Die Kirchen haben während der Corona-Zeit komplett versagt. Der sogenannte Sanitzer Kreis, ein Zusammenschluss von kritischen Mitarbeitern der Nordkirche und Pastoren, beabsichtigt, ihr Agieren kritisch unter die Lupe zu nehmen und zu reflektieren.
Der Kreis, der sich nach der Gemeinde Sanitz benannt hat – dort traf man sich während der Corona-Krise häufig –, will zu einer kritischen Diskussion hinsichtlich der Rolle der Kirche in der Corona-Zeit ermutigen.
Er spricht von einer «Vielzahl von Versäumnissen», welche die Kirchen begangen haben. Nun will der Sanitzer Kreis, der sich auch heute noch regelmässig trifft, «zur Aufarbeitung in Konventen und Kirchengemeinden beitragen».
In Schwung bringen will man die kritische Aufarbeitung mit einem Thesenpapier: Laut dem Kreis ist das Corona-Debakel auf folgende zehn Punkte zurückzuführen.
- These 1: Innerhalb der evangelischen Kirche bedarf es einer stärkeren theologischen Reflexion über das eigene Tun und Nichttun.
- These 2: Die evangelische Kirche hat dem Schüren der Angst nicht widersprochen.
- These 3: Die evangelische Kirche hat zu wenig von der Auferstehungshoffnung geredet.
- These 4: Die evangelische Kirche hat mit der Absage von Gottesdiensten den Menschen die Verkündigung des Wortes Gottes vorenthalten.
- These 5: Die evangelische Kirche hat Zugangsbedingungen für ihre Veranstaltungen kritiklos hingenommen.
- These 6: Die evangelische Kirche hat die Verletzung der menschlichen Würde hingenommen.
- These 7: Die evangelische Kirche hat den Diskurs vernachlässigt.
- These 8: Die evangelische Kirche hat die Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht hinterfragt.
- These 9: Die evangelische Kirche hat der Vermengung von weltlichem und geistlichem Heilsversprechen nicht widerstanden.
- These 10: Die evangelische Kirche hat sich schuldig gemacht.
Inzwischen haben mehrere Dutzend Personen aus dem kirchlichen Umfeld das Thesenpapier des Sanitzer Kreises unterschrieben. Um eine Diskussion anzustossen, hofft der Kreis auf weitere Unterstützer.
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Weitere Unterstützer, die das Anliegen mittragen und mit ihrem Namen dafür einstehen möchten, können sich bei folgender E-Mail-Adresse melden: jmwenzel@outlook.com.