Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
Kostenlos Termin buchen

Die EU an der Wende zu ihrem Ende – Teil 2

Zwei Themen beherrschen derzeit die Mainstreammedien:

1.Die aktuelle „Energiekrise“ und

2. der aktuelle Chipmangel

Von Redaktion | Beide Krisen hat die EU selbst verschuldet und haben ihre tieferen Ursachen in einer seit etwa 30 Jahren fehlgeleiteten Industrie- und Energiepolitik. Es begann mit der absurden „Globalisierung“:

Durch den Fall der Zollschranken zahlte es sich für die großen Konzerne aus, ihre Standorte in Europa zu schließen und Produktionsstätten in Asien zu suchen. Es ging um das ewige alte Spiel der Globalisten, irgendwo in der weiten Welt billig einzukaufen und woanders teuer zu verkaufen. Es begann mit der Unterhaltungselektronik und kurz darauf mit den Mobiltelefonen und setzte sich bei allen möglichen anderen Produkten fort.

Philips als Paradebeispiel für Europas Deindustrialisierung

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist der Philips-Konzern, der vor 40 Jahren in Europa noch etwa 400 000 Mitarbeiter beschäftigte. Davon ist heute fast nichts mehr vorhanden. Philips war bei TV-Geräten, Aufzeichnungs- und Wiedergabegeräten für Video und Audio und bei Haushaltsgeräten in Europa die führende Marke. Philips produzierte eine Zeitlang sogar eigene Halbleiter und Mikroprozessoren und natürlich auch die eigenen Leiterplatten.  Davon ist nichts mehr übrig. Dieser Konzern konnte jahrelang nur noch durch gesundschrumpfen überleben. Man kann die Geschichte dieses Konzerns als eine Art Präkursor für das kommende Schicksal der EU betrachten. Die Manager dieses Konzerns vertraten auch die gleichen unsinnigen Paradigmen wie die Politikkasperln in der EU.

Mit der Unterhaltungselektronik und der Telefonie konzentrierte sich nun aber auch die gesamte Halbleiterindustrie in Asien, was sich jetzt als Flaschenhals für alle möglichen anderen Produkte, insbesondere für die Automobilbranche herausstellt. Wie vielfach berichtet, können die deutschen Autofirmen Millionen georderte Fahrzeuge nicht bauen. Besonders blamabel ist, wenn unsere Politikdarsteller ständig von der „Digitalisierung“ schwadronieren, aber nicht wissen, woher die Chips dafür kommen sollen.

Eine neue Produktionsstätte für Chips ist aber unter 10 Milliarden Euro nicht zu haben. Obendrein benötigt man dafür auch Fachkräfte (nicht die aus Afghanistan), die man in Europa nicht ausreichend zur Verfügung hat. Hier wirkt sich also auch der jahrzehntelange Brain-Drain katastrophal aus. Man übertreibt folglich nicht, wenn man die gesamte EU auf einen „Entwicklungspfad“ hin zu einem Entwicklungsland oder besser ‑kontinent sieht.

Unseren Politikdarstellern auf nationaler, sowie auf EU Ebene ist diese ganze Problematik offenbar nicht bewusst. Wie ist es sonst zu erklären, dass der EU nichts Besseres einfällt, als die ganze Welt mit dem Klimaschwindel (siehe www.klimaschwindel.net) zu belästigen und statt Versäumtes schnellstens nachzuholen, die gesamte Produktion in Europa nach dem unsinnigen Paradigma der CO2-Freiheit jeder beliebigen Produktion auszurichten? Der Leser sei nochmals daran erinnert, das CO2 ein lebensnotwendiges Gas genauso wie der Sauerstoff ist (siehe unser-mitteleuropa.com/co2-giftgas-oder-lebensspende). Irgendwie wird man bei dieser „Methode“ der „Industrieförderung“ an die vollkommen sinnlose Methode des Aderlasses in der Medizin vor hunderten von Jahren erinnert: Man versuchte den Körper zu heilen, indem man ihn noch mehr schwächt.

Vielleicht ist diese ganze CO2-Hype auch das instinktive Eingeständnis der eigenen Schwäche. Den Wettkampf auf wirtschaftlicher Ebene hat man mit Asien bereits verloren, also versucht man sich scheinbar mithilfe des moralinsauren CO2-Gesuderes noch einmal in der Geschichte der Menschheit wichtig zu machen. Der CO2-Schwindel ist also eine neue Heilslehre, mit der sich die westlichen Eliten versuchen, über die ganze übrige Welt moralisch zu erhöhen, um so diese zu dominieren. Brüssel will das Rom der neuen Klimareligion werden. Man könnte diese Methode auch als eine Art Moral-Imperialismus betrachten. Dieser beschränkt sich ja nicht nur auf den Klima-Unsinn, sondern auch auf andere Ideologien wie beispielsweise den Genderwahn.

Im Untergangsmythos Europas wird es dereinst heißen, dass die EU zugrunde gegangen sei, weil sie versuchte den ganzen Planeten vor dem Untergang zu retten.

In China hat man Wichtigeres zu tun. Der chinesische Präsident wird an der nächsten Klimakonferenz nicht teilnehmen (www.t‑online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_90973328/klimakonferenz-in-glasgow-chinas-praesident-xi-jinping-nimmt-nicht-teil.html) . Die chinesischen Vertreter hatten bisher schon diese Konferenzen vielfach ignoriert.

China baut zwar neben Kohlekraftwerken und Atomkraftwerken auch Windkraft- und Photovoltaikanlagen, jedoch geht es dabei nicht darum CO2 einzusparen, sondern begrenzte andere Ressourcen zu schonen. Das macht auch Sinn. Jedem vernünftigen Menschen ist klar, dass Windkraft- und Photovoltaikanlagen nur die Rolle einer „Hilfsenergie“ spielen kann. Die Wahnsinnsidee die gesamte Energieversorgung auf den Zappelstrom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen umzustellen bleibt uns Europäern unbenommen. Damit kommt man jetzt auch zur aktuellen Energie- und Gas-Krise.

Die gesamte Energiewende hat mit dem Einsatz von 400 Milliarden Euro in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren nur erreicht, dass die Stromversorgung destabilisiert wurde. In den Mainstreammedien mehren sich Berichte, wonach mit längerfristigen Blackouts zu rechnen ist. Die Stromversorgung wird also teurer und unsicherer. Die Motivation für Unternehmen steigt also zumindest innerhalb von Europa in solche Länder zu migrieren, wo die Energieversorgung billiger und zuverlässiger wird. Statt das viele Geld in eine robuste Energieversorgung zu investieren, hat man dieses Geld dazu verwendet, um die Energieversorgung zu destabilisieren. Diesen Unsinn verdanken wir offensichtlich nur der Tatsache, dass „unsere Eliten“ vor allem in Westeuropa das Klimamärchen, zusammen mit anderen Torheiten wie des Genderwahns für ihre Selbstrechtfertigung dringend benötigen.

 Diese Kaste ist offenbar reif für den Abtritt!

Als Ursache für die aktuelle Energiekrise wird pikanter Weise trotz des dauernden Geschwafels von der „Globalen Erwärmung“ der kalte letzte Winter genannt. Für wie blöd hält man die Bürger eigentlich? Da bemühen sich die Meteorologen im Fernsehen redlich, jeden zweiten Monat als den wärmsten in der Geschichte der Menschheit darzustellen, aber plötzlich war der letzte Winter zu kalt, zumindest zu kalt was die Kapazitäten unserer Energieversorgung angeht?

In Wahrheit gibt es nur zwei Gründe für die aktuelle Energiekrise:

  1. Es wurden 2020 und 2021 insgesamt 20 000 MW an Kraftwerksleistung in Deutschland stillgelegt. Diese Kraftwerke werden zum Teil in Zukunft mit Gas weiterbetrieben, was den Gasbedarf in die Höhe treibt und treiben wird.
  2. Die Spekulanten wurden am Gasmarkt am falschen Fuß erwischt, was jetzt die Gaspreise zusätzlich in die Höhe treibt (siehe unser-mitteleuropa.com/gas-krise-oder-krise-der-energiewende/)

Zur Erinnerung: Durch die Gasmarktliberalisierung (de.wikipedia.org/wiki/Gasmarktliberalisierung) wurden die einzelnen Komponenten der Gasversorgung (Erdgasgroßhändler, Erdgasspeicherbetreiber, Ferngasnetzbetreiber, Erdgasvertrieb ) getrennt. Lediglich bei den Netzbetreibern sind noch Monopole erlaubt. In allen anderen Bereichen können beliebig viele Firmen um Kunden rittern (insbesondere beim Vertrieb). Das System sollte die Gewinne der Erdgasmonopolisten schmälern. Allerdings ist in diesem System niemand mehr explizit für die Versorgungssicherheit zuständig. Man geht davon aus, dass die Versorgungssicherheit durch das Funktionieren des Marktes gewährleistet wird.

In diesem System wird also das Gas wie bisher von den Netzbetreibern bis zum Kunden gebracht, die „Versorger“ übernehmen jetzt so quasi die Verrechnung. Diese müssen jetzt das Gas auf einer Gas-Börse oder dem Gas-Spotmarkt einkaufen. Gewinne können sie nur machen, wenn sie „günstig“ einkaufen, also gut spekulieren. Dabei haben sie sich im laufenden Jahr allerdings mit ihren Dispositionen massiv verschätzt und müssen jetzt kurzfristig Gas zu überhöhten Preisen einkaufen. Da die Gasspeicher nur etwa zur Hälfte gefüllt sind, können jetzt die Gasspeicherbetreiber den Zockern die Daumenschrauben ansetzen. Wenn also die Gasspeicherbetreiber in Zukunft dafür sorgen, dass die Speicher nicht voll sind, werden sie die besten Geschäfte machen. Speziell in England hat dies dazu geführt, dass jetzt viele „Versorger“ pleite sind. Dieses Konzept hat voriges Jahr blendend funktioniert (da waren die Gaspreise am Tiefpunkt), heuer ging es jedoch in die Hose. Die Versorgungssicherheit wird also durch die Gasmarktliberalisierung zu Gunsten der Zockerei aufs Spiel gesetzt.


Ähnliche Nachrichten

Auch lesen x