Ein Blick auf die militärischen Herausforderungen zeigt, wie komplex und riskant jeder Versuch wäre, Iran mit einem massiven Schlag zu treffen. Eine grafische Darstellung, die kürzlich veröffentlicht wurde, hilft dabei, die Größe der potenziellen Streitkräfte einzuordnen und einige zentrale Probleme zu identifizieren.
Vergleich mit bisherigen Militäroperationen
THE PROBLEMS WITH AN IRAN STRIKE.
This excellent graphic allows us to understand better the issues facing any attempt to strike Iran. Now that we have some sense of the power of the potential force deployed we can highlight a few important points.
600 Tomahawk… https://t.co/wsQeS8KtAo
— Philip Pilkington (@philippilk) February 16, 2026
600 Tomahawk-Marschflugkörper mögen auf den ersten Blick nach einer großen Zahl klingen, doch im Kontext vergleichbarer Einsätze relativiert sich dies deutlich. Im Jahr 2025 beispielsweise feuerte Russland zwischen 1900 und 2000 Raketen im Rahmen des Angriffs auf die Ukraine ab. Dazu kommen Tausende von Drohneneinsätzen; einschließlich Kampf- und Angriffsdrohnen wurde die Ukraine insgesamt rund 34.000 Mal getroffen. Trotz dieser massiven Zahl an Angriffen bleibt die Ukraine funktional bestehen. 600 Tomahawks repräsentieren weniger als zwei Prozent der gesamten Schlagkraft, die durch diesen vergleichbaren Einsatz demonstriert wurde.
Limitierte Ressourcen
Ein weiteres strukturelles Problem ist die begrenzte Verfügbarkeit von Tomahawk-Raketen. Würde die US-Armee alle 600 verschießen, entspräche dies zwischen zehn und fünfzehn Prozent des gesamten Bestands dieser Waffensysteme – und zwar nicht nur jener in aktuellen Gefechtsgruppen sondern des gesamten weltweit existierenden Vorrats.
Auch die Luftangriffskapazitäten der eingesetzten Flugzeuge werfen Fragen auf. Diese könnten zwar zusätzliche Bombenlasten tragen, doch müssten sie sich im Einsatz gegen Irans Luftabwehr behaupten, die keineswegs schwach ist, wie gelegentliche Propaganda nahelegt. Selbst bei optimistischen Schätzungen bliebe die kombinierte Schlagkraft der Einsatzflugzeuge deutlich unter fünf Prozent der russischen Gesamtangriffe in der Ukraine.
Die Verteidigungsfähigkeit Irans
Doch das zentrale Problem liegt nicht in der Angriffs- sondern in der Verteidigungsfähigkeit Irans. Die gesamte Luftabwehrgruppe, die einem solchen Angriff entgegengestellt wäre, verfügt schätzungsweise über 1300 bis 1500 Abfangraketen. Dem gegenüber stehen angeblich etwa 80.000 schlagbereite Shahed-Drohnen sowie eine tägliche Produktionskapazität von rund 400 weiteren Drohnen.
Eine Vorstellung des Angriffszenarios
Stellen wir uns vor, Iran startete am ersten Tag 1000 bis 2000 Shahed-Drohnen zeitgleich. Solch ein Schlag könnte binnen kürzester Zeit die gesamte Luftabwehr eines US-Schlagverbands erschöpfen. Ohne effektive Luftabwehr wären die Kriegsschiffe und ihre Besatzungen anschließend hochgradig verwundbar.
Noch weiterreichende Bedrohung
Nach dem Ausschalten der gegnerischen Luftabwehr könnten fortgeschrittene Überschall-Anti-Schiffsraketen zum Einsatz kommen. Auch wenn diese seltener sind und nur einige Tausend im Arsenal stehen, wäre ihre Wirkung verheerend, sollte die Luftabwehr bereits geschwächt sein. Zusätzlich könnte Iran schnelle Bootseinheiten mit kurzreichweitigen Anti-Schiffsraketen einsetzen, um weitere Risiken für Marineverbände zu schaffen.
Die Risiken für die Vereinigten Staaten
Die potenziellen Gefahren eines solchen militärischen Engagements für die Vereinigten Staaten sind enorm. Es bleibt zu hoffen, dass Entscheidungsträger diese Dimensionen voll verstehen. Die US-Marine war bereits nicht in der Lage, die Huthi-Rebellen im Jemen vollständig zu besiegen. Iran indessen ist ein deutlich größeres und komplexeres militärisches Ziel.





THE PROBLEMS WITH AN IRAN STRIKE.
600 Tomahawk…