Horst D. Deckert

Freiheitliche Parteiführung: Tritt Herbert Kickl Nachfolge Hofers an?

Der Rückzug Norbert Hofers von der Parteispitze der FPÖ kam gestern auch für Insider überraschend. Nach einem dreiwöchigen Reha-Aufenthalt habe sich NAbg. Norbert Hofer dazu entschieden, seine zweijährige „Reise an der Parteispitze der FPÖ“ nun zu beenden – Wochenblick berichtete. In einem Beitrag in den sozialen Medien führte er um ein Weiteres die Gründe an, die ihn zu dieser Entscheidung geführt hätten und mahnte seine Parteifreunde zur Geschlossenheit. Indes erklärte der freiheitliche Klubobmann Herbert Kickl, dass er „seinen Beitrag zu dieser freiheitlichen Zukunftsaufstellung selbstverständlich leisten“ werde.

Am Montag, den 7. Juni sollen die treten führenden Funktionäre der Freiheitlichen Partei zusammentreten. Sie sollen einen Termin für den kommenden Bundesparteitag fixieren. Dabei soll sich herausstellen, wer Norbert Hofer folgt. Dieser wünschte in seinem Abschiedsstatement „seiner Nachfolgerin bzw. seinem Nachfolger in dieser Funktion viel Erfolg für die Zukunft.“ Für Beobachter scheint bereits absehbar, dass Herbert Kickl die Position des Bundesparteiobmanns übernehmen werde. Der wortgewandte Kärntner gilt als freiheitliches Urgestein und führt derzeit den FPÖ-Parlamentsklub an.


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Kickl zeigt Wertschätzung für scheidenden Parteiobmann

In einer ersten Stellungnahme zeigte Kickl Wertschätzung für Norbert Hofers Arbeit als Parteiobmann nach „Ibiza“: „Es ist bewundernswert, wie Norbert Hofer all das in Verbindung mit den gesundheitlichen Folgen seines schweren Unfalls bewältigen konnte – und dabei im positivsten Sinne enorm wichtige Kapitel der freiheitlichen Erfolgsgeschichte federführend geschrieben hat!“

Kickl führte „sehr persönliches Telefongespräch“ mit Norbert Hofer über Zukunft

Kickl habe heute Vormittag mit Norbert Hofer ein „sehr persönliches Telefongespräch geführt“ und mit ihm „sowohl über die Beweggründe seiner Entscheidung als auch über die nötigen Zukunftsschritte gesprochen.“, erklärte dieser. In seinem Statement zeichnete er vor, welche Schritte die Freiheitlichen in den kommenden Tagen setzen würden.

Herbert Kickl: „Für die FPÖ bringt diese persönliche Entscheidung die Notwendigkeit mit sich, eine innerparteiliche Weichenstellung vorzunehmen. Wir werden genau das in den kommenden Tagen in einem freundschaftlichen Miteinander von Ländern und Bund im Interesse der österreichischen Bevölkerung tun – mit der nötigen Ruhe und Umsicht und im Bewusstsein unserer Verantwortung für unser Heimatland und seine Bürger.“

Er werde seinen „Beitrag zu dieser freiheitlichen Zukunftsaufstellung selbstverständlich leisten. Darauf könnt ihr euch verlassen!“, erklärte er abschließend.

Norbert Hofer mahnt Parteifreunde zu Geschlossenheit

Norbert Hofer wandte sich in einem Statement in den sozialen Medien noch einmal ausführlich an seine Parteifreunde. Er schilderte noch einmal seinen Lebensweg nach einem Paragleiter-Absturz, der ihn um ein Haar in die Querschnittslähmung führte. 2019 übernahm er quasi über Nacht nach dem verhängnisvollen Bekanntwerden des „Ibiza“-Videos die FPÖ.

Mit Erfolg: Die Partei sei nun wieder stabil und liege mittlerweile wieder bei rund 20 Prozent in den Umfragewerten. Daran hätten „alle ihren Anteil an diesem Erfolg: der Parlamentsklub, die Landesparteien, die Mitarbeiter der FPÖ und allen voran die vielen ehrenamtlichen Funktionäre und Mitarbeiter, die sich tagtäglich für unsere freiheitliche Gesinnungsgemeinschaft einsetzen.“, zeigte sich der scheidende Bundesparteiobmann dankbar.

Norbert Hofer mahnte seine Parteifreunde in diesem Sinne zur Geschlossenheit. Abschließend erklärte er: „Auch ich werde diesen Weg weiterhin mit aller Kraft unterstützen – für die FPÖ und für unsere Heimat Österreich!“

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