Egon W. Kreutzer
Generalleutnant Harald Gante,
Kommandeur Feldheer im Kommando Heer,
hat bei cpm Defencenetwork.com einen Fachbeitrag zur „Kriegstüchtigkeit“ veröffentlicht, aus dem ich hier einige Sätze zitiere:
| Wir müssen bereits heute ohne Einschränkungen einsatzbereit für die Landes- und Bündnisverteidigung werden. Wie Mittel für dieses Ziel priorisiert und eingesetzt werden, hängt auch von der Vorstellung ab, wie sich ein Krieg gestalten wird und vor allem wann dieser geführt werden muss. Dieses sogenannte Kriegsbild bietet somit Orientierung für unser tägliches Handeln. Ein Kriegsbild umfasst alle Facetten eines hypothetischen gegenwärtigen oder zukünftigen Krieges. Es kann für die Zielbildung herangezogen werden und Messbarkeit für die Fähigkeitsentwicklung, Struktur und Doktrin von Streitkräften schaffen. Aus der Strategischen Vorausschau des Planungsamtes der Bundeswehr werden solche Kriegsbilder für die 2040er Jahre abgeleitet. Dies war in Anbetracht jahrelanger Beschaffungsvorgänge und jahrzehntelanger Nutzungszeiten eine wichtige Grundlage zur Konzeption, Auswahl und Priorisierung von Waffensystemen für eine zukunftsfeste Bundeswehr. Jedoch darf der Plan für eine zukunftsfeste Bundeswehr nicht der Bundeswehr im Hier und Jetzt im Wege stehen. Unter der derzeitigen Bedrohungslage und der knappen Zeit zur Herstellung unserer Kriegstüchtigkeit, reicht es nicht mehr, das potentielle Schlachtfeld der Zukunft zu analysieren und zur Priorisierung heranzuziehen. Vielmehr müssen wir zuvorderst das derzeit zu erwartende Kriegsbild – zumindest für die Zeit bis 2029 – als Maßstab für Priorisierungsentscheidungen anlegen. |
Gantes Ausführungen gipfeln in der Vorstellung, die Bundeswehr und speziell das Feldheer könnte bereits heute Nacht einen Kampf bestehen müssen.
Ich finde diese Aussagen, so sehr sie auch ihre theoretische, aus Kriegsbildern abgeleitete Berechtigung haben, vor dem Hintergrund der realen weltpolitischen

