Catherine Austin Fitts bei Tucker Carlson: Die These vom überstaatlichen Netzwerk
In einem aufsehenerregenden Gespräch mit Tucker Carlson zeichnet die ehemalige US-Beamtin und Finanzanalystin Catherine Austin Fitts ein Bild, das – sollte es auch nur teilweise zutreffen – das Fundament westlicher Demokratien erschüttern würde. Ihr zentrales Argument: Das größte Problem sei nicht Korruption im üblichen Sinne, sondern ein „geheimes Regierungssystem“ – eine übergeordnete Struktur, die über nationalen Regierungen stehe und faktisch über dem Gesetz operiere.
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Fitts spricht von Netzwerken, nicht von einzelnen Akteuren. Netzwerke aus Investmentstrukturen, Zentralbankern, Oligarchen, Geheimdiensten und Vermittlern – ein Geflecht, das sich laut ihrer Darstellung seit über 150 Jahren entwickelt habe. Namen wie Rothschild und Rockefeller fallen dabei nicht als isolierte Familien, sondern als historische Knotenpunkte eines globalen Finanzsystems, das zunehmend supranational operiere.
Besonders brisant ist ihr Verweis auf Jeffrey Epstein. Fitts argumentiert, dass der öffentliche Fokus auf Sexualverbrechen den Blick auf eine weit größere Dimension verstelle: Finanzströme, Einflussoperationen und technologische Projekte. Sie verweist auf Dokumente und Recherchen, wonach Epstein Gelder in Projekte gelenkt habe, die zur Entwicklung von Kryptowährungen und „programmierbarem Geld“ beigetragen hätten. Die provokante These: Epstein sei möglicherweise ein früher Akteur bei der Konzeption digitaler, steuerbarer Währungssysteme gewesen.
Sollte diese Verbindung zutreffen, würde der Epstein-Komplex nicht nur als moralischer Skandal erscheinen, sondern als Baustein einer neuen Finanzarchitektur. Programmierbares Geld bedeutet Kontrolle auf Transaktionsebene – die Möglichkeit, Nutzung, Bedingungen und Zugriffe technisch zu steuern. In Kombination mit global vernetzten Zentralbankstrukturen entstünde ein System, das nationale Souveränität weiter relativiert.
Ein weiterer Punkt im Interview betrifft doppelte Staatsbürgerschaften und transnationale Schutzräume. Fitts argumentiert, dass Akteure mit mehreren Pässen, internationalen Vermögensstrukturen und Geheimdienstnähe faktisch eine Art juristische Mobilität genießen, die sie schwer greifbar macht. Wenn politische Entscheidungsträger, Finanzakteure und Nachrichtendienste in solchen Netzwerken miteinander verwoben sind, verschwimmen Verantwortlichkeiten.
Noch explosiver ist ihre Darstellung der Geheimdienste als Schutzinstrumente wirtschaftlicher Eliten. Sie beschreibt eine historische Entwicklung, bei der Nachrichtendienste zunehmend mit dem Privatsektor verschmelzen – insbesondere im Technologiebereich. Silicon Valley, so die implizite Warnung, sei nicht nur Innovationsmotor, sondern auch operativer Partner staatlicher und suprastaatlicher Machtstrukturen.
Fitts zeichnet damit das Bild eines Systems, das nicht primär national, sondern netzwerkbasiert funktioniert. Ein System, in dem Investitionspools rund um Zentralbanken Risiken managen, Kapital global verschieben und durch Geheimdienstschutz faktisch außerhalb klassischer demokratischer Kontrolle operieren.
Allein die Frage, ob Finanzmacht, Nachrichtendienste und technologische Infrastruktur so eng verflochten sind, wie Fitts es beschreibt, wirft fundamentale Fragen auf: Wer trifft strategische Entscheidungen? Wer kontrolliert Kapitalflüsse? Und wem gegenüber sind diese Strukturen rechenschaftspflichtig?
Wenn die Entwicklung hin zu digitalem, programmierbarem Geld tatsächlich aus solchen Netzwerken heraus mitgestaltet wurde, dann geht es nicht nur um Wirtschaft – sondern um Machtarchitektur im 21. Jahrhundert.
Das Interview liefert keine endgültigen Beweise. Aber es formuliert eine These, die – sollte sie sich bestätigen – weit über den Epstein-Skandal hinausreicht: dass sich über Regierungen hinweg eine operative Steuerungsebene etabliert hat, die zunehmend global, technologisch verankert und juristisch schwer angreifbar ist.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht nur, ob ein „geheimes Regierungssystem“ existiert. Sondern ob demokratische Institutionen noch die letzte Entscheidungsinstanz sind – oder nur noch die sichtbare Oberfläche.
Das komplette Interview:

