Angriff auf ein Krankenhaus – und dann auf die Helfer
Der investigative Journalist Pepe Escobar beschreibt im Interview einen Angriff in Gaza, der exemplarisch für die Brutalität des aktuellen Krieges steht. Zunächst sei eine Rakete auf ein Krankenhaus abgefeuert worden – kurz darauf folgte eine zweite, die Journalisten und Rettungskräfte traf, die den Opfern zu Hilfe eilten.
„Das sind zwei Kriegsverbrechen in einem“, so Escobar. „Zuerst bombardiert man ein Krankenhaus, dann gezielt Gesundheitspersonal und Journalisten. Und was passiert danach? Absolut nichts.“
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Systematische Angriffe und religiöse Rechtfertigung
Escobar weist darauf hin, dass solche Angriffe keine Einzelfälle seien. Jeden Tag gebe es Attacken auf Krankenhäuser, Ambulanzen, Ärzte und Journalisten. Diese systematische Gewalt, so seine Einschätzung, werde religiös legitimiert: In der Logik der Verantwortlichen würden die Palästinenser als „Amalek“ betrachtet – eine Figur aus der Tora, die symbolisch für Feinde steht, die vernichtet werden müssen.
„Das bedeutet: Sie sollen ausgerottet, vertrieben oder getötet werden. Genau das, was wir in Gaza sehen – und was bald auch im Westjordanland passieren soll“, so Escobar.
„Wir sind alle Geiseln eines Todeskults“
Die Analyse des Journalisten geht weit über den Nahen Osten hinaus. Er spricht von einem „Todeskult, der sich als Nationalstaat tarnt“ – ein Gebilde, das systematisch Nachbarn bedrohe und angreife. Damit sei nicht nur die Region in Gefahr, sondern auch Europa.
„Es besteht eine reale Gefahr, dass Israel unter bestimmten Umständen Europa angreift. Wir alle sind Geiseln dieses Todeskults“, so Escobar.
Von Gaza bis zur UNO: Die Normalisierung der Gewalt
Besonders alarmierend findet Escobar die internationale Dimension: Während Israel systematisch Gewalt gegen Zivilisten ausübe, würden gleichzeitig Terrororganisationen wie ISIS oder Al-Qaida auf globaler Bühne rehabilitiert. Er verweist darauf, dass deren Vertreter bereits an UNO-Strukturen herangeführt würden.
„Das ist die Homogenisierung und Normalisierung von Todeskulten. Solange sie demselben Herrn dienen, wird das hingenommen – und wir wissen alle, wer dieser Herr ist“, so Escobar im Interview.
Fazit
Pepe Escobars Worte sind ein düsterer Warnruf: Was in Gaza geschieht, ist für ihn nicht nur ein regionaler Konflikt, sondern ein Ausdruck einer globalen Dynamik, in der Gewalt, Zerstörung und religiöse Legitimation Hand in Hand gehen. Für Escobar ist klar: Solange diese „Todeskulte“ politisch und diplomatisch gedeckt werden, ist niemand wirklich sicher – weder im Nahen Osten noch in Europa.

