximal 48 Stunden vor der geplanten Einreise ausgefüllt werden.

Ansonsten gelten laut dem Auswärtigen Amt diese Auflagen: Für alle Reisenden ab einem Alter von zwölf Jahren, die sich in einem Risikoland/-gebiet (Deutschland ist derzeit kein Risikogebiet) aufgehalten haben, gilt die Verpflichtung, einen der folgenden Nachweise mitzuführen:

  • Entweder ein negatives Testergebnis (anerkannt werden Nukleinsäureamplifikationstests, z.B. PCR-, LAMP-, oder TMA-Test) oder in der Europäischen Union anerkannte Antigen-Tests (sog. „Schnelltest“). Die Testung darf höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein. Der Nachweis des negativen Testergebnisses muss folgende Angaben enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Datum der Testabnahme, angewandtes Testverfahren, Sitzstaat des Labors, negatives Testergebnis.
  • Oder einen Nachweis, dass die vollständige Impfung mindestens 14 Tage vor Reiseantritt mit einem von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) oder der WHO im Wege der Notfallzulassung zugelassenen Impfstoff erfolgt ist. Der Nachweis der Impfung muss folgende Angaben enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Datum der Impfung, Impfstoff, Anzahl der Impfungen, Ausstellungsstaat, zuständige Stelle.
  • Oder einen Nachweis, dass die Genesung von einer Covid-19-Infektion nicht länger als 180 Tage zurückliegt. Der Nachweis darf frühestens 11 Tage nach dem ersten Positivergebnis erfolgen. Der Nachweis der Genesung muss folgende Angaben enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Datum der Testabnahme des ersten positiven Nukleinsäureamplifikationstests, angewandtes Testverfahren und Ausstellungsstaat.

Diese Verpflichtung gelte auch für Einreisende aus einem Risikogebiet in Frankreich, die auf dem Landweg nach Spanien einreisen. Ausgenommen von der Nachweispflicht seien Transportunternehmen, Grenzpendler und Grenzgänger, die auf dem Landweg einreisen. Alle Nachweise müssten elektronisch oder in Papierform auf Spanisch, Englisch, Französisch oder Deutsch vorliegen.

Bei Einreise finde regelmässig eine Gesundheitskontrolle durch Temperaturmessung, Auswertung des Einreiseformulars durch die Gesundheitsbehörde und eine visuelle Kontrolle des Reisenden statt. Personen mit einer Temperatur von über 37,5° C oder anderen Auffälligkeiten könnten einer eingehenderen Untersuchung unterzogen werden.

Für die Einreise von außerhalb der EU setze Spanien die EU-Ratsempfehlung zur teilweisen Aufhebung von Einreiseverboten für Drittstaaten für bestimmte Staaten durch die Verordnung des spanischen Innenministeriums um.

Wie die spanischen Medien berichteten, hat die Regierung die Einstufung als Risikogebiet durch Deutschland auf der Basis von Corona-Neuinfektionen «infrage» gestellt. Die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko eines Landes verliere angesichts der hohen Impfrate und der niedrigen Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern an Bedeutung, habe das Ministerium von Tourismusministerin María Reyes Maroto am vergangenen Freitag erklärt. Spanien liege bei der Zahl der vollständig Geimpften mit 47,8 Prozent noch vor Deutschland (43,7). Auch die Todesrate sei niedriger als in Deutschland.

Die hohen Infektionszahlen würden «bei jungen Menschen registriert, die entweder gar keine oder nur milde Krankheitssymptome entwickelten», wurde mitgeteilt. Urlaub in Spanien sei «auf jeden Fall sicher».

Kommentar Corona-Transition:

Nachdem die spanische Regierung schon vor einigen Wochen den Test-Turbo bei Jugendlichen angeworfen hat, um in dieser Altersklasse die «Infektionszahlen» nach oben zu treiben, herrscht im Land wieder mehr Angst. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die meisten Bürger weiterhin in den Aussenbereichen ihre nutzlosen, ungesunden und erniedrigenden «Windeln» tragen, obwohl sie dies seit dem 26. Juni nicht mehr tun müssten. Auch maskierte Autofahrer sind keine Seltenheit.

Die Strategie der politischen Entscheidungsträger ist skrupellos und leicht durchschaubar: Noch vor Beginn des neuen Schuljahres im September will die Regierung auch Kindern und Jugendlichen unerprobte, experimentelle Gen-Injektionen verabreicht haben. Und natürlich soll das europäische Impf-Pass-Projekt vorangetrieben werden. Deshalb gilt: Je mehr Panik geschürt wird, umso besser.

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