Von RAINER K. KÄMPF | Wie PI-NEWS berichtete ist die AfD laut der aktuellen Forsa-Umfrage mit 26 Prozent mittlerweile die stärkste Kraft in Deutschland, zwei Punkte vor der abgeschlagenen Union aus CDU und CSU.
Umfragen sind bekanntlich volatil und in hohem Maße subjektiv geprägt. Was uns diese Momentaufnahme allerdings zeigt, ist ein langsam erkennbarer Trend, der Anlaß zur Hoffnung gibt, es möge sich nachhaltig was ändern.
Landauf, landab hat es Friedrich Merz geschafft, sich als verläßlicher Wahlkämpfer für die Blaue Partei zu profilieren. Er treibt der AfD eben nicht nur einst unentschlossene und Nichtwähler zu. Nein, Fritz macht Nägel mit Köpfen.
Er geht an die Substanz seiner eigenen Partei, schrottet das Vertrauen und die Hoffnung seiner eigenen Leute, so daß diese nicht mehr wissen, wohin mit ihren latenten Träumen und Wünschen nach einer gefestigten bürgerlich geprägten Gesellschaft.
Wenn diese dann noch in ihren Werten konservativ sein soll und zukunftsfähig, merkt so langsam auch der behäbigste Unionsvasall, daß eine Truppe von Hütchenspielern dem einst strammen Opa aus dem Rheingau eine woke ausgerichtete Attrappe unterjubelt.
Aus patriotischer Sicht eine Glanzleistung von Merz. Merkel hatte es noch verstanden, die Partei als rückgrat- und hirnlosen Jubelverein zusammenzuhalten und stramm auf sich selbst auszurichten. Merz hat nicht mal das drauf. Wie seine persönliche Nemesis es schon früh erkannte: Er kann es nicht. Aus rein objektiver Sicht möchte man als Deutscher sagen: Hätte das Fußvolk mal gehört.
Für das Blaue Lager allerdings ist die Erkenntnisresistenz unter den Dunkelgrünen ein Geschenk. Denn wo soll er hin, der betrogene Unionswähler, wenn er seine politische Existenzberechtigung noch halbwegs legitimieren will?
Ohne der Historienschreibung vorgreifen zu wollen, könnte es sein, daß das Jahr 2025 als Wendepunkt in die Geschichte eingeht. Nachfolgende Generationen müßten dann ein Brandmauermuseum errichten und rückblickend feststellen, daß der politische Suizid der Unionsparteien die zwingende Voraussetzung dafür war, daß ein neues Deutschland aus den gesellschaftlichen Ruinen auferstehen konnte.
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
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