
Von MICHAEL HERRMANN | Am Montag fand im Kanzleramt der Wirtschaftsgipfel zur Initiative „Made for Germany“ statt, an dem 61 Unternehmen teilnahmen. Die teilnehmenden Firmen (die vollständige Liste findet man hier) stammen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen, darunter Automobilhersteller, Technologieunternehmen, Finanzdienstleister und internationale Konzerne. Die Initiative zielt darauf ab, bis 2028 insgesamt 631 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren, um den Wirtschaftsstandort zu stärken.
Grundsätzlich ist solch eine Initiative und ein direkter Dialog zwischen Wirtschaftsvertretern und Politikern lobenswert, weil die Probleme und dringend notwendigen Lösungsansätze ohne Umwege adressiert werden können. Andererseits dürfte die erhoffte Wirkung ausbleiben, weil man es auf Seiten der Politik entweder mit machtversessenen Egomanen oder mit verblendeten Ideologen zu tun hat, denen es nicht selten an fachlicher Kompetenz mangelt. Weder ein Jura- oder Soziologiestudium noch eine Mitgliedschaft in der Antifa begründen so etwas wie Wirtschaftskompetenz.
Aber auch gegenüber den Versprechungen der Unternehmensvertreter ist eine gewisse Skepsis angebracht. 631 Milliarden Euro von 61 Unternehmen in den kommenden dreieinhalb Jahren? Im Schnitt würde dies ein jährliches Investitionsvolumen von 2,955 Milliarden Euro pro Jahr und Unternehmen ergeben – nur für Deutschland. Sorry, aber das scheint doch etwas hochgegriffen zu sein, zumal die Realität ein völlig anderes Bild zeigt. Konkret geht es um massiven Personalabbau, den einige Teilnehmer dieser Initiative bereits umsetzen oder planen.
Beispiele: Bosch und Daimler Truck jeweils ca. 5000, Mercedes-Benz AG bis zu 20.000, Porsche 1900, VW bis zu 35.000 und ZF bis zu 14.000 Stellen etc. Die rasanten Fortschritte beim Thema KI wird für weitere, massive Arbeitsplatzverluste sorgen. Es muss davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Investitionen eben genau dafür verwendet wird, die Einsatzbereiche von KI maßgeblich auszubauen und damit menschliche Arbeit überflüssig zu machen. Wer sich hier dem technologischen Fortschritt verweigert, wird im globalen Konkurrenzkampf nicht überleben können.
Selbst Hochqualifizierte können sich nicht sicher sein, dass sie auf mittlere Sicht nicht durch eine selbstlernende Software ersetzt werden. Die dramatischen Folgen dieser Entwicklung, die menschliche Arbeit nahezu völlig entwertet, ist den meisten Menschen nicht einmal im Ansatz bewusst.
Schon aus diesem Grund ist die vielversprechende Ansage der Initiative „Made for Germany“ mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn die im Raum stehende Investitionssumme gigantisch wirkt, so wird sie weit überwiegend gewiss nicht zur Sicherung von Arbeitsplätzen verwendet werden, sondern ganz im Gegenteil zum Erhalt der Konkurrenzfähigkeit – trotz der bekannten, vorrangig durch eine grundlegend wirtschaftsfeindliche Politik verursachten Standortnachteile in Deutschland. Und jeder weiß, was das letztlich bedeutet…
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